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Der Geldautomat im Ort ist weg. Die nächste Bankfiliale hat vor zwei Jahren geschlossen. Und der Automat in der Nachbargemeinde steht fünf Kilometer entfernt. Ohne Auto kein Bargeld. Das ist für 2,4 Millionen Menschen auf dem Land Realität, und Rentner trifft es besonders hart.
Dabei gibt es Alternativen, die kaum jemand kennt: Bargeld im Supermarkt abheben, per Barcode in der App oder mit der richtigen Bank kostenlos an 57.000 Stellen. Dieser Artikel zeigt dir alle Optionen.
Das Wichtigste in Kürze
- Supermarkt-Cashback funktioniert bei REWE, EDEKA, Lidl, dm und anderen Händlern ohne Extra-Gebühr
- Mit Girocard hast du die breiteste Abdeckung: 97 % aller Terminals in Deutschland
- Cash26 (N26) und viacash (DKB) ermöglichen Bargeldabhebung per App ohne Mindesteinkauf
Ehrliche Nachteile:
- N26 Cash26 und viacash setzen ein Smartphone voraus
- Geldautomaten verschwinden weiter: 2024 erstmals unter 50.000 Stück
Perfekt für dich, wenn du auf dem Land wohnst und trotzdem regelmäßig günstig an Bargeld kommen möchtest.
Nicht ideal, wenn du kein Smartphone nutzt und in einer Gemeinde ohne Supermarkt lebst.
Unser Urteil in einem Satz: Supermarkt-Cashback ersetzt den Geldautomaten im Alltag gut, solange du eine Bank mit Girocard wählst.
Geldautomaten-Schwund: Warum dein Automat verschwunden ist
2017 standen in Deutschland noch 58.400 Geldautomaten. 2024 waren es nur noch 49.750. Rund 1.550 Automaten verschwinden pro Jahr. Ein Automat kostet die Bank 30.000 bis 50.000 Euro jährlich: Miete, Wartung, Befüllung. Wenn zu wenige Menschen abheben, rechnet sich das nicht mehr.
Die Folge: 2,4 Millionen Menschen haben in ihrer Gemeinde keine Abhebestelle. 15 Prozent empfinden den Bargeldzugang als schwierig, 2021 waren es noch 6 Prozent. Auch Sparkassen und Volksbanken schließen Filialen. Seit 2015 hat die Sparkasse rund ein Drittel ihrer Standorte aufgegeben.
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N26
83 · Sehr gut
C24 Bank
79 · Gut
Bargeld beim Einkauf: So funktioniert Supermarkt-Cashback
Eine naheliegende Alternative zum Geldautomaten steht in deinem Supermarkt. Beim sogenannten Cashback bekommst du an der Kasse Bargeld ausgezahlt, zusammen mit deinem normalen Einkauf.
So funktioniert es:
- Kauf mindestens einen Artikel (Mindestbetrag je nach Händler).
- Sag der Kassiererin vor dem Bezahlen, dass du Bargeld abheben möchtest. Nenne den Betrag.
- Bezahle mit Karte und gib deine PIN ein.
- Du erhältst den Einkaufsbetrag plus das gewünschte Bargeld.
Maximal 200 Euro pro Abhebung, kostenlos, ohne Extra-Gebühr. Das funktioniert an jeder Supermarkt-Kasse, die den Service anbietet, auch an Selbstbedienungskassen.
Der Unterschied zum Geldautomaten: Supermärkte gibt es auch in kleinen Ortschaften. Den REWE, Netto oder dm, den du sowieso besuchst, kannst du gleichzeitig als Bargeldquelle nutzen.
Welche Bank unterstützt Supermarkt-Abhebung kostenlos?
Supermarkt-Cashback kommt vom Händler, nicht von deiner Bank. Deine Bank berechnet dir nichts extra. Entscheidend ist aber, welche Karte du hast.
Die norisbank gibt die Girocard kostenlos dazu. Sie funktioniert bei allen Händlern und du hast Zugang zu 4.500 Cash-Group-Automaten plus über 22.000 Supermärkte. Auf dem Land ist das die breiteste Abdeckung.
C24 kombiniert Mastercard Debit mit einer kostenlosen Girocard und damit beide Kartensysteme. Im Mastercard-Verbund stehen 57.000 Geldautomaten zur Verfügung.
Bei der DKB hast du Visa Debit, weltweit kostenlos am Automaten. Für Supermarkt-Cashback brauchst du zusätzlich die Girocard (2,49 Euro/Monat) oder viacash per App.
Die ING gibt Visa Debit kostenlos, die Girocard kostet 1,49 Euro/Monat. Per App kannst du bis zu 300 Euro in Supermärkten abheben.
N26 bietet keine Girocard an. Die Mastercard Debit funktioniert bei Lidl, dm und Aldi Süd. Als eigene Lösung gibt es Cash26 (siehe unten).
REWE, EDEKA, Netto, dm: Wo geht’s und wie viel?
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
REWE hat den niedrigsten Mindesteinkauf: 1 Cent, allerdings nur mit Girocard.
Lidl ist seit März 2025 der flexibelste Händler: 99 Cent Mindesteinkauf und Cashback auch mit Visa/Mastercard Debit.
dm akzeptiert alle Kartentypen einschließlich klassischer Kreditkarten. Mindesteinkauf: ein Produkt.
Aldi Nord bietet als einzige große Kette keinen Cashback an.
Als Faustregel gilt: Mit Girocard funktioniert Cashback überall. Mit Visa/Mastercard Debit nur bei Lidl, Aldi Süd, dm, Netto und Rossmann.
Bargeld per Barcode: Cash26 und viacash
Cash26 ist ein Service von N26. Du brauchst kein Produkt zu kaufen, keinen Mindesteinkauf, musst niemanden ansprechen. Einfach die N26-App öffnen, Barcode generieren, an der Kasse scannen lassen, PIN eingeben, Bargeld erhalten.
Das funktioniert bei REWE, Penny, dm und Rossmann. Bis 200 Euro pro Abhebung, maximal 900 Euro am Tag. Für N26-Kunden mit dem Gratiskonto sind drei Abhebungen pro Monat kostenlos, danach 2 Euro pro Abhebung.
Für Rentner ohne Girocard ist das ein echter Vorteil: Du gehst rein, lässt scannen, bekommst Bargeld. Der Haken: Du brauchst ein Smartphone mit der N26-App.
viacash funktioniert ähnlich und steht Kunden der DKB und Postbank zur Verfügung. Barcode per App generieren, an der Kasse scannen, fertig. Ein Hinweis: Die Shell-Kooperation von viacash ist seit Juni 2025 beendet. Tankstellen fallen als Abhebestelle weg. Es bleiben Supermärkte und Drogerien.
Girocard vs. Visa/Mastercard: Was akzeptiert der Dorfladen?
Die Girocard (früher EC-Karte) wird an 97 Prozent aller Kartenterminals in Deutschland akzeptiert: Bäcker, Apotheke, Dorfladen. Wenn überhaupt Kartenzahlung geht, dann mit Girocard.
Visa/Mastercard Debit hat aufgeholt, aber kleine Geschäfte, Handwerker und Wochenmärkte akzeptieren oft nur Girocard. In der Großstadt kein Problem, auf dem Land schon.
Wer auf dem Land wohnt, sollte eine Bank mit Girocard wählen. C24 gibt sie kostenlos dazu (bei zwei Lastschriften pro Monat), die norisbank ebenfalls. Damit bist du überall abgesichert.
Sicherheitstipp: Nie die Karte + PIN an Nachbarn geben
Karte + PIN weitergeben? Bitte nicht.
Viele Rentner geben ihre Bankkarte samt PIN an Nachbarn, Enkel oder Pflegekräfte weiter, damit diese Bargeld abheben. Das ist verständlich, aber riskant. Die AGB fast aller Banken verbieten die PIN-Weitergabe. Wenn Geld verschwindet, verweigert die Bank den Schadensersatz. Du bleibst auf dem Verlust sitzen. Das Landgericht Hamburg hat zwar bestätigt, dass eine Weitergabe an Bevollmächtigte grundsätzlich erlaubt ist. Aber: Die Bank muss davon wissen, und es muss eine formale Vollmacht vorliegen.
Die bessere Lösung: Richte eine Kontovollmacht ein. Damit bekommt die bevollmächtigte Person eine eigene Karte mit eigener PIN. Du behältst die volle Kontrolle und kannst die Vollmacht jederzeit widerrufen.
Wie du eine Vollmacht bei verschiedenen Banken einrichtest, erklärt der Artikel Bankvollmacht bei Neobanken. Tipps zum Schutz vor Betrug gibt es unter Betrugsschutz im Online-Banking.
Häufige Fragen
Beim klassischen Supermarkt-Cashback musst du immer mindestens einen Artikel kaufen. Die Mindestbeträge liegen je nach Händler zwischen 1 Cent (REWE) und 20 Euro (manche EDEKA-Märkte). Einzige Ausnahme: N26 Cash26. Dort generierst du einen Barcode in der App und bekommst Bargeld ohne Einkauf.
Frag an der Kasse nach. Viele kleine Märkte unter dem Dach von EDEKA oder REWE bieten den Service an, auch wenn er nicht beworben wird. Alternativ: Nutze Cash26 (N26) oder viacash (DKB, Postbank) per App an verschiedenen Partnern.
Für die breiteste Bargeldversorgung: norisbank (4.500 Cash-Group-Automaten plus Supermarkt-Cashback mit Girocard). Für eine Kombination aus Girocard und günstigen Konditionen: C24 Smart (kostenlos, Girocard, Telefon-Support). Für digitale Bargeldabhebung ohne Girocard: N26 mit Cash26. Einen vollständigen Vergleich findest du unter Seniorenfreundliche Neobanken.
Nein, nicht in absehbarer Zeit. Die Deutsche Kreditwirtschaft hat die Girocard modernisiert (kontaktlos, Apple Pay seit 2025 bei einigen Banken). Die Girocard bleibt das am weitesten akzeptierte Zahlungsmittel in Deutschland. Was sich ändert: Einige Neobanken wie N26 oder Revolut bieten keine Girocard an. Bei Banken wie C24 oder norisbank bekommst du sie weiterhin.
Quellen und Transparenz
Dieser Artikel basiert auf folgenden Quellen:
- Deutsche Bundesbank: Zahlungsverhalten in Deutschland 2024
- Handelsblatt: Geldautomaten-Schwund in Deutschland
- Verbraucherzentrale: Bargeld abheben im Supermarkt
- N26: Cash26 Standorte und Konditionen
- norisbank: Geldautomaten und Cashback-Partner
Letzte Aktualisierung: März 2026. Wir prüfen alle Angaben regelmäßig und aktualisieren diesen Artikel bei Änderungen.
Alle Strategien und Tipps für Banking im Ruhestand findest du im Hauptartikel Banking für Rentner. Welche Bank insgesamt am seniorenfreundlichsten ist, zeigt der Vergleich Seniorenfreundliche Neobanken. Und wenn du mit kleiner Rente ein kostenloses Konto suchst: Girokonto für kleine Renten.
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