Inhaltsverzeichnis
Bling Card, Deutschlands beliebteste Taschengeldkarte, verspricht Kindern spielerischen Geldumgang und Eltern volle Kontrolle. Klingt gut — aber seit der Preiserhoehung im September 2025 kostet das Ganze mindestens 2,99 EUR im Monat. Lohnt sich das Abo wirklich, oder gibt es bessere Alternativen?
Wir haben die Bling Card im Familienalltag getestet und schauen uns Kosten, Features und Stolperfallen ehrlich an.
Das Wichtigste in Kürze
- Staerkstes paedagogisches Oekosystem: Spartoepfe, Aufgaben-Belohnungssystem und Sparbaum (Mini-Investment ab 1 EUR)
- Kein Elternkonto bei Bling noetig — du laeadst per SEPA-Ueberweisung von deinem eigenen Bankkonto auf
- Apple Pay und Google Pay ab Eroeffnung, ab 7 Jahren verfuegbar, Prepaid ohne Ueberziehungsrisiko
Ehrliche Nachteile:
- Monatliche Kosten ab 2,99 EUR (Jahresabo) — kein Familienrabatt, summiert sich schnell bei mehreren Kindern
- Versteckte Nebenkosten: Ersatzkarte 9,99 EUR, Inaktivitaetsgebuehr bis 30 EUR/Jahr, Elternauszahlung 1 EUR
Perfekt fuer dich, wenn du paedagogische Features wie Spartoepfe und ein Aufgabensystem willst und kein Konto bei einem bestimmten Anbieter eroeffnen moechtest.
Nicht ideal, wenn du mehrere Kinder hast und die Kosten scheust, oder wenn du ein echtes Girokonto mit IBAN fuer dein Kind brauchst.
Unser Urteil in einem Satz: Die Bling Card ist das paedagogisch stärkste Taschengeldprodukt in Deutschland — wer bereit ist, dafuer zu zahlen, bekommt auch das beste Kinderfinanz-Erlebnis.
Was ist die Bling Card?
Bling ist kein Kinderkonto im klassischen Sinn. Es gibt kein Girokonto, keine IBAN, kein Bankprodukt. Stattdessen bekommst du eine Prepaid-Mastercard fuer dein Kind, die du per App steuerst und ueber dein eigenes Bankkonto auflaedst.
Technisch laeuft das Ganze ueber Treezor, eine E-Geld-Tochter der Societe Generale. Das Geld deines Kindes ist also kein klassisches Bankguthaben mit Einlagensicherung, sondern sogenanntes E-Geld — getrennt vom Unternehmensvermoegen aufbewahrt, aber nicht durch die deutsche Einlagensicherung geschuetzt. Fuer die Betraege, die typischerweise auf einer Taschengeldkarte liegen, ist das in der Praxis kein Problem.
Die Karte funktioniert ab 7 Jahren, unterstuetzt Apple Pay und Google Pay ab Eroeffnung und ist an ueber 58.000 Geldautomaten (Mastercard-Netz) einsetzbar. Mit ueber 150.000 Familien als Nutzer ist Bling der Marktfuehrer bei Taschengeldkarten in Deutschland.
Kurz zum Unterschied: Bling ist eine Taschengeldkarte, kein echtes Kinderkonto. Dein Kind bekommt keine eigene IBAN und kann kein Geld ueberwiesen bekommen. Fuer juengere Kinder (7-12) reicht das voellig. Ab 14-15 wird ein echtes Girokonto wie das DKB u18 relevanter.
Bling Card Kosten: Lite, Plus und Max im Vergleich
Seit September 2025 gibt es drei Tarife. Die Preise gelten pro Kind — einen Familienrabatt gibt es nicht.
Bling Lite
- Prepaid-Mastercard
- Spartoepfe und Sparziele
- Aufgaben-Belohnungssystem
- 1 Sparbaum (Mini-Investment)
- 1 Einkaufsliste
- 100+ Kartendesigns
- Elternkontrolle und Kategoriesperren
- Apple Pay und Google Pay
Bling Plus
- Alles aus Bling Lite
- 4 Sparbaeueme
- Unbegrenzte Einkaufslisten
Bling Max
- Alles aus Bling Plus
- 5+ Sparbaeueme
- Unbegrenzte Einkaufslisten
Welcher Tarif lohnt sich? Fuer die meisten Familien reicht Bling Lite voellig aus. Die Kernfunktionen — Karte, Elternkontrolle, Spartoepfe, Aufgabensystem — sind in allen Tarifen enthalten. Plus und Max lohnen sich nur, wenn dein Kind aktiv mehrere Sparziele parallel verfolgt und die zusaetzlichen Sparbaeueme wirklich nutzt.
Rechne bei zwei Kindern mit dem Jahresabo: 2 x 35,88 EUR = 71,76 EUR pro Jahr allein fuer Lite. Bei drei Kindern sind es schon 107,64 EUR. Das ist der Punkt, an dem kostenlose Alternativen wie das DKB u18-Konto oder das N26 Kinderkonto attraktiver werden.
14 Tage kannst du Bling kostenlos testen, bevor das Abo startet.
Nein. Bling ist ein eigenstaendiges Produkt. Du brauchst kein Konto beim gleichen Anbieter. Eltern laden ueber ihr eigenes Bankkonto per SEPA-Ueberweisung auf. Das ist ein echter Vorteil gegenueber N26 oder Revolut, wo du als Elternteil selbst Kunde sein musst.
Features und Elternkontrolle
Die Elternkontrolle ist das, was Bling von einer normalen Prepaid-Karte unterscheidet. Ueber die Eltern-App steuerst du:
Ausgabelimits: Du legst fest, wie viel dein Kind pro Tag oder Woche ausgeben darf.
Kategoriesperren: Gluecksspiel, Gaming-Kaeufe, Nightclubs — du sperrst einzelne Haendlerkategorien gezielt. Das ist granularer als bei den meisten Konkurrenten.
Online-Shopping und Ausland: Beides laesst sich separat ein- und ausschalten. Praktisch: Fuer den Urlaub schaltest du Auslandszahlungen frei, danach wieder aus.
Sofort-Sperre: Karte verloren? Ein Tipp in der App, und die Karte ist gesperrt.
Echtzeit-Push: Bei jeder Zahlung bekommst du eine Benachrichtigung. Du siehst sofort, wo und wofuer dein Kind bezahlt hat.
Vertrauensmodus: Wenn dein Kind aelter wird, kannst du die Transaktionsdetails ausblenden. So lernt es schrittweise, eigenverantwortlich mit Geld umzugehen, ohne dass du jeden Einkauf siehst.
Dazu kommen 100+ Kartendesigns: Harry Potter, DC Comics, Scooby-Doo, Looney Tunes, Tom & Jerry. Fuer Kinder ist das Design der Karte oft wichtiger als jedes Feature.
Die Bling-App fuer Kinder: Spartoepfe, Aufgaben, Sparbaum
Hier liegt Blings echtes Alleinstellungsmerkmal. Waehrend N26 dem Kind gar keine eigene App gibt, hat Bling ein komplettes paedagogisches Oekosystem aufgebaut:
Spartoepfe: Dein Kind definiert eigene Sparziele — neues Spiel, Kopfhoerer, was auch immer — und sieht den Fortschritt in Echtzeit. Das klingt simpel, macht fuer Kinder aber einen riesigen Unterschied. Ein abstraktes Guthaben wird zum greifbaren Ziel.
Aufgaben-System: Du erstellst Aufgaben mit einer Geldbelohnung. „Zimmer aufraeumen = 2 EUR“, „Rasen maehen = 5 EUR“. Dein Kind erledigt die Aufgabe, du bestaetigst in der App, das Geld landet auf der Karte. Taschengeld wird zum verdienten Geld — paedagogisch ein grosser Unterschied.
Sparbaum: Das ist Blings Mini-Investment-Feature, umgesetzt mit Evergreen (ein nachhaltiger Vermoegenverwalter). Ab 1 EUR pro Monat kann dein Kind in einen breit gestreuten Fonds investieren. Die Gesamtkostenquote liegt bei ca. 0,59 % TER. Fuer ein spielerisches Heranfuehren an das Thema Geldanlage ist das spannend, auch wenn die Betraege natuerlich winzig sind.
Bling Link: Grosseltern, Tanten, Onkel — jeder kann deinem Kind Geld per Grusskarte schicken, ohne selbst ein Bling-Konto zu haben. Praktisch fuer Geburtstage und Weihnachten.
Bling Mensa: Integration fuer Schulverpflegung. Dein Kind bezahlt das Mittagessen in der Schule direkt mit der Bling Card.
All diese Features gibt es in jedem Tarif. Der Unterschied zwischen Lite, Plus und Max liegt nur in der Anzahl der Sparbaeueme und Einkaufslisten. Fuer ein Kinderkonto mit vergleichbarem paedagogischen Ansatz gibt es aktuell keine echte Alternative — das ist Blings groesster Trumpf.
Bling Card Nachteile und Stolperfallen
Bling macht vieles richtig, hat aber ein paar Punkte, die du kennen solltest:
Die versteckten Kosten im Detail:
Neben dem Abo gibt es Nebenkosten, die Bling nicht auf der Startseite bewirbt:
- Ersatzkarte: 9,99 EUR. Bei Kindern geht die Karte gern mal verloren.
- Kreditkartenaufladung: Die erste Aufladung pro Monat ist kostenlos, jede weitere kostet 1,65 %. Lade lieber per SEPA-Ueberweisung auf — das ist immer kostenlos.
- Elternauszahlung: Willst du Guthaben zurueck auf dein Konto ueberweisen, kostet das 1,00 EUR pro Ueberweisung.
- Fremdwaehrung: Im Ausland zahlst du 2 % Aufschlag — beim Bezahlen und beim Abheben. Fuer den Familienurlaub in Kroatien oder der Tuerkei laeppern sich die Kosten.
- Inaktivitaetsgebuehr: Wird die Karte 10 Monate nicht genutzt, fallen bis zu 30 EUR pro Jahr an. Wer Bling nur „mal testen“ will und dann vergisst zu kuendigen, zahlt drauf.
- Zahlungsbeanstandung: 25 EUR pro Beanstandung. Kommt selten vor, ist aber happig.
Kuendigung: Keine Mindestlaufzeit beim Monatsabo. Du kuendigst in der App unter Profil → Abrechnungen → Abonnements → „Abo kuendigen“. Alternativ per E-Mail an kontakt@bling.de. Restguthaben wird zurueckueberwiesen (1 EUR Gebuehr).
Bling vs. Revolut vs. N26: Was ist besser?
Die drei beliebtesten Optionen fuer eine Kinderkarte — aber sie funktionieren jeweils anders:
Bling ist die einzige Option, bei der du kein eigenes Konto beim Anbieter brauchst. Du hast bereits ein Girokonto bei deiner Hausbank und willst nur eine Kinderkarte? Dann ist Bling der unkomplizierteste Weg. Dafuer zahlst du monatlich.
Revolut bietet ein Kinderkonto als Zusatzfunktion im Eltern-Account. Die Basis ist kostenlos, aber du brauchst selbst ein Revolut-Konto. Die Kinder-App ist solide, hat aber weniger paedagogische Features als Bling. Dafuer: keine Fremdwaehrungsgebueehren im Euroraum — ein klarer Vorteil fuer Urlaube.
N26 funktioniert aehnlich: Das Kinderkonto ist ein Space im Eltern-N26-Konto. Kostenlos, aber ohne eigene Kinder-App. Die Elternkontrolle ist stark (automatische Kategoriesperren), aber dein Kind sieht sein Geld nur in einer reduzierten Ansicht. Spartoepfe oder ein Aufgabensystem gibt es nicht.
Fazit: Bling fuer Familien, die paedagogische Features wollen und kein Konto beim gleichen Anbieter eroeffnen moechten. Revolut oder N26 fuer Eltern, die dort ohnehin Kunde sind und Kosten sparen wollen. Einen ausfuehrlichen Ueberblick ueber alle Kinderkonten mit App findest du in unserem separaten Vergleich.
Haeufige Fragen zur Bling Card
Die Bling Card ist ab 7 Jahren verfuegbar. Apple Pay und Google Pay funktionieren ebenfalls ab Eroeffnung — dein Kind braucht dafuer kein bestimmtes Mindestalter. Fuer Kinder unter 7 gibt es aktuell keine Loesung bei Bling.
Nein. Bling ist ein E-Geld-Distributor, kein Kreditinstitut. Das Geld wird ueber Treezor (Societe Generale) verwaltet und ist vom Unternehmensvermoegen getrennt aufbewahrt. Eine klassische Einlagensicherung wie bei Vollbanken (100.000 EUR) gibt es nicht. Fuer die typischen Betraege auf einer Taschengeldkarte (20-100 EUR) ist das Risiko aber vernachlaessigbar.
Ja, an allen Geldautomaten im Mastercard-Netz (ueber 58.000 in Deutschland). In der Eurozone erhebt Bling keine eigene Gebuehr. Ausserhalb der Eurozone fallen 2 % Fremdwaehrungsgebuehr an. Beachte: Viele Automatenbetreiber verlangen trotzdem eine Direktgebuehr — das ist unabhaengig von Bling.
In der App unter Profil → Abrechnungen → Abonnements → „Abo kuendigen“. Alternativ per E-Mail an kontakt@bling.de. Es gibt keine Mindestlaufzeit beim Monatsabo. Restguthaben wird per SEPA zurueckueberwiesen (1 EUR Gebuehr). Kuendige aktiv, wenn du Bling nicht mehr nutzt — sonst droht nach 10 Monaten eine Inaktivitaetsgebuehr von bis zu 30 EUR pro Jahr.
Ja. Das DKB u18-Konto ist komplett kostenlos und bietet ein echtes Girokonto mit eigener IBAN und Visa Debit. Auch das N26 Kinderkonto und Revolut Junior kosten in der Basisversion nichts. Der Haken: Bei allen drei brauchst du selbst ein Konto beim jeweiligen Anbieter. Bling ist der einzige Dienst, der ohne Elternkonto funktioniert.
Ja, ueberall wo Mastercard akzeptiert wird. In der Eurozone fallen keine Bling-eigenen Gebuehren an. Ausserhalb der Eurozone berechnet Bling 2 % Fremdwaehrungsgebueehr — sowohl beim Bezahlen als auch beim Bargeld abheben. Fuer den Familienurlaub in Nicht-Euro-Laendern ist das teurer als bei Revolut (keine Fremdwaehrungsgebuehr) oder DKB (weltweit kostenlos abheben).
Den vollstaendigen Kinderkonto Vergleich mit allen Anbietern findest du in unserem Kinderkonto Vergleich 2026.