Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
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– Finanzguru ist kostenlos nutzbar und stark bei automatischer Vertragserkennung — Outbank kostet mindestens 3,99 Euro/Monat, speichert dafür alle Daten lokal auf deinem Gerät
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– Datenschutz-Priorität? Outbank mit Zero-Knowledge-Architektur. Bequemlichkeit und Kostenersparnis? Finanzguru Free
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– Outbank unterstützt 4.500+ Banken weltweit inkl. Depots und Krypto, Finanzguru nur 3.000+ deutsche PSD2-Institute
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– Beide Apps laufen nur auf dem Smartphone (Outbank zusätzlich auf macOS) — eine vollwertige Web- oder Windows-Version gibt es bei keiner
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– Finanzguru ist BaFin-registriert und Stiftung-Warentest-Testsieger 2023, Outbank punktet mit 87 Updates allein in 2024
Finanzguru und Outbank im Kurzportrait
Finanzguru ist eine Multibanking-App der dwins GmbH aus Frankfurt. Die App bündelt Konten, erkennt Verträge automatisch und zeigt Kündigungsfristen an. Seit August 2024 sind auch Überweisungen möglich. Finanzguru ist als Kontoinformationsdienst (AISP) bei der BaFin registriert und wurde 2023 von Stiftung Warentest mit der Note 2,0 als Testsieger ausgezeichnet. Die Basisversion ist kostenlos. Hinter dem Unternehmen stehen unter anderem die Deutsche Bank (~20 % Beteiligung) und PayPal Ventures.
Outbank gehört seit 2021 der FP Finanzpartner AG aus Vilshofen in Bayern. Die App hat eine bewegte Geschichte: 2003 als Idee geboren, 2017 insolvent, von Verivox gerettet und inzwischen eigenständig weiterentwickelt. Das zentrale Versprechen: Zero-Knowledge-Architektur. Sämtliche Finanzdaten bleiben auf deinem Gerät, der Anbieter hat keinen Zugriff. Outbank kostet 3,99 Euro pro Monat und unterstützt über 4.500 Banken, Depots, Krypto-Wallets und Dienste wie PayPal oder Amazon.
Zwei Apps, zwei grundverschiedene Philosophien. Die eine setzt auf Komfort und ein Freemium-Modell, die andere auf kompromisslosen Datenschutz und ein Bezahlmodell.
Die wichtigsten Unterschiede
Kosten: Kostenlos vs. Abo-Pflicht
Der offensichtlichste Unterschied: Finanzguru bietet eine vollwertige kostenlose Basisversion. Multibanking, Vertragserkennung, automatische Kategorisierung — alles ohne Bezahlung. Finanzguru Plus für 2,99 Euro pro Monat (24,99 Euro/Jahr) schaltet Prognosen, unbegrenzte Budgets und Langzeitanalysen frei.
Outbank hat keinen kostenlosen Tarif. Nach 14 Tagen Testphase zahlst du 3,99 Euro pro Monat oder 39,99 Euro pro Jahr (Individual). Der Business-Tarif für Selbständige kostet 9,99 Euro monatlich. Outbank begründet die Pflicht zum Abo damit, dass ohne Datenmonetarisierung ein Bezahlmodell notwendig ist. Das ist nachvollziehbar, aber für Nutzer, die nur einen schnellen Kontenüberblick brauchen, eine Hürde.
Datenschutz: Cloud vs. lokale Speicherung
Hier liegt der fundamentale Unterschied. Finanzguru speichert deine Finanzdaten in der Cloud — auf Servern in Frankfurt, zertifiziert nach PCI-DSS, C5 und ISO 27018. Die BaFin-Registrierung und die Zertifizierungen sprechen für ein hohes Sicherheitsniveau. Allerdings hat der IT-Sicherheitsforscher Mike Kuketz 2018 Tracking-Dienste in der App kritisiert. Inzwischen bietet Finanzguru ein Opt-out an.
Outbank speichert alle Daten ausschließlich lokal auf deinem Gerät. Kein Server des Anbieters hat Zugriff auf deine Kontodaten, Umsätze oder Verträge. Wer mehrere Geräte nutzt, kann Secure Sync aktivieren — die Daten werden dann Ende-zu-Ende-verschlüsselt synchronisiert. Auch dabei hat Outbank keinen Zugriff auf die Inhalte.
Für alle, die mehr zu Finanzgurus Sicherheitskonzept wissen wollen: Alles zu Sicherheit und Datenschutz bei Finanzguru.
Funktionen: Vertragsmanager vs. Banking-Zentrale
Finanzguru ist stark im Analysieren und Optimieren. Die automatische Vertragserkennung identifiziert laufende Verträge, zeigt Kündigungsfristen und schlägt günstigere Alternativen vor. Die Prognose-Funktion (Plus) berechnet deinen voraussichtlichen Kontostand. Seit August 2024 sind auch Überweisungen mit 2FA möglich — Finanzguru hat dafür die PISP-Lizenz erhalten.
Outbank positioniert sich als Banking-Zentrale. Überweisungen (inkl. SEPA und Daueraufträge) gehören seit Jahren zum Kern. Seit Oktober 2025 prüft Verification of Payee (VoP) automatisch, ob Name und IBAN des Empfängers zusammenpassen. Auf iOS gibt es eine Foto-Überweisung: Rechnung abfotografieren, Daten werden automatisch erkannt. Dazu kommen Depot-Tracking, Krypto-Wallets (Binance, Coinbase) und die Einbindung von PayPal, Klarna, Amazon und Payback.
Bei der Vertragserkennung hat Finanzguru klar die Nase vorn. Beim aktiven Banking und der Breite der Kontoarten liegt Outbank vorne.
Bankabdeckung: 3.000 vs. 4.500+
Finanzguru unterstützt über 3.000 Banken, ausschließlich über die deutsche PSD2-Schnittstelle. Das reicht für alle deutschen Girokonten, Kreditkarten und Sparkonten. Internationale Institute oder Konten bei Banken ohne deutsche PSD2-Anbindung sind nicht möglich.
Outbank kommt auf über 4.500 Banken im DACH-Raum und darüber hinaus. Neben klassischen Bankkonten lassen sich Depots bei Trade Republic oder Scalable Capital, Krypto-Wallets und Dienste wie Payback einbinden. Wer ein Konto bei Revolut in einer Fremdwährung führt oder eine Schweizer Bank nutzt, findet bei Outbank die breitere Abdeckung.
Plattformen: Nur mobil vs. Desktop + Mobil
Finanzguru läuft ausschließlich auf iOS und Android. Keinen Desktop-Client, keine Web-Version. Wer seine Finanzen am Laptop verwalten oder Daten exportieren will, hat keine Option.
Outbank bietet neben iOS und Android auch eine macOS-App. Windows wurde im März 2025 eingestellt, eine Web-Version gibt es nicht. Für Mac-Nutzer ist das ein relevanter Vorteil — alle anderen haben mit beiden Apps nur mobilen Zugriff.
Finanzguru vs. Outbank — die Vergleichstabelle
Finanzguru vs. Outbank im Vergleich 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Wann du Finanzguru nehmen solltest
Du willst nichts bezahlen. Finanzguru Free deckt Multibanking, Vertragserkennung und Kategorisierung ab — kostenlos und ohne Zeitlimit. Für einen einfachen Finanzüberblick reicht das vollkommen aus.
Verträge sind dein Hauptproblem. Wenn du den Überblick über laufende Abos, Versicherungen und Kündigungsfristen verloren hast, ist Finanzguru die bessere Wahl. Die automatische Vertragserkennung ist die ausgereifteste am Markt.
Du brauchst Prognosen. Finanzguru Plus zeigt dir, wie sich dein Kontostand in den kommenden Wochen entwickelt. Das ist hilfreich, wenn regelmäßige Zahlungen und Gehaltseingänge zu unterschiedlichen Zeitpunkten kommen.
Du nutzt ausschließlich deutsche Banken. Wer alle Konten bei deutschen Instituten hat und keine Depots oder Krypto-Wallets einbinden will, kommt mit Finanzgurus 3.000+ Banken problemlos aus.
Wann du Outbank nehmen solltest
Datenschutz hat für dich oberste Priorität. Wenn du grundsätzlich nicht willst, dass deine Finanzdaten auf fremden Servern liegen, ist Outbank die einzige große Multibanking-App mit konsequent lokaler Speicherung.
Du brauchst aktives Banking aus einer App. Überweisungen, Daueraufträge, Foto-Überweisung, VoP-Prüfung — Outbank ist für Nutzer gebaut, die nicht nur schauen, sondern auch handeln wollen.
Du hast internationale Konten oder Depots. Konten bei N26 im Ausland, Depots bei Trade Republic, Krypto bei Coinbase, PayPal, Amazon — Outbank bindet deutlich mehr Kontotypen und internationale Institute ein als Finanzguru.
Du arbeitest am Mac. Die macOS-App bietet einen Desktop-Zugang, den Finanzguru nicht hat. Wer seine Finanzen lieber am großen Bildschirm verwaltet, hat mit Outbank eine Option.
Beide Apps kombinieren
Du kannst Finanzguru und Outbank parallel nutzen. Die PSD2-Kontoanbindung erlaubt es, dasselbe Konto in mehreren Apps einzubinden. Eine mögliche Kombination: Finanzguru Free für Vertragserkennung und Prognosen, Outbank für Überweisungen und Depot-Tracking. Die 90-Tage-TAN-Erneuerung musst du dann allerdings für jede App separat durchführen.
Unser Fazit: Zwei Apps, zwei Philosophien
Finanzguru und Outbank bedienen unterschiedliche Nutzertypen. Das ist kein „besser oder schlechter“, sondern eine Frage der Prioritäten.
Finanzguru ist die richtige Wahl, wenn du eine kostenlose App suchst, die deine Finanzen analysiert, Verträge erkennt und dir Optimierungspotenziale aufzeigt. Die Cloud-Speicherung ist professionell abgesichert, die BaFin-Registrierung schafft Vertrauen. Der Nachteil: Du gibst deine Daten aus der Hand.
Outbank ist die richtige Wahl, wenn dir Datenschutz wichtiger ist als Komfort und du bereit bist, dafür zu bezahlen. Die lokale Speicherung ist konsequent umgesetzt, die Bankabdeckung ist breiter, und die Banking-Funktionen gehen tiefer. Der Nachteil: Es gibt keinen kostenlosen Einstieg.
Den vollständigen Finanzguru Test findest du in unserem Finanzguru Testbericht 2026. Alle Details zur zweiten App haben wir im Outbank Testbericht 2026 zusammengefasst.
Häufige Fragen
Beide Apps sind sicher, aber auf unterschiedliche Weise. Finanzguru ist BaFin-registriert und speichert Daten auf PCI-DSS-zertifizierten Servern in Frankfurt. Outbank speichert alle Daten lokal auf deinem Gerät — der Anbieter hat keinen Zugriff. „Sicherer“ hängt davon ab, ob du einer professionell abgesicherten Cloud oder der Kontrolle über dein eigenes Gerät mehr vertraust.
Ein direkter Datenexport von Finanzguru zu Outbank existiert nicht. Du musst deine Bankkonten in Outbank neu anbinden. Die Kontodaten werden dann direkt von deinen Banken abgerufen. Historische Kategorisierungen und Vertragsnotizen aus Finanzguru gehen dabei verloren.
Die Android-Bewertung von 2,3 Sternen spiegelt vor allem den Unmut über den Wechsel von kostenlos zu kostenpflichtig wider. Outbank war früher gratis und hat dann ein Abo-Modell eingeführt. Viele Bewertungen beziehen sich auf diesen Wechsel, nicht auf die aktuelle App-Qualität. Auf iOS liegt die Bewertung bei 4,0 Sternen.
Ja. Finanzblick von Buhl/WISO ist komplett kostenlos, werbefrei und unterstützt über 4.000 Banken auf allen Plattformen inklusive Desktop und Web. Einen Überblick über alle Optionen findest du in unserem Vergleich der besten Finanzguru-Alternativen 2026.