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Zwei Studierende kaufen lachend frisches Gemüse auf einem sonnigen Wochenmarkt, Jutebeutel und Stofftaschen, warmes Filmkorn im Kodak-Portra-Stil
Ratgeber

Nachhaltige Neobank als Student: Tomorrow, bunq oder Revolut Green?

· Tobias Rehermann · 8 Min. Lesezeit
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Zwei Studierende kaufen lachend frisches Gemüse auf einem sonnigen Wochenmarkt, Jutebeutel und Stofftaschen, warmes Filmkorn im Kodak-Portra-Stil

Das Wichtigste in Kürze

Top 3 Vorteile:

  • Tomorrow Now ist für Studenten unter 21 komplett kostenlos, kein Haken, kein Mindestgeldeingang
  • Keine Schufa-Abfrage bei Tomorrow: Ideal, wenn du deinen Score schonen willst
  • bunq Pro ist für Studenten zwischen 18 und 26 kostenlos, vollwertiges Konto mit deutscher IBAN

Ehrliche Nachteile:

  • Bei Tomorrow sind Support-Zeiten seit dem Stellenabbau 2025 deutlich länger geworden
  • Bei bunq kein Freistellungsauftrag möglich, Zinsen müssen selbst versteuert werden

Perfekt für dich, wenn du Nachhaltigkeit ernst nimmst und ein kostenloses oder günstiges Konto suchst.
Nicht ideal, wenn du regelmäßig Bargeld abhebst oder eine umfangreiche Banking-App erwartest.
Unser Urteil in einem Satz: Tomorrow ist die nachhaltigere Wahl, bunq die flexiblere. Für Studenten sind beide erschwinglich.

Warum dein Girokonto einen CO2-Fußabdruck hat

Wenn du 1.000 Euro auf einem normalen Girokonto liegen hast, passiert damit etwas. Deine Bank verleiht das Geld weiter. An Unternehmen, an Staaten, an Projekte. Und genau hier wird es relevant: Welche Unternehmen bekommen dein Geld?

Bei den meisten Banken lautet die Antwort: alles, was Rendite bringt. Kohlekraftwerke, Rüstungskonzerne, industrielle Tierhaltung. Die NGO Facing Finance dokumentiert seit Jahren, wie deutsche Banken in klimaschädliche Industrien investieren. Dein Kontostand ist dabei nicht neutral.

Das heißt nicht, dass du sofort wechseln musst. Aber du solltest wissen, was mit deinem Geld passiert. Und ob es Alternativen gibt, die zu deinem Budget passen.

Als Student ist die entscheidende Frage nicht „Will ich nachhaltig?“, sondern „Kann ich mir das leisten?“. Die kurze Antwort: Ja, unter bestimmten Bedingungen sogar kostenlos.

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Tomorrow

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bunq

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Tomorrow: Nachhaltig, ohne Schufa, unter 21 kostenlos

Tomorrow ist die bekannteste nachhaltige Neobank in Deutschland. Das Hamburger Unternehmen ist B-Corp-zertifiziert und hat einen eigenen Impact Council, der über die Investitionskriterien wacht. Waffen, Kohle, Massentierhaltung und Atomkraft stehen auf der Ausschlussliste.

Pro Kartentransaktion schützt Tomorrow einen Quadratmeter Regenwald. Das klingt nach Marketing, ist aber durch die Partnerschaft mit Naturefund dokumentiert.

Was kostet Tomorrow für Studenten?

Der günstigste Tarif heißt Tomorrow Now. Wenn du unter 21 bist, zahlst du nichts. Ab 21 brauchst du einen monatlichen Geldeingang von mindestens 500 Euro. BAföG-Höchstsatz (992 Euro) reicht dafür locker. Bekommst du weniger als 500 Euro monatlich, kostet das Konto 4 Euro.

Die höheren Tarife (Change für 8 Euro, Zero für 17 Euro) lohnen sich für Studenten selten. Der Hauptvorteil wäre die fehlende Fremdwährungsgebühr, aber das ist nur relevant, wenn du regelmäßig im Ausland zahlst.

Tomorrow nutzt ein Prepaid-Modell über die Solarisbank. Bei der Kontoeröffnung wird keine Schufa-Abfrage durchgeführt. Das ist ein Vorteil, wenn du noch keinen Schufa-Score hast oder deinen Score nicht belasten willst.

Was du wissen solltest: Tomorrow hat im Juli 2025 rund die Hälfte der Belegschaft entlassen. Das Unternehmen existiert weiter, aber die Support-Zeiten sind länger geworden. Dein Geld liegt bei der Solarisbank mit deutscher Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Es ist also sicher, auch wenn Tomorrow selbst in Schwierigkeiten gerät.

Zinsen gibt es aktuell 0,75 Prozent auf Guthaben. Nicht viel, aber mehr als bei den meisten Gratiskonten.

bunq Easy Green: 1 Baum pro 100 Euro Umsatz (aber 17,99 Euro/Monat)

bunq wirbt damit, für jeden 100 Euro Umsatz einen Baum zu pflanzen. Das klingt nach einem klaren Versprechen. Aber schau dir die Details an, bevor du dich davon leiten lässt.

Kosten für Studenten: bunq bietet den Pro-Tarif (regulär 9,99 Euro/Monat) für Studenten zwischen 18 und 26 kostenlos an. Du brauchst eine gültige Immatrikulationsbescheinigung. Das ist ein echtes Angebot, denn der Pro-Tarif ist ein vollwertiges Konto mit deutscher IBAN.

Der Haken: Die Baumpflanzung gibt es nur im Easy-Green-Tarif für 18,99 Euro pro Monat. Im kostenlosen Studententarif ist unklar, ob Bäume gepflanzt werden. bunq kommuniziert das nicht transparent.

Wie nachhaltig ist bunq wirklich?

bunq steht in der Kritik, und das zu Recht. Der Fair Finance Guide Niederlande bewertet bunq mit 67 Prozent. Das ist Mittelfeld, nicht Spitze. Zum Vergleich: Triodos (allerdings bald nicht mehr in Deutschland aktiv) kommt auf über 90 Prozent.

bunq schließt nur Unternehmen aus, die mehr als 50 Prozent ihres Umsatzes mit Kohle machen. Ein Konzern mit 49 Prozent Kohleumsatz wäre also kein Problem. Das ist eine weiche Grenze, die im Vergleich zu Tomorrows Ansatz deutlich weniger streng ist.

Außerdem: bunq behauptet, 15 Millionen Bäume gepflanzt zu haben. Belegt sind bisher rund 5 Millionen. Das muss kein Betrug sein, die Differenz kann an laufenden Projekten liegen. Aber es zeigt: Die Zahlen verdienen eine kritische Prüfung.

bunq hat keine deutsche Banklizenz. Das bedeutet: Kein Freistellungsauftrag möglich. Du musst Zinserträge selbst in deiner Steuererklärung angeben. Bei niedrigen Beträgen fällt das unter den Sparerpauschbetrag (1.000 Euro/Jahr), aber der Aufwand bleibt.

Wie nachhaltig sind N26, Revolut und Trade Republic?

Kurze Antwort: gar nicht. Alle drei bieten kostenlose Konten, aber keines davon hat ein nachhaltiges Geschäftsmodell.

N26 veröffentlicht einen internen ESG-Report, macht aber keine nachhaltigen Investments. Ausschlusskriterien für die Geldanlage gibt es nicht. Dein Geld landet dort, wo es die beste Rendite bringt. Revolut hat eine Spendenfunktion, über die du an NGOs spenden kannst, was nett ist, aber nichts daran ändert, wie Revolut selbst wirtschaftet. Und Trade Republic bietet Zugang zu nachhaltigen ETFs, die du selbst kaufen kannst. Das Verrechnungskonto selbst folgt dabei keinen Nachhaltigkeitskriterien.

Keine dieser Neobanken ist schlecht. Aber wenn Nachhaltigkeit für dich ein Kriterium ist, reicht „kostenlos“ allein nicht aus.

Tomorrow vs. bunq: Welche nachhaltige Neobank passt zu Studenten?

Tomorrow Now vs. bunq Pro im Vergleich Nachhaltige Neobank als Student: Tomorrow, bunq oder Revolut Green?

Stand: März 2026
Preis (Student) Tomorrow: 0 € (unter 21) / 4 €/Monat

bunq: 0 € (18–26, Immatrikulation)

Nachhaltigkeit B-Corp, Ausschlussliste, Impact Council

67 % Fair Finance Score, weiche Kohle-Grenze

Schufa-Abfrage Nein

Ja

IBAN DE (Solarisbank)

DE (wählbar)

Zinsen 0,75 %

Variabel

Freistellungsauftrag Ja

Nein (NL-Bank)

ATM kostenlos 1x/Monat, dann 2 €

4x/Monat

FX-Gebühr 2 % (Now-Tarif)

0,5 %

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Wer echte Nachhaltigkeit will, kommt an Tomorrow kaum vorbei. Die B-Corp-Zertifizierung und die strikte Ausschlussliste haben unter deutschen Neobanken aktuell keinen gleichwertigen Vergleichspartner. Das Konto ist unter 21 kostenlos, ab 21 brauchst du 500 Euro monatlichen Geldeingang.

bunq ist die bessere Wahl, wenn du zwischen 21 und 26 bist und weniger als 500 Euro monatlich aufs Konto bekommst. Das Pro-Konto kostet für Studenten nichts. Die Nachhaltigkeitsbilanz ist schwächer, aber der Preis stimmt.

Wer beides kombinieren will: Ein kostenloses bunq-Konto als Hauptkonto und ein Tomorrow-Konto für den bewussten Teil des Geldes. Zwei Konten bei Neobanken zu führen ist kein großer Aufwand, und beide lassen sich problemlos parallel betreiben.

Die GLS Bank ist die älteste nachhaltige Bank Deutschlands und deutlich strenger als Tomorrow oder bunq. Für Studierende zwischen 18 und 27 kostet das Konto etwa 1 Euro pro Monat plus 6 Euro pro Jahr für die Karte. Der Nachteil: keine Neobank-App, kein Apple Pay, keine modernen Features. Wer auf eine gute App und Echtzeit-Benachrichtigungen Wert legt, wird bei der GLS nicht glücklich.

Häufige Fragen

Ja. Tomorrow Now ist unter 21 komplett kostenlos. bunq Pro kostet für Studenten bis 26 nichts. Selbst wenn du bei Tomorrow 4 Euro pro Monat zahlst, sind das 48 Euro im Jahr, weniger als ein Spotify-Abo. Die Frage ist eher, welchen Tarif du brauchst, nicht ob du es dir leisten kannst.

Ja. Tomorrow läuft über die Solarisbank mit deutscher Einlagensicherung bis 100.000 Euro. bunq hat eine niederländische Banklizenz mit EU-Einlagensicherung, ebenfalls bis 100.000 Euro. Im Fall einer Insolvenz ist dein Geld in beiden Fällen geschützt.

Bei Tomorrow ja. Du kannst einen Freistellungsauftrag einrichten, und die Abgeltungssteuer wird automatisch abgeführt. Bei bunq nicht, weil es eine niederländische Bank ist. Dort musst du Zinserträge selbst in deiner Steuererklärung angeben. Bis zum Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr fällt aber keine Steuer an.

Wenn Nachhaltigkeit für dich wichtig ist, ja. Vom Funktionsumfang her unterscheiden sich die Apps kaum. Tomorrow ist etwas schlichter, hat dafür aber ein transparentes Investitionsmodell, das N26 schlicht fehlt. Der Wechsel dauert etwa 15 Minuten. Einen Kontowechselservice bietet Tomorrow aktuell nicht an, du musst Daueraufträge manuell umstellen.

Quellen

Zurück zum Hub: Studentenkonto bei einer Neobank

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Tomorrow

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