Inhaltsverzeichnis

Warum du für ein Auslandssemester eine zweite Karte brauchst
Dein deutsches Girokonto funktioniert im Ausland. Aber es wird teuer. Klassische Banken berechnen 1,5 bis 2 % Fremdwährungsgebühr bei jeder Kartenzahlung. Bei 1.000 Euro monatlichen Ausgaben sind das 15 bis 20 Euro pro Monat, nur für den Währungstausch.
Dazu kommen Gebühren am Geldautomaten. Viele Banken verlangen 5 bis 10 Euro pro Abhebung im Ausland. Wenn du zweimal pro Woche Bargeld brauchst, summiert sich das auf über 200 Euro in einem Semester.
Eine Neobank als Zweitkarte löst beide Probleme. Du behältst dein deutsches Konto für BAföG, Miete und Daueraufträge, und nutzt die Neobank-Karte für alles vor Ort: Supermarkt, Café, öffentliche Verkehrsmittel.
Wichtig: Auch innerhalb der Eurozone gibt es Kostenfallen. N26 berechnet 1,7 % am Geldautomaten, Revolut schlägt am Wochenende 1 % auf Fremdwährung drauf. Dazu gleich mehr.
Anbieter in diesem Artikel
Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.
Trade Republic
83 · Sehr gut
Revolut
81 · Sehr gut
bunq
72 · Gut
N26
83 · Sehr gut
Die 4 besten Neobanken fürs Ausland
Nicht jede Neobank eignet sich gleich gut fürs Auslandssemester. Worauf es ankommt: Fremdwährungsgebühren bei Kartenzahlung, Kosten am Geldautomaten und ob du ein Multi-Währungskonto brauchst.
Neobanken im Auslands-Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Trade Republic ist die günstigste Wahl für reine Kartenzahlung. 0 % Fremdwährungsgebühr, kostenlose Abhebungen ab 100 Euro, kein Wochenend-Aufschlag. Die Visa-Debitkarte kostet einmalig 5 Euro. Nachteil: Kein Multi-Währungskonto und kein Dispo. Bei Hotel-Kautionen oder Mietwagen kann eine reine Debitkarte Probleme machen.
Revolut bietet das beste Gesamtpaket für Reisende. Bis 1.000 Euro pro Monat tauschst du Währungen zum Interbanken-Kurs ohne Aufschlag. Darüber fallen 0,5 % an. Für Studierende gibt es über Student Beans 3 Monate Premium gratis, mit höherem ATM-Freibetrag (400 Euro) und ohne Wochenend-Aufschlag. Neukunden bekommen seit Oktober 2024 automatisch eine deutsche IBAN.
bunq ist der Geheimtipp. Studierende zwischen 18 und 25 bekommen das Pro-Konto (regulär 9,99 Euro/Monat) kostenlos. Du brauchst nur einen Immatrikulationsnachweis. Der größte Vorteil: Multi-IBAN. Du kannst dir eine spanische, französische, irische oder niederländische IBAN erstellen. Direkt in der App, ohne Auslands-Kontoeröffnung. Das hilft bei lokalen Verträgen, Handyanbietern oder Stromrechnungen im Zielland.
N26 ist fürs Ausland nur bedingt geeignet. Kartenzahlungen in Fremdwährung kosten zwar 0 %. Aber am Geldautomaten fallen 1,7 % Fremdwährungsgebühr an (Standard und Smart). In der Eurozone sind nur 2 Abhebungen pro Monat kostenlos. N26 ist ein solides Hauptkonto, aber keine gute Reisekarte.
Bezahlen in Fremdwährung: Wer berechnet was?
Bei Kartenzahlungen in einer Fremdwährung rechnet deine Bank den Betrag in Euro um. Dieser Wechselkurs bestimmt, wie viel du wirklich zahlst.
Trade Republic und N26 nutzen den Visa-Netzwerkkurs ohne eigenen Aufschlag. Revolut verwendet den Interbanken-Mittelkurs, den günstigsten verfügbaren Kurs. bunq berechnet den Mastercard-Kurs plus 0,5 % Puffer.
Bei einzelnen Zahlungen sind die Unterschiede kaum spürbar. Über ein ganzes Semester läppert sich das zusammen.
DCC-Falle am Geldautomaten
Wenn ein Geldautomat oder ein Kartenterminal fragt, ob du „in Euro“ oder „in Landeswährung“ zahlen willst: Wähle immer die Landeswährung. Die Umrechnung in Euro (Dynamic Currency Conversion, kurz DCC) nutzt einen deutlich schlechteren Kurs. Der Aufschlag liegt typisch bei 3 bis 7 %, manchmal bis 13 %. Das gilt für alle Karten, auch bei Trade Republic und Revolut.
Ein Sonderfall bei Revolut: Am Wochenende (Freitag 17 Uhr bis Sonntag 18 Uhr New Yorker Zeit) fällt ein Aufschlag von 1 % an, weil die Devisenmärkte geschlossen sind. Premium-Nutzer zahlen diesen Aufschlag nicht. Mit dem kostenlosen 3-Monats-Test über Student Beans umgehst du das Problem zumindest am Anfang.
Bargeld abheben im Ausland: Limits und Gebühren
Bargeld brauchst du im Ausland häufiger als gedacht. Flohmärkte, kleine Bars, Wäschereien, Bäcker. In Südeuropa ist Bargeld noch verbreiteter als in Skandinavien oder den Niederlanden.
ATM-Gebühren im Ausland
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Trade Republic hat die einfachste Regel: Jede Abhebung ab 100 Euro ist kostenlos, weltweit, ohne Monatslimit. Unter 100 Euro zahlst du 1 Euro. Für ein Auslandssemester heißt das: Hebe einfach seltener, dafür höhere Beträge ab.
Bei Revolut sind 200 Euro oder 5 Abhebungen pro Monat frei. Das reicht für gelegentliches Bargeld in der Eurozone. Außerhalb wird es knapp, wenn du regelmäßig Bargeld brauchst.
N26 ist am teuersten. In der Eurozone nur 2 kostenlose Abhebungen, danach 2 Euro. Außerhalb der Eurozone kommen noch 1,7 % Fremdwährungsaufschlag dazu, und zwar bei jeder Abhebung, auch den ersten beiden.
Multi-Währungskonten: Geld in Euro, Pfund und Dollar halten
Wenn dein Auslandssemester außerhalb der Eurozone stattfindet (Großbritannien, Schweden, Tschechien, Türkei), lohnt sich ein Multi-Währungskonto. Du tauschst Euro in die Zielwährung, wenn der Kurs gut ist, und zahlst dann direkt aus dem Fremdwährungsguthaben.
Revolut bietet 36 Währungen direkt in der App. Du kannst jederzeit tauschen, auch kleine Beträge. Der Kurs ist transparent und in Echtzeit sichtbar. Innerhalb des Monatslimits von 1.000 Euro fällt kein Aufschlag an.
bunq unterstützt 22 Fremdwährungen. Der besondere Vorteil: Du bekommst lokale IBANs in 5 Ländern (Deutschland, Niederlande, Frankreich, Spanien, Irland). Das ist praktisch, wenn dein spanischer Handyanbieter oder dein französischer Vermieter eine lokale IBAN verlangt.
In den meisten Fällen nicht. Innerhalb der EU gilt die SEPA-Verordnung: Jede IBAN muss für Lastschriften und Überweisungen akzeptiert werden, egal aus welchem Land. In der Praxis ignorieren manche lokale Anbieter das trotzdem. bunq löst dieses Problem mit der Multi-IBAN. Du erstellst dir eine spanische oder französische IBAN in der App, ohne ein neues Konto zu eröffnen.
Ja, solange die Neobank eine deutsche IBAN hat. Trade Republic, N26 und bunq bieten das standardmäßig. Revolut-Neukunden (seit Oktober 2024) bekommen ebenfalls eine DE-IBAN. Bestandskunden mit litauischer IBAN können eine Migration beantragen. Wise eignet sich nicht als BAföG-Empfangskonto, weil es kein vollwertiges Girokonto ist.
Praxis-Szenario: 5 Monate Erasmus in Barcelona
Schauen wir uns das an einem konkreten Beispiel an.
Lisa geht für 5 Monate nach Barcelona. Sie gibt monatlich 1.000 Euro aus, davon 800 Euro per Karte und 200 Euro in bar. Barcelona liegt in der Eurozone, also fallen keine Fremdwährungsgebühren bei Kartenzahlungen an. Die Unterschiede zeigen sich bei Bargeld und Sonderfällen.
5 Monate Erasmus Barcelona: Mehrkosten pro Neobank
student
~0 € (Trade Republic)
Gesamt
In der Eurozone sind die Unterschiede gering. Alle vier Neobanken kommen günstig weg, weil keine Fremdwährung im Spiel ist. Revolut fällt nur auf, wenn Lisa am Wochenende einen größeren Einkauf tätigt und dabei Fremdwährung getauscht wird. In Barcelona (Eurozone) passiert das nicht.
Geht Lisa stattdessen nach Stockholm (Schwedische Kronen) oder Prag (Tschechische Kronen), sieht die Rechnung komplett anders aus:
5 Monate Erasmus Stockholm (Nicht-Eurozone): Mehrkosten pro Neobank
student
~0 € (Trade Republic)
Gesamt
Außerhalb der Eurozone gewinnt Trade Republic klar. N26 fällt durch die 1,7 % ATM-Gebühr deutlich ab. Revolut wird durch den Wochenend-Aufschlag und das ATM-Limit teurer.
Revolut Premium für Vielreisende
Über Student Beans bekommst du 3 Monate Revolut Premium kostenlos. Premium hebt das ATM-Limit auf 400 Euro/Monat, streicht den Wochenend-Aufschlag und enthält eine Reiseversicherung. Danach kostet es 7,99 Euro/Monat. Für ein Semester außerhalb der Eurozone kann sich das lohnen.
Checkliste: 4 Wochen vor dem Auslandssemester
Sieben Punkte, die du vor der Abreise abhaken solltest. Manche brauchen ein paar Tage (Kartenlieferung), also am besten vier Wochen vorher anfangen.
Woche 4: Neobank-Konto eröffnen. Eröffnung dauert 10 Minuten per App. Die physische Karte braucht 5 bis 10 Werktage. Bei Trade Republic kostet die Karte 5 Euro (Classic), bei den anderen ist sie im Tarif enthalten.
Woche 3: Karte aktivieren und testen. Bezahle einmal im Supermarkt und hebe einmal Bargeld ab. So stellst du sicher, dass alles funktioniert, bevor du im Ausland stehst.
Woche 2: Guthaben aufladen. Überweise genug Geld auf die Neobank, damit du die ersten zwei Wochen abgedeckt bist. Ein Puffer von 500 Euro ist sinnvoll. Bei Revolut: Aktiviere den Reisemodus in der App, damit deine Karte nicht wegen „ungewöhnlicher Aktivität“ gesperrt wird.
Woche 2: Studenten-Vorteile aktivieren. Bei bunq: Immatrikulationsnachweis hochladen für das kostenlose Pro-Konto. Bei Revolut: Student Beans verifizieren für 3 Monate Premium gratis.
Woche 1: Daueraufträge prüfen. BAföG, Miete, Versicherungen laufen weiter über dein deutsches Hauptkonto. Stelle sicher, dass dort genug Geld bleibt.
Woche 1: Notfall-Setup. Speichere die Support-Hotline deiner Neobank ab. Notiere deine Kartennummer separat. Falls die Karte verloren geht, kannst du sie in der App sofort sperren und die virtuelle Karte weiter nutzen.
Tag 1 vor Ort: DCC vermeiden. Beim ersten Einkauf oder der ersten ATM-Abhebung: Immer „in Landeswährung“ zahlen, nie „in Euro“.
Häufige Fragen
Trade Republic berechnet 0 % Fremdwährungsgebühr bei Kartenzahlungen und ATM-Abhebungen (ab 100 Euro). Revolut bietet 0 % bis 1.000 Euro pro Monat (darüber 0,5 %). N26 berechnet 0 % bei Kartenzahlung, aber 1,7 % am Geldautomaten.
Neukunden seit Oktober 2024 bekommen automatisch eine deutsche IBAN. Bestandskunden mit litauischer IBAN können eine Migration auf DE-IBAN in der App beantragen. Innerhalb der EU muss jede IBAN für SEPA-Überweisungen akzeptiert werden. In der Praxis lehnen manche deutschen Behörden oder Arbeitgeber Auslands-IBANs trotzdem ab. Für BAföG empfiehlt sich daher eine deutsche IBAN.
DCC ist ein Dienst, bei dem der Geldautomat oder das Kartenterminal den Betrag direkt in Euro umrechnet, statt den Wechselkurs deiner Bank zu nutzen. Der DCC-Kurs ist fast immer deutlich schlechter (3 bis 13 % Aufschlag). Du erkennst DCC an der Frage „In Euro zahlen?“ oder „In Landeswährung zahlen?“. Wähle immer die Landeswährung.
Für den Alltag reicht eine Debitkarte. Bei Mietwagen und manchen Hotels wird allerdings eine echte Kreditkarte mit Kreditrahmen verlangt, weil eine Kaution blockiert werden muss. Trade Republic, Revolut, bunq und N26 bieten Debitkarten. Wenn du einen Mietwagen planst, kläre vorher mit dem Vermieter, ob eine Debitkarte akzeptiert wird.
Quellen
- Europäische Kommission: SEPA-Verordnung und IBAN-Diskriminierung
- Erasmus+ Programm: Fördersätze und Erasmus-Zuschüsse
Den vollständigen Neobank-Vergleich für Studenten findest du in unserem Neobank für Studenten Vergleich 2026.
Weitere Artikel aus dem Studentenkonto-Cluster:
- BAföG auf Neobank-Konto überweisen
- WG-Konto mit Neobank einrichten
- Studentenkonto mit Zinsen
- Neobank als Werkstudent nutzen
Detaillierte Anbieter-Testberichte: Trade Republic | Revolut | N26 | Trade Republic Karte im Ausland
Welcher Anbieter passt zu dir?
Lies den Testbericht oder eröffne direkt dein Konto.
Transparenz-Hinweis: neuebanken.de finanziert sich über Affiliate-Links. Wenn du über unsere Links ein Konto eröffnest, erhalten wir eventuell eine Vergütung. Am Preis ändert sich für dich nichts. Unsere Bewertungsmethodik findest du unter So bewerten wir.