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Warum ein WG-Konto Streit ums Geld vermeidet
Miete, Strom, Internet, GEZ. In einer WG teilen sich alle die Kosten. Aber wer überweist die Miete? Wer legt für den neuen Router aus? Und wer schuldet wem noch Geld vom letzten Wocheneinkauf?
Ohne System wird es unübersichtlich. Irgendwann steht im Gruppenchat: „Kannst du mir die 14,50 Euro von letzter Woche überweisen?“ Drei Wochen später fragt jemand nach denselben 14,50 Euro nochmal.
Ein gemeinsames WG-Konto löst das. Alle zahlen monatlich den gleichen Betrag ein. Fixkosten gehen automatisch per Dauerauftrag raus. Niemand muss in Vorleistung gehen.
Neobanken machen das besonders einfach: Die Kontoeröffnung dauert 10 Minuten, alles läuft über die App. Und die meisten WG-relevanten Features kosten nichts.
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N26
83 · Sehr gut
C24 Bank
79 · Gut
bunq
72 · Gut
Shared Features der Neobanken im Vergleich
Nicht jede Neobank bietet die gleichen Möglichkeiten. Manche haben echte Gemeinschaftskonten mit eigener IBAN. Andere setzen auf virtuelle Unterkonten, sogenannte Shared Spaces oder Shared Pockets. Und wieder andere beschränken sich auf Ausgaben-Tracking.
WG-Features der Neobanken
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Für WGs mit 3 oder mehr Personen fällt N26 als Gemeinschaftskonto raus, ebenso C24. Beide erlauben maximal 2 Kontoinhaber. bunq ist die einzige Neobank mit einem echten Gemeinschaftskonto für bis zu 10 Personen.
Option 1: Echtes Gemeinschaftskonto
Ein Gemeinschaftskonto ist ein vollwertiges Girokonto mit eigener IBAN. Der Vermieter überweist die Kaution zurück auf dieses Konto. Der Stromanbieter bucht monatlich ab. Alles transparent, alles nachvollziehbar.
Für 2er-WGs bieten N26 und C24 kostenlose Gemeinschaftskonten. Beide Mitbewohner brauchen jeweils ein eigenes Konto beim gleichen Anbieter, die Eröffnung läuft komplett in der App. C24 hat den Vorteil einer Girocard, was bei manchen Vermietern für die Lastschrift relevant ist. Dazu gibt es 1,75 % Zinsen auf das Guthaben.
Für 3er-WGs und größer bleibt bunq als einzige Option mit echtem Gemeinschaftskonto. Bis zu 10 Personen können Inhaber sein, jeder bekommt eine eigene Karte. Der Free-Tarif kostet nichts. Studierende zwischen 18 und 25 bekommen sogar den Pro-Tarif (regulär 9,99 Euro/Monat) kostenlos.
Haftung beim Gemeinschaftskonto
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– Ein Oder-Konto bedeutet: Jeder haftet für alles. Wenn ein Mitbewohner den Dispo überzieht, stehen alle dafür gerade.
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– Deaktiviert den Dispo sofort nach der Kontoeröffnung.
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– Bei bunq werden negative Salden automatisch auf alle Inhaber verteilt.
Option 2: Shared Spaces und Pockets
Kein Bock auf Gesamtschuldner-Haftung? Verständlich. Shared Spaces (N26) und Shared Pockets (Vivid) sind virtuelle Unterkonten innerhalb eines bestehenden Kontos. Rechtlich gehört das Geld dem Creator, alle anderen haben nur Nutzungsrechte.
N26 Shared Spaces erlauben bis zu 10 Personen in einem Space. Der Creator braucht mindestens den Smart-Tarif (4,90 Euro/Monat), eingeladene Mitbewohner ein beliebiges N26-Konto. Der entscheidende Haken: Shared Spaces haben keine eigene IBAN. Daueraufträge und Lastschriften für Miete und Strom sind nicht möglich; das Geld muss man erst manuell auf das Hauptkonto verschieben.
Vivid Shared Pockets funktionieren in allen Tarifen, für bis zu 5 Personen. Der Standard-Tarif ist kostenlos, solange du mindestens eine Kartenzahlung pro Monat machst oder 1.000 Euro Guthaben hast. Sonst fallen 3,90 Euro Inaktivitätsgebühr an. Größtes Problem seit 2024: Vivid vergibt keine deutsche IBAN mehr. Du bekommst eine litauische oder luxemburgische IBAN. Manche Vermieter und Energieversorger akzeptieren das nicht.
Shared Space vs. Gemeinschaftskonto: Wann was?
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– Shared Spaces eignen sich für lockere WG-Kassen: Gemeinsames Haushaltsgeld, Einkäufe, Putzzeug.
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– Für die Miete brauchst du ein echtes Gemeinschaftskonto mit eigener IBAN und Dauerauftrag.
Option 3: Splitwise und Co.
Ihr wollt kein gemeinsames Konto eröffnen? Dann reicht eine Tracking-App. Splitwise und Tricount erfassen, wer was bezahlt hat. Am Monatsende zeigt die App, wer wem wie viel schuldet. Die eigentliche Überweisung macht ihr selbst per Banküberweisung oder PayPal.
Splitwise ist der Klassiker. Kostenlos, funktioniert auch wenn nicht alle die App haben (Einladung per Link). Du legst eine WG-Gruppe an und trägst jede Ausgabe ein. Die App berechnet automatisch die optimalen Ausgleichszahlungen.
Tricount funktioniert ähnlich, braucht aber keinen Account. Alle teilen sich einen Link. Besonders praktisch: Tricount hat eine direkte bunq-Integration für automatische Ausgleichszahlungen.
Revolut Groups ist kein echtes Gemeinschaftskonto, sondern reines Ausgaben-Tracking innerhalb der Revolut-App. Ähnlich wie Splitwise, aber nur für Revolut-Nutzer.
Der Nachteil aller Tracking-Lösungen: Fixkosten wie Miete und Strom laufen trotzdem über das Konto einer einzelnen Person. Diese Person geht jeden Monat in Vorleistung und muss den anderen hinterherrennen.
Praxis-Szenario: 3er-WG mit 1.200 Euro Miete
Monatliche Fixkosten einer 3er-WG in Berlin
student
1.493,36 €/Monat
Gesamt
Lisa, Tom und Aylin wohnen zusammen in Berlin-Neukölln. Die drei eröffnen ein bunq Joint Account (Free-Tarif, 0 €/Monat). Jeder richtet einen Dauerauftrag über 500 Euro ein, der am 1. des Monats auf das WG-Konto geht. Miete und Nebenkosten laufen per Lastschrift. Internet und GEZ per Dauerauftrag. Der kleine Überschuss von 6,64 Euro bleibt als Puffer auf dem Konto.
Bonus: bunq zahlt 2,01 % Zinsen auf das Guthaben. Bei durchschnittlich 300 Euro auf dem WG-Konto sind das rund 6 Euro im Jahr. Nicht viel, aber mehr als die meisten Girokonten bieten.
Warum nicht N26 Shared Spaces? Weil die drei eine eigene IBAN brauchen. Miete und Nebenkosten müssen per Lastschrift oder Dauerauftrag vom WG-Konto abgehen, und Shared Spaces können das nicht.
Warum nicht Vivid? Die fehlende deutsche IBAN. Lisas Vermieter akzeptiert nur SEPA-Überweisungen auf deutsche Konten. Litauische IBANs funktionieren technisch per SEPA, aber viele Vermieter weigern sich trotzdem.
Häufige Fragen
Bei einem Gemeinschaftskonto (N26, C24, bunq) müssen alle Inhaber der Änderung zustimmen. Der ausziehende Mitbewohner wird als Kontoinhaber entfernt, Daueraufträge werden angepasst. Bei Shared Spaces ist es einfacher: Der Creator entzieht den Zugriff mit einem Klick. Der neue Mitbewohner wird eingeladen.
Für ein Gemeinschaftskonto bei N26 oder C24: Ja, beide brauchen ein eigenes Konto dort. Bei bunq ebenfalls. Für Shared Spaces (N26) brauchen alle Teilnehmer ein N26-Konto, der Tarif ist aber egal. Nur bei Tracking-Apps wie Splitwise oder Tricount ist kein gemeinsamer Anbieter nötig.
Ein echtes Gemeinschaftskonto wird bei der Schufa eingetragen, für alle Inhaber. Das verbindet eure Bonitäten. Wenn dein Mitbewohner Schulden hat, kann das theoretisch deine Bonität beeinflussen. Shared Spaces und Pockets erscheinen nicht in der Schufa, weil sie kein eigenständiges Konto sind.
Möglich, aber mit Einschränkungen. bunq bietet Unterkonten (Sub-Accounts), auf denen du die Kaution separat parken kannst. Rechtlich muss die Kaution aber auf einem separaten, insolvenzgeschützten Kautionskonto liegen. Am besten mit dem Vermieter absprechen.
Quellen
- BaFin: Verbraucherinformationen zu Gemeinschaftskonten
- Schufa: FAQ zu Gemeinschaftskonten und Bonitätseinträgen
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