Hinweis: Eingesandter Erfahrungsbericht
Diesen Erfahrungsbericht haben wir von einem Leser zugesandt bekommen. Er spiegelt nicht zwingend unsere redaktionelle Meinung wider. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben. Die geschilderten Erlebnisse sind persönlicher Natur und nicht ohne Weiteres auf andere übertragbar.
Das Wichtigste in Kürze
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Ich bin von N26 zu Tomorrow gewechselt, nicht um Geld zu sparen, sondern weil ich wissen wollte, was mit meinem Geld passiert
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Tomorrow kostet 8 Euro im Monat. Dafür fließen meine Einlagen in Sozialanleihen und erneuerbare Energien statt in intransparente Kreditvergabe
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Die Bank ist B-Corp-zertifiziert und zeigt in der App, welche Projekte sie konkret finanziert. Funktional ist sie solide, aber schlichter als N26
Ein Dokumentarfilm, der mich nicht mehr losgelassen hat
Es fing mit einem Abend auf der Couch an. Ich schaute eine Doku über Banken und Klimafinanzierung, eher zufällig, weil Netflix sie mir vorgeschlagen hatte. Darin ging es um europäische Banken, die über Kreditvergabe und Anleihen fossile Energieprojekte mitfinanzieren. Kohlekraftwerke in Südostasien, Ölpipelines in Kanada, Gasförderung in der Nordsee. Nicht mit ihrem eigenen Geld, sondern mit den Einlagen ihrer Kunden. Also auch mit meinem.
Am nächsten Tag habe ich bei N26 nachgeschaut, ob es irgendwo eine Information gibt, wohin meine Einlagen fließen. Ich habe die Website durchsucht, die FAQ gelesen, den Support angeschrieben. Die Antwort war sinngemäß: „Wir legen Kundeneinlagen nach regulatorischen Vorgaben an.“ Kein Wort darüber, in welche Branchen oder Projekte.
Ich bin 31, Lehrerin, und ich verbringe einen Teil meiner Arbeitszeit damit, Schülern etwas über Klimawandel und Verantwortung beizubringen. Dass mein eigenes Geld möglicherweise das Gegenteil von dem finanziert, was ich vormittags unterrichte, hat mich mehr beschäftigt als ich erwartet hatte.
Der Moment, in dem ich genug hatte
Ich bin nicht wütend auf N26. Das Konto hat funktioniert: kostenlos, gute App, alles in Ordnung. Mein Problem war nicht die Bank selbst, sondern die fehlende Transparenz. Ich wollte nicht weg, weil etwas kaputt war. Ich wollte weg, weil ich nicht wusste, was mein Geld tut.
Eine Kollegin aus dem Lehrerzimmer hatte Tomorrow erwähnt. Sie zeigte mir die App auf ihrem Handy. Da war ein Dashboard, das genau auflistete, wohin die Einlagen fließen: Sozialanleihen für nachhaltiges Wohnen, SDG-konforme Unternehmensfinanzierung, Umweltprojekte. Und ein konkretes Aufforstungsprojekt in Südafrika, bei dem jede Kartenzahlung einen Beitrag zur Renaturierung leistet.
Was mich überzeugt hat, war nicht die Werbung. Es war die Tatsache, dass Tomorrow als eine von wenigen Banken in Deutschland B-Corp-zertifiziert ist. Das ist eine unabhängige Prüfung nach sozialen und ökologischen Standards, nicht nur ein Selbstlabel.
Nachhaltig investierte Kundeneinlagen bei Tomorrow (31 % der Gesamteinlagen)
Quelle: Tomorrow Impact Update Q2 2025
Der Wechsel: Kein Sparmodell, sondern eine bewusste Entscheidung
Ich muss ehrlich sein: Der Wechsel zu Tomorrow kostet mich Geld. Bei N26 habe ich null Euro pro Monat gezahlt. Bei Tomorrow zahle ich 8 Euro im Monat für den Change-Plan. Das sind 96 Euro im Jahr, die ich vorher nicht hatte. Für eine Lehrerin mit A12-Gehalt ist das kein Betrag, den ich nicht merke.
Die Kontoeröffnung war unkompliziert. App herunterladen, VideoIdent, Visa-Debitkarte kam nach fünf Tagen. Die Lastschrift-Umstellung habe ich an einem Abend erledigt. Ich hatte acht Lastschriften, alle waren innerhalb einer Woche umgestellt. Das N26-Konto habe ich danach gekündigt.
Was mich beim Wechsel überrascht hat: Tomorrow hat weniger Features als N26. Keine Spaces, kein Splitwise-ähnliches Teilen, kein Krypto-Trading. Die App ist schlichter, ruhiger. Für mich war das kein Verlust, aber wer viele Funktionen nutzt, wird das merken.
Was bedeutet B-Corp? B-Corp ist eine Zertifizierung der Non-Profit-Organisation B Lab. Unternehmen werden nach über 200 Kriterien geprüft: Umweltauswirkungen, Sozialstandards, Transparenz, Governance. Die Prüfung wird alle drei Jahre wiederholt. Tomorrow ist seit 2020 zertifiziert.
6 Monate später: Mein ehrliches Fazit
Ich zahle jetzt seit sechs Monaten 8 Euro im Monat für mein Konto. Das sind 48 Euro, die ich bei N26 nicht ausgegeben hätte. Auf ein Jahr gerechnet werden es 96 Euro sein.
Dafür bekomme ich etwas, das mir bei N26 gefehlt hat: Ich weiß, was mit meinem Geld passiert. Im Impact-Dashboard sehe ich, dass meine Einlagen anteilig in Sozialanleihen für nachhaltiges Wohnen fließen. Ich sehe das Spekboom-Projekt in Südafrika, bei dem bis Ende 2025 über 180.000 einheimische Pflanzen auf einer Fläche von 760.000 Quadratmetern finanziert wurden. Das ist greifbar. Das ist nicht „irgendwas mit Nachhaltigkeit“, sondern eine Fläche, die ich auf einer Karte anschauen kann.
Jährliche Mehrkosten gegenüber N26 Standard (0 €)
Quelle: Tomorrow Change-Plan: 8 €/Monat
Was mich stört: Die Bargeldversorgung ist mäßig. Fünf kostenlose Abhebungen pro Monat beim Change-Plan. Danach zahle ich 3 Euro pro Abhebung. Für jemanden, der regelmäßig bar zahlt, wäre das ein Problem. Ich zahle fast alles mit Karte, aber es gibt Situationen, Flohmarkt, Schulkiosk, in denen ich bar zahlen muss. Da nervt die Einschränkung.
Der Kundenservice ist klein und manchmal langsam. Ich habe einmal drei Tage auf eine Chat-Antwort gewartet. Bei N26 ging das schneller. Und die App hat keine Echtzeit-Benachrichtigungen bei Abbuchungen, das finde ich schade. Aber beides sind für mich keine Gründe zu wechseln.
Die Einlagensicherung liegt bei Tomorrow über die Partnerbank Solaris SE bei 100.000 Euro, also auf dem gleichen Niveau wie bei N26 oder jeder anderen deutschen Bank. Das war mir wichtig.
Vorteile
- B-Corp-zertifiziert: unabhängig geprüfte Nachhaltigkeit, nicht nur Selbstlabel
- Impact-Dashboard zeigt konkret, wohin Einlagen fließen (Sozialanleihen, Aufforstung, erneuerbare Energie)
- Einlagensicherung bis 100.000 € über Partnerbank Solaris SE (deutsches Einlagensicherungssystem)
- Keine Auslandsgebühren bei Kartenzahlung
- Karte aus recyceltem Material (Holzkarte beim Zero-Plan)
Nachteile
- 8 €/Monat beim Change-Plan (96 €/Jahr Mehrkosten vs. kostenloses N26-Konto)
- Nur 5 kostenlose Bargeldabhebungen pro Monat, danach 3 € pro Abhebung
- App schlichter als N26, weniger Funktionen (keine Spaces, kein Krypto, kein Splitting)
- Kundenservice manchmal langsam (Chat, keine Telefon-Hotline)
- Keine Echtzeit-Push-Benachrichtigungen bei Kontobewegungen
Was ich jedem rate, der wissen will, was sein Geld finanziert
Wenn du zufrieden bist mit deiner Bank und dir Nachhaltigkeit egal ist, bleib wo du bist. Ich meine das ernst. Tomorrow ist kein Konto für Leute, die sparen wollen. Es ist ein Konto für Leute, denen es nicht egal ist.
Der erste Schritt kostet nichts: Frag deine Bank, wohin deine Einlagen fließen. Wenn die Antwort vage bleibt oder ausweicht, weißt du genug. Im Neobank-Vergleich findest du eine Übersicht, welche Banken transparent sind und welche nicht.
Und wenn du wechselst: Rechne vorher ehrlich durch, was es kostet. Bei mir sind es 96 Euro im Jahr. Das ist ein Restaurantbesuch, ein halber Pulli, oder eben die Finanzierung von Solarprojekten statt fossiler Energie. Ich weiß, wofür ich mich entschieden habe.
Fazit: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse
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Nachhaltig banken kostet Geld. Bei Tomorrow sind es 48 bis 204 Euro im Jahr, je nach Plan. Das muss man wollen und sich leisten können
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Der Unterschied zu anderen Neobanken liegt nicht in den Features, sondern in der Transparenz: Ein Impact-Dashboard zeigt, wohin das Geld fließt
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Wer bereits digital bezahlt und keine Filiale braucht, verliert funktional wenig. Die App ist schlichter als N26, aber für den Alltag reicht sie
* Leonie hat uns ihren Erfahrungsbericht zugesandt und uns erlaubt, ihn zu veröffentlichen, unter der Bedingung, dass sie anonym bleibt. Name und einige persönliche Details wurden geändert.
Quellen
- Tomorrow Kontomodelle und Preise (Stand: März 2026) — tomorrow.one
- Tomorrow Impact Update Q2 2025 — tomorrow.one/magazin
- B-Corp-Zertifizierung: Was ist das? — bcorporation.net
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