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Mann hält Smartphone mit bunten Sub-Konto-Kacheln einer Banking-App, Partnerin zeigt auf Rechnungen im Hintergrund
Lesererfahrung

Drei Konten, null Überblick — bis wir alles in einer App zusammengelegt haben

· Tobias Rehermann · 7 Min. Lesezeit

Hinweis: Eingesandter Erfahrungsbericht

Diesen Erfahrungsbericht haben wir von einem Leser zugesandt bekommen. Er spiegelt nicht zwingend unsere redaktionelle Meinung wider. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben. Die geschilderten Erlebnisse sind persönlicher Natur und nicht ohne Weiteres auf andere übertragbar.

Mann hält Smartphone mit bunten Sub-Konto-Kacheln einer Banking-App, Partnerin zeigt auf Rechnungen im Hintergrund

Das Wichtigste in Kürze

  • Wir hatten drei Konten bei der Volksbank: zwei Einzelkonten und ein Gemeinschaftskonto. Keiner von uns wusste, welche Rechnung von welchem Konto abging
  • Mit bunq haben wir alles in einer App zusammengelegt. Gemeinsame Kosten, eigene Ausgaben und Rücklagen laufen über Sub-Konten mit eigenen IBANs
  • Wir sparen rund 180 Euro im Jahr (Gebühren plus Sparzinsen) und haben seitdem keinen einzigen Streit mehr über Geld gehabt

Streit am Küchentisch wegen 127 Euro

Es war ein Dienstagabend im Oktober, und Marc stand mit dem Handy in der Hand in der Küche. „Die Stromrechnung ist zurückgekommen. Kontodeckung nicht ausreichend.“ Ich schaute ihn an. „Welches Konto?“ Er wusste es nicht. Ich auch nicht.

So sah unser System aus: Marc hatte ein Einzelkonto bei der Volksbank, ich hatte eins, und gemeinsam hatten wir noch das Gemeinschaftskonto. Miete ging vom Gemeinschaftskonto ab, meistens jedenfalls. Strom sollte eigentlich auch, aber irgendwann hatte Marc die Lastschrift auf sein Konto umgeleitet, weil „es einfacher war“. Die Kfz-Versicherung lief über mein Konto. Das Netflix-Abo über seins. Oder meins. Wir wussten es beide nicht mehr.

Die 127 Euro Stromrechnung waren nicht das Problem. Das Problem war, dass wir beide gut verdienten, zusammen über 5.000 Euro netto, und trotzdem regelmäßig überrascht waren, wenn eine Rechnung nicht gedeckt war. Drei Konten, drei Apps, drei Kontoführungsgebühren à knapp 5 Euro pro Monat. Null Überblick.

180 €

Kontoführungsgebühren pro Jahr für drei Volksbank-Konten

Quelle: Eigene Berechnung, Basis: 3 × ca. 5 €/Monat

Der Moment, in dem ich genug hatte

Am Wochenende danach saßen wir mit Freunden zusammen. Ich erzählte die Strom-Geschichte, weil ich darüber lachen wollte. Unsere Freundin Carla lachte nicht. Sie sagte: „Ihr braucht Sub-Konten.“

Carla und ihr Freund hatten seit einem Jahr ein gemeinsames bunq-Konto. Sie zeigte uns ihre App: Acht Sub-Konten, jedes mit eigener IBAN. Miete, Strom, Lebensmittel, Urlaub, Rücklagen, sein Taschengeld, ihr Taschengeld, eins für Unvorhergesehenes. Das Gehalt ging jeden Monat aufs Hauptkonto und wurde automatisch verteilt. Sie öffnete das „Strom“-Konto, und exakt der Betrag für die nächste Abbuchung war reserviert.

In dem Moment war ich neidisch. Nicht auf das Geld, sondern auf die Ordnung. Wir hatten drei Konten und Chaos. Carla hatte ein Konto und Klarheit.

Am gleichen Abend habe ich mir die bunq-Preisseite angeschaut. Der Pro-Plan kostet 9,99 Euro im Monat und bietet bis zu 25 Sub-Konten, jedes mit eigener deutscher IBAN. Für uns als Paar hieß das: ein Konto statt drei, alle Finanzen an einem Ort.

Der Wechsel: Drei Konten raus, eins rein

Marc war skeptisch. „Was ist mit Bargeld?“ Und: „Gibt es überhaupt eine Girocard?“ Die ehrliche Antwort: Nein. bunq bietet keine Girocard, nur Mastercard. Am Automaten kostet jede Abhebung 0,99 Euro, beim Pro-Plan sind die ersten sechs im Monat kostenlos. Für Leute, die viel bar zahlen, wäre das ein Problem. Wir zahlen fast alles mit Karte oder Handy, für uns war es keins.

Die Kontoeröffnung dauerte zehn Minuten. VideoIdent per Handy, beide Partner verifiziert. Ich habe das Konto als Gemeinschaftskonto eingerichtet. Das geht bei bunq ab dem Pro-Plan direkt in der App. Kein Filialtermin, keine Unterschriften auf Papier.

Dann kam der Teil, vor dem ich mich gefürchtet hatte: Lastschriften umstellen. Ich habe einen Samstagnachmittag reserviert und eine Liste gemacht. Miete, Strom, Internet, Versicherungen, Streaming, Fitnessstudio. Insgesamt 14 Posten. Für jeden habe ich die neue IBAN des passenden Sub-Kontos hinterlegt. Strom geht jetzt vom „Strom“-Sub-Konto ab, Miete vom „Miete“-Sub-Konto. Kein Raten mehr.

Die drei Volksbank-Konten habe ich noch zwei Monate parallel laufen lassen, falls eine Lastschrift hängen bleibt. Eine tat es: Die Kfz-Versicherung hatte die IBAN-Änderung nicht rechtzeitig verarbeitet. Ein Anruf, erledigt. Danach habe ich alle drei Konten gekündigt.

Kontowechsel-Tipp: Das Zahlungskontengesetz gibt dir das Recht auf einen gesetzlich geregelten Kontowechselservice. Dein neues Kreditinstitut muss deine bisherigen Zahlungspartner über die neue IBAN informieren. Trotzdem läuft es in der Praxis besser, wenn du selbst eine Liste führst und kritische Lastschriften manuell umstellst.

6 Monate später: Mein ehrliches Fazit

Wir haben jetzt seit sechs Monaten nur noch ein Konto. Kein einziger Streit über Geld seitdem. Das liegt nicht daran, dass bunq besonders toll ist. Es liegt daran, dass wir zum ersten Mal wissen, wo jeder Euro hingeht. Wenn Marc morgens einen Kaffee kauft, sehe ich das in der App. Wenn ich Lebensmittel einkaufe, wird der Betrag vom „Lebensmittel“-Sub-Konto abgezogen. Niemand muss den anderen fragen: „Hast du die Rechnung bezahlt?“

Die Zahlen: Drei Volksbank-Konten haben uns rund 15 Euro im Monat gekostet, Kontoführung plus Kartengebühren. Das bunq-Pro-Abo kostet 9,99 Euro. Wir sparen knapp 60 Euro im Jahr an reinen Gebühren. Dazu kommen die Sparzinsen: bunq zahlt 1,51 Prozent auf Guthaben, die Volksbank zahlte null. Unser Notgroschen von 8.000 Euro bringt jetzt gut 120 Euro im Jahr. Zusammengerechnet sind wir bei rund 180 Euro Vorteil pro Jahr.

~180 €

Jährlicher Vorteil durch den Wechsel (Gebühren + Sparzinsen)

Quelle: Eigene Berechnung

Was nervt: Die Mastercard wird nicht überall akzeptiert, wo eine Girocard durchgeht. Beim Bäcker um die Ecke musste ich zweimal bar zahlen. Es kommt selten vor, aber es kommt vor. Der Kundenservice läuft über Chat, kein Telefon, keine Filiale. Bisher hatten wir kein echtes Problem, aber wenn mal etwas Dringendes wäre, fehlt mir die direkte Leitung. Und bunq sitzt in den Niederlanden, nicht in Deutschland. Das Geld ist über die niederländische Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt, genauso hoch wie in Deutschland. Aber manche fühlen sich damit unwohl.


Vorteile

  • Bis zu 25 Sub-Konten mit eigener IBAN — echte Struktur für gemeinsame Finanzen
  • Gemeinschaftskonto direkt in der App einrichtbar (ab Pro-Plan)
  • 1,51 % Sparzinsen auf Guthaben (wöchentliche Auszahlung)
  • Apple Pay und Google Pay bei allen Plänen inklusive
  • Echtzeit-Benachrichtigungen bei jeder Transaktion

Nachteile

  • Keine Girocard — nicht überall akzeptiert (Bäcker, Parkhaus, manche Ärzte)
  • Bargeldabhebung kostet 0,99 € pro Vorgang (6 kostenlos im Pro-Plan)
  • Kundenservice nur per Chat, keine Telefon-Hotline
  • Sitz in den Niederlanden (NL-Einlagensicherung statt DE)

Was ich jedem Paar rate, das noch drei Konten bei der Filialbank hat

Setzt euch zusammen und rechnet aus, was eure Konten wirklich kosten. Nicht nur die Kontoführung, auch Karten, entgangene Zinsen, den mentalen Aufwand für die Koordination. Bei uns waren es 180 Euro pro Jahr für ein System, das nicht funktioniert hat.

Dann fragt euch ehrlich: Brauchen wir wirklich drei separate Konten? Oder reicht ein Konto mit Struktur? Im Neobank-Vergleich siehst du, welche Anbieter Sub-Konten bieten. bunq ist nicht die einzige Option, aber die mit den meisten. N26 hat Spaces, Vivid Money hat Pockets. Wer unsicher ist, welches Konto zu den eigenen Gewohnheiten passt, kann den Bank-Finder ausprobieren.

Ein Tipp aus unserer Erfahrung: Macht die Lastschrift-Umstellung gemeinsam an einem Nachmittag. Nicht über Wochen verteilt. Eine Liste, ein Durchgang, fertig. Und lasst das alte Konto mindestens sechs Wochen offen als Sicherheitsnetz.

Fazit: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse

  • Drei getrennte Konten bei der Filialbank kosten nicht nur Gebühren, sondern auch Nerven. Ein Sub-Konten-System bringt Struktur ohne Mehraufwand
  • Der Wechsel selbst dauert einen Nachmittag plus zwei Monate Sicherheitspuffer für alte Lastschriften
  • Die Ersparnis von rund 180 Euro pro Jahr ist nett, aber der eigentliche Gewinn ist der Überblick. Und weniger Streit

* Julia hat uns ihren Erfahrungsbericht zugesandt und uns erlaubt, ihn zu veröffentlichen, unter der Bedingung, dass sie anonym bleibt. Name und einige persönliche Details wurden geändert.

Quellen

  1. bunq Preise und Kontomodelle (Stand: März 2026) — bunq.com/de/preise
  2. Volksbank Kontoführungsgebühren (Übersicht) — vr.de
  3. Zahlungskontengesetz (ZKG) — Kontowechselhilfe — bafin.de

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