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Trade Republic Steuern: Was du wirklich wissen musst
Ratgeber

Trade Republic Steuern: Was du wirklich wissen musst

· Christian Jansen · 9 Min. Lesezeit
zu Trade Republic

Das Wichtigste in Kürze

Kurz und knapp:

  • Trade Republic führt die Abgeltungssteuer auf Aktien, ETFs und Zinsen automatisch ab — du musst in der Regel nichts tun
  • Freistellungsauftrag einrichten spart dir bis zu 264 EUR Steuern pro Jahr (1.000 EUR Freibetrag)
  • Krypto-Gewinne sind die große Ausnahme: Hier führt Trade Republic keine Steuer ab, du musst selbst deklarieren

Wichtig zu wissen:

  • Im Januar bucht Trade Republic die Vorabpauschale auf ETFs ab — halt etwas Cash bereit
  • Vergessener Freistellungsauftrag? Kein Drama, aber du holst dir das Geld nur über die Steuererklärung zurück

Muss ich Trade Republic in der Steuererklärung angeben?

Die kurze Antwort: meistens nicht. Trade Republic ist eine deutsche Vollbank mit BaFin-Lizenz und führt die Abgeltungssteuer automatisch an dein Finanzamt ab. Du bekommst deine Dividenden, Zinsen und Kursgewinne bereits netto ausgezahlt.

Es gibt allerdings Situationen, in denen die Steuererklärung trotzdem sinnvoll oder sogar Pflicht ist:

  • Freistellungsauftrag vergessen: Du hast zu viel Steuer gezahlt und willst sie zurück
  • Günstigerprüfung: Dein persönlicher Steuersatz liegt unter 25% (Studenten, Rentner, Geringverdiener)
  • Verluste bei anderen Brokern: Du willst Verluste von Scalable Capital mit Gewinnen bei Trade Republic verrechnen
  • Krypto verkauft: Gewinne aus Bitcoin & Co. musst du immer selbst angeben (Anlage SO)
  • Kirchensteuer-Sperrvermerk: Hast du dem BZSt die Weitergabe deiner Konfession untersagt, musst du die Kirchensteuer selbst erklären

Wenn keiner dieser Punkte auf dich zutrifft, kannst du die Anlage KAP getrost weglassen.

So funktioniert die automatische Steuerabführung

Trade Republic behält bei jedem steuerpflichtigen Vorgang automatisch ein:

  • 25% Abgeltungssteuer
  • 5,5% Solidaritätszuschlag (auf die Steuer, nicht auf den Gewinn)
  • Ggf. 8% oder 9% Kirchensteuer (je nach Bundesland)

In Summe landen effektiv 26,375% beim Finanzamt — oder knapp 28% mit Kirchensteuer.

Das gilt für Kursgewinne beim Verkauf von Aktien und ETFs, Dividenden, Ausschüttungen und die Zinsen auf dein Cash-Konto — und auch für Saveback-Erträge. Trade Republic rechnet auch den Sparerpauschbetrag automatisch gegen, sofern du einen Freistellungsauftrag hinterlegt hast.

Die große Ausnahme: Kryptowährungen. Bitcoin, Ethereum und alles andere im Krypto-Bereich fällt nicht unter die Abgeltungssteuer. Dazu weiter unten mehr.

Freistellungsauftrag einrichten: Schritt für Schritt

Der Sparerpauschbetrag liegt bei 1.000 EUR pro Person (2.000 EUR bei Zusammenveranlagung). Bis zu diesem Betrag bleiben deine Kapitalerträge steuerfrei. Ohne Freistellungsauftrag zahlt Trade Republic trotzdem Steuern auf den ersten Euro — und du musst dir das Geld über die Steuererklärung zurückholen.

Bei unserem Test haben wir den Freistellungsauftrag erst nach der ersten Zinsgutschrift eingerichtet. Ergebnis: 4,38 EUR zu viel gezahlte Steuer, die wir uns über die Anlage KAP zurückgeholt haben. Kein riesiger Betrag — aber unnötiger Aufwand.

Freistellungsauftrag bei Trade Republic einrichten

3 Minuten 0 EUR
1

Profil öffnen

Tippe oben links auf dein Profil-Symbol und gehe zu Einstellungen → Steuern.
2

Steuerübersicht aufrufen

Tippe auf „Steuerübersicht“ — hier siehst du auch deinen aktuellen Verlusttopf und bereits gezahlte Steuern.
3

Freistellungsauftrag aktivieren

Tippe auf „Aktivieren“ und gib deine Steuer-ID ein, falls noch nicht hinterlegt.
4

Betrag festlegen

Gib den gewünschten Freibetrag ein (max. 1.000 EUR). Nutzt du noch andere Banken oder Broker, teile den Betrag entsprechend auf.

Tipp: Prüfe jeden Januar, ob dein Freistellungsauftrag noch passt. Hast du ein neues Tagesgeldkonto eröffnet oder einen Broker gewechselt, kann die Summe aller Aufträge schnell über 1.000 EUR rutschen — und das ist formal eine Ordnungswidrigkeit.

Jahressteuerbescheinigung finden und verstehen

Trade Republic stellt die Jahressteuerbescheinigung bis Ende Februar in der App bereit. Bei komplexeren Portfolios (z.B. mit REITs) kann es bis Ende März dauern.

Du findest sie unter Profil → Steuern als PDF-Download.

Das Dokument listet alles auf, was steuerlich relevant war:

  • Realisierte Kursgewinne und Verluste
  • Erhaltene Dividenden und Zinsen
  • Einbehaltene Steuern (Abgeltungssteuer, Soli, Kirchensteuer)
  • Genutzter Sparerpauschbetrag
  • Anrechenbare ausländische Quellensteuern

Wenn du die Steuererklärung machst, überträgst du die Zahlen aus dieser Bescheinigung in die Anlage KAP. Die meisten Steuer-Apps (WISO, Taxfix) haben dafür vorgefertigte Felder, in die du die Beträge 1:1 eintragen kannst.

Vorabpauschale bei ETFs: Was Trade Republic abbucht

Jeden Januar bucht Trade Republic einen kleinen Betrag von deinem Cash-Konto ab — die sogenannte Vorabpauschale. Das überrascht viele Nutzer, die zum ersten Mal ETFs halten.

Was ist die Vorabpauschale?

Der Staat will verhindern, dass du thesaurierende ETFs jahrzehntelang liegen lässt, ohne je Steuern zu zahlen. Die Vorabpauschale ist eine Art Mindestbesteuerung: Du zahlst jedes Jahr einen kleinen Vorschuss, der beim späteren Verkauf wieder angerechnet wird.

Wie wird sie berechnet?

Die Formel: Fondsbestand am 1. Januar x Basiszins x 0,7

Der Basiszins für 2026 liegt bei 3,20% (2025 waren es 2,53%). Bei einem ETF-Bestand von 10.000 EUR ergibt das:

10.000 EUR x 3,20% x 0,7 = 224 EUR Basisertrag

Davon gehen 26,375% Abgeltungssteuer ab = ca. 59 EUR. Bei 50.000 EUR ETF-Bestand wären es entsprechend rund 295 EUR.

Die Vorabpauschale wird zuerst gegen deinen Freistellungsauftrag verrechnet. Hast du noch Freibetrag übrig, zahlst du weniger oder gar nichts.

Was passiert ohne Cash auf dem Konto?

Trade Republic informiert dich vorher. Ist im Januar trotzdem kein Geld da, versucht Trade Republic mehrfach abzubuchen. Klappt das nicht, meldet Trade Republic die nicht einbehaltene Steuer an dein Finanzamt — und das schickt dir dann einen Steuerbescheid.

Die einfache Lösung: Halte immer etwas Cash bereit. Als Faustregel reichen 50-60 EUR pro 10.000 EUR ETF-Bestand. Wie du deinen ETF-Sparplan optimal einrichtest, zeigt unsere Sparplan-Anleitung.

Sonderfälle: Krypto, Verlustverrechnung, Kirchensteuer

Krypto: Du musst selbst ran

Das ist der Punkt, den viele Trade-Republic-Nutzer übersehen: Kryptowährungen fallen nicht unter die Abgeltungssteuer. Trade Republic führt hier keine Steuer automatisch ab.

Stattdessen gelten Krypto-Gewinne als private Veräußerungsgeschäfte (§23 EStG). Die Regeln:

  • Haltefrist 1 Jahr: Hältst du Bitcoin, Ethereum & Co. länger als 12 Monate, ist der Gewinn komplett steuerfrei
  • Freigrenze 1.000 EUR: Gewinne unter 1.000 EUR pro Jahr sind steuerfrei. Aber Achtung: Überschreitest du die Grenze auch nur um einen Euro, wird der gesamte Gewinn steuerpflichtig — nicht nur der Teil über 1.000 EUR
  • Steuersatz: Dein persönlicher Einkommensteuersatz (bis 45%), nicht die pauschalen 25%

Trade Republic stellt dir einen Krypto-Transaktionsbericht in der App bereit. Die Gewinne trägst du in der Anlage SO (sonstige Einkünfte) ein, nicht in der Anlage KAP.

Seit dem 1. Januar 2026 gilt die DAC-8-Richtlinie: Krypto-Plattformen wie Trade Republic melden alle Transaktionsdaten automatisch an die Steuerbehörden. Wer bisher gehofft hat, dass das Finanzamt von den Bitcoin-Trades nichts mitbekommt — die Zeiten sind vorbei.

Verlustverrechnung: Die zwei Töpfe

Trade Republic führt zwei getrennte Verlusttöpfe:

  • Aktien-Topf: Verluste aus Aktienverkäufen. Können nur mit Aktiengewinnen verrechnet werden.
  • Sonstige-Topf: Alles andere — ETF-Gewinne, Dividenden, Zinsen. Verluste hier lassen sich mit diesen Erträgen verrechnen.

Aktienverluste mit ETF-Gewinnen verrechnen? Geht leider nicht — so will es der Gesetzgeber.

Unverbrauchte Verluste überträgt Trade Republic automatisch ins nächste Jahr. Willst du Verluste von Trade Republic bei einem anderen Broker gegenrechnen, brauchst du eine Verlustbescheinigung. Die beantragst du in der App bis zum 15. Dezember des laufenden Jahres. Danach ist die Frist abgelaufen, ohne Ausnahme.

Kirchensteuer: Meistens automatisch

Trade Republic fragt deine Konfessionszugehörigkeit einmal jährlich beim Bundeszentralamt für Steuern ab (Stichtag: 31. August). Bist du Kirchenmitglied, wird die Kirchensteuer automatisch einbehalten: 8% in Bayern und Baden-Württemberg, 9% in allen anderen Bundesländern — jeweils auf die Abgeltungssteuer.

Falls du aus der Kirche ausgetreten bist: Es kann bis zu 16 Monate dauern, bis Trade Republic das mitbekommt. Zuviel gezahlte Kirchensteuer holst du dir über die Steuererklärung zurück.

Häufige Fragen

Für Aktien, ETFs, Fonds und Zinsen: ja. Trade Republic behält die Abgeltungssteuer (25% + Soli + ggf. Kirchensteuer) automatisch ein. Für Kryptowährungen gilt das nicht — hier musst du die Gewinne selbst in der Steuererklärung (Anlage SO) angeben.

Unter Profil → Steuern. Das PDF steht in der Regel bis Ende Februar bereit. Bei komplexeren Positionen (z.B. REITs) kann es bis Ende März dauern.

Die Vorabpauschale ist eine jährliche Mindeststeuer auf ETFs und Fonds. Sie wird im Januar vom Cash-Konto abgebucht und beim späteren Verkauf angerechnet. Für 2026 liegt der Basiszins bei 3,20%. Pro 10.000 EUR ETF-Bestand fallen ca. 59 EUR an — sofern dein Freistellungsauftrag bereits ausgeschöpft ist.

Trade Republic hat dann auf den ersten Euro Kapitalerträge Steuern einbehalten. Du bekommst das Geld über die Steuererklärung zurück: Anlage KAP ausfüllen und die Werte aus der Jahressteuerbescheinigung eintragen. Das Finanzamt erstattet den zu viel gezahlten Betrag.

Ja, wenn du innerhalb von 12 Monaten nach dem Kauf verkaufst und der Gewinn über 1.000 EUR liegt. Trade Republic führt bei Krypto keine Steuer ab — du bist für die Deklaration in der Anlage SO selbst verantwortlich. Seit 2026 meldet Trade Republic im Rahmen von DAC 8 alle Krypto-Transaktionen automatisch an die Steuerbehörden.

Ja, aber du brauchst dafür eine Verlustbescheinigung. Die beantragst du in der Trade Republic App über den Support-Chat — und zwar bis spätestens 15. Dezember des laufenden Jahres. Danach ist die Frist unwiderruflich abgelaufen. Die Bescheinigung erhältst du zusammen mit der Jahressteuerbescheinigung im ersten Quartal des Folgejahres.

Quellen und Transparenz

Für diesen Artikel haben wir folgende Quellen herangezogen:

Den vollständigen Trade Republic Test mit Score und Praxisbewertung findest du in unserem Trade Republic Testbericht.

Transparenzhinweis: Dieser Artikel wurde sorgfältig recherchiert und gibt den Stand Februar 2026 wieder. Wir sind keine Steuerberater — bei individuellen Fragen wende dich an einen Steuerberater oder dein Finanzamt. Unsere Bewertungsmethodik findest du hier.

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