Hinweis: Eingesandter Erfahrungsbericht
Diesen Erfahrungsbericht haben wir von einem Leser zugesandt bekommen. Er spiegelt nicht zwingend unsere redaktionelle Meinung wider. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben. Die geschilderten Erlebnisse sind persönlicher Natur und nicht ohne Weiteres auf andere übertragbar.
Das Wichtigste in Kürze
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Thomas*, 41, hat als IT-Berater drei Bankverbindungen gleichzeitig jongliert – Volksbank-Geschäftskonto für 12,90 €/Monat plus ein separates DWS-Depot mit hohen Ordergebühren
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Nach dem Wechsel zu Comdirect laufen Girokonto und Depot unter einem Login, die Orderkosten sind von 25 € auf unter 10 € gesunken
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Der Depotwechsel hat sechs Wochen gedauert, aber die jährliche Ersparnis liegt bei über 400 €
Steuererklärung mit drei Banken – der Moment, in dem mir schlecht wurde
Es war ein Sonntagabend im März, Steuererklärung. Mein Küchentisch sah aus wie ein Archiv: Kontoauszüge der Volksbank, Depotabrechnungen von der DWS, dazu noch ein altes Tagesgeldkonto bei einer dritten Bank, das ich seit Jahren vergessen hatte. Drei verschiedene Logins, drei verschiedene PDF-Formate, drei verschiedene Steuerbelege. Ich bin 41, selbstständig als IT-Berater, und eigentlich sollte ich mit Zahlen umgehen können. Aber an diesem Abend habe ich fast eine Stunde gebraucht, nur um die Kapitalerträge aus dem DWS-Depot den richtigen Buchungen zuzuordnen.
Mein Steuerberater hatte mich schon zweimal gefragt, ob ich nicht alles bei einer Bank bündeln könne. Ich hatte jedes Mal genickt und es dann vergessen. An diesem Abend habe ich zum ersten Mal eine Tabelle aufgemacht und zusammengerechnet, was mich der ganze Aufwand eigentlich kostet. Nicht nur an Gebühren, sondern an Zeit.
Der Moment, in dem ich genug hatte
Die Rechnung war ziemlich ernüchternd. Das Volksbank-Geschäftskonto kostete 12,90 Euro im Monat. 154,80 Euro im Jahr, allein für die Kontoführung. Dazu kamen einzelne Buchungsposten, die extra berechnet wurden. Das DWS-Depot lief separat, mit Ordergebühren von rund 25 Euro pro Trade. Ich kaufe keine Einzelaktien in rauen Mengen, aber vier bis fünf Mal im Jahr schichte ich um oder kaufe ETF-Anteile nach. Das waren nochmal 100 bis 125 Euro nur für Orders.
Jährliche Kontogebühren Volksbank-Geschäftskonto
Quelle: Kontoauszug Thomas
Und dann die Verwaltung: Zwei getrennte Systeme, die nichts voneinander wissen. Wenn ich im Depot eine Dividende bekam, musste ich sie manuell im Kopf dem Konto zuordnen. Es gab keinen gemeinsamen Überblick. Ein Kollege aus meinem Coworking-Space hat mich irgendwann gefragt, warum ich das alles nicht bei einem Anbieter mache. „Bei Comdirect hast du Konto und Depot zusammen“, sagte er. „Ein Login, fertig.“ Ich dachte erst, das klingt zu einfach. Aber er zeigte mir seine App, und tatsächlich sah er dort Kontostand und Depotentwicklung auf einer Seite.
Der Wechsel zu Comdirect: Konto schnell, Depot langsam
Die Kontoeröffnung bei Comdirect ging in einer halben Stunde. VideoIdent, Steuer-ID eingeben, fertig. Das Girokonto ist kostenlos, solange monatlich 700 Euro eingehen oder man mindestens einen Sparplan im Depot ausführt. Als Selbstständiger mit regelmäßigen Honorareingängen war das kein Thema.
Das Depot habe ich direkt mitbeantragt. Die ersten drei Jahre keine Depotgebühren, danach bleibt es kostenlos, wenn man ein Girokonto bei Comdirect hat oder mindestens zwei Trades im Quartal macht. Die Ordergebühren liegen bei 4,90 Euro Grundgebühr plus 0,25 Prozent vom Ordervolumen, mindestens 9,90 Euro. Im Vergleich zu den 25 Euro bei der DWS ist das ein deutlicher Unterschied.
Der Depotwechsel selbst war der langsamere Teil. Ich habe den Übertrag online beantragt, Comdirect stellt dafür ein Formular bereit. Trotzdem hat es gut sechs Wochen gedauert, bis alle Positionen übertragen waren. In der Zwischenzeit konnte ich die betroffenen Wertpapiere weder kaufen noch verkaufen. Das war nervig, aber absehbar. Mein Tipp: nicht während einer volatilen Marktphase wechseln.
Dauer des Depotübertrags von DWS zu Comdirect
Quelle: Erfahrungswert Thomas
Die Daueraufträge vom Volksbank-Konto habe ich manuell umgestellt. Strom, Versicherungen, Hosting-Kosten für meine Kundenserver. Das hat einen Nachmittag gekostet. Die Volksbank habe ich danach noch zwei Monate parallel laufen lassen, bis wirklich jede Lastschrift umgezogen war.
6 Monate später: Ein Login für alles
Was sich tatsächlich verändert hat, ist die Übersicht. Ich öffne morgens die Comdirect-App und sehe Kontostand und Depotwert nebeneinander. Wenn eine Dividende reinkommt, taucht sie direkt auf dem Verrechnungskonto auf. Kein Wechsel zwischen Apps, kein separates Login beim DWS-Portal. Für die nächste Steuererklärung bekomme ich alles aus einer Quelle.
Die Orderkosten sind deutlich gesunken. Statt 25 Euro pro Trade zahle ich jetzt zwischen 9,90 und knapp 15 Euro, je nach Volumen. Bei fünf Trades im Jahr spart das 50 bis 75 Euro. Dazu kommen die 154 Euro Kontogebühren, die komplett wegfallen. In Summe spare ich rund 200 bis 230 Euro pro Jahr. Kein Vermögen, aber auch kein Kleingeld.
Vorteile
- Girokonto und Depot unter einem Dach, ein Login für alles
- Ordergebühren ab 9,90 € statt 25 € pro Trade (DWS)
- Keine Kontogebühren bei 700 € Geldeingang oder aktivem Sparplan
- ETF-Sparpläne ab 1 € Sparrate, 1,5 % Ausführungsgebühr (viele Aktions-ETFs kostenlos)
- Kostenlose Visa-Debitkarte, Apple Pay und Google Pay
Nachteile
- Ordergebühren höher als bei reinen Neobrokern wie Scalable Capital oder justTRADE
- Depotwechsel dauerte sechs Wochen, in der Zeit kein Handel möglich
- Girocard kostet 1 Euro pro Monat extra
- Kostenlose Bargeldabhebung nur 3x im Monat, danach 4,90 € pro Abhebung
Was mich stört: Die Ordergebühren sind zwar niedriger als bei der DWS, aber im Vergleich zu den günstigen Neobrokern trotzdem kein Schnäppchen. Bei Scalable Capital oder Trade Republic wären die Trades teilweise kostenlos. Dafür wollte ich Konto und Depot wirklich unter einem Dach haben, und genau das liefert Comdirect. Bei den Neobrokern hätte ich wieder zwei separate Anbieter gehabt.
Sparpläne habe ich inzwischen auch eingerichtet. Zwei ETF-Sparpläne auf MSCI World und einen Emerging-Markets-ETF, zusammen 350 Euro im Monat. Die reguläre Gebühr liegt bei 1,5 Prozent pro Ausführung, also 5,25 Euro. Es gibt allerdings über 500 Aktions-ETFs, die kostenlos bespart werden können. Mein MSCI-World-ETF war dabei, der EM-ETF nicht. Trotzdem deutlich günstiger als die alten DWS-Fonds mit ihrem Ausgabeaufschlag von teilweise 5 Prozent.
Was ich jedem rate, der Konto und Depot bei verschiedenen Banken hat
Wenn du deine Finanzen auf drei oder mehr Anbieter verteilt hast, rechne einmal ehrlich zusammen, was dich das im Jahr kostet. Nicht nur die Kontogebühren, sondern auch die Ordergebühren und die Zeit für Verwaltung und Steuererklärung. Bei mir waren es über 400 Euro plus etliche Stunden Aufwand.
Comdirect ist kein günstiger Neobroker. Wer nur ein Depot will und auf ein Girokonto verzichten kann, fährt mit spezialisierten Online-Brokern günstiger. Aber wenn du wie ich Konto und Depot kombinieren willst, ist Comdirect eine solide Wahl. Ein Login, eine App, eine Steuerbescheinigung am Jahresende.
Mein konkreter Tipp: Mach den Depotwechsel nicht unter Zeitdruck. Rechne mit sechs bis acht Wochen und lass das alte Konto parallel laufen.
Fazit: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse
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Konto und Depot bei einem Anbieter zu bündeln spart nicht nur Gebühren, sondern vor allem Verwaltungsaufwand bei der Steuererklärung
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Der Depotwechsel dauert mehrere Wochen – planen und altes Konto parallel offenhalten
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Comdirect liegt preislich zwischen teurer Filialbank und günstigem Neobroker, punktet aber mit der Kombination aus Konto und Depot
* Thomas hat uns seinen Erfahrungsbericht zugesandt und uns erlaubt, ihn zu veröffentlichen, unter der Bedingung, dass er anonym bleibt. Name und einige persönliche Details wurden geändert.
Quellen
- Comdirect Girokonto Konditionen: comdirect.de/konto/girokonto
- Comdirect Depot Gebühren: comdirect.de/depot
- Finanzwissen Comdirect Depot Kosten: finanzwissen.de
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