Inhaltsverzeichnis
Das Wichtigste in Kürze
Top-Vorteile:
- Echte Bankdaten in 24 Währungen — du bekommst lokale Kontonummern (z.B. DE-IBAN, US-Routing-Number), mit denen du Geld empfangen kannst, als hättest du ein lokales Konto
- Gebührentransparenz, die ihresgleichen sucht: Der Rechner zeigt vor jeder Überweisung den exakten Preis. Kein Kleingedrucktes, kein FX-Aufschlag
- Kontoführung kostet nichts, digitale Karte kostet nichts (physische Karte: 7 EUR einmalig), Mindestumsatz gibt es nicht. Du zahlst nur, wenn du tatsächlich Geld umtauschst
Ehrliche Nachteile:
- Kein Bankstatus: Wise ist in der EU ein Zahlungsinstitut (kein Bankstatus). Dein Geld ist nicht durch die klassische Einlagensicherung bis 100.000 EUR geschützt
- Kontosperrungen ohne Vorwarnung: 2024/25 hat Wise massenhaft Konten eingefroren, weil die belgische Aufsicht (NBB) Nachweise gefordert hat. Manche Nutzer kamen wochenlang nicht an ihr Geld
Perfekt für dich, wenn du regelmäßig in mehreren Währungen arbeitest, reist oder Geld ins Ausland schickst. Und keine Lust mehr hast, bei jeder Transaktion von deiner Hausbank abgezockt zu werden.
Nicht ideal, wenn du ein vollwertiges Hauptkonto mit Dispo, Lastschrift und 100.000 EUR Einlagensicherung brauchst.
Unser Urteil in einem Satz: Wise ist das beste Multi-Währungs-Konto auf dem Markt, solange du verstehst, dass es kein Ersatz für dein Girokonto bei der Sparkasse ist. Ergänzung ja, Ersatz nein.
Wise Kosten und Gebühren
Wise verdient kein Geld mit Kontogebühren oder Kartenpreisen, sondern ausschließlich an den Umrechnungsgebühren bei Währungstransfers. Du zahlst also nur, wenn du den Dienst tatsächlich nutzt. Das klingt erstmal zu gut, also schauen wir uns die Details an.
Wise Gebührenübersicht Wise
Stand: Februar 2026
Keine monatliche Grundgebühr
Einmalige Bestellgebühr für physische Karte; digitale Karte kostenlos
Keine Gebühren bei Zahlung in Kontowährung
Umrechnung zum echten Devisenmittelkurs; Satz je nach Währungspaar (0,35 %–2 %)
Variabel je nach Währungspaar, transparent angezeigt
Eigene DE-IBAN für eingehende Überweisungen
Bis 200 € frei, danach 1,75 % + 0,50 € pro Abhebung
46 Währungen, eigene Bankdaten in 24 Währungen
Zinsen auf EUR-, GBP- und USD-Guthaben über Geldmarktfonds (Jahresgebühr 0,19–0,29 %)
Bei Verlust oder Beschädigung; abgelaufene Karte wird kostenlos ersetzt
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Was kostet Wise wirklich? 3 Szenarien
Gelegentlicher Reisender
reisender
ca. 2,50 EUR/Monat
Gesamt
Digitaler Nomade / Freelancer
freelancer
ca. 18 EUR/Monat
Gesamt
Internationales Kleinunternehmen
freelancer
ca. 85 EUR/Monat
Gesamt
Achtung: Kosten, die du kennen solltest
Wise ist günstig, aber nicht kostenlos. An ein paar Stellen lauern Gebühren, die du kennen solltest:
- Bargeldabhebungen ab der 3. Nutzung: Die ersten 200 EUR pro Monat (max. 2 Abhebungen) sind frei. Danach zahlst du 1,75 % + 0,50 EUR pro Abhebung. Wer regelmäßig Bargeld braucht, zahlt hier drauf.
- Umrechnungsgebühren variieren stark: EUR→GBP kostet nur 0,35 %, aber exotische Währungen wie BRL oder NGN können 1,5 % und mehr kosten. Immer vorher den Rechner checken.
- Ersatzkarte: 4 EUR. Karte verloren? Nicht dramatisch, aber auch nicht kostenlos.
- Garantierte Kurse haben ein Zeitfenster: Der angezeigte Kurs ist nur für eine begrenzte Zeit gültig. Wer zu langsam überweist, zahlt möglicherweise einen anderen Kurs.
Trotzdem: Verglichen mit den typischen 1,5–3 % FX-Aufschlag bei Sparkassen und Volksbanken ist Wise in fast jedem Szenario günstiger. Bei einer Auslandsüberweisung von 5.000 EUR sparst du gegenüber einer klassischen Bank schnell 50 bis 150 EUR. Pro Transaktion wohlgemerkt.
Auch gegenüber anderen Fintechs schlägt sich Wise gut. Revolut bietet in der kostenlosen Version nur ein begrenztes FX-Volumen pro Monat und schlägt danach 1 % auf. N26 nutzt für Auslandsüberweisungen ebenfalls Wise im Hintergrund, reicht die Wise-Gebühren ohne eigenen Aufschlag weiter. Wer viel international überweist, spart mit einem eigenen Wise-Konto also auch gegenüber der Neobank-Konkurrenz.
Wise Kontomodelle im Vergleich
Personal
- Multi-Währungs-Konto (46 Währungen)
- Eigene Bankdaten in 24 Währungen
- Wise Debit Mastercard
- 200 EUR/Monat kostenlos am ATM
- Zinsanlagen auf EUR, GBP, USD
- Echtzeit-Benachrichtigungen
Business
- Alles aus Personal
- Batch-Zahlungen (bis 1.000 Empfänger)
- Multi-User-Zugang mit Rollen
- API-Zugang für Buchhaltung
- Geschäfts-Debitkarten für Teams
- Kartenzahlungen akzeptieren (Visa, MC)
- Rechnungserstellung
Beide Konten kosten keine monatliche Grundgebühr. Das Business-Konto richtet sich an Selbstständige und Unternehmen, die Zahlungen empfangen, Team-Karten ausgeben oder ihre Buchhaltung per API anbinden wollen. Für die meisten Privatnutzer reicht das Personal-Konto.
Interessant: Anders als bei Revolut (wo Premium-Features nur mit Abo kommen) gibt es bei Wise kein Tier-System. Alle Features sind für alle verfügbar. Du zahlst nicht für Zugang, sondern nur für Nutzung. Das ist ein ehrlicheres Modell als die „Freemium-Falle“, bei der kostenlose Tarife künstlich beschnitten werden.
Kernfeatures und Funktionen
1. Multi-Währungs-Konto mit echten lokalen Bankdaten
Hier unterscheidet sich Wise von jeder anderen Neobank: Du bekommst nicht einfach nur ein Konto in verschiedenen Währungen, sondern echte lokale Bankverbindungen. Eine DE-IBAN für Euro, eine US-Routing-Number für Dollar, eine UK-Sort-Code für Pfund, insgesamt in 23 Währungen. Wenn dir jemand aus den USA Geld schickt, landet es ohne internationale Überweisungsgebühren direkt auf deinem Wise-Konto. Wer Freelancer mit internationalen Kunden ist, merkt den Unterschied sofort. Ein US-Kunde überweist auf deine US-Kontonummer, das Geld ist in Minuten da, und du wechselst es zu 0,47 % in Euro. Bei einer normalen SWIFT-Überweisung über deine Hausbank wären dafür leicht 25–45 EUR fällig gewesen, plus ein versteckter Kursaufschlag.
2. Echter Devisenmittelkurs (Mid-Market Rate)
Sparkassen, Volksbanken und selbst Neobanken wie N26 packen einen Aufschlag auf den Wechselkurs, oft 1,5–3 %. Wise macht das nicht. Stattdessen bekommst du den echten Devisenmittelkurs, denselben Kurs, den du bei Google oder Reuters siehst. Die Umrechnungsgebühr wird separat ausgewiesen (ab 0,35 %) und du siehst vor jeder Transaktion exakt, was du bezahlst.
3. Wise Debit Mastercard
Die Karte funktioniert in 160 Ländern und bezahlt automatisch in der Landeswährung, vorausgesetzt, du hast Guthaben in dieser Währung. Falls nicht, rechnet Wise zum Devisenmittelkurs um, mit der üblichen kleinen Gebühr. Zwei Bargeldabhebungen pro Monat (bis 200 EUR) sind kostenlos. Apple Pay und Google Pay funktionieren. Wichtig: Die Karte ist keine Kreditkarte. Ausgaben werden sofort vom Guthaben abgezogen.
Im Alltag fällt auf, wie unkompliziert das Ganze ist: In Thailand in Baht bezahlen, in den USA in Dollar tanken, in Großbritannien in Pfund einkaufen. Jedes Mal zum echten Wechselkurs. Wer das mit der Sparkassen-Karte gemacht hat und dann den Kontoauszug gesehen hat, weiß, wovon wir reden.
4. Zinsanlagen (Assets)
Wise zahlt mittlerweile Zinsen auf EUR-, GBP- und USD-Guthaben. Aktuell zwischen 3 und 5 % p.a. für GBP und USD, für EUR deutlich weniger. Klingt gut, aber hier muss man genau hinschauen: Es handelt sich nicht um ein klassisches Sparkonto mit Einlagensicherung, sondern um Geldmarktfonds. Dein Geld ist investiert, nicht gesichert. Zum kurzfristigen Parken von Guthaben brauchbar, aber kein Ersatz für ein Tagesgeldkonto bei einer deutschen Bank.
5. Echtzeit-Überweisungen und Tracking
Jede Überweisung lässt sich in Echtzeit verfolgen, von der Abbuchung bis zur Gutschrift beim Empfänger. In gängigen Währungen (EUR, GBP, USD) ist das Geld oft in Minuten da, manchmal in wenigen Stunden. Wer bisher 2–5 Werktage auf internationale Überweisungen seiner Bank gewartet hat, wird den Unterschied spüren.
6. Business-API und Integrationen
Selbstständige und Unternehmen bekommen eine vollständige API: Zahlungen automatisieren, Kontostände abfragen, Buchhaltung anbinden. Xero und QuickBooks lassen sich direkt integrieren. Besonders praktisch: Batch-Zahlungen an bis zu 1.000 Empfänger gleichzeitig. Wer ein internationales Team bezahlt, spart sich damit viel manuellen Aufwand.
7. Spardosen und Budgetierung
Mit den digitalen Spardosen (Jars) legst du Geld für bestimmte Ziele zur Seite. Automatische Einzahlungen und Sparziele lassen sich einrichten. Ehrlich gesagt: Verglichen mit den Spaces bei N26 oder den Vaults bei Revolut ist das nichts Besonderes. Solide Grundfunktion, aber kein Grund, deshalb zu Wise zu wechseln.
8. Was ist neu 2025/2026?
In den letzten Monaten hat Wise die Zinsanlagen auf weitere Währungen ausgeweitet und die App schneller gemacht. Die Kartenbestellung geht jetzt in vielen Ländern schneller. Am interessantesten für Business-Nutzer: Wise akzeptiert jetzt auch eingehende Kartenzahlungen (Visa, Mastercard, Maestro). Damit können kleine Unternehmen und Freelancer Wise auch als Zahlungsempfänger nutzen.
Was noch fehlt und worauf viele warten: ein vollwertiger Lastschrifteinzug, Kreditrahmen und Gemeinschaftskonten. Ob und wann das kommt, ist unklar. Wise hat sich bisher darauf konzentriert, den Kern (Multi-Währung und FX-Transfers) zu perfektionieren, statt alles auf einmal zu können.
Für wen ist Wise geeignet?
Drei typische Wise-Nutzer
🌍 Die Freelancerin, die in Bali arbeitet und in Euro bezahlt wird: Lisa ist UX-Designerin, lebt seit zwei Jahren auf Bali und hat Kunden in Deutschland, den USA und Großbritannien. Mit Wise empfängt sie Dollar und Pfund auf lokalen Kontonummern, ohne dass ihre Kunden internationale Überweisungsgebühren zahlen müssen. Die Umrechnung nach Euro kostet sie 0,35–0,47 % statt der 2,5 % bei ihrer alten Sparkasse. Empfehlung: Personal-Konto.
💼 Der Berater, der zwischen Frankfurt und London pendelt: Thomas arbeitet für ein Beratungsunternehmen und ist jede Woche in einem anderen Land. Mit der Wise-Karte zahlt er in London in Pfund, in Zürich in Franken und in Warschau in Zloty — jedes Mal zum echten Devisenmittelkurs. Sein altes Kreditkarten-Setup hat ihn jeden Monat 30–50 EUR an versteckten FX-Gebühren gekostet. Empfehlung: Personal-Konto + Wise Debitkarte.
🏢 Die E-Commerce-Gründerin mit Kunden weltweit: Sarah verkauft Handmade-Schmuck über Etsy und ihren eigenen Shop. Kunden bezahlen in USD, GBP und EUR. Mit dem Wise Business-Konto hat sie lokale Bankdaten in allen drei Währungen, empfängt Zahlungen ohne Gebühren und überweist Lieferantenrechnungen nach Thailand zum Bruchteil der Kosten, die ihre ING verlangt hätte. Empfehlung: Business-Konto mit API-Anbindung.
Und wer passt nicht zu Wise? Wer ein klassisches Familienkonto braucht, auf das beide Partner zugreifen. Wer jeden Monat 1.000 EUR bar abheben muss. Wer einen Dispo für unvorhergesehene Ausgaben braucht. Wer nur innerhalb Deutschlands Geld bewegt und nie in Fremdwährungen denkt. Für all diese Fälle bringt Wise schlicht keinen Mehrwert.
Sicherheit und Regulierung
Bei Wise muss man genauer hinschauen als bei einer klassischen Bank. Die kurze Version: regulatorisch gut aufgestellt, aber mit einem großen Aber.
Wise ist in über 65 Ländern reguliert. In der EU beaufsichtigt die belgische Nationalbank (NBB) den Dienst als Zahlungsinstitut, per EU-Passporting gilt das auch in Deutschland. In Großbritannien ist die FCA zuständig. Seit Juli 2021 ist Wise an der Londoner Börse (LSE: WISE) notiert, mit den üblichen Transparenzpflichten einer börsennotierten Firma.
Jetzt zum wichtigsten Punkt: Wise ist keine Bank. Dein Geld ist nicht durch die europäische Einlagensicherung bis 100.000 EUR geschützt. Stattdessen setzt Wise auf „Safeguarding“: Kundengelder werden getrennt vom Firmenvermögen in regulierten Finanzinstituten verwahrt. Sollte Wise insolvent gehen, hast du einen Anspruch auf dein Geld, aber der Prozess wäre komplizierter und langwieriger als bei einer Bank mit klassischer Einlagensicherung. Wer mehr als 5.000 EUR bei Wise parkt, sollte sich das bewusst machen.
Technisch gibt es wenig zu beanstanden: 2FA per SMS oder App, biometrische Anmeldung, TLS-Verschlüsselung, automatisierte Betrugserkennung mit über 7 Millionen Checks täglich und ein Bug-Bounty-Programm.
Was uns mehr beschäftigt als die Technik: Ende 2024 hat die NBB Wise zu einem formellen Remediation-Plan verpflichtet. Adressnachweise fehlten im großen Stil. Die Folge waren massenhafte Aufforderungen an Kunden, innerhalb kurzer Fristen Dokumente nachzureichen. Wer das verpasste, bekam sein Konto gesperrt. Tausende Nutzer berichteten auf Trustpilot und in Foren, dass sie ohne Vorwarnung nicht mehr an ihr Geld kamen. In den USA hat Wise US Inc. parallel 4,2 Millionen Dollar in einem Vergleich mit mehreren Bundesstaaten gezahlt, wegen Mängeln bei der Geldwäscheprävention.
Kein Grund zur Panik, aber ein klarer Hinweis: Halte deine Verifizierungsdokumente aktuell, reagiere sofort auf Anfragen und lagere nicht dein gesamtes Vermögen bei Wise. Als Zweitkonto für Auslandstransaktionen: sicher genug. Als Hauptkonto für alles? Eher nicht.
Wise im Praxistest: Unsere Meinung
Wir nutzen Wise seit über drei Jahren für Auslandsüberweisungen und als Reisekonto. In dieser Zeit hat sich eine ziemlich klare Meinung gebildet.
Was uns überzeugt hat:
- Die Geschwindigkeit: Eine Überweisung von EUR nach GBP war in unserem Test innerhalb von 14 Sekunden auf dem Empfängerkonto. Vierzehn Sekunden. Unsere Hausbank braucht dafür 2 Werktage und nimmt 25 EUR Gebühren.
- Der Gebührenrechner: Bevor du auch nur einen Cent sendest, siehst du exakt, was es kostet. Kein „ca.“, kein „bis zu“, sondern den endgültigen Betrag. Das klingt selbstverständlich, ist es bei Banken aber nicht.
- Multi-Währungs-Management in der App: Zwischen 46 Währungen hin- und herwechseln, Guthaben in verschiedenen Währungen parken, sofort sehen, wie viel alles zusammen wert ist. Das Dashboard ist durchdacht und schnell.
Was uns im Test genervt hat:
- Die Verifizierungspanik: Nach dem NBB-Remediation-Plan 2024 wurden auch bei uns zusätzliche Dokumente angefordert. 14 Tage Frist, dazu die Drohung, das Konto einzuschränken. Am Ende hat alles funktioniert, aber der Ton der E-Mails hat wenig Vertrauen erweckt.
- Kein deutscher Telefon-Support: Wenn etwas schiefgeht, erreichst du Wise nur per Chat oder E-Mail auf Deutsch. Rückrufe gibt es, aber nur auf Englisch. Bei einem Konto, auf dem echtes Geld liegt, ist das ein Schwachpunkt.
Unser Geheimtipp: Aktiviere die Kursalarme in der App. Du kannst dir eine Benachrichtigung schicken lassen, wenn ein bestimmter Wechselkurs erreicht wird, und dann zum optimalen Zeitpunkt überweisen. Bei größeren Beträgen (ab 1.000 EUR) kann das schnell 10–20 EUR Unterschied ausmachen.
Noch etwas, das uns positiv aufgefallen ist: Die App zeigt dir bei jeder Überweisung, wie viel du im Vergleich zu einer klassischen Bank sparst. Das ist natürlich auch Marketing, aber die Zahlen stimmen. Wir haben stichprobenartig gegengerechnet. Bei einer Überweisung von 2.000 EUR nach Großbritannien lag der Unterschied zur Sparkasse bei 38 EUR. Das summiert sich über ein Jahr.
Unser Fazit zu Wise
Redaktions-Score: 4,2 / 5,0 (Sehr gut) – Kosten: 88 | Features: 85 | UX: 87 | Sicherheit: 78 | Transparenz: 92 | Service: 68
Stärken
- Echte Bankdaten in 24 Währungen zum Devisenmittelkurs
- Gebührentransparenz: du siehst jeden Cent vorab
- Kostenlose Kontoführung und Debitkarte ohne Mindestnutzung
- 46 Währungen halten und umtauschen, weltweit einsetzbar
Schwächen
- Kein Bankstatus, keine klassische Einlagensicherung
- Kontosperrungen bei regulatorischen Prüfungen 2024/25
- Telefon-Support nur auf Englisch, kein deutscher Rückruf
Wise Alternativen: Wann lohnt sich ein anderes Konto?
Wise ist stark bei internationalen Transfers und Multi-Währungs-Konten. Aber je nach Situation gibt es bessere Optionen.
Revolut – Besser für All-in-One-Banking: Wer nicht nur Multi-Währung braucht, sondern auch Krypto-Trading, Aktienhandel und ein vollwertiges Girokonto mit IBAN, bekommt bei Revolut mehr unter einem Dach. Allerdings: Die kostenlose Version hat ein FX-Limit, darüber hinaus zahlt Revolut einen Aufschlag. Für reine FX-Transfers bleibt Wise günstiger.
N26 – Besser als Hauptkonto in Deutschland: Vollbanklizenz, Einlagensicherung, Dispo. Für ein vollwertiges deutsches Girokonto ist N26 die bessere Wahl. Für Auslandsüberweisungen und Multi-Währung hat N26 allerdings wenig zu bieten. Die beiden Konten ergänzen sich gut.
Trade Republic – Besser für Sparen und Investieren: Wer sein Geld nicht nur verwalten, sondern auch anlegen will, findet bei Trade Republic Tagesgeld mit Einlagensicherung und provisionsfreien ETF-Handel. Internationale Transfers kann Trade Republic nicht, aber als Spar- und Anlagekonto ist es Wise überlegen.
Vivid Money – Besser für Cashback: Vivid hat ebenfalls ein Multi-Währungs-Feature und obendrauf Cashback auf Kartenzahlungen. Die FX-Konditionen sind nicht ganz so transparent wie bei Wise, aber wer Cashback-Rewards schätzt, sollte Vivid auf dem Schirm haben.
Payoneer – Besser für Freelancer-Plattformen: Wer auf Upwork, Fiverr oder Amazon arbeitet, bekommt bei Payoneer direkte Integrationen für Auszahlungen. Für den allgemeinen Gebrauch ist Wise flexibler, aber für plattformgebundene Freelancer kann Payoneer die schlauere Wahl sein.
Wise Kontoeröffnung: Schritt für Schritt
Wise Konto eröffnen
Registrierung starten
Persönliche Daten eingeben
Identität verifizieren
Adresse bestätigen
Erste Einzahlung tätigen
Debitkarte bestellen
Typischer Stolperstein: Die Verifizierung dauert meistens nur wenige Minuten bis maximal 24 Stunden. Seit den verschärften Compliance-Anforderungen 2024/25 kann es aber vorkommen, dass zusätzliche Dokumente angefordert werden, besonders beim Adressnachweis. Halte eine aktuelle Meldebescheinigung bereit (beim Bürgeramt für ca. 10 EUR). Ganz wichtig: Reagiere auf Verifizierungsanfragen sofort. Wer Fristen verstreichen lässt, riskiert eine vorübergehende Kontosperrung.
Aus unserer Erfahrung: Am schnellsten geht die Verifizierung, wenn du deinen Personalausweis mit NFC-Chip nutzt (sofern in der App angeboten) statt Fotos hochzuladen. Die NFC-Verifizierung war bei uns in unter zwei Minuten durch. Außerdem: Nutze von Anfang an die gleiche E-Mail-Adresse, die auch bei deiner Bank hinterlegt ist. Das beschleunigt die Ersteinzahlung per SEPA.
Häufige Fragen zu Wise
Nein. Wise ist in der EU ein reguliertes Zahlungsinstitut (in Großbritannien ein E-Geld-Institut), keine Bank. Das bedeutet: Dein Geld ist nicht durch die klassische Einlagensicherung bis 100.000 EUR geschützt. Stattdessen werden Kundengelder getrennt vom Firmenvermögen verwahrt (Safeguarding). Wise wird in der EU von der belgischen Nationalbank (NBB) beaufsichtigt und ist seit 2021 an der Londoner Börse notiert.
Grundsätzlich ja. Wise ist bei der BaFin registriert (per EU-Passporting) und unterliegt der Aufsicht der belgischen Nationalbank. Technisch ist alles da: 2FA, Biometrie, Verschlüsselung. Der Schwachpunkt: 2024/25 gab es regulatorisch bedingte Kontosperrungen, die viele Nutzer verunsichert haben. Für kleinere bis mittlere Beträge ist Wise sicher genug. Dein gesamtes Vermögen solltest du dort trotzdem nicht parken.
Die meisten Überweisungen in gängigen Währungen (EUR, GBP, USD) kommen innerhalb von Sekunden bis wenigen Stunden an. Bei exotischen Währungen oder hohen Beträgen kann es 1–2 Werktage dauern. Du kannst den Status jeder Überweisung in Echtzeit in der App verfolgen.
Bedingt. Wise bietet eine DE-IBAN für den Empfang von SEPA-Überweisungen. Allerdings fehlen klassische Girokonto-Funktionen: kein Dispo, kein Lastschrifteinzug (für Miete, Strom, Versicherungen), kein Gemeinschaftskonto. Die meisten Nutzer fahren am besten mit Wise als Zweitkonto neben ihrem regulären Girokonto.
Für die physische Karte fällt eine einmalige Bestellgebühr von 7 EUR an (digitale Karte kostenlos), keine Jahresgebühr. Kartenzahlungen in der Kontowährung kosten ebenfalls nichts. Bei Fremdwährungszahlungen fällt die übliche Umrechnungsgebühr an (ab 0,35 %). Bargeld: 200 EUR pro Monat kostenlos (max. 2 Abhebungen), danach 1,75 % + 0,50 EUR.
Ja, über das „Assets“-Feature kannst du Zinsen auf EUR-, GBP- und USD-Guthaben erhalten. Die Rendite variiert (aktuell ca. 3–5 % für GBP/USD, niedriger für EUR). Wichtig: Das Geld wird in Geldmarktfonds angelegt und ist nicht durch die Einlagensicherung geschützt. Es handelt sich um eine Anlage mit Risiko, kein klassisches Sparkonto.
Wenn Wise dein Konto sperrt (z.B. wegen fehlender Verifizierungsdokumente), hast du in der Regel eine Frist, um die angeforderten Unterlagen nachzureichen. Während der Sperrung kannst du kein Geld senden oder abheben, aber eingehende Zahlungen werden weiterhin gutgeschrieben. Reagiere immer sofort auf Wise-Anfragen, um Sperrungen zu vermeiden.
Per Chat und E-Mail auf Deutsch, per Telefon-Rückruf nur auf Englisch. Die Reaktionszeit liegt im Schnitt bei 1–3 Stunden, kann bei hohem Aufkommen aber länger dauern. Das Help Center auf wise.com ist umfangreich und deckt die meisten Fragen ab, bevor du den Support überhaupt kontaktieren musst.
Ja. Das Wise Business-Konto ist kostenlos und bietet Multi-Währungs-Empfang, Batch-Zahlungen, Team-Karten, API-Zugang und Rechnungserstellung. Laut Wise nutzen über 700.000 Unternehmen den Dienst. Gerade für internationale Unternehmen, Freelancer und E-Commerce-Händler lohnt sich der Blick.
Eingeschränkt. SEPA-Lastschriften können auf deinem Wise-Konto eingezogen werden (z.B. für Abonnements). Allerdings akzeptieren nicht alle deutschen Unternehmen Wise-IBANs für Lastschrifteinzüge. Daueraufträge für SEPA-Überweisungen sind möglich. Für regelmäßige Rechnungen (Miete, Strom) empfiehlt sich weiterhin ein klassisches Girokonto.
Wise unterstützt 46 Währungen zum Halten auf deinem Konto. In 23 dieser Währungen bekommst du eigene lokale Bankdaten (z.B. eine DE-IBAN für Euro, eine US-Routing-Number für Dollar). Die restlichen Währungen kannst du halten und umtauschen, aber nicht mit einer lokalen Kontonummer empfangen. Die gängigen Währungen für den DACH-Raum (EUR, CHF, GBP, USD) sind alle mit eigenen Bankdaten verfügbar.
Bei einer klassischen Auslandsüberweisung nutzt deine Bank das SWIFT-Netzwerk. Dabei fallen Gebühren bei deiner Bank an, oft bei der Empfängerbank, und der Wechselkurs enthält einen versteckten Aufschlag von 1,5–3 %. Wise umgeht SWIFT teilweise, indem es lokale Netzwerke nutzt: Dein Geld verlässt Deutschland gar nicht. Stattdessen zahlt Wise den Empfänger aus einem lokalen Guthaben im Zielland aus. Das ist schneller, günstiger und transparenter.
Quellen und Transparenz
Zuletzt geprüft: Februar 2026
Quellen:
- Wise — Offizielle Preisübersicht
- Wise — Wie Wise dein Geld schützt (Safeguarding)
- Finanztip — Wise Erfahrungen 2026
- Trustpilot — Wise Bewertungen (265.000+ Reviews)
- Wise — Ist Wise eine Bank?
Änderungsprotokoll:
- Februar 2026: Erstveröffentlichung mit vollständiger Bewertung, Praxistest und Gebührenanalyse
- Februar 2026: Gebühren, Lizenzangaben und Währungsdaten aktualisiert
- Geplant: Aktualisierung nach Abschluss der NBB-Remediation und Prüfung der neuen Compliance-Maßnahmen
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