Moin, ich bin Tobi. Die Regeln für bezahlte Finanz-Empfehlungen sind keine Geschmacksfrage, sie stehen schwarz auf weiß. Die BaFin hat gemeinsam mit den anderen europäischen Aufsichtsbehörden ein Merkblatt für Finfluencer herausgegeben, federführend war die europäische Wertpapieraufsicht ESMA. Der entscheidende Satz darin: „Es muss klar und verständlich sein, wenn Finfluencer für ein beworbenes Finanzprodukt Geld, Geschenke oder Vergünstigungen erhalten. Dies gilt auch, wenn sie selbst in das beworbene Produkt investiert haben oder davon profitieren könnten.“
Die vier Fragen weiter unten sind also nicht meine Privatmeinung. Sie sind ungefähr das, was die Aufsicht ohnehin verlangt. Nur merkt sich das kaum jemand, wenn ein sympathisches Gesicht gerade von seinem Geheimtipp erzählt.
„Mein Geheimtipp, aber sag’s nicht weiter.“ Viele Follower, und plötzlich ein konkretes Produkt. Das fühlt sich an wie ein Tipp vom Kumpel. Manchmal ist es schlicht Werbung.
Wir sind beim letzten Knopf der Reihe angelangt: Social Proof. „Alle machen das“, „ich nutze das selbst“. Menschen, die wir oft sehen, wirken fast wie Freunde. Und genau dieses Gefühl hat einen Preis.
Wo aus einem Tipp Werbung wird
Viele Empfehlungen in Videos und Posts sind bezahlt oder laufen über Affiliate-Links. Klickst du und schließt ab, verdient der Empfehler mit. Das ist kein Verbrechen, aber bezahlte Werbung muss in Deutschland als solche gekennzeichnet sein. Das Problem: Wenn aus „Werbung“ ein „Geheimtipp“ wird und die Provision stillschweigend verschwindet.
Ein echter Tipp hält Nachfragen aus. Er legt offen, woran der Empfehler verdient. Ein getarntes Werbeversprechen tut das nicht, weil es das nicht kann.
Wenn der Geheimtipp ein Provisionslink ist, ist es Werbung, kein Geheimnis.
So erkennst du den verkleideten Verkauf
Vier Fragen beim Geheimtipp
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Ist es als Werbung oder Anzeige gekennzeichnet? Fehlt das, ist schon das ein Warnsignal.
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Verdient der Empfehler mit? Affiliate- oder Provisionslinks sind völlig normal, sollten aber offen liegen.
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Wird auch das Risiko genannt, oder nur der Gewinn? Wer nur Vorteile aufzählt, verkauft.
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Würde der Tipp ohne den Hype standhalten? Lass die Begeisterung weg und schau auf die nackten Fakten.
Und damit das hier ehrlich bleibt: Ja, auch ich verlinke manchmal Anbieter und verdiene daran. Genau deshalb sage ich es dir offen, statt es als Geheimtipp zu tarnen. Das ist der ganze Unterschied.
Warum mir das so wichtig ist
Vertrauen ist das Einzige, das ein Kanal wie dieser hat. Geht das weg, ist alles weg. Ich will, dass du jeder Empfehlung dieselben vier Fragen stellst, auch meinen. Wer nichts zu verbergen hat, hält das locker aus.
Kennst du jemanden, der jedem „Geheimtipp“ hinterherläuft?
Schick ihm die vier Fragen, bevor er sein Geld nach einem Video umschichtet.
Zum Weiterlesen:
Folge 1 der Reihe, wie eine Schlagzeile dir die wichtigste Zahl verschweigt, und unser Broker-Vergleich mit offen gelegten Kriterien.
By the way: Bei „Geheimtipp“ werde ich inzwischen automatisch misstrauisch. Deshalb hab ich es mir nicht nehmen lassen, dir auf dem Titelbild einmal höchstpersönlich durch die Klorolle zu schauen. 😄

Alle Folgen der Reihe findest du unter Durchschaut.
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