Hinweis: Eingesandter Erfahrungsbericht
Diesen Erfahrungsbericht haben wir von einem Leser zugesandt bekommen. Er spiegelt nicht zwingend unsere redaktionelle Meinung wider. Wir übernehmen keine Haftung für die Richtigkeit der Angaben. Die geschilderten Erlebnisse sind persönlicher Natur und nicht ohne Weiteres auf andere übertragbar.
Das Wichtigste in Kürze
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Sandra*, 52, hat nach 30 Jahren bei der Sparkasse gewechselt — ausgelöst durch eine Gebührenerhöhung auf 8,90 € pro Monat
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Die ING bietet ein kostenloses Girokonto mit voller Einlagensicherung und einer App, die auch für Einsteiger funktioniert
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Der Wechsel dauerte knapp zwei Wochen und war deutlich unkomplizierter als befürchtet
30 Jahre dieselbe Bank — und dann kam der Brief
Der Brief lag zwischen Werbepost und einer Rechnung vom Zahnarzt. Kein besonderes Kuvert, kein auffälliger Betreff. Einfach eine Mitteilung meiner Sparkasse, dass sich die Kontoführungsgebühren ab dem nächsten Quartal ändern würden. 8,90 Euro im Monat. Ich habe kurz gerechnet: Das wären 106,80 Euro im Jahr. Nur dafür, dass das Konto existiert.
Ich bin 52, arbeite als Sachbearbeiterin in einer Versicherung, und mein Girokonto bei der Sparkasse kannte ich länger als manche meiner Freundschaften. Es war 1993 eröffnet worden, kurz nach der Ausbildung. Meine Mutter hatte damals gesagt: „Die Sparkasse ist seriös, die gibt es immer.“ Das war lange genug eine ausreichende Begründung.
Der Brief hat mich nicht wütend gemacht. Er hat mich zum ersten Mal wirklich nachdenken lassen. 30 Jahre Kunde, nicht ein einziger Dispo, pünktliche Eingänge jeden Monat — und jetzt fast neun Euro im Monat für ein Konto, das ich hauptsächlich per Onlinebanking nutze. Ich rief nicht mal mehr in der Filiale an. Die letzte persönliche Beratung war Jahre her.
Der Moment, in dem ich genug hatte
Ich habe dann im Internet nachgeschaut. Nicht weil ich bereits einen Wechsel plante, sondern aus reiner Neugier. Was kostet ein Konto eigentlich woanders? Die Antwort hat mich wirklich überrascht: Mehrere Banken verlangen gar nichts. Null Euro im Monat. Nicht als Einstiegsangebot mit versteckten Bedingungen im Kleingedruckten, sondern als reguläre Kontoführung.
Meine Tochter Lea, 26, hatte mir schon zweimal von ihrer Neobank erzählt. Ich hatte jedes Mal abgewunken. „Das ist was für Junge, die alles mit dem Handy machen wollen.“ Jetzt rief ich sie zurück und bat sie um Hilfe beim Vergleich. Sie hat sich nicht einmal gewundert. Sie hat einfach den Laptop aufgeklappt.
Wir haben nebeneinander gesessen und uns mehrere Anbieter angesehen. Lea zeigte mir, wie man die Konditionen filtert: kostenlos, mit Einlagensicherung, mit App und Onlinebanking. Die ING tauchte immer wieder oben auf. Kein Monatsbeitrag bei 1.000 Euro Geldeingang, volle Einlagensicherung bis 100.000 Euro über die deutsche Sicherungseinrichtung, BaFin-reguliert. Und die App war laut Bewertungen in beiden großen Stores durchgehend über vier Sterne.
Sparkassen-Filialen in Deutschland (2024) — erstmals unter 7.000
Quelle: Bundesbank Bankstellenbericht 2024
In dem Moment ist mir noch etwas aufgegangen: Die Filiale, die mich früher zur Sparkasse gebunden hatte, war ohnehin geschlossen worden. Vor zwei Jahren. Ich fuhr seitdem gar nicht mehr hin.
Der Wechsel: Einfacher als gedacht — aber mit einem echten Stolperstein
Mein größtes Vorurteil vor dem Wechsel war die Sicherheit. Online-Banking sei unsicher, hatte ich irgendwo gelesen. Und nur etwas für junge Leute, die risikofreudig mit ihren Finanzen umgehen. Beides stellte sich als falsch heraus. Die ING ist eine vollwertige Direktbank mit deutschem Einlagenschutz. Meine Ersparnisse auf dem Konto sind genauso gesichert wie vorher bei der Sparkasse — bis 100.000 Euro, gesetzlich garantiert. Wer mag, kann das direkt auf den Seiten der BaFin zur Einlagensicherung nachlesen.
Die Kontoeröffnung selbst hat etwa 20 Minuten gedauert. Ausweis, VideoIdent per Smartphone-Kamera, fertig. Lea hat dabeigesessen und mir erklärt, was wohin gehört. Ich hätte es wahrscheinlich auch alleine geschafft, aber so war es beruhigend.
Der eigentliche Aufwand kam danach: alle Daueraufträge und Lastschriften umstellen. Strom, Versicherung, Fitnessstudio, Streaming. Das ist die Stelle, wo die meisten aufgeben — und das verstehe ich. Ich habe eine Liste auf Papier gemacht und sie einen Posten nach dem anderen abgehakt. Das Zahlungskontengesetz gibt Kunden übrigens das Recht auf einen gesetzlich geregelten Kontowechselservice. Die ING hat diese Umstellung mitkoordiniert. Es hat insgesamt gut zehn Werktage gedauert, bis alles reibungslos lief.
Einmal ist ein Lastschrifteinzug bei der alten IBAN hängengeblieben. Ein Anruf, eine Gutschrift, kein großes Drama. Ich hatte erwartet, dass so etwas passiert, und war vorbereitet. Den alten Sparkassenaccount habe ich noch sechs Wochen parallel offengelassen, als Puffer.
Kontowechsel rechtlich abgesichert: Seit 2016 haben Banken die gesetzliche Pflicht, beim Kontowechsel zu helfen. Dein neues Kreditinstitut übernimmt auf Wunsch die Benachrichtigung deiner Zahlungspartner. Dauer laut Gesetz: maximal 12 Werktage.
6 Monate später: Mein ehrliches Fazit
Ich habe jetzt seit fast sieben Monaten kein Sparkassenkonto mehr. Das fühlt sich weniger dramatisch an, als ich befürchtet hatte — und besser, als ich gehofft hatte.
Was konkret besser ist: Ich zahle keine monatlichen Gebühren mehr. Das klingt simpel, aber über ein Jahr gerechnet sind es 106,80 Euro, die ich nicht mehr ausgebe. Die ING-App zeigt mir auf einen Blick, was rein- und rausgeht. Ich bekomme sofort eine Push-Benachrichtigung, wenn eine Zahlung eingeht. Das Sparkassen-Onlinebanking hatte das auch, aber umständlicher. Hier ist alles aufgeräumter.
Bargeld abheben funktioniert problemlos. Mit der Visa-Debitkarte der ING kann ich in der gesamten Eurozone kostenlos am Automaten abheben — ab einem Mindestbetrag von 50 Euro. Ich hebe selten kleinere Summen ab, also ist das kein Problem. Für mich persönlich hat sich nichts verschlechtert.
Was ich wirklich vermisse, will ich ehrlich sagen: Es gibt keine Filiale, in die ich gehen könnte, wenn ich ein komplexes Anliegen habe. Bei der Sparkasse hätte ich einen Termin gemacht und jemanden persönlich gesprochen. Bei der ING läuft das über den telefonischen Kundenservice oder per Chat. Zweimal habe ich die Hotline gebraucht. Einmal war die Wartezeit kurz, einmal länger. Das ist ein echter Kompromiss — wer sehr auf persönliche Beratung angewiesen ist, muss das einkalkulieren.
Für meinen Alltag aber — Gehalt rein, Daueraufträge raus, gelegentlich Bargeld abheben — brauche ich keine Filiale. Das war schon bei der Sparkasse so. Ich hatte nur nie aufgehört, dafür zu bezahlen.
Vorteile
- Keine Kontoführungsgebühr (ab 1.000 € Geldeingang/Monat)
- Einlagensicherung bis 100.000 € (BaFin-reguliert)
- App mit 4+ Sterne-Bewertung in beiden Stores
- Kostenlose Abhebungen in der Eurozone ab 50 € (Visa-Debitkarte)
- Wechselservice nach gesetzlichem Standard (ca. 10–12 Werktage)
Nachteile
- Keine eigene Filiale für persönliche Beratung
- Kundenservice nur telefonisch oder per Chat
- Kostenlose Kontoführung an Bedingung geknüpft (1.000 € Geldeingang oder unter 28 Jahre)
Was ich jedem rate, der noch bei der Sparkasse ist
Ich sage nicht, dass die Sparkasse schlecht ist. Für ältere Verwandte, die tatsächlich regelmäßig in die Filiale gehen, kann sie die richtige Wahl sein. Persönlicher Kontakt hat einen echten Wert — wenn man ihn auch nutzt.
Aber wenn du dein Konto ohnehin hauptsächlich digital nutzt und regelmäßig eine Kontoführungsgebühr zahlst, dann lohnt sich der Vergleich. Nicht irgendwann — jetzt. Im Neobank-Vergleich auf neuebanken.de siehst du auf einen Blick, welche Konten kostenlos sind, welche Bedingungen daran hängen und was die Unterschiede zwischen ING, N26, C24 Bank und anderen Anbietern sind. Wer noch nicht sicher ist, welches Konto zu den eigenen Gewohnheiten passt, kann den Bank-Finder nutzen — ein paar Fragen, und du bekommst eine persönliche Empfehlung.
Ich wünschte, ich hätte das mit 40 gemacht. Oder mit 45. Ich habe es mit 52 gemacht, und es war trotzdem richtig.
Fazit: Die 3 wichtigsten Erkenntnisse
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Das Alter spielt beim Bankwechsel keine Rolle — die App-Bedienung ist heute intuitiv genug für jeden, der bereits Onlinebanking nutzt
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Der Aufwand beim Wechsel ist real, aber bewältigbar: Eine Liste der Daueraufträge und etwa zwei Wochen paralleler Kontoführung reichen aus
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Wer seine Bank nicht mehr aktiv nutzt, aber trotzdem Gebühren zahlt, verschenkt jedes Jahr über 100 Euro ohne Gegenleistung
* Sandra hat uns ihren Erfahrungsbericht zugesandt und uns erlaubt, ihn zu veröffentlichen, unter der Bedingung, dass sie anonym bleibt. Name und einige persönliche Details wurden geändert.
Quellen
- ING Girokonto Konditionen: ing.de/girokonto
- Bundesbank Bankstellenbericht 2024: bundesbank.de
- Einlagensicherung in Deutschland: bafin.de
Ich bin 52 und habe meine Sparkasse gekündigt — das hätte ich viel früher tun sollen jetzt testen
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