Zwei Zahlungen über je einen Cent, zusammen 15 Euro geschenkt: Das war die Wero-Cashback-Aktion, mit der die European Payments Initiative (EPI) ab dem 15. September 2026 ihre eigenen Nutzer zum ersten Mal ans Bezahlen bringen wollte. Geplant war sie bis zum 9. November. Gereicht hat das Budget für rund eine Woche. Hier steht, wie die Aktion lief, warum ein Verein aus der Nähe von Kiel darunter gelitten hat und was davon bleibt.
Die Aktion ist beendet. EPI hat sie noch im September gestoppt, auf der Aktionsseite steht seitdem nur noch: „Aufgrund der sehr hohen Nachfrage mussten wir die Aktion leider bereits beenden.“ Wer danach überwiesen hat, bekommt kein Cashback mehr.
Was die Aktion war
Dahinter steckte eine simple Rechnung: EPI, ein Zusammenschluss europäischer Banken, will mit Wero PayPal etwas entgegensetzen. Was fehlte, waren nicht Nutzer, sondern Gewohnheit. Rund 60 Millionen Menschen hatten sich bis September 2026 registriert, die meisten hatten noch nie damit bezahlt. Die 15 Euro sollten genau das kaufen: die erste Zahlung, die zweite, und die Hoffnung, dass die dritte von allein kommt.
Die Regeln waren einfach. Fünf Euro für die erste Wero-Zahlung, zehn Euro für die zweite, ohne Mindestbetrag. Die zweite Zahlung musste an einen anderen Empfänger oder in einen anderen Onlineshop gehen. Teilnehmen konnten nur Erstnutzer mit Wohnsitz in Deutschland und einem Konto bei einer der teilnehmenden Banken. Und in den Bedingungen stand von Anfang an, dass das Budget begrenzt ist und die Aktion früher enden kann.
Der Transaktionsbetrag spielt keine Rolle. Jede erfolgreiche und berechtigte Wero-Transaktion zählt, unabhängig von ihrer Höhe.
So stand es im September 2026 wörtlich auf der Aktionsseite von Wero.
Was dann passierte
Zum Problem wurde der Empfänger. Für die zweite Zahlung brauchte man einen zweiten Menschen mit Wero. Wer keinen hatte, suchte sich einen, und in Schnäppchenforen machte schnell ein Tipp die Runde: Vereine, die ihre Wero-Kennung öffentlich zum Spenden angeben, nehmen jede Überweisung an. Also gingen die Cent-Beträge dorthin.
Beim Verein InkluFusion e. V. aus der Nähe von Kiel kamen so knapp 8.000 Einzelzahlungen an, zusammen rund 450 Euro. Seine Bank, die Deutsche Skatbank, hielt die Flut zunächst für einen Betrugsversuch und sperrte das Konto tagelang für Zahlungseingänge. Die regulären Buchungsgebühren hätten bei rund 770 Euro gelegen, also über den Einnahmen. Die Bank hat die Gebühren am Ende erlassen und die Spenden voll gutgeschrieben. Der Verein nimmt Wero trotzdem nicht mehr an, und jede der 8.000 Buchungen muss ehrenamtlich von Hand zugeordnet werden.
EPI hat sich öffentlich entschuldigt. Die Resonanz sei unerwartet gewesen und durch Aufrufe auf Schnäppchenplattformen verstärkt worden, man habe damit das Gegenteil von dem erreicht, was man wollte, und prüfe jetzt mit den Partnerbanken, wie sich so etwas künftig vermeiden lässt. Beendet hat EPI die Aktion nach rund einer Woche, weil das Budget aufgebraucht war. Wie hoch es war, hat die Initiative nie gesagt, Teilnehmerzahlen gibt es keine.
Was sich bei uns beobachten ließ: Die Aktion hat Wero in die Suchanfragen gebracht. Am 16. September, einen Tag nach dem Start, wurden unsere Wero-Beiträge bei Google rund zehnmal so oft eingeblendet wie an einem normalen Tag, deutlich öfter als beim Start von N26 im August.
Der Haken, der geblieben ist
Wero-Geld lässt sich nur an jemanden schicken, der Wero selbst eingerichtet hat. Die Deutsche Bank beantwortet die Frage in ihrer FAQ so deutlich, dass man sie nicht missverstehen kann: „Kann ich Geld an jemanden senden, dessen Bank Wero nicht anbietet? Nein.“
Praktisch hieß das: Für die vollen 15 Euro brauchte man zwei verschiedene Menschen, die Wero bereits nutzen, oder zwei Onlineshops. Daran ist die Aktion aus dem Ruder gelaufen. Wero ist nur so nützlich wie der Kreis der Leute, die es haben.
Welche Banken dabei waren, und welche nicht
Die Aktion galt nicht für alle Banken mit Wero, sondern für eine feste Liste: BBBank, BW-Bank, Deutsche Bank, ING, N26, Nickel, Norisbank, Postbank, PSD Banken, Revolut, Sparda-Banken, Sparkassen und Volksbanken Raiffeisenbanken.
Eine Bank konnte Wero anbieten und trotzdem nicht zur Aktion gehören. Bei bunq war genau das der Fall.
Das war die Stolperfalle. bunq hat Wero seit dem 19. August 2026 in Deutschland am Start, tauchte in der Aktionsliste aber nicht auf. Wer dort sein Konto hatte, konnte Wero nutzen, ging beim Cashback aber leer aus.
Gar nicht erst infrage kamen Banken ohne Wero. Dazu gehören weiterhin die DKB, Trade Republic, die C24 Bank, comdirect und Commerzbank. Welche Bank was anbietet, steht in unserer Übersicht Wero 2026: Welche Banken dabei sind.
Kommt die Aktion wieder?
EPI hat sich dazu nicht geäußert. Sicher ist nur, was die Initiative aus dem ersten Versuch mitnimmt: Cent-Zahlungen ohne Mindestbetrag an beliebige Empfänger ziehen Schnäppchenjäger an und treffen Unbeteiligte. Kommt eine zweite Runde, wird sie vermutlich einen Mindestbetrag haben oder nur Zahlungen an Händler zählen. Wir ergänzen diesen Beitrag, sobald EPI etwas ankündigt.
Und die Frage danach lohnt sich auch ohne Cashback. Wero ist heute gut im Geldsenden unter Freunden, im Onlinehandel angekommen und an der Ladenkasse in Deutschland erst ab 2027 geplant. Ob es dauerhaft auf dein Handy gehört, entscheidest du am besten nach den ersten zwei Zahlungen. Die kosten jetzt wieder nichts, bringen aber auch nichts ein.
Quellen
- Wero, Aktionsseite Cashback 2026 mit dem Hinweis auf das Ende (abgerufen 15. Oktober 2026): wero-wallet.eu/de/aktion-2026
- Wero, Teilnahmebedingungen der Cashback-Aktion 2026 (Laufzeit, Budget, Auszahlung): wero-wallet.eu/de/bedingungen-aktion-2026
- WinFuture, „Wero-Fiasko: Neukundenaktion endet in Gebühren-Chaos & Kontosperre“ (30. September 2026): winfuture.de
- mobiflip.de, „Wero-Aktion endet im Chaos: Schnäppchenjäger sorgen für Buchungsflut“ (30. September 2026): mobiflip.de
- Caschys Blog, „Wero: Europäischer Bezahldienst meldet 60 Millionen registrierte Nutzer“ (22. September 2026): stadt-bremerhaven.de
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