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Drei Kinder verschiedenen Alters am Küchentisch: Kleinkind kaut auf Bankkarte, Grundschülerin zeigt Junior-Karte, Teenager nutzt Banking-App
Ratgeber

Ab wann braucht mein Kind ein Konto? Der Eltern-Guide nach Alter

· Tobias Rehermann · 7 Min. Lesezeit
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Drei Kinder verschiedenen Alters am Küchentisch: Kleinkind kaut auf Bankkarte, Grundschülerin zeigt Junior-Karte, Teenager nutzt Banking-App

Dein Kind bekommt Geldgeschenke zur Geburt, soll ab der Grundschule Taschengeld verwalten oder braucht als Teenager ein Konto für den Ferienjob. Aber ab wann ist ein Kinderkonto sinnvoll, und welches Produkt passt zu welchem Alter?

Wir sortieren das für dich: nach Alter statt nach Anbieter. Denn die Antwort hängt weniger vom Konto ab als von der Frage, was dein Kind damit machen können soll.

Das Wichtigste in Kürze

  • Ein Kinderkonto kannst du ab Geburt eröffnen (z.B. DKB u18). Allerdings hat das Kind erst ab 7 Jahren eingeschränkten Zugriff. Vorher verwalten die Eltern alles.
  • Kinder sind ab 7 beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB). Ab diesem Alter dürfen sie mit Zustimmung der Eltern ein Konto nutzen und per Karte bezahlen.
  • Für 7- bis 11-Jährige reicht eine Prepaid-Karte mit App. Ab 12 wird ein echtes Girokonto sinnvoll, ab 14 fast unverzichtbar.
  • Gemeinsames Sorgerecht bedeutet: Beide Elternteile müssen bei der Kontoeröffnung unterschreiben, auch wenn ihr getrennt lebt.
  • Geld auf dem Kinderkonto gehört rechtlich dem Kind. Eltern sind Treuhänder und dürfen das Guthaben nicht für eigene Zwecke verwenden.

Kinderkonto nach Alter: Was ist ab wann möglich?

Die rechtliche Grundlage ist einfach. Unter 7 Jahren ist dein Kind geschäftsunfähig (§ 104 BGB). Es kann kein Konto selbst nutzen, du verwaltest alles.

Ab 7 wird es spannender: Dein Kind ist jetzt beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB). Das heißt, es darf mit deiner Zustimmung ein Konto haben und mit einer Karte bezahlen. Der sogenannte Taschengeldparagraph (§ 110 BGB) erlaubt zusätzlich, dass dein Kind kleine Käufe mit eigenem Geld tätigt, ohne dass du jedes Mal einzeln zustimmen musst.

Wichtig: Der Taschengeldparagraph gilt nur für Barkäufe und direkte Kartenzahlungen. Verträge, Abos oder Kreditgeschäfte sind damit nicht abgedeckt.

Mit 18 ist dein Kind voll geschäftsfähig und braucht deine Unterschrift nicht mehr. Im besten Fall wird das Kinderkonto automatisch zum Erwachsenenkonto umgewandelt und die IBAN bleibt gleich.

0–6 Jahre: Sparkonto für den Nachwuchs

In diesem Alter geht es weder um Taschengeld noch um Kartenzahlung. Es geht um einen Ort, an dem Geldgeschenke von Oma, Tante und Paten sicher landen.

Was sinnvoll ist: Ein Sparkonto oder Tagesgeldkonto auf den Namen deines Kindes. Die DKB bietet das u18-Konto ab Geburt an, kostenlos und inklusive Visa Debitkarte (die du als Elternteil verwahrst). Auch ein Junior-Depot kann sinnvoll sein, wenn du langfristig für dein Kind anlegen willst – unser Broker-Vergleich hilft bei der Auswahl.

Was dein Kind davon hat: Erstmal nichts. Du verwaltest das Konto komplett allein. Aber das Geld gehört rechtlich deinem Kind, nicht dir. Ein wichtiger Unterschied: Du darfst es nicht für die eigene Miete verwenden.

Typischer Anlass: Geldgeschenke zur Geburt oder Taufe. Statt das Geld auf deinem eigenen Konto verschwinden zu lassen, landet es sauber getrennt auf dem Konto deines Kindes.

Tipp zur Kontoeröffnung: Bei gemeinsamem Sorgerecht müssen beide Elternteile unterschreiben. Das wird gerne vergessen, besonders wenn ihr getrennt lebt. Alleiniges Sorgerecht? Dann reicht eine Unterschrift plus Nachweis. Ist der zweite Elternteil nicht erreichbar, hilft eine Negativbescheinigung vom Jugendamt.

7–11 Jahre: Erste Karte, erste Verantwortung

Die Einschulung ist für viele Familien der Moment, in dem das Thema Taschengeld konkret wird. Und damit die Frage: Soll mein Kind eine eigene Karte bekommen?

Was ab 7 möglich ist: Dein Kind darf ein Konto nutzen und mit einer Prepaid-Karte bezahlen. Alles auf Guthabenbasis, ein Verschulden ist ausgeschlossen. Anbieter wie Bling (ab 7), Comdirect (ab 7) und Revolut (ab 6) bieten Konten mit Karte in dieser Altersgruppe an.

Was dein Kind damit machen kann: Beim Bäcker bezahlen, im Supermarkt mit Karte zahlen, erste Sparziele setzen. Für 7- bis 10-Jährige reicht das völlig aus.

Taschengeld in diesem Alter: Experten empfehlen 2 bis 4 Euro pro Woche, wöchentlich ausgezahlt. Ab 10 Jahren kannst du auf monatliche Auszahlung umstellen (20 bis 30 Euro im Monat), zum Beispiel per Taschengeld-App. Das fördert die Planung, weil dein Kind lernen muss, über einen ganzen Monat hinweg zu haushalten.

Welches Produkt passt? Wer Kontrolle und pädagogische Features will (Spartöpfe, Aufgabensystem, Echtzeit-Benachrichtigungen), greift zu einer Taschengeldkarte wie Bling. Wer Kosten sparen will: Comdirect und DKB bieten kostenlose Konten mit Karte, ohne monatliche Gebühren.

12–17 Jahre: Eigenes Konto mit mehr Freiheit

Ab 12 wird ein echtes Girokonto fast unverzichtbar. Dein Kind bekommt Geld überwiesen, will ein Spotify-Abo bezahlen oder braucht ein Konto für den ersten Ferienjob.

Was jetzt wichtig wird: Eine eigene IBAN, auf die jeder überweisen kann. Dazu Überweisungen senden und empfangen, Daueraufträge einrichten, Lastschriften für Abos. Das kann eine Prepaid-Taschengeldkarte nicht leisten.

Was dein Kind dabei lernt: Echtes Bankgeschäft. Überweisungen ausführen, Kontostand prüfen, mit einem Budget wirtschaften. Ab 14 kommt oft der erste Ferienjob dazu — und ein Arbeitgeber überweist Gehalt auf ein Girokonto, nicht auf eine Prepaid-Karte. Auch für den Schüleraustausch im Ausland ist ein eigenes Konto praktisch.

Taschengeld in diesem Alter: 30 bis 75 Euro pro Monat, je nach Alter und Vereinbarung. Monatliche Auszahlung ist jetzt Standard.

Die besten Optionen: DKB u18, ING Junior und Comdirect JuniorGiro sind kostenlos, inklusive Visa Debitkarte, mit Online-Banking und App. Ein wichtiger Vorteil: Diese Konten werden mit 18 automatisch zum Erwachsenenkonto umgewandelt. Die IBAN bleibt, alle Daueraufträge laufen weiter. Kein Neueröffnen, kein Papierkram. Alle wichtigen Neobanken im Vergleich findest du bei uns.

Soll dein Kind eine Banking-App zum Lernen nutzen, bieten DKB und Comdirect eigene Apps mit eingeschränktem Zugang für Jugendliche.

Häufige Fragen

Theoretisch ab Geburt. Die DKB eröffnet das u18-Konto ab 0 Jahren. Allerdings hat dein Kind erst ab 7 Jahren eingeschränkten Zugriff. Vorher verwaltest du das Konto allein. Ab 7 darf dein Kind mit deiner Zustimmung eine Karte nutzen und selbst bezahlen (beschränkte Geschäftsfähigkeit nach § 106 BGB).

Ab 7 ist dein Kind beschränkt geschäftsfähig (§ 106 BGB). Das heißt: Es darf mit Zustimmung der Eltern ein Konto nutzen und Geschäfte tätigen. Der Taschengeldparagraph (§ 110 BGB) erlaubt zusätzlich kleine Käufe mit eigenem Geld, ohne Einzelzustimmung. Wichtig: Das gilt nur für Barkäufe und Kartenzahlungen, nicht für Verträge, Abos oder Kreditgeschäfte.

Ja, bei gemeinsamem Sorgerecht müssen beide Elternteile unterschreiben, auch wenn ihr getrennt lebt. Das ist die häufigste Stolperfalle bei der Kontoeröffnung. Bei alleinigem Sorgerecht reicht eine Unterschrift plus Nachweis. Ist der andere Elternteil nicht erreichbar, kannst du eine Negativbescheinigung beim Jugendamt beantragen.

Deinem Kind. Geld auf dem Kinderkonto gehört rechtlich dem Kind. Du bist als Elternteil Treuhänder und verwaltest das Guthaben, darfst es aber nicht für eigene Zwecke verwenden. Das gilt für Geldgeschenke genauso wie für Ferienjob-Gehalt. Bei einer Scheidung fällt das Guthaben auf dem Kinderkonto nicht in die Vermögensteilung.

Nein. Alle Kinderkonten laufen auf Guthabenbasis. Einen Dispokredit gibt es bei Minderjährigen rechtlich nicht. Ist das Guthaben aufgebraucht, geht nichts mehr, weder bei einer Prepaid-Taschengeldkarte noch bei einem echten Girokonto wie DKB u18 oder ING Junior.

Die meisten Anbieter vergeben Karten ab 7 Jahren. DKB gibt die Visa Debitkarte ab Kontoeröffnung (also ab 0), aber in der Praxis nutzt dein Kind die Karte erst ab der Grundschule. Bling und Revolut bieten Prepaid-Karten ab 7 bzw. 6 Jahren. Ab 12 bekommt dein Kind bei DKB, ING und Comdirect eine Debitkarte mit kontaktloser Bezahlfunktion.

Quellen

Den vollständigen Kinderkonto Vergleich mit allen Anbietern findest du in unserem Kinderkonto Vergleich 2026.

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