Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
- 80 % aller Girokontobesitzer zahlen Kontoführungsgebühren. Bei Sparkassen sind es 5 bis 14 EUR im Monat
- Versteckte Kosten kommen obendrauf: Girocard (bis 18 EUR/Jahr), Kontoauszüge am Drucker (1 EUR/Stück), Schalter-Überweisungen
- Der BGH hat 2021 entschieden, dass Gebührenerhöhungen per Schweigen ungültig sind. Seit November 2024 können Kunden gezahlte Gebühren zurückfordern
- Eine Familie mit zwei Sparkassen-Konten zahlt leicht 200 bis 350 EUR im Jahr. Bei einer Neobank: 0 EUR
- Der Wechsel dauert 2 bis 4 Wochen und kostet nichts
Was dein Konto wirklich kostet
5 oder 8 EUR im Monat klingt nach wenig. Aber rechne mal alles zusammen, was deine Bank dir tatsächlich berechnet: Kontoführung, Kartenjahresgebühr, Bargeld am falschen Automaten, Papier-Kontoauszüge. Bei vielen Filialbanken liegt die Gesamtbelastung bei 100 bis 200 EUR im Jahr, pro Person.
Das für einen Service, den andere Banken kostenlos anbieten.
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N26
83 · Sehr gut
C24 Bank
79 · Gut
Kontogebühren bei Sparkassen, Volksbanken und Co.
Die Gebühren unterscheiden sich stark, je nach Region und Kontomodell. Ein paar Beispiele:
Kontoführungsgebühren im Überblick Kontoführungsgebühren: Warum du zu viel zahlst
Stand: April 2026
9,00 EUR/Monat
5,00 EUR/Monat
11,47 EUR/Monat
13,95 EUR/Monat
4,90 EUR/Monat
5,90 EUR/Monat
7,90 EUR/Monat
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Laut einer Erhebung von Verivox zahlen 31 % der Deutschen zwischen 5 und 10 EUR monatlich für ihr Girokonto. Nur etwa 20 % haben ein tatsächlich kostenloses Konto.
Und das sind nur die offiziellen Kontoführungsgebühren. Was auf dem Preisblatt klein gedruckt steht, kommt noch obendrauf.
Versteckte Kosten: Girocard, Bargeld, Kontoauszüge
Die einzelnen Posten summieren sich schnell:
Viele Sparkassen und Volksbanken berechnen 12 bis 18 EUR pro Jahr für die Girocard. Bei der Commerzbank sind es 12 EUR. Die Karte, ohne die man nicht an sein Geld kommt, kostet also extra.
Wer Kontoauszüge nicht online abruft, zahlt bei manchen Sparkassen 1 EUR pro Ausdruck. Sechs Monate nicht geschaut, schon sind 6 EUR weg.
Schalter-Überweisungen: Die Commerzbank berechnet seit 2024 stolze 3,90 EUR pro Vorgang. Bei Sparkassen variiert es, aber 1,50 bis 2 EUR sind üblich.
Bargeld am Fremdautomaten kostet Sparkassenkunden 3,50 bis 5 EUR pro Abhebung. Neobanken bieten oft kostenlose Abhebungen an allen Automaten.
Eine Sparkassen-Kreditkarte kostet 30 bis 40 EUR im Jahr. Bei Neobanken ist die Visa oder Mastercard Debit im Konto enthalten.
Rechenbeispiel: Familie wechselt von der Sparkasse
Lisa und Thomas haben je ein GiroKomfort-Konto bei der Sparkasse KölnBonn. Beide nutzen eine Girocard und lassen sich Kontoauszüge am Drucker ziehen.
Jahreskosten im Vergleich: Sparkasse vs. Neobank (2 Personen) Kontoführungsgebühren: Warum du zu viel zahlst
Stand: April 2026
Sparkasse
Neobank
Sparkasse
Neobank
Sparkasse
Neobank
Sparkasse
Neobank
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
276 EUR im Jahr. Das ist ein langes Wochenende in Amsterdam, oder 23 EUR mehr im Monat, ohne irgendetwas einzuschränken.
Bei einem Wechsel zu einer Neobank wie C24 oder N26 zahlen beide null Euro Kontoführung, bekommen eine kostenlose Debitkarte und verwalten alles per App. Bargeld gibt es an Automaten aller Banken, je nach Anbieter 3 bis 5 kostenlose Abhebungen im Monat.
Dein Recht: BGH-Urteile zu Kontogebühren
Wenn deine Bank in den letzten Jahren die Gebühren erhöht hat, ohne dass du aktiv zugestimmt hast, lohnt sich ein Blick auf die Rechtslage.
Der Bundesgerichtshof hat am 27. April 2021 (Az. XI ZR 26/20) entschieden, dass Banken Gebührenerhöhungen nicht durch Schweigen der Kunden als Zustimmung werten dürfen. Die sogenannte „Zustimmungsfiktion“ in AGB ist unwirksam. Das betrifft praktisch alle Filialbanken, die zwischen 2018 und 2021 ihre Kontogebühren stillschweigend angehoben haben.
Ja. Der BGH hat im November 2024 bestätigt, dass Kunden zu viel gezahlte Gebühren zurückfordern können. In einem Musterfall erhielt ein Kunde 192 EUR zurück. Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre ab Kenntnis der Unwirksamkeit. Prüfe, ob deine Bank die Gebühren ohne deine ausdrückliche Zustimmung erhöht hat, und schreibe ihr mit Verweis auf das Urteil.
Konkret: Wenn deine Sparkasse oder Volksbank 2019 die Gebühren von 4,90 auf 7,90 EUR erhöht hat und du nie ausdrücklich zugestimmt hast, könntest du die Differenz zurückfordern. Berechne die Differenz zwischen altem und neuem Preis, multipliziere mit den Monaten, und schreibe deiner Bank. Die Verbraucherzentrale bietet dafür Musterbriefe an.
FAQ
Ja. Anbieter wie N26, C24 und Openbank bieten Girokonten ohne Kontoführungsgebühr an, ohne Mindestgeldeingang und ohne versteckte Bedingungen. Die Debitkarte ist inklusive. Einzige Einschränkung: keine Filialen, alles läuft per App.
Prüfe, ob deine Bank die Gebühren ohne deine ausdrückliche Zustimmung erhöht hat. Falls ja, schreibe der Bank mit Verweis auf das BGH-Urteil vom April 2021 (Az. XI ZR 26/20). Die Verbraucherzentrale stellt kostenlose Musterbriefe bereit. Die Verjährungsfrist beträgt 3 Jahre ab Kenntnis.
Ja. 5 EUR im Monat sind 60 EUR im Jahr. In 5 Jahren sind das 300 EUR. Dazu kommen oft versteckte Kosten für Karte, Auszüge und Bargeld. Der Wechsel selbst kostet nichts und dauert 2 bis 4 Wochen.
Einige Neobanken bieten einen Dispo an. C24 gewährt nach Gehaltseingang einen Dispo bis 5.000 EUR. Bei N26 ist ein Dispo je nach Bonität möglich. Der Zinssatz liegt bei Neobanken oft niedriger als bei Sparkassen (die teils 12 bis 14 % verlangen).
Nein. Ein Girokonto-Wechsel betrifft nur das Girokonto. Sparbücher, Bausparverträge und Depots bei der Sparkasse laufen unabhängig weiter. Du kannst sie behalten oder separat umziehen.
Quellen
- BGH-Urteil vom 27. April 2021, Az. XI ZR 26/20: bundesgerichtshof.de
- Verivox Girokonto-Studie 2024: verivox.de
- Verbraucherzentrale, Musterbrief Kontogebühren: verbraucherzentrale.de
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