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Kostenlose Geschäftskonten: Was ist wirklich kostenlos?
Du suchst ein Geschäftskonto, das nichts kostet. Verständlich. Aber „kostenlos“ heißt bei Neobanken selten „komplett ohne Gebühren“. Jeder Anbieter hat Haken, manche offensichtlich, manche gut versteckt. Hier bekommst du den ehrlichen Überblick.
Das Wichtigste in Kürze
- Kein kostenloses Geschäftskonto ist wirklich komplett gratis. Überall gibt es Limits oder versteckte Kosten.
- N26 Business: Unbegrenzte SEPA-Überweisungen, 0 EUR. Aber kein DATEV und nur für Freiberufler.
- Finom Solo: 50 SEPA inklusive, DATEV inklusive. Aber Volumenregel bei Ausgängen und 2 EUR/Monat Inaktivitätsgebühr.
- FYRST Base: 50 SEPA, Girocard inklusive. Für GmbH aber ab Monat 7 kostenpflichtig (6 EUR/Monat).
- Kontist Free: Nur 10 SEPA-Überweisungen pro Monat. Danach 0,15 EUR pro Stück.
- Wer aktiv ist, zahlt bei allen Anbietern irgendwann. Die Frage ist: kostenlos starten und upgraden, oder gleich den passenden Tarif wählen?
Anbieter in diesem Artikel
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FINOM
74 · Gut
FYRST
72 · Gut
Die besten kostenlosen Geschäftskonten im Vergleich
Fünf Neobanken bieten einen Gratisplan an. Die Unterschiede liegen bei den inkludierten Leistungen und den Bedingungen, unter denen das Konto tatsächlich kostenlos bleibt.
Kostenlose Geschäftskonten im Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
N26 Business sieht auf dem Papier am großzügigsten aus: unbegrenzte SEPA-Überweisungen, keine Grundgebühr, 0,1 % Cashback auf Kartenzahlungen. Der Haken: kein DATEV-Export und keine Buchhaltungsintegration. Für Freelancer mit wenig Buchungsaufwand ist das verkraftbar. Sobald dein Steuerberater DATEV braucht, wird es umständlich.
Finom Solo bietet den besten Kompromiss aus kostenlos und funktional. 50 SEPA-Überweisungen pro Monat reichen für die meisten Solo-Selbstständigen, DATEV ist direkt integriert, und du kannst Rechnungen im Tool erstellen. Aber: Finom hat eine Volumenregel bei Ausgängen. Bei 5.000 EUR monatlichem Ausgangsvolumen sind nur 7 bis 15 Überweisungen gratis, danach fallen Gebühren an. Und wenn du das Konto nicht aktiv nutzt, berechnet Finom 2 EUR pro Monat als Inaktivitätsgebühr.
FYRST Base ist für Freiberufler dauerhaft kostenlos. 50 inkludierte SEPA-Überweisungen, eine Visa Debit und eine Girocard. Letzteres ist im kostenlosen Segment einzigartig. Vorsicht bei GmbH und UG: Nach den ersten 6 Gratismonaten kostet das Konto 6 EUR/Monat.
Kontist Free ist auf den ersten Blick attraktiv wegen der automatischen Steuerrücklage. Aber 10 SEPA-Überweisungen pro Monat sind extrem wenig. Wer regelmäßig Rechnungen bezahlt, erreicht das Limit schnell. Jede weitere Überweisung kostet 0,15 EUR.
Qonto Starter ist seit 2025 kostenlos, aber mit nur 5 inkludierten SEPA-Überweisungen pro Monat eher ein Einstiegsangebot. Der Vorteil: Qonto akzeptiert auch GmbH und UG im Starter-Tarif. Wer mit wenigen Buchungen auskommt und später upgraden will, kann hier starten.
Versteckte Kosten: Darauf musst du achten
Die Grundgebühr ist bei allen genannten Konten 0 EUR. Die eigentlichen Kosten stecken woanders.
Bei Finom Solo, FYRST Base und Kontist Free zahlst du für jede Überweisung über dem Inklusivkontingent. Bei 80 Buchungen im Monat und einem Kontingent von 50 sind das bei Finom Solo 30 mal 0,20 EUR, also 6 EUR. Bei Kontist Free mit nur 10 Inklusiv-Überweisungen wären es 70 mal 0,15 EUR, also 10,50 EUR.
Finom berechnet 2 EUR pro Monat, wenn das Konto nicht regelmäßig genutzt wird. Falls du das Konto nur als Zweitkonto für bestimmte Projekte nutzt, solltest du das einkalkulieren.
Bei FYRST kostet der DATEV-Export 5 EUR pro Monat extra. Bei Finom und Qonto ist DATEV in allen Tarifen inklusive.
Volumenregel bei Finom Solo beachten
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– Finom begrenzt die kostenlosen Überweisungen im Solo-Tarif nicht nur nach Anzahl, sondern auch nach Ausgangsvolumen.
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– Bei hohem monatlichem Überweisungsvolumen (z.B. 5.000 EUR und mehr) reduziert sich die Anzahl der kostenlosen Überweisungen auf 7 bis 15.
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– Die genauen Schwellenwerte findest du in den Finom-Tarifbedingungen.
Physische Karten sind bei N26, FYRST und Kontist inklusive. Bei Finom Solo bekommst du nur eine virtuelle Karte. Eine physische Karte kostet Aufpreis oder erfordert ein Upgrade auf den Start-Tarif.
Bargeld einzahlen ist bei den meisten Neobanken nicht möglich oder kostenpflichtig. FYRST hat hier den Vorteil des Deutsche-Bank-Filialnetzes. Bei allen anderen musst du Umwege über Drittanbieter nehmen.
Kostenlos vs. Premium: Wann sich ein Upgrade lohnt
Wer sein Geschäftskonto aktiv nutzt, zahlt bei allen Anbietern irgendwann etwas. Die Gratiskonten sind Einstiegsangebote. Ab einem bestimmten Buchungsvolumen ist ein Pauschalmodell günstiger als Einzelgebühren.
Bis 30 Buchungen pro Monat reicht ein kostenloses Konto. N26 Business (unbegrenzte SEPA) oder FYRST Base (50 SEPA, Girocard) sind hier die besten Optionen.
Zwischen 30 und 80 Buchungen funktionieren Finom Solo oder FYRST Base noch, aber die Einzelgebühren summieren sich. Rechne durch, ob ein Upgrade auf Finom Start oder FYRST Complete günstiger ist.
Über 80 Buchungen pro Monat wird ein Pauschaltarif günstiger. Qonto Basic (30 inkl. Überweisungen plus Flatrate-Option) oder Finom Start (100 inkl.) sind sinnvolle Upgrades.
Kostenlos starten, später upgraden
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– Die beste Strategie für die meisten Gründer: Starte mit einem kostenlosen Konto und beobachte dein Buchungsvolumen in den ersten 3 Monaten.
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– Erst dann entscheidest du, ob ein Upgrade nötig ist.
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– Bei Finom, Qonto und FYRST kannst du jederzeit den Tarif wechseln, ohne das Konto zu schließen.
Häufige Fragen
N26 Business kommt dem am nächsten: 0 EUR Grundgebühr, unbegrenzte SEPA-Überweisungen, keine Kartengebühr. Der Nachteil ist die fehlende DATEV-Anbindung. Alle anderen kostenlosen Konten haben Limits bei den Überweisungen, nach denen Einzelgebühren anfallen.
FYRST Base (6 Monate kostenlos), Finom Solo und Qonto Starter akzeptieren GmbH und UG. Bei FYRST fallen ab dem siebten Monat 6 EUR/Monat an. N26 Business und Kontist sind auf Freiberufler beschränkt und kommen für Kapitalgesellschaften nicht infrage.
N26 Business: unbegrenzt. FYRST Base: 50 pro Monat. Finom Solo: 50 pro Monat (mit Volumenregel). Kontist Free: nur 10 pro Monat. Qonto Starter: nur 5 pro Monat. Für aktive Geschäftskonten sind FYRST Base und N26 Business am großzügigsten.
Sobald du regelmäßig über 50 Buchungen pro Monat hast oder Funktionen wie Multi-User-Zugang, Approval-Workflows oder erweiterte Buchhaltungsintegration brauchst. Bei 80 Buchungen monatlich zahlst du bei Finom Solo bereits 6 EUR Überweisungsgebühren. Ein Pauschaltarif ist dann oft günstiger.
Ja, bei allen genannten Anbietern. Finom, Qonto und FYRST ermöglichen einen Tarifwechsel ohne Kontowechsel. Deine IBAN bleibt gleich, es ändern sich nur die inkludierten Leistungen und die monatliche Gebühr.
Quellen
- N26 Business Konditionen: n26.com
- Finom Tarife und Preise: finom.co
- FYRST Geschäftskonto Base: fyrst.de
Den vollständigen Vergleich aller Geschäftskonten mit Bewertungen und Praxistests findest du in unserem Geschäftskonto Vergleich 2026.
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