Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
Das Wichtigste in Kürze
- Schutz vor der Dispo-Falle bei unerwarteten Ausgaben (Reparaturen, Jobverlust)
- Zinsen auf dem Tagesgeldkonto: Neobanken zahlen bis zu 2,50 % p.a.
- Verhindert erzwungene Depot-Verkäufe zum schlechtesten Zeitpunkt
Ehrliche Nachteile:
- Gebundenes Kapital, das keine hohe Rendite erwirtschaftet
- Konsequente Disziplin nötig, damit das Geld wirklich nur für Notfälle genutzt wird
Perfekt für dich, wenn du eine solide finanzielle Basis schaffen willst, bevor du mit dem Investieren anfängst.
Nicht ideal, wenn du das Geld als Renditevehikel betrachtest. Dafür sind ETFs und Tagesgeld mit höherem Risiko besser geeignet.
Unser Urteil in einem Satz: Der Notgroschen ist kein Investment, sondern eine Versicherung und die wichtigste Grundlage für jeden Finanzplan.
Die Waschmaschine gibt auf, das Auto braucht eine Reparatur, der Job ist plötzlich weg. Ohne Notgroschen wird aus einer unangenehmen Situation schnell eine echte Krise. Die gute Nachricht: Einen Notgroschen aufzubauen ist einfacher, als du denkst. Und mit dem richtigen Konto bekommst du sogar noch Zinsen dafür.
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Scalable Capital
84 · Sehr gut
Trade Republic
83 · Sehr gut
C24 Bank
79 · Gut
Was ist ein Notgroschen und warum brauchst du einen?
Ein Notgroschen ist Geld, das du ausschließlich für ungeplante Ausgaben zurücklegst. Keine Urlaube, keine Schnäppchen, keine „einmalige Gelegenheit“. Nur echte Notfälle: kaputte Heizung, Zahnersatz, Jobverlust.
Ohne diesen Puffer passiert eins von zwei Dingen. Entweder du rutschst in den Dispo (aktuell oft 10 bis 14 % Zinsen). Oder du musst dein Depot verkaufen, wenn die Kurse gerade im Keller sind.
Der Notgroschen ist kein Investment. Er ist eine Versicherung gegen den Zufall. Und die wichtigste Grundlage, bevor du überhaupt ans Investieren denkst.
Wie viel Notgroschen? Die Faustregel
Die pauschale Antwort „3 Monatsgehälter“ ist ein guter Startpunkt, aber zu grob. Wie viel du tatsächlich brauchst, hängt von deiner Lebenssituation ab.
Notgroschen nach Lebenssituation Notgroschen anlegen 2026: Wie viel, wohin und welches Konto?
Stand: März 2026
Beispiel: 4.800 €
Beispiel: 6.400–9.600 €
Beispiel: 9.600–19.200 €
Beispiel: 14.800–24.800 €
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Wichtig: Die Basis sind deine monatlichen Fixkosten, nicht dein Bruttogehalt. Zähl Miete, Versicherungen, Lebensmittel und laufende Verträge zusammen. Das ist dein Monatsbedarf.
Falls du gerade bei null startest, setz dir kein unrealistisches Ziel. Schon 1.000 € fangen die meisten Alltagsnotfälle ab. Die DIN-Norm für Finanzplanung setzt die absolute Untergrenze bei 3.630 €. Arbeite dich in Etappen hoch.
Wo den Notgroschen parken? Die besten Optionen
Die wichtigste Eigenschaft deines Notgroschen-Kontos: Du musst sofort rankommen. Innerhalb von Stunden, nicht Tagen.
Tagesgeldkonto bei einer separaten Bank ist die naheliegendste Wahl. Du bekommst Zinsen, das Geld ist täglich verfügbar und durch die Einlagensicherung bis 100.000 € abgesichert. Außerdem schützt die Trennung von deinem Girokonto vor Impulskäufen.
Girokonto funktioniert, aber schlecht. Kaum Zinsen, keine psychologische Trennung, ständige Versuchung. Dein Notgroschen verschwindet dort im alltäglichen Geldfluss.
Geldmarkt-ETFs klingen gut, taugen aber nur bedingt. Die Abwicklung dauert zwei Bankarbeitstage (T+2), und du kannst nur zu Börsenzeiten verkaufen. Am Sonntagabend, wenn die Heizung ausfällt, hilft dir das nicht.
Hybrid-Strategie für größere Notgroschen
Wenn dein Notgroschen über 3 Monatsgehälter hinausgeht, kannst du den Kern (2 bis 3 Monate) auf einem Tagesgeldkonto lassen und den Rest in einen Geldmarkt-ETF stecken. So holst du etwas mehr Rendite raus, ohne die sofortige Verfügbarkeit komplett aufzugeben.
Festgeld fällt komplett raus. Das Geld ist für Wochen oder Monate gesperrt. Für den Notgroschen unbrauchbar. Mehr dazu im Vergleich Festgeld vs. Tagesgeld.
Notgroschen bei Neobanken: Die besten Konten
Aktueller EZB-Leitzins: 2,00 % (Stand: März 2026)
Der EZB-Einlagenzins liegt seit Juni 2025 bei 2,00 %. Tagesgeldzinsen bei Neobanken orientieren sich daran. Wer deutlich mehr bietet, arbeitet mit zeitlich begrenzten Aktionszinsen. Wir aktualisieren die Zinssätze in diesem Artikel monatlich.
Für den Notgroschen kommen vor allem drei Neobanken infrage, die sich in Zins, Einfachheit und Kontostruktur unterscheiden.
Scalable Capital (2,50 % p.a.) bietet seit März 2026 den höchsten Dauerzins. Die Zinsen werden monatlich ausgezahlt, es gibt kein Limit. Einzige Bedingung: Du brauchst ein Depot bei Scalable. Wenn du ohnehin dort investierst, ist das die renditestärkste Option.
Trade Republic (2,00 % p.a.) zahlt ebenfalls monatlich aus, ohne Limit und ohne Aktionszins-Ablaufdatum. Das heißt: kein Kleingedrucktes, kein Nachschlagen nach 6 Monaten. Nachteil: Es gibt keine Unterkonten. Dein Notgroschen liegt im selben Topf wie dein übriges Cash.
C24 Bank (0,50 % p.a.) hat den niedrigsten Zins, aber das beste System für den Notgroschen. Die Pockets sind echte Unterkonten mit eigener IBAN. Du kannst ein Pocket „Notgroschen“ nennen, automatische Sparregeln einrichten und das Geld trotzdem jederzeit auf dein Hauptkonto schieben. Die psychologische Trennung ist hier am stärksten.
Neobanken im Notgroschen-Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Wen der höchste Zins zählt und wer sowieso ein Depot bei Scalable hat, ist dort richtig. Wer es unkompliziert will, ohne Depot-Pflicht, fährt mit Trade Republic gut. Wer seinen Notgroschen konsequent vom Alltag trennen möchte, sollte C24 zumindest ausprobieren, die Pockets-Funktion ist tatsächlich nützlich.
N26 ist für den Notgroschen keine gute Wahl. Im kostenlosen Tarif gibt es nur 0,25 % Zinsen, und die Spaces (Unterkonten) sind nicht verzinst. Den Metal-Tarif mit 2,00 % Zinsen lohnt sich wegen der 16,90 € Monatsgebühr nicht allein für einen Notgroschen.
Einen umfassenden Zinsvergleich findest du in unserem Tagesgeld-Zinsen-Vergleich 2026.
Notgroschen vs. Investieren: Was kommt zuerst?
Erst der Notgroschen, dann der ETF-Sparplan. Verbraucherzentralen, Stiftung Warentest und unabhängige Finanzberater empfehlen die gleiche Reihenfolge:
- Teure Schulden abbauen. Dispo, Konsumkredite, Kreditkartenrückstände. Alles über 5 % Zinsen sofort tilgen.
- Notgroschen aufbauen. Bis mindestens 3 Monatsgehälter auf dem Tagesgeldkonto liegen.
- Dann investieren. ETF-Sparplan, Altersvorsorge, was auch immer dein Plan ist.
Warum diese Reihenfolge so wichtig ist? Ohne Notgroschen wirst du gezwungen, dein Depot im ungünstigsten Moment aufzulösen. Der Aktienmarkt fällt 30 %, gleichzeitig braucht dein Auto eine Reparatur für 2.000 €. Ohne Puffer verkaufst du Anteile mit Verlust.
Häufiger Denkfehler
„Ich investiere lieber sofort, der Notgroschen kann warten.“ Klingt rational, ist es aber nicht. Die erwartete Mehrrendite von ein paar hundert Euro pro Jahr steht in keinem Verhältnis zum Risiko, bei einem Notfall Tausende Euro Verlust zu realisieren.
Eine Ausnahme: Wenn dein Arbeitgeber einen Zuschuss zum ETF-Sparplan gibt (z.B. vermögenswirksame Leistungen), nimm den Zuschuss mit. Geschenktes Geld schlägt jede Reihenfolge.
Häufige Fragen
Für Singles mit festem Job und keiner Immobilie: ja. Familien mit Kindern, Alleinverdiener oder Selbstständige sollten 4 bis 6 Monate anpeilen. Immobilieneigentümer rechnen zusätzlich 10.000 bis 20.000 € für Reparaturen dazu.
Separat. Die psychologische Distanz hilft enorm, das Geld nicht für Alltagsausgaben anzugreifen. C24 Pockets sind ein guter Mittelweg: gleiche App, aber eigene IBAN und damit klare Trennung.
Nur als Ergänzung, nicht als Basis. Die Abwicklung dauert zwei Bankarbeitstage, und du kommst nur zu Börsenzeiten an dein Geld. Der Kern (2 bis 3 Monatsgehälter) gehört auf ein Tagesgeldkonto. Alles darüber kann in einen Geldmarkt-ETF.
Setz dir ein erstes Ziel von 1.000 €. Richte einen Dauerauftrag ein, der am Gehaltstag automatisch einen festen Betrag auf dein Tagesgeldkonto überweist. Schon 100 € im Monat bringen dich in zehn Monaten ans Ziel.
Ja. Zinserträge unterliegen der Abgeltungssteuer (25 % plus Soli). Richte einen Freistellungsauftrag ein: Singles haben 1.000 €, Ehepaare 2.000 € Sparerpauschbetrag pro Jahr. Damit bleiben die Zinsen auf einen typischen Notgroschen in den meisten Fällen steuerfrei. Mehr Details im Artikel Tagesgeld und Steuern.
Quellen
- Verbraucherzentrale: Notgroschen anlegen, verbraucherzentrale.de
- Bankdaten.de: Ratgeber Notgroschen, bankdaten.de
- Finanzfluss: Notgroschen, finanzfluss.de
Weiterlesen: Tagesgeldhopping-Strategie
Einen umfassenden Überblick über Tagesgeld bei Neobanken findest du in unserem Tagesgeld-Vergleich der Neobanken.
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