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Du hast Geld bei Trade Republic liegen — vielleicht ein paar Tausend Euro auf dem Zinskonto, ein ETF-Portfolio oder Krypto. Und jetzt fragst du dich: Wie sicher ist das eigentlich? Was passiert, wenn Trade Republic pleitegeht? Und was hat es mit den ganzen BaFin-Beschwerden auf sich? Hier bekommst du die ehrliche Antwort, inklusive der Stellen, an denen es hakt.
Das Wichtigste in Kürze
- Trade Republic hat seit Dezember 2023 eine BaFin-Vollbanklizenz und wird direkt von BaFin und EZB beaufsichtigt
- Dein Cash ist durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 EUR pro Partnerbank geschützt — bei Verteilung auf zwei Banken effektiv bis 200.000 EUR
- Aktien und ETFs sind Sondervermögen: Bei einer Pleite gehören sie weiterhin dir
- Krypto ist NICHT durch die Einlagensicherung geschützt, aber seit April 2025 durch eine eigene MiCA-Lizenz reguliert
- Schwachstellen: Nur 4-stelliger PIN, kein TOTP, hohe Beschwerdezahlen bei der BaFin, Kundenservice schwer erreichbar
Ist Trade Republic sicher? Die Kurzantwort
Ja, dein Geld ist bei Trade Republic grundsätzlich sicher — zumindest rechtlich. Trade Republic ist eine regulierte Vollbank mit deutscher Banklizenz, deine Einlagen sind durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, und deine Wertpapiere gehören dir als Sondervermögen.
Aber „grundsätzlich sicher“ heißt nicht „problemfrei“. Es gibt echte Schwachstellen: einen Kundenservice, der schwer erreichbar ist, Systemausfälle in Stresssituationen und eine App-Sicherheit, die hinter dem Stand der Technik zurückbleibt. Dazu später mehr.
Schauen wir uns die einzelnen Bereiche an.
BaFin-Vollbanklizenz: Was das für dich bedeutet
Seit dem 5. Dezember 2023 ist Trade Republic eine vollständig lizenzierte Bank — genehmigt von der BaFin und der Europäischen Zentralbank (EZB). Der offizielle Name: Trade Republic Bank GmbH, BaFin-ID 10150368.
Bis Ende 2023 war Trade Republic „nur“ ein Wertpapierinstitut. Kundengelder lagen bei Partnerbanken wie Solaris oder Citibank, und Trade Republic selbst durfte kein Einlagengeschäft betreiben. Mit der Vollbanklizenz hat sich das geändert: Jetzt ist Einlagengeschäft (dein Zinskonto), Kreditgeschäft, Finanzkommissionsgeschäft und Eigenhandel erlaubt. Im Januar 2026 kam noch die Erlaubnis für ein eigenes multilaterales Handelssystem dazu — also einen eigenen Handelsplatz.
Eine BaFin-regulierte Vollbank unterliegt strengen Kapitalanforderungen, regelmäßigen Prüfungen und der Aufsicht durch BaFin und EZB. Das ist ein deutlich höherer Schutzstandard als bei Brokern, die nur als Vermittler arbeiten. Zum Vergleich: Smartbroker+ hat keine eigene Banklizenz und läuft komplett über die Baader Bank.
Einlagensicherung: So ist dein Geld geschützt
Dein Cash-Guthaben bei Trade Republic — also alles auf dem Verrechnungskonto und dem Zinskonto — ist durch die gesetzliche Einlagensicherung der Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geschützt. Das bedeutet: Bis zu 100.000 EUR pro Kunde pro Partnerbank.
Trade Republic verteilt dein Guthaben seit Mitte 2024 auf bis zu zwei Partnerbanken gleichzeitig. Die aktuellen Partner sind Deutsche Bank, J.P. Morgan SE, Solaris SE und Citibank Europe plc. Liegt dein Geld zum Beispiel 50/50 bei Deutsche Bank und J.P. Morgan, bist du effektiv bis 200.000 EUR abgesichert.
Was passiert bei noch höheren Beträgen? Teile deines Guthabens werden automatisch in Geldmarktfonds (aktuell von BlackRock) angelegt. Die gelten als Sondervermögen — fallen also bei einer Bankpleite nicht in die Insolvenzmasse.
Wichtig zu verstehen: Dein Geld liegt nicht direkt bei Trade Republic, sondern auf Treuhandsammelkonten bei den Partnerbanken. Wie die Einlagensicherung bei allen Neobanken funktioniert, vergleichen wir in unserem Ratgeber Einlagensicherung bei Neobanken. Das klingt komplizierter als es ist: Im Insolvenzfall greift die Einlagensicherung bei der jeweiligen Partnerbank, nicht bei Trade Republic selbst.
Sondervermögen: Was passiert mit deinen Aktien und ETFs bei einer Pleite?
Kurze Antwort: Nichts. Deine Aktien und ETFs gehören dir.
Alle Wertpapiere im Trade Republic Depot sind juristisch Sondervermögen nach deutschem Recht. Sie werden bei der Depotbank HSBC Deutschland verwahrt. Sollte Trade Republic insolvent gehen, fallen deine Wertpapiere nicht in die Insolvenzmasse. Sie gehören weiterhin dir und werden von der Depotbank an dich oder einen neuen Broker herausgegeben.
Das ist keine Trade-Republic-Spezialität — so funktioniert das bei jedem deutschen Broker. Deine Aktien liegen nie beim Broker selbst, sondern bei einer separaten Depotbank.
Das reale Risiko: Im Insolvenzfall wäre nicht dein Geld weg, sondern der Zugriff vorübergehend eingeschränkt. Ein Depotübertrag zu einem neuen Broker kann Wochen dauern. In der Zwischenzeit kannst du nicht handeln. Wer jetzt schon nervös wird, kann vorsorglich prüfen, wie ein Depotübertrag bei Trade Republic funktioniert.
Häufige Verwechslung: HSBC Deutschland (die Depotbank für deine Wertpapiere) ist nicht dasselbe wie HSBC Continental Europe, die früher als Partnerbank für Cash-Guthaben fungierte. Das sorgt in Foren regelmäßig für Verwirrung.
Krypto bei Trade Republic: Wie sicher sind deine Coins?
Hier sieht es etwas anders aus.
Kryptowährungen bei Trade Republic sind nicht durch die Einlagensicherung (EdB) geschützt. Das ist kein Trade-Republic-Problem, sondern branchenweit so: Kein Krypto-Bestand fällt unter die gesetzliche Einlagensicherung.
Seit dem 24. April 2025 hat Trade Republic eine eigene MiCA-Lizenz der BaFin. MiCA (Markets in Crypto-Assets Regulation) ist die neue EU-weite Krypto-Regulierung und erlaubt Krypto-Verwahrung, Orderausführung und Transferdienste.
Zur Verwahrung: Deine Kryptowährungen werden in Cold Storage (Offline-Wallets) aufbewahrt. Bisheriger Custodian war BitGo Europe GmbH, ein BaFin-regulierter Verwahrer mit Sitz in Frankfurt. Mit der eigenen MiCA-Lizenz kann Trade Republic die Verwahrung zunehmend selbst übernehmen.
Unter MiCA gilt ein Sondervermögensschutz für Krypto-Bestände. Das heißt: Auch deine Coins sollen im Insolvenzfall nicht in die Masse fallen. MiCA ist aber noch relativ neu, und es gibt wenig Praxiserfahrung, wie das im Ernstfall abgewickelt wird.
Ehrliche Einschätzung: Deine Krypto-Bestände bei Trade Republic sind besser geschützt als bei unregulierten Börsen. Aber sie haben nicht denselben rechtlichen Schutzstatus wie deine Aktien (Sondervermögen) oder dein Cash (Einlagensicherung).
2FA und App-Sicherheit: So schützt du dein Konto
Regulierung und Einlagensicherung helfen nicht, wenn jemand dein Konto übernimmt. Deshalb ist die Frage: Wie gut schützt Trade Republic dein Konto vor unbefugtem Zugriff?
Beim Login bietet Trade Republic einen 4-stelligen PIN, biometrische Authentifizierung (Fingerprint oder Face ID) und Push-Notification als zweiten Faktor für den Web-Login. Was fehlt: TOTP-Apps (zeitbasierte Einmalpasswörter wie Google Authenticator), Passkeys und Hardware-Token wie YubiKey werden nicht unterstützt.
Und das ist ein echtes Problem. Ein 4-stelliger PIN hat genau 10.000 mögliche Kombinationen. Das ist der Sicherheitsstandard deines Fahrradschlosses, nicht deines Bankkontos. Andere Broker bieten längst TOTP oder Passkeys an.
So schützt du dich trotzdem: Aktiviere Biometrie (Fingerprint/Face ID). Nutze ein einzigartiges, langes Passwort für deine verknüpfte E-Mail-Adresse. Und vor allem: Reagiere nie auf SMS-Links, Anruf-Aufforderungen oder Krypto-Transfer-Bitten, die angeblich von Trade Republic kommen. Trade Republic verschickt so etwas nicht.
Im Januar 2025 gab es eine größere Phishing-Welle mit sechsstelligen Schäden bei einzelnen Betroffenen. Im August 2025 warnte die BaFin vor einer WhatsApp-Gruppe, die sich als Trade Republic ausgab. Wichtig: Das waren keine Hacks oder Datenlecks bei Trade Republic selbst, sondern Social-Engineering-Angriffe auf Nutzer.
Die kritische Seite: BaFin-Beschwerden und Probleme
Jetzt zu den Schattenseiten.
Laut Verbraucherzentralen gingen zwischen Januar und September 2025 über 300 Beschwerden ein — ein Anstieg von 133% gegenüber dem Vorjahr. Im August 2025 hat die BaFin einen Aufsichtshinweis an Trade Republic erteilt.
Die häufigsten Beschwerden betreffen verzögerte Depotübertragungen, einen schwer erreichbaren Kundenservice, fehlerhafte Dividendengutschriften, Unstimmigkeiten bei Steuerabrechnungen und technische Ausfälle in Stressphasen.
Besonders der Kundenservice ist ein Dauerthema. Trade Republic hat 2024 den eigenen Customer-Support-Bereich umgebaut und setzt verstärkt auf KI und Outsourcing. In der Praxis heißt das: Du landest bei einem Bot, der deine Frage nicht versteht, und bis ein Mensch antwortet, können Tage vergehen. Falls du dein Depot irgendwann schließen willst, lies vorher unseren Guide zu Trade Republic kündigen — gerade beim Thema Kundenservice solltest du wissen, was auf dich zukommt.
Technische Ausfälle: Beim Börsencrash im August 2024 waren App und Web von Trade Republic zeitweise nicht erreichbar. Fairerweise: Auch Scalable Capital hatte an dem Tag Probleme. Aber wenn du in einem Crash nicht auf dein Depot zugreifen kannst, ist das mehr als ein Ärgernis.
Einordnung: Trade Republic hat mit Abstand die meisten Kunden unter den deutschen Neo-Brokern. Mehr Kunden bedeuten auch mehr Beschwerden — absolut gesehen. Das relativiert die Zahlen etwas, aber der Trend (+133%) und der BaFin-Aufsichtshinweis zeigen, dass es reale Probleme gibt, die Trade Republic lösen muss.
Auch die versteckten Kosten bei Trade Republic (vor allem Spreads) gehören zu den Themen, die immer wieder für Frust sorgen.
Häufige Fragen
Ja. Seit dem 5. Dezember 2023 ist Trade Republic eine vollständig lizenzierte Bank (CRR-Kreditinstitut), beaufsichtigt von BaFin und EZB. Die BaFin-ID ist 10150368. Damit darf Trade Republic unter anderem Einlagengeschäft, Kreditgeschäft und Eigenhandel betreiben.
100.000 EUR pro Kunde pro Partnerbank — das ist die gesetzliche Einlagensicherung (EdB). Da Trade Republic dein Guthaben auf bis zu zwei Partnerbanken verteilt, kann der effektive Schutz bei bis zu 200.000 EUR liegen. Höhere Beträge werden in Geldmarktfonds angelegt, die als Sondervermögen gelten.
Dein Cash-Guthaben ist durch die Einlagensicherung geschützt (bis 100.000 EUR pro Partnerbank). Deine Aktien und ETFs sind Sondervermögen und gehören dir — sie fallen nicht in die Insolvenzmasse. Das reale Risiko: Der Zugriff wäre vorübergehend eingeschränkt und ein Depotübertrag könnte Wochen dauern.
Krypto ist nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt. Seit April 2025 verfügt Trade Republic aber über eine eigene MiCA-Lizenz der BaFin, die einen Sondervermögensschutz für Krypto-Bestände vorsieht. Die Verwahrung erfolgt in Cold Storage (Offline-Wallets). Das ist sicherer als unregulierte Börsen, aber nicht auf dem gleichen Level wie die Einlagensicherung für Cash.
Trade Republic bietet einen 4-stelligen PIN, biometrische Authentifizierung (Fingerprint/Face ID) und Push-Notification als zweiten Faktor für den Web-Login. TOTP-Apps (wie Google Authenticator), Passkeys und Hardware-Token werden nicht unterstützt. Aktiviere mindestens Biometrie, um dein Konto besser abzusichern.
Die Verbraucherzentralen verzeichneten von Januar bis September 2025 über 300 Beschwerden — ein Anstieg von 133% gegenüber dem Vorjahr. Die BaFin hat im August 2025 einen Aufsichtshinweis erteilt. Die häufigsten Gründe: verzögerte Depotübertragungen, schlechter Kundenservice und fehlerhafte Abrechnungen. Trade Republic hat zwar sehr viele Kunden (was die Absolutzahlen relativiert), aber der Trend ist negativ.
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