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Miniatur-Diorama mit Festgeld-Leiter aus fuenf Euromuenzen-Stufen von 12 Monaten 3,00 Prozent bis 60 Monaten 3,00 Prozent mit Schloss, daneben Tagesgeld-Trampolin mit Scalable 2,50 Prozent und Trade Republic 2,00 Prozent, EZB-Gebaeude zeigt Zinssenkung auf 1,75 Prozent
Ratgeber

Festgeld oder Tagesgeld? Wann sich welche Anlage 2026 lohnt

· Tobias Rehermann · 10 Min. Lesezeit
Miniatur-Diorama mit Festgeld-Leiter aus fuenf Euromuenzen-Stufen von 12 Monaten 3,00 Prozent bis 60 Monaten 3,00 Prozent mit Schloss, daneben Tagesgeld-Trampolin mit Scalable 2,50 Prozent und Trade Republic 2,00 Prozent, EZB-Gebaeude zeigt Zinssenkung auf 1,75 Prozent

Du hast Geld auf dem Tagesgeldkonto, die Zinsen sinken seit Monaten. Jetzt fragst du dich: Soll ich einen Teil fest anlegen, bevor es noch weniger wird? Oder lieber flexibel bleiben, weil die Zinsen vielleicht doch wieder steigen?

Die Frage ist berechtigt. Denn seit die EZB den Einlagenzins im Juni 2025 auf 2,00 % gesenkt hat und ihn seitdem dort hält, haben praktisch alle Neobanken ihre Tagesgeldzinsen nach unten angepasst. Trade Republic zahlt nur noch 2,00 %, Scalable Capital immerhin 2,50 %. Gleichzeitig bekommst du bei Festgeld mit 12 Monaten Laufzeit noch 3,00 %. Deutlich mehr.

Das klingt nach einem klaren Fall. Ist es aber nicht. Denn Festgeld bedeutet: Dein Geld ist gesperrt. Steigen die Zinsen in der Zwischenzeit, guckst du in die Röhre. Fallen sie weiter, hast du richtig entschieden. Im Kern ist es eine Wette auf die Zukunft der EZB-Zinspolitik. Genau diese Wette schauen wir uns an. Mit konkreten Zahlen, einer Kombi-Strategie und einer ehrlichen Einordnung der Neobank-Angebote, die sich „Festgeld“ nennen, aber keines sind.

Das Wichtigste in Kürze

Top 5 Erkenntnisse:

  • Festgeld bringt aktuell bis zu 3,00 % (12 Monate, Bank of Scotland), deutlich mehr als Dauerzins-Tagesgeld bei Neobanken (2,00–2,50 %).
  • Die EZB hält den Einlagenzins seit Juni 2025 bei 2,00 %. Prognose: stabil bis Mitte 2026, danach möglicherweise Senkung auf 1,75 %.
  • Bei fallenden Zinsen sicherst du dir mit Festgeld den aktuellen Zins. Das ist der Hauptgrund, jetzt zuzuschlagen.
  • Eine Festgeld-Leiter (gestaffelte Laufzeiten) kombiniert Flexibilität mit höheren Zinsen und bringt bei 50.000 € rund 4.289 € über 5 Jahre.
  • Vorsicht bei Neobanken: Trade Republic und Scalable Capital bieten kein echtes Festgeld, sondern Anleihen ohne Einlagensicherung.

Perfekt für dich, wenn du Geld hast, das du 12–24 Monate nicht brauchst, und eher sinkende Zinsen erwartest.
Nicht ideal, wenn du flexibel bleiben musst oder der Zinsunterschied zum Tagesgeld minimal ist.
Unser Urteil in einem Satz: Festgeld lohnt sich jetzt, am besten kombiniert mit Tagesgeld als Puffer und einer Leiter-Strategie für mehr Flexibilität.

Festgeld und Tagesgeld: Die wichtigsten Unterschiede

Auf den ersten Blick ist die Sache simpel. Tagesgeld: Du kommst jederzeit an dein Geld. Festgeld: Dein Geld ist für eine bestimmte Laufzeit gesperrt, dafür bekommst du einen garantierten Zinssatz.

In der Praxis steckt mehr dahinter. Beim Tagesgeld kann die Bank den Zins jederzeit ändern. Und tut das auch. Als die EZB im Juni 2025 gesenkt hat, haben Trade Republic und Co. innerhalb weniger Wochen nachgezogen. Beim Festgeld dagegen steht der Zins fest. Egal was die EZB macht, du bekommst genau den Satz, den du bei Abschluss vereinbart hast.

Festgeld vs. Tagesgeld im Überblick

Zinssatz
Tagesgeld Variabel, Bank kann jederzeit ändern
Festgeld Fix für gesamte Laufzeit
Zugriff aufs Geld
Tagesgeld Jederzeit
Festgeld Erst nach Ablauf der Laufzeit
Typischer Zins (März 2026)
Tagesgeld 2,00–2,50 % (Neobanken)
Festgeld 2,80–3,00 % (12 Monate)
Mindestanlage
Tagesgeld Meist keine
Festgeld Oft ab 1 € bis 5.000 €
Einlagensicherung
Tagesgeld 100.000 € pro Bank
Festgeld 100.000 € pro Bank
Zinsrisiko
Tagesgeld Zins kann sinken
Festgeld Kein Risiko (aber auch kein Upside)

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Der entscheidende Punkt: Festgeld schützt dich vor sinkenden Zinsen. Tagesgeld schützt dich vor steigenden Zinsen, weil du jederzeit wechseln kannst. Was gerade sinnvoller ist, hängt davon ab, wohin die Zinsen gehen.

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Scalable Capital

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Trade Republic

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Zinsen im Vergleich: Festgeld vs. Tagesgeld aktuell

Stand März 2026 sieht die Lage so aus: Scalable Capital zahlt 2,50 %, der aktuell beste Dauerzins unter den Neobanken. Trade Republic liegt bei 2,00 %, also genau auf dem EZB-Einlagensatz. Klassische Banken wie die C24 Bank bieten teils nur 0,50 %.

Dazu gibt es Aktionszinsen: Die Consorsbank lockt Neukunden mit 3,40 % für 3 Monate, die Bank of Scotland mit 3,25 % für 3 Monate. Klingt gut, aber nach der Aktion landest du wieder beim normalen Zinssatz. Das ist Zins-Hopping, kein nachhaltiges Konzept.

Beim Festgeld sieht die Lage anders aus:

Festgeld-Zinsen nach Laufzeit (März 2026)

3 Monate
Bank Ferratum Bank (Malta)
Zinssatz 2,80 %
6 Monate
Bank Ferratum Bank (Malta)
Zinssatz 2,80 %
12 Monate
Bank Bank of Scotland
Zinssatz 3,00 %
24 Monate
Bank Ferratum Bank
Zinssatz 3,00 %
24 Monate
Bank HoistSpar (Schweden)
Zinssatz 2,86 %

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Bei 12 Monaten Laufzeit bekommst du 3,00 %, garantiert für ein ganzes Jahr. Das ist ein halber Prozentpunkt mehr als bei Trade Republic und immerhin 0,50 % mehr als bei Scalable. Bei 10.000 € macht das 300 € vs. 250 € (Scalable) bzw. 200 € (Trade Republic) im Jahr. Kein riesiger Unterschied, aber auch nicht nichts.

Wann sich Festgeld lohnt (und wann nicht)

Festgeld ist kein Allheilmittel. Die Grundvoraussetzung: Du hast Geld, das du in den nächsten 12 bis 24 Monaten definitiv nicht brauchst. Kein Notgroschen, kein Urlaubsgeld, kein Geld für die neue Waschmaschine. Sondern echtes Parkgeld, das sowieso nur rumliegt.

Außerdem macht es nur Sinn, wenn du glaubst, dass die Zinsen eher sinken als steigen. Dann sicherst du dir den aktuellen, höheren Zins für die gesamte Laufzeit. Mehr dazu im nächsten Abschnitt.

Finger weg vom Festgeld, wenn du flexibel bleiben willst oder musst. Bei den meisten Banken gibt es keine vorzeitige Kündigung. Dein Geld ist wirklich weg bis zum Laufzeitende. Und wenn der Zinsunterschied zum Tagesgeld gering ist, lohnt sich die Illiquidität kaum: Bei 2,80 % Festgeld vs. 2,50 % Tagesgeld (Scalable) ist der Aufpreis für die Unflexibilität ziemlich dünn.

Die Zinswette: Steigen oder fallen die Zinsen?

Ob Festgeld gerade eine gute Idee ist, hängt fast komplett von der Zinsentwicklung ab.

EZB-Zinsprognose März 2026

Der EZB-Einlagenzins liegt seit Juni 2025 bei 2,00 %. Am 19. März 2026 hat die EZB den Zins erneut unverändert gelassen. Die Inflation in der Eurozone liegt bei 2,6 %, also über dem EZB-Ziel von 2,0 %. Gleichzeitig wächst die Wirtschaft nur um 0,9 %. Prognose der meisten Analysten: stabil bis Mitte 2026, danach möglicherweise eine weitere Senkung auf 1,75 %.

Was bedeutet das für dich? Wenn die Prognose stimmt und die Zinsen Mitte 2026 oder Anfang 2027 auf 1,75 % sinken, werden auch die Tagesgeldzinsen weiter fallen. Trade Republic könnte dann bei 1,75 % oder sogar 1,50 % landen. Scalable vielleicht bei 2,00 %.

Mit 12 Monaten Festgeld zu 3,00 % hättest du dir den aktuellen Zins gesichert und würdest am Ende deutlich besser dastehen als jemand, der alles auf dem Tagesgeldkonto gelassen hat.

Das Gegenargument: Die Inflation liegt bei 2,6 % und die EZB könnte gezwungen sein, die Zinsen stabil zu halten oder sogar wieder anzuheben. In dem Fall wärst du mit Festgeld im Nachteil, weil dein Geld zum alten Zins festsitzt, während alle anderen mehr bekommen.

Die ehrliche Antwort: Niemand weiß es sicher. Aber der Markt preist aktuell eher sinkende als steigende Zinsen ein. Und genau für dieses Szenario ist Festgeld das passende Instrument.

Kombi-Strategie: Tagesgeld + Festgeld-Leiter

Du musst dich nicht entscheiden. Die klügste Strategie kombiniert beides über eine sogenannte Festgeld-Leiter. Du teilst dein Geld in gleich große Tranchen auf und legst jede zu einer anderen Laufzeit an. Jedes Jahr wird eine Tranche fällig, die du dann entweder neu anlegst oder als Tagesgeld behältst. So hast du immer einen Teil des Geldes in Reichweite, profitierst aber von den höheren Festgeldzinsen.

Ein konkretes Beispiel mit 50.000 €:

Festgeld-Leiter mit 50.000 €

10.000 €
Laufzeit 12 Monate
Bank Bank of Scotland
Zinssatz 3,00 %
Ertrag 300 €
10.000 €
Laufzeit 24 Monate
Bank HoistSpar
Zinssatz 2,86 %
Ertrag 572 €
10.000 €
Laufzeit 36 Monate
Bank Klarna
Zinssatz 2,79 %
Ertrag 837 €
10.000 €
Laufzeit 48 Monate
Bank Marktdurchschnitt
Zinssatz ~2,70 %
Ertrag 1.080 €
10.000 €
Laufzeit 60 Monate
Bank VW Bank
Zinssatz ~3,00 %
Ertrag 1.500 €

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

In Summe ergibt das rund 4.289 € Zinsen über die gesamte Laufzeit bei einem Durchschnittszins von 2,87 %. Und jedes Jahr wird eine Tranche fällig, die du flexibel neu anlegen kannst.

Deinen Notgroschen und kurzfristig benötigtes Geld parkst du weiter auf dem Tagesgeldkonto bei Scalable Capital oder Trade Republic. So kombinierst du Flexibilität mit planbar höheren Zinsen.

Achte darauf, dass du pro Bank nicht mehr als 100.000 € anlegst. Das ist die Obergrenze der EU-Einlagensicherung. Bei einer Festgeld-Leiter über verschiedene Banken bist du automatisch diversifiziert.

Plattformen wie WeltSparen (Raisin) machen das besonders einfach: Du eröffnest ein Konto und hast Zugriff auf über 140 Partnerbanken in der EU. Alle mit Einlagensicherung, alles über ein Interface.

Neobank-Angebote für Festgeld

Hier wird es heikel. Denn was Neobanken als „Festgeld“ oder „Festzins“ verkaufen, ist oft kein echtes Festgeld.

Trade Republic und Scalable Capital bieten zwar Produkte mit festen Zinssätzen und Laufzeiten an. Aber es handelt sich um Anleihen, nicht um Bankeinlagen. Das bedeutet: Kein Schutz durch die gesetzliche Einlagensicherung (100.000 €). Im Insolvenzfall des Emittenten (bei TR z.B. verschiedene Emittenten, bei Scalable Goldman Sachs) könntest du Geld verlieren. Prüfe immer, ob es sich um eine Bankeinlage oder ein Wertpapier handelt.

Trade Republic bietet einen „Festzins“ mit Laufzeiten von wenigen Monaten bis zu mehreren Jahren. Die Zinsen liegen zwischen 2,12 % und 3,68 %. Klingt attraktiv. Aber es handelt sich um Anleihen verschiedener Emittenten. Kein Einlagenschutz, kein garantierter Rückzahlungsanspruch im Ernstfall. Für Trade Republic ist das ein Wertpapiergeschäft, kein Bankgeschäft.

Scalable Capital hat eine Goldman-Sachs-Anleihe im Angebot: 3 % für 3 Jahre. Auch hier gilt: Das ist eine Unternehmensanleihe, kein Festgeld. Goldman Sachs ist zwar keine wackelige Klitsche, aber du trägst das Emittentenrisiko.

N26 bietet aktuell gar kein Festgeld an. C24 hat Festgeld im Programm, aber mit maximal 1,15 %. Das liegt unter dem Tagesgeldzins der Konkurrenz und ist damit schlicht nicht konkurrenzfähig.

Wenn du echtes Festgeld mit Einlagensicherung willst, führt der Weg über klassische Banken oder über Zinsplattformen wie WeltSparen (Raisin). Dort bekommst du Festgeld bei EU-regulierten Banken mit voller Einlagensicherung bis 100.000 €. Du musst kein Konto bei jeder einzelnen Bank eröffnen.

Häufige Fragen

Festgeld bringt aktuell mehr. Bei 12 Monaten Laufzeit sind bis zu 3,00 % drin (Bank of Scotland), während die besten Tagesgeld-Dauerzinsen bei Neobanken bei 2,50 % (Scalable Capital) liegen. Allerdings können Aktionszinsen beim Tagesgeld kurzfristig höher sein. Die Consorsbank bietet etwa 3,40 % für 3 Monate.

Die meisten Analysten erwarten eher sinkende als steigende Zinsen. Der EZB-Einlagenzins liegt bei 2,00 % und könnte bis Ende 2026 auf 1,75 % fallen. Wenn du Geld hast, das du 12 bis 24 Monate nicht brauchst, ist jetzt ein guter Zeitpunkt zum Festlegen. Alternativ: Eine Festgeld-Leiter, bei der du nicht alles auf eine Laufzeit setzt.

Bei einer Festgeld-Leiter teilst du dein Geld in gleich große Tranchen auf und legst jede zu einer anderen Laufzeit an (z.B. 1, 2, 3, 4 und 5 Jahre). Jedes Jahr wird eine Tranche fällig, die du flexibel neu investieren kannst. So profitierst du von höheren Langfristzinsen und hast trotzdem regelmäßig Zugriff auf einen Teil deines Geldes.

Die meisten nicht. Trade Republic und Scalable Capital verkaufen Anleihen als „Festzins“. Das ist kein Festgeld und fällt nicht unter die Einlagensicherung. Echtes Festgeld mit EU-Einlagenschutz bekommst du über Zinsplattformen wie WeltSparen (Raisin) oder direkt bei Banken wie der Bank of Scotland, HoistSpar oder Klarna.

Ja, solange die Bank ihren Sitz in der EU hat. Die EU-Einlagensicherung schützt Einlagen bis 100.000 € pro Person und Bank, unabhängig davon, ob die Bank in Deutschland, Schweden, Malta oder einem anderen EU-Land sitzt. Im Entschädigungsfall muss die Auszahlung innerhalb von 7 Arbeitstagen erfolgen.

Quellen

  1. EZB: Geldpolitische Beschlüsse, 19. März 2026 — ecb.europa.eu
  2. Raisin/WeltSparen: Festgeld-Vergleich, Stand März 2026 — weltsparen.de
  3. Verbraucherzentrale: Tagesgeld und Festgeld — was Sparer wissen müssen — verbraucherzentrale.de

Du willst wissen, welche Neobanken aktuell die besten Tagesgeldzinsen zahlen? Den vollständigen Neobank-Tagesgeld-Vergleich findest du in unserem Ratgeber Tagesgeld bei Neobanken 2026.

Weiterlesen: Geldmarkt-ETF vs. Tagesgeld | Tagesgeld-Zinsen im Vergleich | Notgroschen anlegen | Tagesgeld-Zinsen und Steuern | Tagesgeldhopping-Strategie | Broker-Zinsen vs. Tagesgeld

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