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Du willst dich für das Altersvorsorgedepot bei finanzen.net Zero vormerken lassen und fragst dich, was das eigentlich bringt. Ob du dir damit einen Platz sicherst, ob du dich bindest, ob dir später jemand etwas verkauft.
Kurze Antwort vorweg: Die Vormerkung ist eine Benachrichtigungsliste. Unverbindlich, kostenlos, ohne Konto. Sie sagt dir Bescheid, wenn es losgeht. Mehr nicht.
Trotzdem lohnt sich der Blick auf Zero, weil auf der Produktseite schon Zahlen stehen, die bei anderen Brokern fehlen. Wir haben diese Seite am 6. August 2026 durchgesehen und sortieren hier, was Zero wirklich zusagt und was offen ist. Stand August 2026, wir aktualisieren bis zum Start.
finanzen.net Zero Altersvorsorgedepot: das Wichtigste in Kürze
- Die Warteliste ist unverbindlich. Kein Konto, keine Reservierung, nur eine Mail zum Start.
- Wer im Januar 2027 sofort loslegen will, eröffnet besser jetzt ein reguläres ZERO-Depot. Laut Zero geht es dann ohne neue Identitätsprüfung weiter.
- Zugesagt: Sparplan oder Einmalbetrag ab 10 Euro monatlich, „gebührenfrei bei ZERO“, 30 Prozent Einmalauszahlung plus Entnahmeplan. Offen: Auszahlphase, ETF-Auswahl, Order-Logik für Einmalbeträge.
- Der viel zitierte ETF300 ist eine redaktionelle Empfehlung aus dem finanzen.net-Ratgeber, kein Produkt-Default. Günstig mit 0,12 Prozent, aber jung und mit rund 39 Millionen Euro klein.
- Die Zulage kommt vom Staat: bis zu 540 Euro im Jahr, dazu 300 Euro je Kind ab 25 Euro Monatsrate. Dein Geld ist bis 65 gebunden.
Was finanzen.net Zero offiziell zugesagt hat
Zero hat für das Altersvorsorgedepot eine eigene Produktseite online. Klingt banal, ist im August 2026 aber die Ausnahme. Die meisten Broker haben nur einen Ratgeber-Text.
Was Zero für das Altersvorsorgedepot zusagt finanzen.net Zero Altersvorsorgedepot: Vormerkung offen und das ist schon zugesagt
Stand: August 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Wichtig bei der Mindestrate: Auf vielen Vergleichsseiten steht, bei Zero gebe es keine Mindestsparrate. Das stimmt nicht. Die Reform schreibt keine Mindesteinzahlung vor, das Produkt von Zero startet aber laut eigener Angabe „ab 10 € monatlich“. Die beworbenen 1-Euro-Sparpläne gelten fürs normale Depot.
Wann du an das Geld kommst
Die Auszahlungsphase beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres, so steht es wörtlich in den FAQ des Bundesfinanzministeriums.
Die oft zitierte 62 stammt aus der alten Riester-Welt. Eine Ausnahme greift nur, wenn du schon vorher eine gesetzliche Altersrente beziehst.
Die Vormerkung: was sie bringt und was nicht
Auf der Zero-Seite steht der Aufruf, dich „gleich für die Warteliste“ anzumelden. Das Wort unverbindlich steht direkt daneben, und genau so ist es gemeint.
Der Punkt: Du gibst eine E-Mail-Adresse an und bekommst eine Nachricht zum Start. Du bekommst dabei weder ein vorab eröffnetes Konto noch einen reservierten Platz.
„Die Warteliste sichert dir keinen Platz. Sie sichert dir eine E-Mail.“
Der zweite Weg: heute schon ein ZERO-Depot eröffnen
Daneben gibt es einen komplett anderen Pfad, und der ist der eigentlich interessante. Wörtlich: „Eröffne heute ein ZERO Depot und eröffne nahtlos das neue Altersvorsorgedepot im Januar 2027.“
Zwei Wege, die oft verwechselt werden
Warteliste: unverbindliche Vormerkung, nur eine Benachrichtigung, kein Konto. Sinnvoll, wenn du informiert bleiben und später in Ruhe entscheiden willst.
Reguläres ZERO-Depot jetzt eröffnen: echtes Depot mit Identitätsprüfung. Laut Zero startest du damit im Januar 2027 nahtlos ins Altersvorsorgedepot. Sinnvoll, wenn du ohnehin bei Zero investieren willst.
Beides schließt sich nicht aus, und keine der beiden Optionen verpflichtet dich zu irgendetwas.
Nur wegen der Geschwindigkeit ein Depot zu eröffnen, lohnt sich trotzdem nicht. Die Zulage bekommst du am 2. Januar 2027 genauso wie am 20. Januar.
Gebührenfrei: was Zero damit meint
„Gebührenfrei bei ZERO“ ist die stärkste Aussage der Seite, und sie braucht Kontext. Zero ist auch im normalen Geschäft ein Nullgebühren-Broker: keine Depotführungsgebühr, keine Ordergebühr bei Sparplänen, über 1.700 ETFs sparplanfähig. Bei Einzelkäufen unter 500 Euro kommt 1 Euro Mindermengenzuschlag dazu, darüber ist die Order kostenlos.
Reguläres ZERO-Depot heute und die AVD-Zusagen für 2027
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Kurz gesagt: Die mittlere Spalte ist belegt, die rechte ist eine Ankündigung. Beides in einen Topf zu werfen wäre bequem, aber falsch.
Zum gesetzlichen Kostendeckel von 1,0 Prozent: Der gilt nur für das Standarddepot mit seinen zwei Fonds. Individuelle Varianten sind nicht gedeckelt, die Verbraucherzentrale rechnet dort mit 1,5 bis 2,5 Prozent. Auf der Zero-Seite steht dazu nichts.
Gebührenfrei heißt nicht kostenlos
Auch bei null Ordergebühren zahlst du trotzdem: den Spread beim Kauf, also die Spanne zwischen An- und Verkaufskurs, und die laufenden Kosten des ETFs. Beim ETF300 sind das 0,12 Prozent im Jahr, und die fallen bei jedem Broker an.
Der ETF300: was bekannt ist und was nicht
Wer zum Zero-Altersvorsorgedepot recherchiert, stolpert schnell über den ETF300, den hauseigenen MSCI-World-ETF von finanzen.net. Er wird gern als gesetzter Standard dargestellt.
Das ist er nicht. Der ETF300 steht nicht auf der Produktseite zum Altersvorsorgedepot, sondern als redaktionelle Empfehlung in einem Ratgeber von finanzen.net. Ob das Depot ohne deine Auswahl automatisch dort hineinspart, ist nicht bestätigt.
ETF300 im Überblick (ISIN FR001400YYJ0) finanzen.net Zero Altersvorsorgedepot: Vormerkung offen und das ist schon zugesagt
Stand: August 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
0,12 Prozent sind günstig, das ist Marktniveau für einen breiten Welt-ETF. Der Fonds ist aber jung und klein. Etablierte MSCI-World-ETFs bewegen sich im zweistelligen Milliardenbereich. Kleine Fonds werden häufiger geschlossen oder verschmolzen. Für ein Depot, das du bis 65 nicht anfassen darfst, solltest du das wissen.
„0,12 Prozent Kosten sind stark. 39 Millionen Euro Volumen sind für einen Fonds, den du 30 Jahre halten sollst, wenig.“
Laut Fondsdaten wurde er von Amundi aufgelegt, finanzen.net ist der Namensgeber. Den Verkaufsprospekt haben wir nicht eingesehen, deshalb formulieren wir das vorsichtig.
So viel Förderung landet bei dir
Die Zulage kommt vom Staat und ist bei jedem Anbieter gleich hoch. Sie hängt nur an deinem Eigenbeitrag. Für jeden eingezahlten Euro bis 360 Euro gibt es 50 Cent, für weitere bis zu 1.440 Euro sind es 25 Cent. Macht maximal 540 Euro im Jahr, erreicht bei 1.800 Euro Eigenbeitrag.
Mit Kindern: der stärkste Hebel
Mit Kindern wird es deutlich besser. Für jedes Kind mit Kindergeld-Anspruch bekommt ein Elternteil 100 Prozent auf jeden eingezahlten Euro, gedeckelt bei 300 Euro je Kind. Der Kinderzulagen-Rechner auf der Zero-Seite sagt dasselbe: 100 Prozent bis 300 Euro je Kind, ab 25 Euro im Monat voll.
Sarah zahlt 30 Euro monatlich ein, also 360 Euro im Jahr. Daraus rechnet der Staat:
Elternteil mit zwei Kindern, 30 Euro im Monat
familie
780 Euro Zulage
Gesamt
Auf 360 Euro eigenes Geld kommen 780 Euro vom Staat. Der Grund: Derselbe Eigenbeitrag zählt parallel für die Grundzulage und für jedes Kind. Du musst nicht pro Kind extra einzahlen. Standardmäßig läuft die Kinderzulage über die Mutter, per gemeinsamem Antrag lässt sie sich umwidmen.
„Für die volle Kinderzulage reichen 25 Euro im Monat. Zeros Einstieg liegt bei 10 Euro. Die Lücke dazwischen ist ein Kinobesuch.“
Mit Kindern sollte der Sparplan also bei mindestens 25 Euro liegen, sonst bleibt der stärkste Hebel der Reform liegen. Dazu kommt der Berufseinsteigerbonus: einmalig 200 Euro, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hast.
Für wen finanzen.net Zero passt
Passt gut, wenn du ohnehin bei Zero investierst. Alles liegt in einer App, die Identifizierung ist erledigt, und der Start im Januar ist nur noch ein paar Klicks entfernt. Die 10-Euro-Schwelle stört auch bei kleinen Raten nicht.
Warte lieber ab, wenn dir die Auswahl wichtig ist. Wie viele ETFs im Altersvorsorgedepot zur Verfügung stehen, hat Zero nicht gesagt. Bei Scalable Capital stehen dagegen schon Konditionen im Raum, etwa der Cash-Zins auf nicht investiertes Guthaben. Trade Republic hat das Depot bestätigt, nennt aber keine Zahl und hat keine Warteliste. Alle Anbieter im Überblick: Altersvorsorgedepot bei Neo-Brokern.
Was bei Zero noch offen ist
- Order-Logik für Einmalbeträge. Ob der 1-Euro-Zuschlag unter 500 Euro auch im Altersvorsorgedepot greift, steht nirgends.
- Kosten in der Auszahlphase. Dazu gibt es keine Aussage.
- Umfang der ETF-Auswahl. Genannt wird nur die gesetzliche Positivliste zertifizierter UCITS-Produkte. Eine Zahl fehlt.
- Automatische Anlage. Ob das Depot ohne deine Auswahl selbstständig in den ETF300 investiert, ist nicht bestätigt.
- Der 1-Prozent-Deckel als Zusage. Er steht im Gesetz fürs Standarddepot, aber nicht auf der Zero-Seite.
Was du bis Januar 2027 sinnvoll tun kannst
In der Warteliste eintragen
Sparrate ausrechnen
Reguläres Depot eröffnen
Konditionen abwarten
Riester-Vertrag laufen lassen
Häufige Fragen
Nein. Die Warteliste ist ausdrücklich unverbindlich und kostenlos. Du hinterlässt eine Kontaktadresse und bekommst eine Benachrichtigung zum Start. Kein Konto, keine Reservierung.
Nein, die Warteliste steht allen offen. Ein reguläres ZERO-Depot ist ein separater Weg: Wer es heute eröffnet, startet laut Zero im Januar 2027 ohne neue Identitätsprüfung ins Altersvorsorgedepot. Beide Wege lassen sich kombinieren.
Zero bewirbt es als „gebührenfrei“, gemeint sind Depotführung und Sparplan-Ausführung. Offen bleiben die Order-Logik für Einmalbeträge und die Kosten in der Auszahlphase. Die laufenden Kosten der ETFs zahlst du in jedem Fall, beim ETF300 sind das 0,12 Prozent im Jahr.
10 Euro monatlich, für Sparplan wie Einmalbetrag. Die häufig zu lesende Aussage „keine Mindestsparrate“ bezieht sich auf das Reformgesetz, nicht auf das Produkt. Die 1-Euro-Sparpläne von Zero gelten fürs normale Depot.
Das ist nicht bestätigt. Der ETF300 taucht als redaktionelle Empfehlung in einem Ratgeber von finanzen.net auf, nicht auf der Produktseite zum Altersvorsorgedepot. Zu einer automatischen Voreinstellung hat Zero sich bisher nicht geäußert.
Frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres, so steht es in den FAQ des Bundesfinanzministeriums. Zu Rentenbeginn kannst du dir bis zu 30 Prozent auf einen Schlag auszahlen lassen, der Rest läuft als monatlicher Entnahmeplan. Gehst du vorher ran, entfällt die Förderung. Ausnahme laut Zero: der Kauf von selbstgenutztem Wohneigentum.
Quellen
- finanzen.net Zero: Altersvorsorgedepot (Produktseite, abgerufen 6. August 2026)
- finanzen.net Zero: Konditionen des regulären Depots und Preis- und Leistungsverzeichnis Wertpapiere (Juli 2026)
- Bundesfinanzministerium: FAQ zur Reform der privaten Altersvorsorge
- justETF: Fondsprofil ETF300 (ISIN FR001400YYJ0)
- Verbraucherzentrale: Einschätzung zum Altersvorsorgedepot
Stand dieser Seite: August 2026. Sobald Zero Konditionen zur Auszahlphase, zur ETF-Auswahl oder zur Order-Logik nennt, ergänzen wir sie hier. Wie der Broker abseits der Altersvorsorge abschneidet, mit Gebühren, Handelsplätzen und Praxisbewertung, liest du in unserem finanzen.net Zero Testbericht.
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