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Sparschwein mit Raketen-Rucksack und Doktorhut steigt entlang einer Wachstumskurve auf, Euro-Münzen als Spur: die Frühstart-Rente mit 10 Euro monatlich vom Staat (KI-generiertes Bild)
Ratgeber

Frühstart-Rente: 10 Euro im Monat vom Staat, was schon feststeht und was nicht

· Christian Jansen · 15 Min. Lesezeit
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Sparschwein mit Raketen-Rucksack und Doktorhut steigt entlang einer Wachstumskurve auf, Euro-Münzen als Spur: die Frühstart-Rente mit 10 Euro monatlich vom Staat (KI-generiertes Bild)

Dein Kind wird sechs, und der Staat überweist 10 Euro im Monat in ein Depot. Das ist die Idee hinter der Frühstart-Rente, und sie klingt so einfach, dass viele Eltern gerade nach dem Antragsformular suchen.

Es gibt keins. Und nach dem Gesetzentwurf wird es auch keins brauchen: Die Förderung soll automatisch laufen, ganz ohne Antrag.

Was es gibt: einen Gesetzentwurf, den das Bundeskabinett am 12. August 2026 beschlossen hat, eine Handvoll Broker-Seiten mit „Frühstart-Rente“ im Titel und eine Menge Verwirrung darüber, was davon schon gilt und was reines Marketing ist. Mehrere große Anbieter haben inzwischen Landingpages online, auf denen groß eine Zahl steht. Abschließen kannst du dort trotzdem nichts.

Diese Seite trennt sauber: Was steht im Entwurf, was ist noch offen, und was verkaufen dir die Anbieter gerade tatsächlich. Stand: 19. August 2026, wir aktualisieren mit jedem Gesetzgebungsschritt.

Frühstart-Rente: das Wichtigste in Kürze

  • Geplant sind 10 Euro im Monat vom Staat, vom vollendeten 6. bis zum 18. Lebensjahr. Über die volle Laufzeit sind das 1.440 Euro je Kind
  • Der Startjahrgang ist 2020. Weitere Jahrgänge kommen sukzessive dazu, sobald sie sechs werden
  • Gezahlt werden soll rückwirkend ab dem 1. Januar 2026, in Kraft treten soll das Gesetz zum 1. Januar 2027
  • Das Geld landet in einem Altersvorsorgedepot, also demselben zertifizierten Vertragstyp wie bei der Erwachsenen-Reform. Erträge bleiben bis zur Auszahlungsphase steuerfrei
  • Eltern und Großeltern dürfen zusätzlich einzahlen, begrenzt auf 6.840 Euro im Jahr
  • Das Kabinett hat den Entwurf am 12. August 2026 beschlossen. Bundestag und Bundesrat stehen noch aus, abgeschlossen werden soll das Verfahren noch 2026
  • Kein Anbieter verkauft die Frühstart-Rente aktuell. Was heute unter dem Namen online steht, sind Wartelisten und bestehende Kinderdepots

Update 19. August 2026: Das Kabinett hat beschlossen

Das Bundeskabinett hat den Gesetzentwurf am 12. August 2026 verabschiedet, an den Eckwerten hat sich nichts geändert. Klarer ist jetzt vor allem Folgendes: Du musst keinen Antrag stellen, die Zentrale Zulagenstelle für Altersvermögen prüft den Anspruch automatisch und zahlt monatlich aus. Voraussetzung ist die steuerliche Identifikationsnummer deines Kindes, die Anbieter automatisiert abfragen dürfen. Und ohne eigenes Depot legt die Deutsche Bundesbank das Geld gesammelt an, vollständig in global gestreute Aktien. Jetzt sind Bundestag und Bundesrat dran, das Verfahren soll bis Ende 2026 durch sein.

Die Frühstart-Rente in drei Minuten

Die Mechanik ist bewusst schlicht gehalten. Ab dem vollendeten sechsten Lebensjahr zahlt der Staat für jedes Kind 10 Euro monatlich in einen eigenen Altersvorsorge-Vertrag ein. Das läuft bis zum 18. Geburtstag, danach endet die staatliche Zahlung.

Kurz gesagt: Der Staat legt an, du kommst nicht ran, und dein Kind bekommt mit 18 einen fertigen Vertrag statt einer Auszahlung.

Im Gesetzentwurf steht, dass das Geld in einen „individuellen, kapitalgedeckten, privatwirtschaftlich organisierten Altersvorsorgedepot-Vertrag“ fließt. Das ist derselbe Produkttyp, den auch Erwachsene ab 2027 besparen können. Wie dieser Vertragstyp funktioniert, wer ihn anbieten darf und was der Kostendeckel taugt, steht in unserem Überblick zum Altersvorsorgedepot.

Steuerlich passiert während der Ansparphase nichts. Erträge bleiben bis zum Beginn der Auszahlungsphase steuerfrei, und die beginnt frühestens mit dem Renteneintritt. Es ist also keine Sparbüchse fürs Studium, sondern echte Altersvorsorge mit sehr langer Bindung.

Wer zuerst dran ist

Nicht alle Kinder zwischen 6 und 18 bekommen sofort Geld. Los geht es mit dem Geburtsjahrgang 2020. Weitere Jahrgänge kommen nach und nach dazu, jeweils sobald sie das sechste Lebensjahr vollenden.

Ist dein Kind heute zwölf, ist es beim Start also nicht dabei. Das ist der Punkt, den die meisten Schlagzeilen unterschlagen. Gezahlt werden soll rückwirkend ab dem 1. Januar 2026, in Kraft treten soll das Gesetz nach Plan zum 1. Januar 2027.

Was mit 18 passiert, ist ebenfalls schon skizziert: Der Übergang soll nahtlos sein. Dein Kind kann im Altersvorsorgedepot weitersparen oder zu einem anderen zertifizierten Vertrag wechseln. Ausgezahlt wird nichts.

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Die Rechnung ist einfach genug, dass du sie im Kopf machen kannst. 10 Euro mal zwölf Monate sind 120 Euro im Jahr. Zwölf Jahre lang, vom sechsten bis zum 18. Geburtstag.

Staatsgeld über die volle Laufzeit

familie

1.440 Euro je Kind

Gesamt

Staatliche Zahlung pro Monat 10 Euro
Staatliche Zahlung pro Jahr 120 Euro
Laufzeit (6. bis 18. Lebensjahr) 12 Jahre
Summe der staatlichen Einzahlungen 1.440 Euro

Diese 1.440 Euro sind das reine Staatsgeld, ohne jede Wertentwicklung. Was am Ende tatsächlich im Depot liegt, hängt an den Märkten und an den Kosten des Vertrags, und beides kennt heute niemand. Seriöse Endwerte kann dir aktuell niemand nennen.

„1.440 Euro sind kein Bonus von irgendeinem Broker. Es ist schlicht die Summe der staatlichen Zehn-Euro-Raten über zwölf Jahre.“

Was du selbst dazulegen darfst

Hier wird es für Eltern erst richtig relevant. Der Entwurf erlaubt private Einzahlungen zusätzlich zum Staatsgeld, ausdrücklich auch von Großeltern. Die Grenze ist im Gesetzentwurf wörtlich formuliert: private Einzahlungen, „die in der Höhe auf 6.840 Euro pro Jahr begrenzt sind“.

Der Punkt: 6.840 Euro im Jahr sind ein Vielfaches der 120 Euro vom Staat. Sobald du eigenes Geld in nennenswerter Höhe dazulegst, entscheidet nicht mehr die Förderung über das Ergebnis, sondern die Kostenstruktur des Depots. Genau deshalb lohnt es sich, die Anbieterwahl später ernst zu nehmen und nicht einfach das erste Formular zu unterschreiben, das im Januar aufpoppt.

Wo das Geld landet: das Altersvorsorgedepot

Die Frühstart-Rente ist kein separates Produkt mit eigener Logik. Sie hängt sich an das Altersvorsorgedepot, den zertifizierten Vertragstyp aus der großen Rentenreform. Für Erwachsene gibt es dort bis zu 540 Euro Zulage im Jahr, für Kinder eben die 10 Euro monatlich vom Staat.

Praktisch heißt das: Bevor Geld fließen kann, braucht dein Kind einen solchen Vertrag. Verkaufen dürfen Anbieter ihn aber erst, wenn ihre Produkte beim Bundeszentralamt für Steuern zertifiziert sind. Dieses Verfahren läuft noch nicht. Der Entwurf legt für die Kinder-Verträge zudem fest, dass bis zur Volljährigkeit keine Abschluss- und Vertriebskosten anfallen dürfen.

Wenn du kein Depot eröffnest

Für diesen Fall ist eine Auffanglösung vorgesehen. Das Bundesfinanzministerium beschreibt eine kollektive Anlage nach Jahrgängen, ausdrücklich „bürokratiearm und kostengünstig“. Eine spätere Übertragung in einen individuellen Vertrag soll möglich sein. Seit dem Kabinettsbeschluss vom 12. August ist das konkreter: Die Deutsche Bundesbank verwaltet die Sammelanlage und legt das Geld vollständig in global gestreute Aktien an. Für den späteren Wechsel in einen eigenen Vertrag nennen Fachanalysen des Regierungsentwurfs (KPMG) jetzt das 35. Lebensjahr als Frist, im Referentenentwurf war noch vom 25. die Rede. Diese Frist prüfen wir beim nächsten Verfahrensschritt gegen den Gesetzestext.

Für dich als Elternteil ist das die eigentlich entspannende Nachricht. Du musst nicht am ersten Werktag im Januar 2027 hektisch ein Depot eröffnen, damit dein Kind nichts verpasst. Das Geld geht nicht verloren, es liegt nur zunächst woanders.

Eigenes Geld dazulegen: in den Frühstart-Vertrag oder ins Kinderdepot?

Die 10 Euro vom Staat nimmst du mit. Die Frage stellt sich nicht. Die eigentliche Elternfrage ist eine andere: Wenn du ohnehin 50 oder 100 Euro im Monat für dein Kind sparst, gehört dieses Geld dann später mit in den Frühstart-Vertrag oder in ein normales Kinderdepot? Der Gesetzentwurf macht den Frühstart-Mantel steuerlich attraktiv, aber der Vorteil ist für typische Sparraten kleiner, als er klingt.

Rechnen wir es transparent durch, mit offenen Annahmen: 50 Euro eigenes Geld pro Monat, zwölf Jahre lang vom sechsten bis zum 18. Geburtstag, angenommene 6 Prozent Marktrendite pro Jahr, vor Produktkosten. Eingezahlt sind dann 7.200 Euro. Im Depot liegen rund 10.500 Euro. Der Ertrag: gut 3.300 Euro über zwölf Jahre. Rechnest du vorsichtiger mit 4 Prozent, sind es rund 2.000 Euro Ertrag. Das ist die Größenordnung, um die es steuerlich überhaupt geht.

Jetzt der Steuer-Blick: Ein Kinderdepot läuft auf den Namen des Kindes, und das Kind ist steuerlich ein eigener Mensch. Es hat einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr. Mit einer Nichtveranlagungsbescheinigung bleiben sogar deutlich höhere Erträge steuerfrei. Bei Erträgen von 2.000 bis 3.300 Euro verteilt über zwölf Jahre zahlt ein Kind im Regelfall keinen Cent Steuern. Der steuerfreie Frühstart-Mantel spart in diesem Szenario also fast nichts, weil im Kinderdepot ohnehin kaum Steuern anfallen würden.

„Für typische Sparraten bringt der Steuer-Mantel fast nichts. Die Bindung bis zur Rente bleibt trotzdem in voller Härte.“

Was der Mantel dagegen sicher kostet, ist Flexibilität. Eigenbeiträge im Frühstart-Vertrag unterliegen derselben Bindung wie das Staatsgeld: Das Geld steht mit 18 nicht für Führerschein, Auslandsjahr oder Ausbildung bereit, sondern bleibt bis zum Renteneintritt liegen. Ein Kinderdepot gehört dem Kind mit 18 komplett, für welchen Zweck auch immer.

Eigene Sparrate: Frühstart-Vertrag oder Kinderdepot?

Verfügbar
Frühstart-Vertrag (Eigenbeiträge) erst im Rentenalter
Kinderdepot mit 18, gehört dem Kind
Steuern in der Ansparphase
Frühstart-Vertrag (Eigenbeiträge) steuerfrei im Mantel
Kinderdepot Freibeträge reichen bei typischen Raten meist aus
Staatliche 10 €/Monat
Frühstart-Vertrag (Eigenbeiträge) ja, aber nur auf das Förderkonto selbst
Kinderdepot nein
Abschließbar
Frühstart-Vertrag (Eigenbeiträge) frühestens 2027, Konditionen offen
Kinderdepot heute, Kosten vergleichbar

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Es gibt einen Fall, in dem Eigenbeiträge in den Frühstart-Vertrag sinnvoll sein können: hohe Beträge über sehr lange Zeiträume, bei denen die Erträge irgendwann über den Freibeträgen liegen. Vorausgesetzt, das Geld soll ausdrücklich Alterskapital deines Kindes sein. Wie die Auszahlungen Jahrzehnte später besteuert werden, gehört allerdings zu den offenen Punkten im nächsten Abschnitt.

Die sinnvolle Reihenfolge für Eltern

Erstens: Die staatlichen 10 Euro ab 2027 mitnehmen. Das kostet dich nichts. Zweitens: Die eigene Sparrate in ein flexibles Kinderdepot stecken. Die Anbieter vergleichen wir im Kinderdepot-Vergleich. Drittens: Eigenbeiträge in den Frühstart-Vertrag nur mit Geld, das wirklich bis zur Rente deines Kindes liegen bleiben soll.

Was noch nicht feststeht

Die meisten Artikel lassen genau diesen Teil aus. Die Frühstart-Rente ist seit dem 12. August 2026 ein vom Bundeskabinett beschlossener Regierungsentwurf, offiziell „Entwurf eines Gesetzes zur Einführung einer Frühstartrente“, kurz Frühstartrentengesetz oder FrühStRG.

Ein Kabinettsbeschluss ist noch kein Gesetz. Bundestag und Bundesrat haben über die Frühstart-Rente weiterhin nicht entschieden.

Der Kabinettstermin hat gehalten: Am 12. August hat die Bundesregierung den Entwurf beschlossen, bestätigt per Pressemitteilung des Finanzministeriums. Die Eckwerte blieben unverändert, neu sind vor allem Verfahrensdetails wie die steuerliche Identifikationsnummer als Fördervoraussetzung. Jetzt beginnt der parlamentarische Weg. Termine für die erste Lesung im Bundestag oder den Bundesrats-Durchgang stehen noch nicht fest, abgeschlossen werden soll das Verfahren nach dem Willen des Ministeriums noch 2026.

Offen sind damit alle Punkte, die sich im Verfahren noch verschieben können: der genaue Kreis der berechtigten Jahrgänge, die Details der Auffanglösung, die Anforderungen an die Verträge und selbst das Inkrafttreten zum 1. Januar 2027. Bei der Erwachsenen-Reform hat sich zwischen Referentenentwurf und Bundesrat noch einiges bewegt.

Anders gesagt: Die Richtung ist klar, die Zahlen im Entwurf sind konkret, aber verlassen solltest du dich noch auf nichts.

Die Anbieter-Realität: kaufen kannst du die Frühstart-Rente noch nirgends

Wenn du „Frühstart-Rente“ googelst, landest du nach den Ministeriums- und Nachrichtenseiten sehr schnell bei Brokern. Deren Seiten sehen aus wie Produktseiten. Sie sind aber keine.

Das ist auch nicht verwunderlich. Solange das Gesetz nicht in Kraft ist und die Zertifizierung beim Bundeszentralamt für Steuern nicht läuft, darf niemand ein solches Produkt verkaufen. Wer trotzdem schon eine Seite baut, sichert sich Sichtbarkeit und E-Mail-Adressen. Legitim, aber du solltest wissen, was du da vor dir hast.

Frühstart-Rente bei den Anbietern: Versprechen und Realität (Stand 10.08.2026)

Scalable Capital
Was die Seite zeigt „Bis zu 1.440 € direkt vom Staat“
Was es wirklich ist Infoseite mit Newsletter-Warteliste, kein Vertrag
Abschluss möglich? Nein
Trade Republic
Was die Seite zeigt Seite mit dem Titel „Frühstart-Rente“
Was es wirklich ist das bestehende Kinderdepot seit Juli 2025, ohne Staatsförder-Inhalte
Abschluss möglich? Nein
finanzen.net Zero
Was die Seite zeigt Kinderdepot mit 10 Euro Bonus
Was es wirklich ist hauseigene Marketing-Aktion, nicht die staatlichen 10 Euro
Abschluss möglich? Nein
comdirect
Was die Seite zeigt Info-Artikel plus Junior-Depot
Was es wirklich ist redaktionelle Erklärseite und bestehendes Kinderdepot
Abschluss möglich? Nein
Union Investment
Was die Seite zeigt Fondssparplan mit 120 Euro Bonus
Was es wirklich ist Eigenbonus des Anbieters, unabhängig vom Gesetz
Abschluss möglich? Nein

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Zwei Fälle lohnen den genaueren Blick. Scalable Capital wirbt mit „Bis zu 1.440 € direkt vom Staat“. Die Zahl ist korrekt hergeleitet, sie ist eben genau die Summe der staatlichen Raten über zwölf Jahre. Dahinter liegt aktuell eine Newsletter-Anmeldung mit der Zusage, das Produkt werde verfügbar sein, „sobald die Frühstart-Rente gesetzlich verankert ist“.

Trade Republic ist der verwirrendste Fall. Dort trägt eine Seite den Titel „Frühstart-Rente“, dahinter steckt aber das Kinderdepot, das der Broker seit Juli 2025 anbietet. Inhalte zur staatlichen Förderung findest du dort nicht. Wer die Seite überfliegt, hält das leicht für dasselbe Produkt.

„Ein Bonus, der vom Anbieter kommt, sieht auf einer Landingpage genauso aus wie Geld vom Staat. Es ist trotzdem etwas völlig anderes.“

Kinderdepot ist nicht Frühstart-Rente

Ein Kinderdepot ist ein ganz normales Wertpapierdepot auf den Namen deines Kindes. Kein Staatsgeld, keine Bindung bis zur Rente, jederzeit verfügbar. Die Frühstart-Rente ist ein geplantes staatliches Förderprogramm mit Zugriffssperre bis zum Renteneintritt. Wenn ein Anbieter dir heute „die Frühstart-Rente“ zeigt und du kannst sie sofort eröffnen, dann eröffnest du ein Kinderdepot. Welche Depots dafür taugen, steht in unserem Kinderdepot-Vergleich.

Was du als Elternteil jetzt sinnvoll machst

Kurz: wenig, und das ist keine Ausrede. Es gibt schlicht nichts zu beantragen.

Vormerken kostet nichts. Wenn du bei Scalable Capital oder einem anderen Anbieter in den Newsletter gehst, verpflichtest du dich zu nichts und bekommst eine Mail, wenn es losgeht. Mehr ist eine Warteliste nicht, bessere Konditionen sichert sie dir nicht.

Nicht auf die Frühstart-Rente warten. Wenn du ohnehin für dein Kind sparen wolltest, ist das eine getrennte Entscheidung. 120 Euro im Jahr vom Staat sind nett, ersetzen aber keinen eigenen Sparplan. Ein Kinderdepot bleibt flexibel und ist mit 18 verfügbar, während das Frühstart-Geld bis zur Rente liegen bleibt.

Den Jahrgang prüfen. Ist dein Kind 2020 geboren, gehört es zum Startjahrgang. Bei jüngeren Kindern kommt der Einstieg später, bei älteren nach heutigem Stand gar nicht.

Keine Verträge wegen der Förderung abschließen. Solange kein zertifiziertes Produkt existiert, kann dir niemand einen Frühstart-Renten-Vertrag verkaufen. Versucht es jemand trotzdem, verkauft er dir etwas anderes.

Und wenn du selbst noch keinen Altersvorsorge-Vertrag hast: Die Erwachsenen-Seite der Reform ist deutlich weiter als die Kinder-Variante. Dort stehen Zulagen, Termine und erste Anbieter-Konditionen bereits fest. Bei Scalable findest du den Stand in unserem Artikel zum Scalable Capital Altersvorsorgedepot, und was passiert, wenn dein Anbieter noch gar nichts angekündigt hat, zeigt der Fall N26 Altersvorsorgedepot.

Häufige Fragen

Das Gesetz soll zum 1. Januar 2027 in Kraft treten, gezahlt werden soll rückwirkend ab dem 1. Januar 2026. Das Bundeskabinett hat den Entwurf am 12. August 2026 beschlossen, Bundestag und Bundesrat müssen noch zustimmen. Der Termin bleibt damit ein Plan, keine Zusage, er ist aber ein gutes Stück wahrscheinlicher geworden.

Vorgesehen sind 10 Euro im Monat vom Staat, vom vollendeten sechsten bis zum 18. Lebensjahr. Über die zwölf Jahre summiert sich das auf 1.440 Euro reines Staatsgeld. Was am Ende im Depot liegt, hängt zusätzlich von der Wertentwicklung und den Kosten des Vertrags ab.

Der Start ist für den Geburtsjahrgang 2020 geplant. Weitere Jahrgänge kommen sukzessive dazu, jeweils sobald sie das sechste Lebensjahr vollenden. Kinder, die heute schon deutlich älter als sechs sind, gehören nach aktuellem Entwurfsstand nicht dazu.

Aktuell nirgendwo. Das Gesetz ist nicht in Kraft, und die Zertifizierung der Produkte beim Bundeszentralamt für Steuern hat noch nicht begonnen. Seiten von Brokern, die heute unter dem Stichwort erscheinen, führen zu Wartelisten oder zu bestehenden Kinderdepots.

Ja. Der Entwurf sieht private Einzahlungen von Eltern und Großeltern vor, begrenzt auf 6.840 Euro pro Jahr. Dieses Geld liegt im selben Vertrag und unterliegt derselben Bindung wie das Staatsgeld, ist also bis zur Auszahlungsphase gebunden.

Dafür ist eine Auffanglösung vorgesehen: eine kollektive Anlage nach Jahrgängen, die das Bundesfinanzministerium als bürokratiearm und kostengünstig beschreibt. Eine spätere Übertragung in einen individuellen Vertrag soll möglich sein. Nach dem Regierungsentwurf übernimmt die Deutsche Bundesbank die Verwaltung und legt das Geld vollständig in global gestreute Aktien an. Für den Wechsel in einen eigenen Vertrag nennen Entwurfsanalysen inzwischen das 35. Lebensjahr als Frist.

Nein. Ein Kinderdepot ist ein normales Wertpapierdepot ohne Staatsgeld, das Guthaben ist mit 18 verfügbar. Die Frühstart-Rente ist ein geplantes Förderprogramm, bei dem das Geld bis zum Renteneintritt gebunden bleibt. Beide können im selben Haushalt Sinn ergeben, sie ersetzen einander aber nicht.

Quellen

Stand dieser Übersicht: 19. August 2026, eingearbeitet ist der Kabinettsbeschluss vom 12. August. Wir aktualisieren mit jedem Gesetzgebungsschritt, also spätestens zur ersten Bundestagslesung oder wenn der erste Anbieter ein zertifiziertes Produkt öffnet. Wie der zugrunde liegende Vertragstyp funktioniert, liest du im Überblick zum Altersvorsorgedepot. Willst du dein Kind schon vorher an der Börse mitsparen lassen, findest du passende Depots im Kinderdepot-Vergleich.

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