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Frau prüft auf dem Sofa am Smartphone ihre ETF-Sparpläne für die Altersvorsorge (KI-generiertes Bild)
Ratgeber

Scalable Capital Altersvorsorgedepot: Konditionen, Warteliste und was noch offen ist

· Christian Jansen · 11 Min. Lesezeit
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Frau prüft auf dem Sofa am Smartphone ihre ETF-Sparpläne für die Altersvorsorge (KI-generiertes Bild)

Vom Altersvorsorgedepot hast du wahrscheinlich schon gehört: Ab 2027 soll es Riester ablösen, mit staatlicher Zulage und ohne Zwang zu einer Beitragsgarantie. Die spannende Frage ist eine andere: Wer bietet es tatsächlich an, und zu welchen Konditionen?

Scalable Capital ist hier am weitesten. Es gibt eine eigene Produktseite mit konkreten Zahlen, während die meisten Broker bisher nur eine Absicht formuliert haben.

Genau da liegt die Stolperfalle. In Vergleichsartikeln kursieren Angaben zu Scalable, die so nirgends von Scalable selbst kommen. Wir trennen deshalb sauber: Was steht auf der Produktseite, was stammt aus Medienberichten, und was ist schlicht noch offen. Stand ist der August 2026, wir aktualisieren diesen Artikel bis zum Start.

Scalable Capital Altersvorsorgedepot: das Wichtigste in 30 Sekunden

  • Bestätigt von Scalable: ETF-Sparpläne ab 1 Euro, bis zu 30 % Einmalauszahlung zu Rentenbeginn, geplanter Start zum 01.01.2027. Die oft zitierten Tagesgeldzinsen (seit 1. September 2026: 2,60 % p.a.) zahlt Scalable nur auf dem separaten Tagesgeldkonto, nicht im Depot.
  • Nur Medienberichte: 0 Euro Depotgebühr und eine Auswahl von über 2.000 ETFs. Eine Scalable-Zusage dazu steht aus.
  • Förderung: 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro, 25 Cent je Euro auf die nächsten 1.440 Euro. Macht maximal 540 Euro Zulage bei 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr.
  • Bindung: Die Auszahlungsphase beginnt frühestens mit 65. Vorher rankommen kostet dich die Förderung zurück.
  • Warteliste: Für Scalable ist keine bekannt. Was es gibt, ist die Produktseite mit den Konditionen.

Was Scalable Capital beim Altersvorsorgedepot offiziell zugesagt hat

Scalable hat sein Altersvorsorgedepot im Frühjahr 2026 angekündigt und dafür eine eigene Produktseite aufgesetzt. Das klingt unspektakulär, ist es aber nicht: Die meisten Broker haben bis heute nur gesagt, dass sie etwas planen, ohne eine einzige Zahl zu nennen.

Bei Scalable stehen die Eckdaten dagegen fest. Und genau hier musst du aufpassen, denn nicht alles, was du über Scalable liest, kommt auch von Scalable.

Bestätigt oder nur berichtet? Der Konditionen-Check Scalable Capital Altersvorsorgedepot: Konditionen, Warteliste und was noch offen ist

Stand: September 2026
Mindestsparrate ab 1 Euro

Scalable-Produktseite, bestätigt

Zinsen auf Guthaben nur über das separate Tagesgeldkonto, dort 2,60 % p.a. (variabel)

Scalable-Tagesgeldseite, bestätigt

Einmalauszahlung zu Rentenbeginn bis zu 30 %

gesetzlich geregelt, von Scalable zugesagt

Geplanter Start 01.01.2027

Scalable-Produktseite, bestätigt

Depotgebühr 0 Euro

nur Medienberichte, keine Scalable-Zusage

ETF-Auswahl über 2.000 ETFs

nur Medienberichte, keine Scalable-Zusage

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Kurz gesagt: Die Zeile mit der Depotgebühr ist die interessanteste im ganzen Artikel, und ausgerechnet sie ist noch nicht abgesichert. Behandle die 0 Euro als plausible Erwartung, nicht als Zusage.

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Die Konditionen im Detail und der 1-Prozent-Deckel

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Sparpläne ab 1 Euro

Die Mindestsparrate liegt bei 1 Euro. Praktisch heißt das: Du kannst klein anfangen und deine Rate später hochziehen, wenn dein Gehalt mitwächst.

Für die Förderung ist das trotzdem nur die halbe Miete. Die volle Zulage bekommst du erst bei 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr, also 150 Euro im Monat.

Zinsen gibt es nur auf dem separaten Tagesgeldkonto

Die Zinsen, die rund um Scalable überall auftauchen (seit 1. September 2026: 2,60 % pro Jahr), zahlt der Broker auf seinem separaten Tagesgeldkonto, einem eigenen Produkt mit eigener IBAN. Nicht investiertes Guthaben auf dem Verrechnungskonto im Depot bleibt dagegen unverzinst. Der Tagesgeld-Satz ist variabel, kann sich also ändern, wenn sich das Zinsumfeld dreht.

Für ein Altersvorsorgedepot ist das zu verschmerzen, dein Geld soll ja investiert sein. Frische Raten und Zulagen liegen ohnehin nur bis zur nächsten Sparplan-Ausführung auf dem Verrechnungskonto. Wer daneben größere Summen verzinst parken will, braucht das Tagesgeldkonto, und das läuft getrennt vom geförderten Depot.

Der Kostendeckel gilt nicht automatisch für alles

Das Gesetz schreibt einen Deckel von 1,0 % Effektivkosten vor. Dieser Deckel gilt aber ausschließlich für das gesetzliche Standarddepot, ein Zwei-Fonds-Produkt aus einem sicherheitsorientierten Fonds (Risikoklasse 1 bis 2) und einem renditeorientierten Fonds (Risikoklasse 3 bis 5). Jeder Anbieter muss so ein Standarddepot im Angebot haben, notfalls über eine Kooperation.

„Der 1-Prozent-Deckel ist kein Versprechen für jedes Altersvorsorgedepot. Er gilt nur für das gesetzliche Standarddepot.“

Individuelle oder Premium-Varianten sind vom Deckel nicht erfasst. Die Verbraucherzentrale warnt hier vor Effektivkosten zwischen 1,5 und 2,5 %. Frag beim Abschluss also gezielt nach, welche Variante du gerade unterschreibst.

So funktioniert die Förderung beim Altersvorsorgedepot

Die Mechanik ist zweistufig und einfacher, als sie klingt. Auf jeden eingezahlten Euro bis 360 Euro legt der Staat 50 Cent drauf. Für weitere Beiträge bis 1.440 Euro sind es 25 Cent je Euro.

Nina zahlt 150 Euro im Monat in ihr Altersvorsorgedepot, also 1.800 Euro im Jahr. Daraus rechnet der Staat:

150 Euro im Monat: So kommt die Höchstzulage zustande

540 Euro Zulage in Jahr 1

Gesamt

Erste 360 Euro Eigenbeitrag (50 Cent je Euro) 180 Euro Zulage
Weitere 1.440 Euro Eigenbeitrag (25 Cent je Euro) 360 Euro Zulage
Eigenbeitrag gesamt (1.800 Euro) 540 Euro Zulage
Im Depot nach dem ersten Jahr 2.340 Euro

Die 540 Euro gibt es nur bei vollen 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr. Wer weniger einzahlt, bekommt anteilig weniger.

Kinderzulage: der stärkste Hebel

Hast du Kinder, wird es deutlich besser. Für jedes Kind bekommt ein Elternteil 100 Prozent auf jeden eingezahlten Euro, gedeckelt bei 300 Euro pro Kind. Diesen Höchstbetrag erreichst du bereits bei 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr.

Der entscheidende Punkt: Derselbe Eigenbeitrag zählt parallel für die Grundzulage und für alle Kinder. Du musst also nicht für jedes Kind extra einzahlen. Voraussetzung ist der Kindergeld-Anspruch, standardmäßig läuft die Zulage über die Mutter und lässt sich per gemeinsamem Antrag umwidmen.

Berufseinsteiger-Bonus: 200 Euro einmalig

Wer zu Beginn des Beitragsjahres das 25. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, bekommt einmalig 200 Euro obendrauf. Wichtig: Der Bonus hängt am Beitragsjahr, nicht am Datum deines Vertragsabschlusses.

Für wen sich das Altersvorsorgedepot bei Scalable lohnt

Passt gut, wenn du ohnehin langfristig in ETFs sparst und die Rate dauerhaft stemmen kannst. Bei 150 Euro im Monat holst du die maximale Grundzulage ab, das sind bezogen auf deinen Eigenbeitrag 30 Prozent Förderquote im ersten Schritt.

Noch klarer wird die Rechnung für Eltern mit Kindergeld-Anspruch und für alle unter 25, die den Berufseinsteiger-Bonus mitnehmen. Neu förderberechtigt sind außerdem Selbstständige und Freiberufler, Beamte kommen mit Einwilligung rein.

Passt schlecht, wenn du das Geld vor der Rente brauchst. Das Altersvorsorgedepot ist kein Notgroschen und kein flexibles Depot, sondern ein Vertrag mit langer Bindung.

„Das Altersvorsorgedepot ist kein Notgroschen und kein flexibles Depot, sondern ein Vertrag mit langer Bindung.“

Dein Geld ist bis 65 gebunden

Die Auszahlungsphase beginnt frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Früher kommst du nur ran, wenn du bereits eine gesetzliche Altersrente beziehst. Holst du dir das Geld vorher heraus, gilt das als schädliche Verwendung: Zulagen und Steuervorteile gehen zurück, die Erträge bleiben dir. Nicht schädlich sind Kauf, Bau oder Tilgung einer selbst genutzten Immobilie, energetische Sanierung, altersgerechter Umbau sowie die Einmalauszahlung von bis zu 30 Prozent zu Rentenbeginn. Achtung: Die Wohn-Verwendung muss nicht mehr in jedem Vertrag enthalten sein. Prüf das beim Abschluss gezielt nach.

Was bei Scalable noch offen ist

Vier Lücken bleiben aus unserer Sicht, und an dreien davon hängt am Ende dein Ertrag.

Am meisten drückt die Unsicherheit bei den Gebühren: Zur Depotführung und zu Ordergebühren im Altersvorsorgedepot liegt bislang nur der Medienbericht mit den 0 Euro vor, eine Zusage von Scalable selbst steht aus.

Ähnlich sieht es bei der Fondsauswahl aus. Die Zahl von über 2.000 ETFs stammt ebenfalls nur aus der Berichterstattung, nicht von Scalable. Wie breit das Angebot im geförderten Depot am Ende wirklich ist, zeigt sich erst mit der Zertifizierung.

Unklar bleibt außerdem, ob Scalable neben dem gedeckelten Standarddepot eine freiere Variante bringt und was die dann kostet. Genau hier könnte die Kostenlücke entstehen, vor der die Verbraucherzentrale warnt.

Und bei der Auszahlungsphase steht bislang nur der gesetzliche Rahmen fest: Leibrente oder Auszahlungsplan mindestens bis 85. Welche Wege Scalable konkret anbietet, hat der Broker noch nicht beschrieben.

Zeitachse bis zum Start

Kabinettsbeschluss am 17.12.2025, Bundestag am 27.03.2026, Bundesrat am 08.05.2026. Start des Altersvorsorgedepots ist der 01.01.2027. Zertifiziert werden die Produkte vom Bundeszentralamt für Steuern (BZSt), nicht von der BaFin. Das Zertifizierungsverfahren startet im Herbst 2026. Erst danach werden aus Ankündigungen verbindliche Konditionen.

Warteliste, Vormerkung und was du jetzt tun kannst

Kurze Antwort auf die häufigste Frage: Eine Warteliste für das Scalable-Altersvorsorgedepot ist uns nicht bekannt (Stand August 2026). Was Scalable hat, ist die Produktseite mit den Konditionen.

„Eine Warteliste für das Scalable-Altersvorsorgedepot ist uns nicht bekannt (Stand August 2026).“

Eine echte Vormerkung läuft aktuell bei finanzen.net Zero und beim Robo-Advisor Oskar, die DKB sammelt Interessenten über einen Newsletter. Wer den Überblick über alle Ankündigungen sucht, findet ihn in unserer Übersicht zum Altersvorsorgedepot bei Neo-Brokern.

Bei Trade Republic ist die Lage übrigens dünner, als viele denken: bestätigte Absicht, aber weder Produktseite noch Warteliste; die BZSt-Zertifizierung startet erst im Herbst 2026. Die Details dazu haben wir im Artikel zum Trade Republic Altersvorsorgedepot aufgeschrieben.

So bereitest du dich bis Januar 2027 vor

1

Depot eröffnen und legitimieren

Depot bei Scalable eröffnen und legitimieren, falls du noch keins hast. Wer schon Kunde ist, kann das Altersvorsorgedepot voraussichtlich direkt aus dem bestehenden Zugang heraus starten.
2

Rate im Budget einplanen

150 Euro im Monat sind die Schwelle für die volle Grundzulage von 540 Euro. Weniger geht, kostet dich aber anteilig Förderung.
3

Kinderzulage vorbereiten

Prüf den Kindergeld-Anspruch und klärt in der Familie, wer die Zulage bekommen soll. Standard ist die Mutter, eine Umwidmung geht per gemeinsamem Antrag.
4

Riester nicht vorschnell kündigen

Bestehende Verträge haben Bestandsschutz, eine Zwangsumwandlung gibt es nicht. Ab 2027 sind lediglich keine neuen Riester-Abschlüsse mehr möglich.
5

Konditionen ab Herbst 2026 nachprüfen

Erst mit der BZSt-Zertifizierung stehen Gebühren und Fondsauswahl fest.

Ein Wechsel von Riester ins Altersvorsorgedepot ist ohne Rückzahlung der bisherigen Förderung möglich. Die Verbraucherzentrale rät trotzdem zur Ruhe: Sie rechnet mit einer Verkaufswelle rund um den Start und empfiehlt, alte Verträge erst zu bewerten, wenn die neuen Konditionen auf dem Tisch liegen.

Häufige Fragen

Scalable hat bisher die Mindestsparrate ab 1 Euro bestätigt. Die 2,60 % p.a. beziehen sich auf das separate Tagesgeldkonto, nicht auf unverzinstes Guthaben im Depot. Die häufig genannten 0 Euro Depotgebühr stammen aus Medienberichten, nicht von Scalable. Verbindlich wird das Preisbild erst mit der Zertifizierung ab Herbst 2026.

Scalable peilt den 01.01.2027 an, also den gesetzlichen Starttermin. Angekündigt wurde das Produkt im Frühjahr 2026. Voraussetzung ist die Zertifizierung durch das Bundeszentralamt für Steuern, deren Verfahren im Herbst 2026 beginnt.

Nach unserem Recherchestand vom August 2026 ist keine Warteliste bei Scalable bekannt. Es gibt eine Produktseite mit den Konditionen. Eine Vormerkung bieten aktuell finanzen.net Zero und Oskar an, die DKB einen Newsletter.

Der Staat gibt 50 Cent je Euro auf die ersten 360 Euro und 25 Cent je Euro auf weitere 1.440 Euro. Bei 1.800 Euro Eigenbeitrag im Jahr sind das 540 Euro. Dazu kommen 300 Euro je Kind (erreicht ab 300 Euro Eigenbeitrag im Jahr) und einmalig 200 Euro, wenn du zu Beginn des Beitragsjahres unter 25 bist.

Frühestens mit Vollendung des 65. Lebensjahres. Eine Ausnahme gilt nur, wenn du vorher eine gesetzliche Altersrente beziehst. Ausgezahlt wird als Leibrente oder als Auszahlungsplan mindestens bis 85. Bis zu 30 Prozent darfst du dir zu Rentenbeginn auf einen Schlag auszahlen lassen.

Ja, ein Wechsel ist ohne Rückzahlung der bisherigen Förderung vorgesehen. Ein Zwang dazu besteht nicht, Riester-Verträge behalten Bestandsschutz. Ab 2027 sind lediglich keine neuen Riester-Abschlüsse mehr möglich. Rechne beide Varianten in Ruhe durch, bevor du kündigst.

Quellen

Den vollständigen Scalable Capital Test mit Score, Gebührenübersicht und Praxisbewertung findest du in unserem Scalable Capital Testbericht.

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