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Sparbuch bringt nichts mehr, das wissen die meisten Eltern. Aber ETFs klingen kompliziert, und wer hat schon Zeit, sich abends nach dem Vorlesen noch in Börsenportale einzulesen? Oskar will genau diese Lücke schließen.
Oskar ist ein Robo-Advisor mit eigenem Kinderdepot. Klingt nach Fintech-Buzzword, ist aber simpel: Du zahlst monatlich ein (zum Beispiel das Kindergeld), Oskar investiert automatisch in ETFs. Wir schauen uns an, wie das funktioniert, was es kostet und für wen es die richtige Lösung ist.

Das Wichtigste in Kürze
- Kinderdepot ab 25 €/Monat, BaFin-reguliert (Scalable Capital + Baader Bank). Einfach Kindergeld per Dauerauftrag einzahlen, Oskar kümmert sich um den Rest.
- Steuervorteil: Depot auf den Namen des Kindes nutzt Grundfreibetrag (12.348 €) + Sparerpauschbetrag (1.000 €). In der Praxis zahlt dein Kind null Steuern.
- Großeltern können direkt einzahlen oder eigenständig ein Konto für das Enkelkind eröffnen.
Ehrliche Nachteile:
- 1 % Verwaltungsgebühr + 0,14 % ETF-Kosten pro Jahr. Das ist der Preis für Vollautomatik. Günstiger als ein Bankberater-Fonds, teurer als ein selbst eingerichteter ETF-Sparplan.
- Kundenservice nur per E-Mail, teils lange Wartezeiten. Auszahlungen dauern 5–9 Tage.
Perfekt für dich, wenn du bisher nur ein Sparbuch hattest und endlich sinnvoll für dein Kind anlegen willst, ohne dich in ETF-Auswahl einzuarbeiten.
Nicht ideal, wenn du bereits ein eigenes Depot hast und weißt, was ein MSCI World ist. Dann ist ein kostenloses Junior-Depot günstiger.
Unser Urteil in einem Satz: Oskar ist die einfachste Art, das Kindergeld in ETFs anzulegen — nicht die billigste, aber die, die tatsächlich umgesetzt wird.
Was ist Oskar?
Oskar ist ein digitaler Vermögensverwalter, ein sogenannter Robo-Advisor. Hinter dem Namen steckt die Oskar.de GmbH. Die eigentliche Vermögensverwaltung übernimmt die Scalable Capital Bank GmbH, das Depot liegt bei der Baader Bank AG. Beide sind BaFin-reguliert.
Was Oskar von anderen Robo-Advisors unterscheidet: Es gibt ein explizites Angebot für Kinder. Du eröffnest ein Depot auf den Namen deines Kindes, wählst eine von fünf Anlagestrategien (von konservativ bis offensiv) und zahlst monatlich ab 25 € ein. Oskar verteilt das Geld automatisch auf rund 10 ETFs und ETCs, global gestreut.
Du musst dich um nichts kümmern. Kein ETF auswählen, kein Rebalancing, kein Steuerthema. Einrichten, Dauerauftrag, fertig.
Wie funktioniert Oskar für Kinder?
Die Eröffnung läuft komplett online. Du registrierst dich, wählst „Kinderkonto“, gibst die Daten deines Kindes ein und legitimierst dich per PostIdent. Danach richtest du einen Sparplan ab 25 € ein.
Was im Hintergrund passiert: Oskar eröffnet ein Verrechnungskonto bei der Baader Bank und ein Depot auf den Namen deines Kindes. Dein monatlicher Betrag wird vom Verrechnungskonto in die gewählte Strategie investiert.
Die fünf Strategien unterscheiden sich im Aktienanteil:
- Oskar 50: 50 % Aktien-ETFs, Rest Anleihen und Gold
- Oskar 60: 60 % Aktien-ETFs
- Oskar 70: 70 % Aktien-ETFs
- Oskar 80: 80 % Aktien-ETFs
- Oskar 90: 90 % Aktien-ETFs
Bei einem Anlagehorizont von 10+ Jahren (und den hat dein Kind ja) ist Oskar 90 die logische Wahl. Je mehr Aktienanteil, desto höher die erwartete Rendite über lange Zeiträume.
Großeltern und Verwandte können direkt auf das Oskar-Kinderdepot einzahlen. Statt Bargeld im Umschlag also ein Sparplan-Beitrag zum Geburtstag. Großeltern können sogar eigenständig ein Kinderkonto für das Enkelkind eröffnen.
Was kostet Oskar?
Hier die Gebühren im Detail.
Oskar Gebührenübersicht Oskar ETF-Sparplan für Kinder im Test 2026
Stand: März 2026
Jährlich
Jährlich
Jährlich
Im Fonds enthalten
Verwaltung + TER
Kostenlos
Jederzeit möglich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Wie ordnet man diese Kosten ein? Verglichen mit einem klassischen Bankberater-Fonds (1,5–2 % p.a.) ist Oskar günstiger. Verglichen mit einem selbst eingerichteten ETF-Sparplan (0,2 % TER) ist Oskar teurer. Der Unterschied: Du musst bei Oskar nichts tun.
Hier ein Vergleich, was aus 250 € monatlich (dem Kindergeld) über 18 Jahre wird:
250 € Kindergeld monatlich über 18 Jahre
familie
~82.000 € (Oskar)
Gesamt
Oskar schlägt das Sparbuch um rund 26.000 €. Der DIY-Sparplan holt nochmal ~11.000 € mehr raus. Die Frage ist also nicht „Oskar oder Sparbuch“ (klare Antwort: Oskar), sondern ob dir die Vollautomatik den Unterschied zum DIY wert ist.
Oskar vs. Junior-Depot: Ein fairer Vergleich
Auf Finanzblogs liest man oft, ein eigenes Junior-Depot sei „in 30 Minuten eingerichtet“. Das stimmt technisch, aber es verschweigt, was davor kommt: Welchen ETF nehme ich? Thesaurierend oder ausschüttend? Was ist mit Rebalancing? Muss ich mich um Steuererklärungen kümmern? Für Eltern, die bisher nur ein Sparbuch kannten, sind das keine trivialen Fragen.
Oskar vs. DIY-Junior-Depot im Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Wer sich bereits mit ETFs auskennt und ein Depot hat, für den ist DIY die günstigere Wahl. Aber Oskar richtet sich an Eltern, die sich nicht erst in Finanzblogs einlesen wollen, sondern einfach anfangen möchten. Und anfangen ist besser als jahrelang auf dem Sparbuch sitzen bleiben.
Die großen Direktbanken bieten alle kostenlose Junior-Depots an:
- Comdirect: Junior-Depot kostenlos, über 500 ETFs ohne Ordergeld, Sparplan ab 1 €
- DKB: Junior-Depot kostenlos, ETF-Sparpläne ab 25 €
- ING: Junior-Depot kostenlos, ETF-Sparpläne ab 1 €
Steuervorteile beim Kinderdepot
Egal ob Oskar oder DIY: Ein Depot auf den Namen des Kindes bringt steuerliche Vorteile.
Jedes Kind hat einen eigenen Grundfreibetrag. 2026 liegt der bei 12.348 €. Dazu kommen 1.000 € Sparerpauschbetrag und 36 € Sonderausgabenpauschale. In Summe kann dein Kind also rund 13.384 € pro Jahr an Kapitalerträgen steuerfrei kassieren.
Bei typischen Sparraten von 25–250 € im Monat wirst du diesen Freibetrag nie ausschöpfen. Trotzdem wichtig: Ohne die richtige Bescheinigung zieht die Bank automatisch 25 % Abgeltungssteuer ab.
Vorabpauschale und NV-Bescheinigung
Oskar bucht die Vorabpauschale jährlich im Januar vom Verrechnungskonto ab. Ohne NV-Bescheinigung (Nichtveranlagungsbescheinigung) oder Freistellungsauftrag werden automatisch 25 % Abgeltungssteuer fällig. Die NV-Bescheinigung beantragst du beim Finanzamt, sie gilt drei Jahre. Bei Oskar reichst du sie per E-Mail an service@oskar.de ein. Stelle sicher, dass das Verrechnungskonto im Januar gedeckt ist.
So gehst du vor:
- NV-Bescheinigung beim Finanzamt beantragen (formlos oder mit Vordruck)
- Per E-Mail an service@oskar.de schicken (oder Freistellungsauftrag über 1.000 € einrichten)
- Alle drei Jahre erneuern
- Verrechnungskonto im Januar gedeckt halten (für die Vorabpauschale)
Für wen ist Oskar gemacht?
Kommt drauf an, wo du gerade stehst:
Du willst die 250 € Kindergeld monatlich für dein Kind investieren, statt sie auf dem Girokonto versickern zu lassen? Bei Oskar richtest du einen Dauerauftrag ein und bist fertig. In 18 Jahren stehen rund 82.000 € im Depot (bei 6 % Rendite).
Oma und Opa wollen zum Geburtstag oder zur Geburt lieber Geld anlegen statt Spielzeug kaufen? Bei Oskar können Großeltern eigenständig ein Konto für das Enkelkind eröffnen und direkt einzahlen. Kein Umweg über die Eltern nötig.
Ihr habt bisher ein Sparbuch für euer Kind und die 0,5 % Zinsen reichen nicht mal für die Inflation? Mit Oskar wechselt ihr zu ETFs, ohne euch in Finanzmärkte einarbeiten zu müssen.
Wenn du dagegen bereits ein eigenes ETF-Depot hast und weißt, was ein MSCI World ist, ist ein kostenloses Junior-Depot bei Comdirect oder DKB die günstigere Wahl. Hier sparst du die Verwaltungsgebühr komplett.
Nachteile und Kritik
Die Bewertungen auf Trustpilot sind mit 4,6 von 5 Sternen gut (über 3.700 Bewertungen). Trotzdem gibt es Punkte, die du kennen solltest:
Der Kundenservice läuft nur per E-Mail (service@oskar.de). Kein Telefon, kein Chat. Nutzer berichten von Wartezeiten von mehreren Wochen. Wenn du eine dringende Frage hast, ist das nervig.
Auszahlungen dauern laut Erfahrungsberichten 5–9 Tage. Das ist kein Girokonto, Geld ist nicht sofort verfügbar.
Stiftung Warentest bewertet Oskar mit „Befriedigend“ (3,1–3,3). Finanztip empfiehlt Oskar nicht, allerdings richtet sich Finanztip an Leser, die bereit sind, sich selbst in ETFs einzuarbeiten. Für diese Zielgruppe ist DIY tatsächlich günstiger. Aber das ist nicht Oskars Zielgruppe.
Fazit: Endlich raus vom Sparbuch
Wer bisher nur ein Sparbuch für sein Kind hatte und endlich sinnvoll anlegen will, macht mit Oskar nichts falsch. Du zahlst monatlich das Kindergeld ein, Oskar investiert es breit gestreut in ETFs, und in 18 Jahren hat dein Kind rund 82.000 € im Depot.
Ja, ein selbst eingerichteter ETF-Sparplan ist günstiger. Aber dafür musst du dich mit ETF-Auswahl, Depoteröffnung und Steuerthemen beschäftigen. Für finanzaffine Eltern kein Problem. Für alle anderen ist Oskar die Lösung, die tatsächlich umgesetzt wird — statt auf der „mache ich irgendwann“-Liste zu landen.
Die Kombination mit einem Kinderkonto für den Alltag ergibt Sinn: Dein Kind lernt mit dem Girokonto den täglichen Umgang mit Geld. Im Hintergrund baut Oskar langfristig Vermögen auf.
Häufige Fragen zum Oskar ETF-Sparplan für Kinder
Deutlich. Bei einem Sparbuch bekommt dein Kind aktuell rund 0,5 % Zinsen, das liegt unter der Inflation, das Geld verliert also real an Wert. Bei Oskar wird in ETFs investiert, die historisch 6–8 % Rendite pro Jahr bringen. Über 18 Jahre macht das bei 250 € monatlich einen Unterschied von rund 26.000 €. Selbst nach Abzug der Oskar-Gebühren bleibt deutlich mehr übrig als auf dem Sparbuch.
Die Mindest-Sparrate liegt bei 25 € im Monat. Viele Eltern zahlen das Kindergeld (250 €) direkt ein. Bei kleinen Beträgen (25–50 €) ist die absolute Kostendifferenz zu einem DIY-Sparplan gering. Je höher die Sparrate, desto mehr fällt der Gebührenunterschied ins Gewicht. Aber auch bei 250 € im Monat schlägt Oskar das Sparbuch um Längen.
Dein Kind hat einen eigenen Grundfreibetrag von 12.348 € (2026) plus 1.000 € Sparerpauschbetrag. Solange die Kapitalerträge darunter bleiben, fallen keine Steuern an. Bei typischen Sparraten ist das kein Problem. Wichtig: Beantrage eine NV-Bescheinigung beim Finanzamt, damit keine automatische Abgeltungssteuer abgezogen wird.
Die Vermögensverwaltung läuft über die Scalable Capital Bank GmbH, die Depotführung über die Baader Bank AG. Beide sind BaFin-reguliert. Deine ETF-Anteile sind Sondervermögen und im Insolvenzfall geschützt. Das Verrechnungskonto bei der Baader Bank unterliegt der deutschen Einlagensicherung bis 100.000 €.
Ja, das ist eines der Familien-Features von Oskar. Großeltern und andere Verwandte können direkt auf das Kinderdepot einzahlen. Großeltern können sogar eigenständig ein Oskar-Kinderkonto für das Enkelkind eröffnen, ohne dass die Eltern ein eigenes Oskar-Konto haben müssen.
Quellen
- Oskar.de — Geldanlage für Kinder
- BaFin — Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
- BMF — Steuerrechner und Freibeträge 2026
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