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3,40 % Tagesgeldzinsen klingen verlockend. Doch was passiert nach drei Monaten? Bei vielen Banken stürzt der Zins auf unter 1 % ab. Wer nicht rechtzeitig wechselt, verschenkt bares Geld.
Wir haben die aktuellen Tagesgeld-Angebote in Deutschland durchgerechnet: die Lockzinsen für Neukunden, aber vor allem die Dauerzinsen danach. Denn genau dort entscheidet sich, ob sich ein Angebot wirklich lohnt.
Das Ergebnis überrascht: Eine Neobank mit 2,50 % Dauerzins schlägt eine Direktbank mit 3,40 % Aktionszins. Über 12 Monate gerechnet, wohlgemerkt. Drei Monate Spitzenzins reichen nicht aus, um neun Monate Magerzins auszugleichen.
In diesem Vergleich findest du die aktuellen Tagesgeld-Zinsen für März 2026, sortiert nach dem, was wirklich bei dir ankommt. Mit Rechenbeispielen für 10.000 und 50.000 €.
Zinssätze zuletzt geprüft am: 25. März 2026
Das Wichtigste in Kürze
- Höchster Aktionszins: 3,40 % (Consorsbank, 3 Monate befristet)
- Bester Dauerzins: 2,50 % (Scalable Capital, ohne Befristung)
- Alle deutschen Banken bis 100.000 € gesetzlich gesichert, viele darüber hinaus
Ehrliche Nachteile:
- Bestandskunden-Falle: Bei ING und Comdirect fallen die Zinsen nach der Aktion auf 0,75 %
- Über 12 Monate bringt Trade Republic (2,00 % Dauer) mehr als die Consorsbank (3,40 % für 3 Monate)
Perfekt für dich, wenn du einen stabilen Dauerzins ohne Aufwand suchst.
Nicht ideal, wenn du bereit bist, alle paar Monate die Bank zu wechseln. Dann lohnen sich Aktionszinsen.
Unser Urteil in einem Satz: Wer nicht wechseln will, fährt mit Scalable Capital oder Trade Republic besser als mit den meisten Aktionszins-Angeboten.
Tagesgeld-Zinsen aktuell: Top 10 im Überblick
Die folgende Tabelle zeigt die besten Tagesgeld-Angebote im März 2026. Die meisten dieser Zinsen gelten nur für Neukunden und sind auf wenige Monate befristet.
Top 10 Tagesgeld-Angebote März 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Die Tabelle teilt sich in zwei Welten: Oben die Aktionszinsen, die nach wenigen Monaten verschwinden. Unten die Dauerzinsen, die du als Bestandskunde tatsächlich bekommst. Die Sortierung nach Zinssatz ist deshalb irreführend, wenn du länger als drei Monate sparst.
Der durchschnittliche Tagesgeldzins liegt laut Biallo aktuell bei 1,49 % (Stand: 23. März 2026). Mit Aktionszinsen gerechnet bei 2,68 %. Was Bestandskunden nach Ablauf der Aktion tatsächlich erhalten: im Schnitt nur 1,23 %.
Anbieter in diesem Artikel
Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.
Scalable Capital
84 · Sehr gut
Trade Republic
83 · Sehr gut
C24 Bank
79 · Gut
Openbank
79 · Gut
Neukunden vs. Bestandskunden: Der wahre Zins
Das ist das eigentliche Problem. Die Zinsen, die in Vergleichsportalen ganz oben stehen, gelten fast immer nur für Neukunden. Was danach kommt, steht im Kleingedruckten.
Aktionszins vs. Basiszins nach Ablauf
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Bei der ING fällt der Zins nach vier Monaten von 3,00 % auf 0,75 %, also 2,25 Prozentpunkte weniger. Bei der Norisbank ist der Absturz mit 2,58 Prozentpunkten noch heftiger.
Für dich als Sparer bedeutet das: Du müsstest alle paar Monate die Bank wechseln, um dauerhaft von den Aktionszinsen zu profitieren. Das sogenannte Zinshopping funktioniert, ist aber aufwändig. Konto eröffnen, Geld überweisen, Freistellungsauftrag einrichten, nach drei Monaten wieder kündigen.
Die Alternative: Ein Konto mit solidem Dauerzins, bei dem du dich nicht alle Vierteljahre um einen Wechsel kümmern musst.
Neobanken im Tagesgeld-Vergleich
Neobanken setzen auf ein anderes Modell als klassische Direktbanken. Statt befristeter Aktionszinsen bieten die meisten einen festen Dauerzins, der sich am EZB-Leitzins orientiert.
Neobanken: Tagesgeld-Angebote im Vergleich
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Scalable Capital liegt mit 2,50 % klar vorne. Der Zins ist variabel und an den EZB-Leitzins gekoppelt, aber nicht befristet. Du bekommst morgen denselben Zins wie heute, solange die EZB nicht senkt.
Trade Republic bietet 2,00 % auf das gesamte Guthaben. Keine Obergrenze, kein Mindestbetrag. Der Zins ist niedriger als bei Scalable, dafür ohne Extraaufwand.
N26 staffelt die Zinsen nach Kontomodell. Nur mit dem teuren Metal-Abo (16,90 €/Monat) bekommst du 2,25 %. Im kostenlosen Standardkonto gibt es magere 0,25 %. Das lohnt sich nur, wenn du N26 ohnehin als Hauptkonto nutzt.
Achtung bei Vivid Money
Vivid bewirbt Zinsen von ca. 3,70 % über das sogenannte Pocket-Feature. Das ist allerdings kein Tagesgeld, sondern ein Geldmarktfonds. Dein Geld ist damit nicht durch die gesetzliche Einlagensicherung geschützt, sondern unterliegt dem Fondsrisiko. Für echtes Tagesgeld ist Vivid keine Option.
Direktbanken im Tagesgeld-Vergleich
Direktbanken wie ING, Comdirect und Consorsbank setzen auf ein anderes Modell: hohe Aktionszinsen, um Neukunden anzulocken. Der reguläre Zins danach ist deutlich niedriger.
Das kann sich trotzdem lohnen, wenn du bereit bist, regelmäßig zu wechseln. Oder wenn du ohnehin ein Girokonto bei der Bank hast und den Aktionszins als netten Bonus mitnimmst.
Die Consorsbank lockt mit 3,40 % für drei Monate, der höchste Aktionszins im Markt. Auf bis zu 1.000.000 €, was für größere Summen auf dem Papier attraktiv ist. Aber danach fällt der Zins auf unter 1 %. Das ist der härteste Absturz im ganzen Vergleich.
Bei der ING sind es 3,00 % für vier Monate. Danach 0,75 %. Die vier Monate klingen nach einem kleinen Vorteil. Praktisch macht das bei 10.000 € einen Unterschied von rund 25 € mehr gegenüber drei Monaten Aktionszins.
Die Norisbank ist der einzige Anbieter mit einem konkreten Enddatum: Der Aktionszins von 3,33 % gilt bis 30. Juni 2026. Was danach kommt, ist mit 0,75 % genauso enttäuschend wie bei der ING. Die Einlagensicherung läuft über die Deutsche Bank Gruppe, was etwas mehr Schutz bedeutet als der gesetzliche Mindeststandard.
Die Bank of Scotland, jetzt als Lloyds Bank GmbH firmierend, bietet 3,25 % für drei Monate mit deutscher Einlagensicherung. Nach der Aktion landet der Zins im Bereich von 1 %. Nicht schlecht, aber auch kein Grund zu bleiben.
Die DISTINGO Bank fällt aus dem Muster: Nach dem Aktionszins von 3,20 % landet der Dauerzins bei immerhin 1,95 %. Deutlich besser als bei ING oder Comdirect. Allerdings greift hier die französische Einlagensicherung (FGDR).
Tagesgeld mit Einlagensicherung aus Deutschland
Bei Tagesgeld geht es um Sicherheit. Dein Geld soll verfügbar sein und nicht von einer Bankenpleite bedroht werden. Die gesetzliche Einlagensicherung schützt in der EU bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank.
In Deutschland kommt oft noch die freiwillige Einlagensicherung über den Bundesverband deutscher Banken (BdB) dazu. Die Consorsbank sichert beispielsweise bis zu 1.000.000 € ab, die ING bis zu 250.000 €.
Banken mit deutscher Einlagensicherung im Überblick: Consorsbank, ING, Comdirect, Norisbank, DKB, Trade Republic, Scalable Capital und die Bank of Scotland (als Lloyds Bank GmbH).
Die Advanzia Bank unterliegt der luxemburgischen Sicherung (FGDL), die DISTINGO Bank der französischen (FGDR) und bunq der niederländischen. In allen drei Fällen gilt der EU-weite Schutz bis 100.000 €. Im Ernstfall kann die Auszahlung bei ausländischen Sicherungssystemen etwas länger dauern als bei einem deutschen Institut.
Wenn dir die Herkunft der Einlagensicherung wichtig ist, bist du bei den genannten deutschen Banken und Neobanken auf der sicheren Seite. Der Zins-Unterschied zu ausländischen Anbietern ist aktuell gering genug, dass du dafür kein Risiko eingehen musst.
Wie viel Zinsen bekomme ich auf mein Geld?
Konkrete Zahlen helfen mehr als Prozentsätze. Zwei Rechenbeispiele zeigen, wie sich Aktionszins und Dauerzins über 12 Monate auswirken.
Rechenbeispiel: 10.000 € über 12 Monate
10.000 € über 12 Monate: Aktionszins vs. Dauerzins
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Trade Republic bringt mit 2,00 % Dauerzins über 12 Monate 200 € brutto. Die Consorsbank kommt mit ihrem Aktionszins von 3,40 % nur auf etwa 145 €, weil der Zins nach drei Monaten einbricht. Über ein ganzes Jahr gewinnt der niedrigere, aber stabile Zins.
Rechenbeispiel: 50.000 € über 12 Monate
50.000 € über 12 Monate: Was wirklich ankommt
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Bei 50.000 € wird der Unterschied drastisch: Trade Republic bringt 1.000 € ohne jedes Zutun. Die Consorsbank nur 725 €, weil neun Monate lang der Basiszins greift. Wer viermal im Jahr die Bank wechselt (Zinshopping), kann theoretisch auf etwa 1.478 € netto kommen. Das funktioniert, kostet aber Zeit und Nerven.
Letztlich ist es eine Entscheidung über Aufwand: Willst du alle drei Monate ein neues Konto eröffnen, oder ist dir ein stabiler Zins ohne Kümmeraufwand lieber?
Häufige Fragen
Den höchsten Aktionszins bieten Consorsbank und Advanzia Bank mit jeweils 3,40 % (Stand: März 2026). Beide Angebote sind auf drei Monate befristet. Den höchsten Dauerzins ohne Befristung bietet Scalable Capital mit 2,50 %.
Rechnerisch ja. Wer viermal im Jahr den Anbieter wechselt, kann bei 50.000 € rund 1.478 € netto erzielen. Praktisch bedeutet das aber jedes Quartal: neues Konto eröffnen, Freistellungsauftrag einrichten, Geld überweisen, altes Konto kündigen. Für die meisten Sparer ist ein guter Dauerzins die bessere Wahl.
Innerhalb der EU gilt die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 € pro Kunde und Bank. Das betrifft auch Anbieter wie die DISTINGO Bank (Frankreich) oder Advanzia (Luxemburg). Im Ernstfall kann die Auszahlung bei ausländischen Sicherungssystemen etwas länger dauern als bei deutschen Instituten.
Bei klassischem Tagesgeld liegt dein Geld auf einem separaten Konto. Bei Trade Republic oder N26 wird das Guthaben auf dem Verrechnungskonto verzinst. Steuerlich und in Sachen Einlagensicherung gibt es keinen Unterschied. Praktisch ist die Guthaben-Verzinsung sogar einfacher, weil du kein Extra-Konto brauchst.
Wenn du Aktionszinsen mitnehmen willst, lohnt sich ein Wechsel alle drei bis vier Monate. Bequemer ist ein Konto mit stabilem Dauerzins (z. B. Scalable Capital oder Trade Republic). Dort bleibst du einfach, ohne Zinsverlust befürchten zu müssen.
Quellen
- Biallo Tagesgeld-Index, Stand 23. März 2026: biallo.de/tagesgeld
- Deutsche Bundesbank, Einlagensicherung: bundesbank.de
- Europäische Zentralbank, Leitzins-Entscheidungen 2025/2026: ecb.europa.eu
Wer genauer wissen will, wie Neobanken das Tagesgeld-Modell umsetzen und wo die Risiken liegen, findet mehr dazu in unserem Tagesgeld-Vergleich für Neobanken.
Weiterlesen: Geldmarkt-ETF vs. Tagesgeld | Festgeld vs. Tagesgeld | Notgroschen anlegen | Tagesgeld-Zinsen und Steuern | Tagesgeldhopping-Strategie | Broker-Zinsen vs. Tagesgeld
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