Zum Hauptinhalt springen
Wachstumskurve mit Sparschwein und Münzen mit Pflanze auf dunkelblauem Hintergrund, Symbol für Kinderdepot und ETF-Sparplan
Ratgeber

Kinderdepot Vergleich 2026: Welcher ETF-Sparplan fürs Kind?

· 11 Min. Lesezeit
Wachstumskurve mit Sparschwein und Münzen mit Pflanze auf dunkelblauem Hintergrund, Symbol für Kinderdepot und ETF-Sparplan

Ein Sparbuch fürs Kind bringt heute rund 0,5 Prozent Zinsen, weniger als die Inflation auffrisst. Wer langfristig Vermögen für sein Kind aufbauen will, kommt an einem ETF-Sparplan im Kinderdepot kaum vorbei. Die gute Nachricht: Du brauchst dafür kein Vorwissen und keine teure Bankberatung. Die Auswahl ist 2026 so groß wie nie, und der Markt hat sich gerade spürbar bewegt. Mit Scalable und Trade Republic gibt es jetzt zwei Anbieter, bei denen das Kinderdepot praktisch nichts kostet.

Genau das macht die Wahl aber auch unübersichtlich. Robo-Advisor oder Selbermachen? Direktbank oder Neobroker? Wir haben sieben Anbieter mit echtem Depot auf den Namen des Kindes verglichen und sortieren das Feld nach dem, worauf es ankommt: laufende Kosten, Mindestsparrate und ob Oma und Opa mitsparen können.

Das Wichtigste in Kürze

Die besten Kinderdepots 2026 nach Bedarf:

  • Günstigster Rundum-sorglos-Weg: Scalable Kinderkonto. Der Sparplan kostet 0 Euro, die Fondskosten werden zurückerstattet, dazu 2,5 Prozent Zinsen aufs Guthaben. Familie kann mitsparen.
  • Fertige Strategie ohne eigene Entscheidung: Oskar. Du wählst eine von fünf Strategien, den Rest macht der Robo. Bequem, aber mit 0,7 bis 1,0 Prozent der teuerste Anbieter im Test.
  • Schlankste App, Kind ist Eigentümer: Trade Republic. Depot in Minuten, Sparplan ab 1 Euro, Fondskosten werden ebenfalls reinvestiert.
  • Klassische Direktbank mit großer Auswahl: ING oder Comdirect. Kostenloses Depot, ETF-Sparpläne ab 1 Euro.

Unser Urteil in einem Satz: Wer auf die Kosten schaut, nimmt Scalable oder Trade Republic. Wer eine fertige Strategie ohne jede eigene Entscheidung will und dafür zahlt, ist bei Oskar richtig.

Kinderdepot oder Kinderkonto? Erst die Begriffe klären

Bevor wir vergleichen, eine wichtige Abgrenzung, weil beide Begriffe oft verwechselt werden.

Ein Kinderkonto ist ein Girokonto für den Alltag: Taschengeld, Karte, erste eigene Überweisungen. Darum geht es hier nicht. Welches Girokonto sich für dein Kind lohnt, steht in unserem Kinderkonto Vergleich 2026.

Ein Kinderdepot dagegen ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes. Hier landet kein Taschengeld, sondern langfristiger Vermögensaufbau, meist per ETF-Sparplan. Beide Produkte ergänzen sich: das Konto für heute, das Depot für in 18 Jahren.

Ein Depot auf den Namen des Kindes hat einen handfesten Steuervorteil: Dein Kind hat eigene Freibeträge und zahlt auf die Erträge in der Praxis null Steuern.

Die zwei Wege: Robo-Advisor oder selber machen

Tobis Finanz-Radar Kostenlos 📡
Tobis Finanz-Radar

Hab dein Geld auf dem Schirm.

Ich schick dir die wichtigsten Zinsen, Aktionen und Konto-News auf WhatsApp. Bevor die anderen sie checken.

2 bis 4x pro Woche · kostenlos · jederzeit abbestellen

Anonym: Ich sehe nicht, wer abonniert. Jederzeit still wieder weg.

Per WhatsApp abonnieren

Beide Lager sehen auf den ersten Blick ähnlich aus, der Unterschied steckt im Preis.

Der Robo-Advisor-Weg (Oskar, Quirion, Scalable mit Wealth): Du beantwortest ein paar Fragen, wählst eine Risikostufe, und ein Algorithmus baut ein global gestreutes Portfolio zusammen und schichtet es bei Bedarf um. Du musst keinen einzigen ETF selbst aussuchen. Der Preis dafür ist eine Verwaltungsgebühr, klassisch zwischen 0,5 und 1,0 Prozent pro Jahr.

Der Selbermach-Weg (ING, Comdirect, DKB, Trade Republic, Scalable als Broker): Du eröffnest ein kostenloses Depot, suchst einen breit gestreuten Welt-ETF aus und richtest einen Sparplan ein. Nach 30 Minuten läuft das und kostet danach fast nichts mehr.

Die ehrliche Faustregel: Ein Welt-ETF reicht. Wer das glaubt, spart sich die Robo-Gebühr. Wer das nicht glauben mag, zahlt für die Bequemlichkeit.

Der Clou 2026: Scalable und Trade Republic haben die Grenze zwischen beiden Welten eingerissen. Beide erstatten die Fondskosten (TER) des Kinder-ETFs zurück, womit der Selbermach-Weg praktisch kostenlos wird, ohne dass du auf Komfort wie das Mitsparen der Großeltern verzichtest.

Kinderdepot Vergleich 2026: Alle Anbieter auf einen Blick

Kinderdepots im Vergleich (Stand Juni 2026)
Anbieter Typ Laufende Kosten Sparplan ab Familie kann mitsparen
Scalable Kinderkonto Broker + Robo rund 0 % (Fondskosten reinvestiert), 2,5 % Zins aufs Guthaben 1 € Ja
Trade Republic Broker (App) rund 0 % (Fondskosten reinvestiert) 1 € Ja (Sparpaten)
ING Direkt-Depot Junior Direktbank 0 € Depot, 0 € Sparplan, rund 0,2 % Fondskosten bleiben 1 € Über Einzahlung
Comdirect JuniorDepot Direktbank 0 € Depot, ETF-Specials 0 €, rund 0,2 % Fondskosten bleiben 1 € Ja
DKB Broker u18 Direktbank 0 € Depot, 1,50 € je Ausführung (500+ ETFs frei) 25 € Über Einzahlung
Quirion Kinderdepot Robo-Advisor 0,48 % Verwaltung + rund 0,2 % Fondskosten 25 € Nur als Einzahler
Oskar Robo-Advisor 0,7 bis 1,0 % Verwaltung + 0,14 % Fondskosten 25 € Ja
Alle Angaben ohne Gewähr, Stand Juni 2026. Aktionskonditionen können sich ändern.

Was kostet der Unterschied wirklich?

Kosten klingen abstrakt, solange es um Nachkommastellen geht. Rechnen wir es durch. Annahme: 250 Euro Kindergeld monatlich, 18 Jahre Laufzeit, 6 Prozent Bruttorendite pro Jahr.

250 € monatlich über 18 Jahre, nach Kosten

familie

~93.000 € (Scalable / Trade Republic)

Gesamt

Sparbuch (0,5 % Zinsen) ~56.000 €
Scalable oder Trade Republic (Fondskosten reinvestiert) ~93.000 €
Quirion (0,48 % + Fondskosten) ~89.000 €
Oskar (rund 0,9 % Gesamtkosten) ~85.000 €

Das Sparbuch ist in jedem Fall die schlechteste Wahl. Spannender ist der Abstand innerhalb der ETF-Welt: Zwischen dem günstigsten Anbieter und Oskar liegen über 18 Jahre rund 8.000 Euro. Das ist der Preis für die Vollautomatik.

8.000 Euro über 18 Jahre für eine fertige Strategie. Für manche Eltern ist das jeden Cent wert, für andere ein klares Argument gegen den Robo.

Wichtig: Je höher die Sparrate und je länger die Laufzeit, desto stärker fällt der Gebührenunterschied ins Gewicht. Bei kleinen Beträgen von 25 bis 50 Euro im Monat ist die absolute Differenz gering. Da darf die Bequemlichkeit ruhig den Ausschlag geben.

Die Anbieter im Einzelnen

Scalable Kinderkonto: der neue Kostensieger

Scalable hat sein Kinderkonto so aufgebaut, dass es kaum zu schlagen ist. Der ETF-Sparplan läuft ab 1 Euro und kostet bei der Ausführung 0 Euro. Über das Modell „Scalable Taschengeld“ werden die Fondskosten des Kinder-ETFs sogar zurück ins Depot reinvestiert, womit die laufenden Kosten praktisch bei null landen. Dazu gibt es 2,5 Prozent Zinsen auf das Guthaben und die Möglichkeit, dass Freunde und Familie ohne Mindestbetrag mitsparen. Einziger Haken: Beide sorgeberechtigten Elternteile brauchen selbst ein Scalable-Konto.

Zum Scalable Kinderkonto

Die ausführliche Bewertung steht in unserem Scalable Kinderkonto Test 2026.

Oskar: bequem, aber der teuerste im Test

Oskar ist auf Familien zugeschnitten und löst das Mitsparen besonders komfortabel: Großeltern können eigenständig ein Depot fürs Enkelkind eröffnen, ohne selbst Kunde bei Oskar zu sein. Du wählst eine von fünf fertigen Strategien aus, den Rest übernimmt der Robo. Kein einziger ETF muss selbst ausgesucht werden. Der Preis dafür ist der höchste im Test: 0,7 bis 1,0 Prozent Verwaltungsgebühr plus 0,14 Prozent Fondskosten. Für Eltern, die wirklich keine Anlageentscheidung treffen wollen, ist das ein faires Angebot. Wer auf die Kosten schaut, findet günstigere Wege zum selben Ziel.

Zu Oskar

Alle Details im Oskar ETF-Sparplan Test 2026.

Trade Republic: alles in einer App

Trade Republic bietet seit Kurzem ein echtes Kinderdepot, bei dem das Kind rechtlicher Eigentümer ist. Die Eröffnung läuft in wenigen Minuten in der App, Sparpläne starten ab 1 Euro und sind kostenlos. Wie bei Scalable werden die Fondskosten geeigneter ETFs reinvestiert. Über „Sparpaten“ können Verwandte per Lastschrift mitsparen. Voraussetzung: Beide Elternteile brauchen ein Trade-Republic-Konto. Wer ohnehin schon Kunde ist, hat hier den kürzesten Weg.

Zu Trade Republic

ING und Comdirect: die soliden Direktbanken

Beide bieten ein kostenloses Junior-Depot mit ETF-Sparplänen ab 1 Euro und einer großen Auswahl. Bei Comdirect sind viele ETFs über die Specials dauerhaft sparplankostenfrei, Großeltern und Paten können mitsparen. ING punktet mit der etablierten Bankstruktur und über 2.000 sparplanfähigen Wertpapieren. Anders als bei Scalable und Trade Republic bleiben hier die Fondskosten von rund 0,2 Prozent bestehen, das ist der einzige relevante Unterschied. Achtung bei beworbenen Eröffnungsprämien: Das sind befristete Aktionen, keine dauerhaften Konditionen.

DKB Broker u18: gut, wenn du schon Kunde bist

Das Junior-Depot der DKB ist kostenlos, ETF-Sparpläne laufen ab 25 Euro. Über 500 Aktions-ETFs sind sparplankostenfrei, sonst fallen 1,50 Euro je Ausführung an. Voraussetzung ist ein DKB-Konto für Kind und Eltern. Für bestehende DKB-Kunden eine naheliegende Wahl, für Neukunden gibt es keinen Grund zu wechseln.

Quirion: der günstige Robo

Wenn es ein Robo-Advisor sein soll, aber günstiger als Oskar, ist Quirion die Antwort. Die Vollverwaltung kostet 0,48 Prozent pro Jahr plus Fondskosten, also rund die Hälfte von Oskar. Sparpläne starten ab 25 Euro. Eine kostenlose Variante gibt es fürs Kinderdepot allerdings nicht, und das Familien-Mitsparen ist weniger komfortabel als bei Oskar oder Scalable.

Der Steuervorteil: bei jedem Anbieter gleich

Egal für welchen Anbieter du dich entscheidest, ein Depot auf den Namen des Kindes bringt denselben steuerlichen Vorteil. Jedes Kind hat 2026 einen eigenen Grundfreibetrag von 12.348 Euro plus 1.000 Euro Sparerpauschbetrag. Zusammen bleiben rund 13.300 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei. Bei normalen Sparraten schöpfst du das nie aus.

NV-Bescheinigung nicht vergessen

Ohne die richtige Bescheinigung zieht der Anbieter automatisch 25 Prozent Abgeltungssteuer ab, selbst wenn dein Kind unter den Freibeträgen bleibt. Beantrage einmalig eine Nichtveranlagungsbescheinigung (NV-Bescheinigung) beim Finanzamt, sie gilt drei Jahre, und reiche sie beim Anbieter ein. Alternativ richtest du einen Freistellungsauftrag über 1.000 Euro ein.

Welches Kinderdepot passt zu dir?

Die Entscheidung hängt weniger vom Anbieter ab als von deinem Typ. Hier die ehrliche Orientierung.

  • Du willst die niedrigsten Kosten und scheust dich nicht vor einer App: Scalable Kinderkonto oder Trade Republic.
  • Du willst eine fertige Strategie und gar keine eigene Entscheidung: Oskar, wenn dir die höhere Gebühr das wert ist, sonst Quirion als günstigere Robo-Alternative.
  • Du bist schon Kunde bei einer Direktbank: ING, Comdirect oder DKB, dann hast du alles unter einem Dach.
  • Großeltern wollen unabhängig fürs Enkelkind sparen: Oskar erlaubt das am eigenständigsten, Scalable und Trade Republic über die Mitspar-Funktion.

Der wichtigste Schritt ist nicht die perfekte Anbieterwahl, sondern überhaupt anzufangen. Jeder ETF-Sparplan schlägt das Sparbuch um Längen, egal von welchem dieser sieben Anbieter.

Unser Fazit

Kinderdepots sind 2026 so günstig wie nie. Wer auf die Kosten schaut, fährt mit dem Scalable Kinderkonto oder Trade Republic am besten, beide kosten dank reinvestierter Fondskosten praktisch nichts und lassen die Familie mitsparen. Oskar bleibt die bequemste Lösung mit fertiger Strategie, ist aber der teuerste Anbieter im Test. Die Direktbanken ING, Comdirect und DKB sind solide Alternativen, besonders für bestehende Kunden. Der größte Fehler wäre, aus Unentschlossenheit beim Sparbuch zu bleiben.

Häufige Fragen zum Kinderdepot

Ein Kinderkonto ist ein Girokonto für den Alltag, also Taschengeld, Karte und erste Überweisungen. Ein Kinderdepot ist ein Wertpapierdepot auf den Namen des Kindes für den langfristigen Vermögensaufbau per ETF-Sparplan. Beide ergänzen sich, sind aber unterschiedliche Produkte. Welches Girokonto passt, steht im Kinderkonto Vergleich.

Scalable und Trade Republic sind aktuell am günstigsten. Bei beiden ist die Depotführung kostenlos, der ETF-Sparplan kostet 0 Euro pro Ausführung, und die Fondskosten des Kinder-ETFs werden ins Depot zurück reinvestiert. Damit liegen die laufenden Kosten praktisch bei null. Bei den Direktbanken ING und Comdirect bleibt eine geringe Fondskostenquote von rund 0,2 Prozent.

Das hängt von deinem Typ ab. Ein Robo wie Oskar nimmt dir jede Entscheidung ab, du wählst nicht einmal einen ETF aus. Dafür zahlst du 0,7 bis 1,0 Prozent pro Jahr, über 18 Jahre summiert sich das auf einen mittleren vierstelligen Betrag. Wer sich zutraut, einen einzelnen Welt-ETF auszuwählen, fährt mit einem kostenlosen Depot günstiger. Wer das nicht will, bekommt bei Oskar ein durchdachtes Komplettpaket.

Ja, bei den meisten Anbietern. Oskar erlaubt Großeltern sogar, eigenständig ein Depot fürs Enkelkind zu eröffnen. Scalable und Trade Republic bieten eine Mitspar-Funktion, über die Familie und Freunde ohne Mindestbetrag beitragen können. Bei den Direktbanken zahlen Verwandte einfach auf das Verrechnungskonto des Kindes ein.

In der Praxis meist nicht. Dein Kind hat einen eigenen Grundfreibetrag von 12.348 Euro plus 1.000 Euro Sparerpauschbetrag, zusammen bleiben rund 13.300 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei. Wichtig ist eine NV-Bescheinigung vom Finanzamt oder ein Freistellungsauftrag, sonst zieht der Anbieter automatisch Abgeltungssteuer ab.

Mit der Volljährigkeit geht die Verfügungsgewalt vollständig auf das Kind über. Bei Neobrokern wie Trade Republic wird das Kinderdepot in ein reguläres Konto umgewandelt. Rechtlich war das Geld ohnehin immer Eigentum des Kindes, die Eltern haben es nur treuhänderisch verwaltet. Wer das vermeiden will, behält das Depot besser auf eigenem Namen.

Quellen

  1. Scalable Capital, Kinderkonten
  2. Oskar, ETF-Sparplan für Kinder
  3. Trade Republic, Kinderdepot
  4. ING, Direkt-Depot Junior
  5. Comdirect, JuniorDepot
  6. Quirion, Kinderdepot
Tobis Finanz-Radar Kostenlos 📡
Tobis Finanz-Radar

Hab dein Geld auf dem Schirm.

Ich schick dir die wichtigsten Zinsen, Aktionen und Konto-News auf WhatsApp. Bevor die anderen sie checken.

2 bis 4x pro Woche · kostenlos · jederzeit abbestellen

Anonym: Ich sehe nicht, wer abonniert. Jederzeit still wieder weg.

Per WhatsApp abonnieren

Transparenz-Hinweis: neuebanken.de finanziert sich über Affiliate-Links. Wenn du über unsere Links ein Konto eröffnest, erhalten wir eventuell eine Vergütung. Am Preis ändert sich für dich nichts. Unsere Bewertungsmethodik findest du unter So bewerten wir.