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Jede zweite Bank wirbt mit einem „kostenlosen Girokonto“. Klingt gut, bis du das Kleingedruckte liest: 700 Euro Mindestgeldeingang, Aktivitätspflicht oder Gebühren nach dem dritten Monat. Bei Neobanken sieht das anders aus. Einige Konten kosten tatsächlich keinen Cent. Andere verstecken die Kosten nur geschickter.
Wir haben uns die Kontomodelle von N26, Revolut, C24 Bank, bunq, Vivid Money und Tomorrow angeschaut und geprüft, wer wirklich nichts verlangt.
Das Wichtigste in Kürze
- N26 Standard, Revolut Standard, C24 Smart und bunq Free sind ohne jede Bedingung kostenlos. Kein Mindestgeldeingang, keine Aktivitätspflicht.
- Vivid Money wird teuer, wenn du das Konto nicht nutzt: 3,90 Euro Inaktivitätsgebühr pro Monat.
- Tomorrow verlangt zwischen 0 und 4 Euro monatlich. Komplett kostenlos nur für unter 21-Jährige oder bei regelmäßigem Geldeingang.
- DKB und ING koppeln „kostenlos“ an 700 Euro Geldeingang. Wer das nicht schafft, zahlt 4,50 bzw. 4,99 Euro im Monat.
- Versteckte Kosten lauern bei Bargeldabhebungen, physischen Karten und Premium-Features wie Unterkonten.
Was heißt „kostenlos“ beim Girokonto wirklich?
„Kostenlos“ bedeutet bei vielen Banken: kostenlos, solange du bestimmte Bedingungen erfüllst. DKB und ING verlangen beispielsweise 700 Euro Geldeingang pro Monat. Erreichst du diese Summe nicht, zahlst du 4,50 Euro (DKB) oder 4,99 Euro (ING) monatlich. Für Studenten, Teilzeitkräfte oder Minijobber ist das ein Problem.
Bei Neobanken funktioniert das Modell anders. Die meisten finanzieren sich über Premium-Tarife, Kartenumsätze und Zusatzprodukte statt über Kontoführungsgebühren. Das Basiskonto ist der Einstieg, nicht die Haupteinnahmequelle.
Trotzdem gibt es Unterschiede. Manche Neobanken sind bedingungslos kostenlos. Andere knüpfen die Gratis-Nutzung an kleine Hürden, die erst auffallen, wenn die erste Gebühr abgebucht wird.
DKB und ING werben mit kostenlosem Girokonto, verlangen aber 700 Euro Geldeingang pro Monat. Wer diese Grenze nicht erreicht, zahlt 4,50 Euro (DKB) bzw. 4,99 Euro (ING) monatlich. Auch Vivid Money berechnet 3,90 Euro, wenn du das Konto nicht aktiv nutzt.
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N26
83 · Sehr gut
C24 Bank
79 · Gut
Diese Neobank-Konten sind ohne jede Bedingung kostenlos
Vier Neobanken bieten ein Girokonto, das ohne Mindestgeldeingang, ohne Aktivitätspflicht und ohne zeitliche Begrenzung kostenlos bleibt.
Kostenlose Neobank-Girokonten ohne Bedingungen
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
N26 Standard ist der Klassiker: komplett kostenlos, deutsche IBAN, Kontoeröffnung per Video-Ident in rund zehn Minuten. Du bekommst eine virtuelle Mastercard Debit sofort, die physische Karte kannst du kostenlos dazu bestellen. Drei Bargeldabhebungen pro Monat sind gratis, danach fallen 2 Euro pro Abhebung an.
Revolut Standard kostet ebenfalls nichts. Du bekommst eine litauische IBAN (LT), was bei manchen Lastschriften in Deutschland Probleme machen kann. Dafür sind Fremdwährungszahlungen unter der Woche gebührenfrei. Fünf Abhebungen oder 200 Euro pro Monat sind kostenlos, danach zahlst du 2 Prozent.
C24 Bank Smart ist das vielseitigste kostenlose Konto. Deutsche IBAN, kostenlose Girocard (selten bei Neobanken), vier kostenlose Bargeldabhebungen pro Monat und 0,5 Prozent Zinsen direkt aufs Girokonto-Guthaben. Dazu vier Pockets mit eigener IBAN für die Budgetplanung.
bunq Free wurde 2025 eingeführt und bietet drei Unterkonten mit jeweils eigener IBAN. Die physische Karte ist allerdings nicht inklusive. Wer mehr Features will, greift zum Core-Tarif ab 3,99 Euro pro Monat.
Kostenloses Girokonto mit Bedingungen: Wo Fallen lauern
Nicht jedes „kostenlose“ Konto ist wirklich gratis. Bei zwei Neobanken sind die Bedingungen auf den ersten Blick leicht zu übersehen.
Vivid Money Standard ist kostenlos, solange du mindestens eine Kartenzahlung pro Monat tätigst oder 1.000 Euro auf dem Konto liegen hast. Erfüllst du keine der beiden Bedingungen, berechnet Vivid 3,90 Euro Inaktivitätsgebühr. Das ist ärgerlich, wenn du das Konto als Zweitkonto nutzt und mal einen Monat nicht dran denkst.
Tomorrow Now funktioniert anders. Du wählst selbst, wie viel du monatlich zahlst: zwischen 0 und 4 Euro. Komplett kostenlos geht aber nur unter bestimmten Voraussetzungen (unter 21 Jahre oder regelmäßiger Geldeingang über 500 Euro). Außerdem läuft dieses Selbstwahl-Modell Ende 2026 aus. Danach werden voraussichtlich 4 Euro pro Monat fällig.
Kostenlos, aber eingeschränkt: Was fehlt im Gratis-Konto?
Kostenlose Konten bieten die Basis. Premium-Features kosten extra.
Das betrifft vor allem diese Bereiche:
Unterkonten und Spaces: Bei N26 gibt es Spaces (virtuelle Unterkonten) erst ab dem Smart-Tarif für 4,90 Euro pro Monat. C24 Bank bietet vier Pockets mit IBAN schon im kostenlosen Konto. Bei bunq Free sind drei Unterkonten inklusive. Wer Budgetierung mit Unterkonten braucht, sollte das bei der Kontowahl berücksichtigen.
Bargeldabhebungen: N26 Standard erlaubt drei kostenlose Abhebungen, Revolut fünf (oder 200 Euro). C24 Bank bietet vier. Wer häufig Bargeld braucht, zahlt bei jedem Anbieter ab einer gewissen Grenze drauf.
Versicherungen und Extras: Reiseversicherung, Mietwagenversicherung und Priority-Support gibt es nur in den Bezahl-Tarifen. N26 Metal (16,90 Euro/Monat) oder Revolut Ultra (45 Euro/Monat) bieten solche Pakete. Ob sich das lohnt, hängt davon ab, ob du diese Leistungen auch einzeln günstiger bekommst.
Kostenloses Girokonto eröffnen: So geht’s
Die Kontoeröffnung bei Neobanken dauert selten länger als zehn Minuten. Du brauchst:
- Einen gültigen Personalausweis oder Reisepass
- Eine Handynummer und E-Mail-Adresse
- Dein Smartphone mit der App des Anbieters
Nach der Registrierung verifizierst du dich per Video-Ident (N26, C24 Bank) oder Selfie-Verfahren (Revolut, bunq). Die virtuelle Karte steht meist sofort bereit. Die physische Karte kommt per Post in drei bis sieben Werktagen.
Wichtig: Du kannst problemlos mehrere Girokonten gleichzeitig führen. Ein kostenloses Neobank-Konto als Zweitkonto neben deinem bestehenden Konto ist völlig normal und beeinflusst deine Schufa nicht negativ. Welche Neobanken die Schufa überhaupt prüfen, erklären wir in unserem Artikel zu den Schufa-Regeln bei N26, Revolut und Co.
Kostenlos vs. Premium: Wann lohnt sich ein Upgrade?
Für die meisten Nutzer reicht das kostenlose Konto völlig aus. Ein Upgrade lohnt sich in drei Situationen:
Wenn du mehr als drei bis fünf Bargeldabhebungen pro Monat brauchst, zahlt sich ein Premiumtarif meist schnell aus. Die höheren Stufen erlauben oft unbegrenzte Abhebungen.
Wer Unterkonten mit eigener IBAN für die Budgetierung nutzen will und N26-Kunde ist, stößt im kostenlosen Tarif an eine Wand. Spaces gibt es dort erst ab Smart.
Und wer viel reist und die enthaltenen Versicherungen (Reise, Mietwagen, Handy) tatsächlich braucht: Einzeln gebucht kosten diese Policen oft mehr als der Premiumtarif selbst.
Für alle anderen gilt: Starte kostenlos, teste den Anbieter im Alltag und wechsle nur, wenn du an die Limits stößt.
Häufige Fragen zum kostenlosen Girokonto
N26 Standard oder C24 Smart. Beide verlangen keinen Mindestgeldeingang und keine Aktivitätspflicht. C24 bietet zusätzlich eine kostenlose Girocard, die an manchen Uni-Automaten oder im Einzelhandel praktisch ist. Revolut eignet sich gut als Zweitkonto für Auslandssemester.
Ja. N26, C24 Bank und Tomorrow haben eine deutsche Vollbanklizenz und sind durch die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro pro Kunde geschützt. Revolut besitzt eine litauische Banklizenz mit EU-Einlagensicherung. bunq hat eine niederländische Banklizenz, ebenfalls mit EU-Einlagensicherung bis 100.000 Euro.
Ja, das ist kein Problem. Du kannst beliebig viele Girokonten bei verschiedenen Banken führen. Das beeinflusst deinen Schufa-Score nicht negativ, solange die Anfrage als Konditionsanfrage (weich) gestellt wird. Viele Neobanken wie Revolut, bunq und Vivid prüfen die Schufa gar nicht.
Die Kontoführung ist bei N26, Revolut, C24 und bunq Free tatsächlich kostenlos. Kosten entstehen bei Bargeldabhebungen über dem Freibetrag (2 Euro bei N26, 2 Prozent bei Revolut), bei Fremdwährungszahlungen am Wochenende (Revolut: ca. 1 Prozent Aufschlag) und bei Premium-Features wie Unterkonten oder Versicherungen.
Bei N26, Revolut und C24 Bank passiert nichts. Du zahlst auch bei Inaktivität keine Gebühr. Bei Vivid Money wird es teurer: 3,90 Euro pro Monat, wenn du weder eine Kartenzahlung tätigst noch 1.000 Euro auf dem Konto hast. Tipp: Vor dem Stilllegen den Kontostand auf null setzen und das Konto kündigen, statt es einfach liegen zu lassen.
Quellen
- N26: Kostenloses Girokonto, Konditionen Stand April 2026
- C24 Bank: Kontomodelle und Preise
- Geldz.de: Kostenloses Girokonto ohne Mindesteingang
Den vollständigen Vergleich aller Neobank-Girokonten findest du in unserem Girokonto Vergleich 2026.
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