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N26 und DKB gehören zu den beliebtesten kostenlosen Konten in Deutschland. Aber die Philosophie dahinter ist grundverschieden: N26 ist eine App-first Neobank, die DKB eine Direktbank mit über 30 Jahren Geschichte. Wir haben beide Konten verglichen und zeigen dir, wo die echten Unterschiede im Alltag liegen.
N26 vs DKB: Das Wichtigste in 30 Sekunden
- Kosten: N26 Standard ist bedingungslos kostenlos. Die DKB verlangt 700 EUR monatlichen Geldeingang für den kostenlosen Aktivkundenstatus, sonst fallen 4,50 EUR/Monat an.
- Bargeld: DKB Aktivkunden heben weltweit kostenlos ab. Bei N26 Standard sind nur 3 Abhebungen pro Monat gratis.
- Ausland: N26 berechnet in keinem Kontomodell Fremdwährungsgebühren bei Kartenzahlung. DKB Aktivkunden zahlen ebenfalls 0 %, Passivkunden 2,20 %.
- Depot: N26 bietet seit 2025 provisionsfreien Aktienhandel (4.000 Titel). Die DKB hat einen vollwertigen Broker mit ETF-Sparplänen (1,50 EUR/Rate).
- Kurzfassung: N26 punktet bei bedingungsloser Kostenfreiheit und App-Erlebnis. Die DKB bietet mehr Bargeld-Komfort und ein breiteres Produktportfolio.
N26 vs DKB auf einen Blick
Die wichtigsten Eckdaten beider Banken im direkten Vergleich:
N26 vs DKB: Direktvergleich
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N26
83 · Sehr gut
Kosten: Wer ist wirklich kostenlos?
Beide Banken werben mit einem kostenlosen Girokonto. Der Teufel steckt in den Bedingungen.
N26 Standard ist bedingungslos kostenlos. Kein Mindestgeldeingang, keine Grundgebühr. Du bekommst eine virtuelle Visa Debit und kannst sofort loslegen. Eine physische Karte kostet einmalig 10 EUR. Ab dem Smart-Konto (4,90 EUR/Monat) ist sie inklusive.
Die DKB funktioniert mit einem Zwei-Stufen-Modell. Wer mindestens 700 EUR im Monat auf das Konto überweist (Gehalt, Rente, BAföG), wird Aktivkunde und zahlt nichts. Ohne diesen Geldeingang bist du Passivkunde und zahlst 4,50 EUR pro Monat. Die Visa Debit ist in beiden Fällen inklusive, eine Girocard kostet 0,99 EUR extra.
Ein Beispiel: Tim ist Student und bekommt 500 EUR BAföG. Bei N26 zahlt er nichts. Bei der DKB verfehlt er die 700-EUR-Schwelle und zahlt 4,50 EUR/Monat, also 54 EUR im Jahr. Erst mit einem Nebenjob, der ihn über die Schwelle bringt, wird die DKB kostenlos.
Aktivstatus bei der DKB ist kein Dauerzustand
Der Aktivkundenstatus wird monatlich geprüft. Fällt dein Geldeingang unter 700 EUR (z.B. bei Jobwechsel oder Elternzeit), wirst du automatisch zum Passivkunden heruntergestuft. Dann zahlst du ab dem Folgemonat 4,50 EUR. N26 hat diese Einschränkung nicht.
Features und Alltagstauglichkeit
N26 ist schlank und fokussiert: Girokonto, Karte, Unterkonten (Spaces) und seit Januar 2025 ein provisionsfreier Aktienhandel mit rund 4.000 Titeln. Für die meisten Alltagsszenarien reicht das.
Die DKB ist breiter aufgestellt. Neben dem Girokonto gibt es einen vollwertigen Broker (DKB Broker), Tagesgeldkonto, Kreditkarte (Visa Kreditkarte für 2,49 EUR/Monat extra) und sogar Baufinanzierung. Wer alles bei einer Bank bündeln will, findet bei der DKB mehr Optionen.
Tagesgeld: Die DKB zahlt 1,00 % p.a. als Basiszins auf das Tagesgeldkonto. Für Neukunden gibt es aktuell einen Aktionszins von 2,75 % auf Neugeld (befristet bis 15.04.2026). N26 zahlt im Standard-Konto nur 0,25 %. Erst mit Metal (16,90 EUR/Monat) kommst du bei N26 auf 2,00 %.
Depot: N26 hat seit 2025 ein provisionsfreies Depot mit rund 4.000 Titeln. Kein Orderentgelt, keine Depotgebühr. Die DKB verlangt 10 EUR pro Order und 1,50 EUR pro ETF-Sparplanausführung, hat dafür aber eine größere Produktauswahl und ist als etablierter Broker länger am Markt.
Karten und Bargeldversorgung
Bei der Kartenzahlung im Ausland nehmen sich beide Banken kaum etwas. N26 berechnet in keinem Kontomodell einen Fremdwährungsaufschlag. Die DKB ist für Aktivkunden ebenfalls kostenlos, Passivkunden zahlen 2,20 % Aufschlag.
Beim Bargeld liegt die DKB für Aktivkunden klar vorne: weltweit kostenlos abheben an allen Visa-Automaten, ohne Limit. N26 Standard erlaubt nur 3 Abhebungen pro Monat kostenlos, danach werden 2 EUR pro Abhebung fällig. Für unbegrenztes Abheben im Ausland brauchst du bei N26 mindestens das Go-Konto (9,90 EUR/Monat).
Bargeld einzahlen ist bei beiden umständlich. N26 bietet Einzahlung über CASH26 bei Einzelhändlern (Gebühr ab 100 EUR: 1,5 %). Bei der DKB kostet Bargeld einzahlen 9,90 EUR pro Vorgang am Automaten der BayernLB.
Visa Debit ist nicht überall gleich akzeptiert
Beide Banken liefern eine Visa Debit statt klassischer Kreditkarte. Bei Hotelreservierungen und Mietwagenbuchungen wird die Visa Debit gelegentlich nicht akzeptiert, weil keine Kreditlinie dahintersteht. Die DKB bietet optional eine echte Visa Kreditkarte für 2,49 EUR/Monat. Bei N26 gibt es diese Option nicht.
App-Erlebnis: modern vs. bewährt
Die N26 App ist das zentrale Produkt der Bank. Alles passiert dort: Kontoeröffnung, Überweisungen, Kartenverwaltung, Sparen. Das Design ist minimalistisch und schnell. Auf iOS hat N26 eine Bewertung von 4,8/5. Push-Benachrichtigungen kommen in Echtzeit, Überweisungen sind in Sekunden erledigt.
Die DKB hat ihre App 2023 komplett überarbeitet. Das neue Design ist deutlich besser als die alte Version, aber trotzdem nicht auf dem Niveau von N26. Die Navigation ist manchmal einen Klick zu viel, und manche Funktionen (wie der Broker) öffnen den mobilen Browser statt direkt in der App zu bleiben. Auf iOS kommt die DKB auf 4,5/5.
Ein wichtiger Punkt: Beide Banken setzen auf App-Pflicht für die Authentifizierung. Ohne Smartphone kein Login. Die DKB bietet zumindest noch ein vollwertiges Online-Banking im Browser, das auch ohne App-TAN funktioniert (chipTAN möglich). Bei N26 geht ohne die App gar nichts.
Wenn dir die App-Qualität wichtig ist, liegt N26 vorne. Wer aber auch mal am Desktop überweisen will, hat bei der DKB mehr Flexibilität.
Sicherheit und Kundenservice
Beide Banken unterliegen der deutschen Einlagensicherung bis 100.000 EUR. N26 hat eine eigene Vollbanklizenz der BaFin. Die DKB ist eine Tochter der BayernLB und damit Teil der Sicherungseinrichtung des Bundesverbandes Öffentlicher Banken.
Allerdings gibt es bei beiden Baustellen. Die BaFin hat im Dezember 2025 neue Compliance-Auflagen für N26 erlassen. Kontosperrungen ohne Vorwarnung sind bei N26 ein häufiger Kritikpunkt auf Trustpilot (3,6/5). Bei der DKB ist der Kundenservice das Hauptproblem: Wartezeiten von 20 bis 30 Minuten am Telefon sind keine Seltenheit, und der neue KI-Chatbot löst einfache Anliegen oft nicht zufriedenstellend. Finanztip-Nutzer bewerten die DKB zu 66 % negativ, hauptsächlich wegen des Service.
Kundenservice im Vergleich: Die DKB bietet Telefon-Support (mit Wartezeit) und einen KI-Chatbot. N26 hat im Standard-Konto nur Chat und E-Mail. Telefon-Support gibt es erst ab dem Metal-Konto (16,90 EUR/Monat). Wer telefonischen Support braucht, ohne extra zu zahlen, ist bei der DKB besser aufgehoben.
Neobank oder Direktbank: Was passt zu dir?
N26 oder DKB ist keine Frage von gut oder schlecht. Es geht darum, was du von deiner Bank brauchst.
N26 passt besser, wenn du...
- ein bedingungslos kostenloses Konto willst (kein Mindestgeldeingang)
- Wert auf eine erstklassige App legst
- regelmäßig im Ausland mit Karte zahlst (0 % Aufschlag in allen Modellen)
- provisionsfrei Aktien handeln möchtest
- als Student, Freelancer oder Berufseinsteiger keinen festen Gehaltseingang hast
Die DKB passt besser, wenn du...
- regelmäßig Bargeld im Ausland abhebst (weltweit kostenlos als Aktivkunde)
- Konto, Depot und Tagesgeld bei einer Bank bündeln willst
- eine echte Visa Kreditkarte brauchst (z.B. für Hotels, Mietwagen)
- einen festen Geldeingang von mindestens 700 EUR/Monat hast
- telefonischen Support ohne Aufpreis möchtest
Beide Konten gleichzeitig zu führen kostet nichts (solange du bei der DKB den Aktivstatus hast). N26 als Zweitkonto für Auslandsreisen, DKB als Gehaltskonto mit Depot. Oder umgekehrt: N26 als Hauptkonto, DKB für die Bargeldversorgung.
Häufige Fragen zu N26 und DKB
N26 ist für Studenten oft die bessere Wahl. Das Standard-Konto ist ohne Bedingungen kostenlos. Bei der DKB müsstest du mindestens 700 EUR monatlichen Geldeingang nachweisen, um den kostenlosen Aktivstatus zu bekommen. Viele Studenten erreichen diese Schwelle nicht.
Beide sind gute Reisebanken. N26 berechnet keinen Fremdwährungsaufschlag bei Kartenzahlung (alle Modelle). Die DKB bietet Aktivkunden kostenloses Bargeldabheben weltweit, bei N26 Standard sind nur 3 Abhebungen pro Monat gratis. Für reine Kartenzahler: N26. Für Bargeldfans: DKB.
Ja, bei beiden. Aber nicht kostenlos. N26 nutzt CASH26 bei Einzelhändlern (ab 100 EUR: 1,5 % Gebühr). Die DKB verlangt 9,90 EUR pro Einzahlung am Automaten. Wenn du regelmäßig Bargeld einzahlen musst, sind beide Banken nicht ideal.
Ja. Neben der kostenlosen Visa Debit bietet die DKB eine echte Visa Kreditkarte für 2,49 EUR/Monat. Die ist vor allem bei Hotelreservierungen und Mietwagenbuchungen praktisch, weil dort eine echte Kreditkarte manchmal verlangt wird. N26 bietet diese Option nicht.
Bei N26 dauert die Kontoeröffnung per Video-Ident in der App etwa 10 Minuten. Du kannst das Konto sofort nutzen. Die DKB braucht etwas länger: Video-Ident plus 1 bis 3 Werktage, bis das Konto vollständig freigeschaltet ist und die Karte verschickt wird.
Quellen
- N26 Preisübersicht (Stand: April 2026)
- DKB Preise und Leistungen (Stand: April 2026)
- BaFin Institutsregister
Den vollständigen N26 Test mit Score und Praxisbewertung findest du in unserem N26 Testbericht.
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