Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
- 0,90 € Ordergebühr pro Trade bei Standard und Smart, Go mit 3 und Metal mit 10 Gratis-Trades pro Monat; Depotführung und Sparplan-Ausführung bleiben 0 €
- Girokonto und Depot in einer App, kein zweites Login, kein App-Wechsel
- Fractional Shares ab 1 € bei über 800 Aktien und ETFs
Ehrliche Nachteile:
- Nur Marktorders, kein Limit, kein Stop-Loss
- Kleines Angebot (~2.300 Aktien, ~1.700 ETFs) verglichen mit Trade Republic oder Scalable Capital
- Kein Web-Trading: Kaufen und Verkaufen nur über die Smartphone-App
Perfekt für dich, wenn du bereits ein N26-Konto hast und möglichst einfach mit einem ETF-Sparplan starten willst.
Nicht ideal, wenn du Limit-Orders, Web-Trading oder ein breites Derivate-Angebot benötigst.
Unser Urteil in einem Satz: Das N26 Depot ist ein solider Einstieg für Sparplan-Anleger. Für aktive Trader gibt es bessere Alternativen.
N26 hat seit April 2024 ein eigenes Depot. Banking und Brokerage in einer App klingt erstmal praktisch. Aber taugt die Neobank wirklich als Broker, oder ist das Depot eher ein nettes Extra?
Wir schauen uns an, was das N26 Depot konkret kann, was es kostet und wo die Grenzen liegen. Inklusive ehrlichem Vergleich mit Trade Republic und Scalable Capital.
Was ist das N26 Depot?
Das N26 Depot ist eine Investmentfunktion direkt in der N26-App. Du kannst darüber Aktien und ETFs kaufen, verkaufen und Sparpläne einrichten, alles aus derselben App, in der auch dein Girokonto läuft.
Technisch wickelt nicht N26 selbst die Trades ab, sondern der Partner Upvest Securities GmbH. Deine Wertpapiere werden bei einer Partnerbank verwahrt und sind als Sondervermögen im Insolvenzfall geschützt.
Das Depot startete im Januar 2024 in Österreich und wurde ab April 2024 in Deutschland ausgerollt. Anfangs kostete jeder Trade 0,90 €, ab dem 27. Januar 2025 war der Handel für alle Tarife kostenlos. Diese Gebührenfreiheit ist inzwischen wieder vorbei: N26 kommuniziert die 0,90-€-Ordergebühr aktuell wieder auf der eigenen Produktseite, für Bestandskunden greift sie spätestens ab dem 2. September 2026.
Kosten und Gebühren
Kurz gesagt: Seit der Wiedereinführung der Ordergebühr zahlst du pro Einzeltrade, außer du investierst ausschließlich über den ETF-Sparplan.
Gebührenübersicht N26 Depot N26 Depot: Lohnt sich der Aktien- und ETF-Handel?
Stand: September 2026
Standard/Smart ohne Freikontingent, Go 3 und Metal 10 Trades/Monat gratis
Keine Grundgebühr
Alle Intervalle kostenlos
Auch ohne Trades keine Kosten
Keine Fremdwährungsgebühren
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Was du trotzdem im Blick behalten solltest: den Spread. N26 handelt ausschließlich über die Tradegate Exchange. Der Kurs dort kann, besonders bei weniger liquiden Werten oder außerhalb der Xetra-Haupthandelszeiten, etwas ungünstiger ausfallen als auf Xetra. Das ist kein N26-spezifisches Problem, sondern betrifft jeden Broker mit nur einem Handelsplatz.
Dazu kommt die TER (Gesamtkostenquote) deiner ETFs. Die fällt aber bei jedem Broker an und hat nichts mit N26 zu tun.
Premium-Tarif fürs Depot nötig?
Nein, du brauchst keinen Premium-Tarif, um am N26 Depot teilzunehmen. Bei den Ordergebühren lohnt er sich aber: Bei Standard und Smart zahlst du 0,90 € pro Trade, bei Go sind 3 Trades im Monat gratis, bei Metal 10. Die höheren Zinsen auf Kontoguthaben (bis 2 % bei Metal) betreffen weiterhin nur das Girokonto, nicht das Depot.
Welche Aktien und ETFs gibt es?
Das Angebot umfasst rund 2.300 Aktien und 1.700 ETFs, insgesamt über 4.000 Wertpapiere inklusive ETCs. Das klingt erstmal nach viel, ist im Vergleich aber überschaubar. Trade Republic bietet knapp 9.500 Aktien, Scalable Capital rund 8.000.
Für die gängigen Standardwerte reicht das Angebot aus: MSCI World, S&P 500, große europäische und US-Aktien, alles da. Wer aber Nischenaktien, Small Caps oder exotische Märkte sucht, stößt bei N26 schneller an Grenzen.
Bei über 800 Aktien und ETFs kannst du schon ab 1 € in Bruchstücke investieren (Fractional Shares). Das ist praktisch, wenn du dir keine ganze Amazon- oder LVMH-Aktie leisten willst.
Was komplett fehlt: Anleihen, Optionen, Zertifikate, Derivate. Wer mehr als Aktien und ETFs handeln will, braucht einen anderen Broker.
Sparpläne bei N26
Sparpläne sind kostenlos und lassen sich ab 1 € einrichten. Es gibt keine Obergrenze für die Anzahl der Sparpläne, die du gleichzeitig laufen lassen kannst.
Bei den Intervallen hast du vier Optionen: wöchentlich, alle zwei Wochen, monatlich oder quartalsweise. Das ist flexibler als bei manchen Konkurrenten.
Was fehlt: Eine automatische Dynamisierung. Du kannst die Sparrate also nicht so einstellen, dass sie jedes Jahr um einen bestimmten Prozentsatz steigt. Wenn du deine Rate erhöhen willst, musst du das manuell machen. Kein Drama, aber erwähnenswert.
ETF-Sparplan mit 100 € monatlich
student
0 € Ausführungsgebühren/Jahr
Gesamt
Bei Sparplänen gibt es keinen Kostenunterschied zwischen N26, Trade Republic und Scalable Capital, alle drei sind gebührenfrei. Der Unterschied liegt in der ETF-Auswahl: N26 bietet rund 1.700 ETFs, Trade Republic etwa 2.500 und Scalable rund 2.700.
N26 Depot vs. Trade Republic vs. Scalable Capital
Der Vergleich mit den beiden etablierten Neobrokern zeigt klar, wo N26 punktet und wo es hinterherhinkt.
Broker-Vergleich: N26 vs. Trade Republic vs. Scalable
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Beim Einzeltrade bleibt N26 knapp günstiger als die Konkurrenz: 0,90 € statt 1 € bei Trade Republic oder 0,99 € bei Scalable, bei Go und Metal zusätzlich mit monatlichem Freikontingent. Kostenlos ist der Handel bei N26 aber nicht mehr. Die Integration von Girokonto und Depot in einer App ist ein Argument, wenn du nicht zwei verschiedene Apps verwalten willst.
Das Wertpapierangebot ist dagegen deutlich kleiner. Die fehlenden Limit-Orders sind ein ernstes Problem: Du kannst bei N26 keinen Kaufpreis festlegen und kein Stop-Loss setzen, um Verluste zu begrenzen. Bei volatilen Märkten ist das riskant. Kein Web-Trading macht das Bild komplett: Du kannst dein Portfolio am Rechner zwar ansehen, aber nicht handeln.
Für einen ausführlichen Direktvergleich schau dir unseren Artikel Trade Republic vs. N26 an.
Für wen lohnt sich das N26 Depot?
Das N26 Depot ist kein Broker für Power-Trader. Es ist ein Depot für Leute, die bereits ein N26-Girokonto haben und möglichst einfach mit dem Investieren anfangen wollen.
Gut geeignet, wenn du:
- Schon ein N26-Konto hast und nicht extra eine zweite App willst
- Einen einfachen ETF-Sparplan einrichten möchtest
- Kleinbeträge ab 1 € investieren willst (Fractional Shares)
- Wenig Erfahrung hast und einen möglichst simplen Einstieg suchst
Eher nicht das Richtige, wenn du:
- Limit- oder Stop-Loss-Orders brauchst
- Auch am Rechner handeln willst
- Ein breites Angebot an Aktien, ETFs und Derivaten erwartest
- Wert auf mehrere Handelsplätze legst
- Dein Depot perspektivisch zu einem anderen Broker übertragen willst (ausgehende Überträge sind aktuell schwierig)
BaFin-Auflagen und Finanztip-Bewertung
Die BaFin hat im Dezember 2025 verschärfte Maßnahmen gegen N26 erlassen: einen Sonderbeauftragten und erhöhte Eigenmittelanforderungen. Finanztip empfiehlt N26 aktuell nicht als Broker (0 Punkte im Depot-Test). Deine Wertpapiere sind als Sondervermögen zwar geschützt, aber die regulatorische Lage solltest du im Blick behalten. Seit April 2026 ist mit Mike Dargan (ex-UBS) ein neuer CEO am Ruder.
So eröffnest du das N26 Depot
Die Depot-Eröffnung läuft komplett in der App und dauert wenige Minuten.
N26 Depot eröffnen
N26-Konto eröffnen oder öffnen
Depot-Bereich öffnen
Identität bestätigen und Depot freischalten
Erste Aktie oder ETF kaufen
N26 führt die Abgeltungssteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag) automatisch ab. Den Freistellungsauftrag kannst du direkt in der App einrichten, bis 1.000 € Kapitalerträge pro Jahr bleiben so steuerfrei. Eine Steuerbescheinigung bekommst du automatisch.
Für österreichische Nutzer gilt: Das N26 Depot ist in Österreich nicht steuereinfach. Du musst deine Kapitalerträge selbst in der Steuererklärung angeben.
Ein eingehender Depot-Übertrag (von einem anderen Broker zu N26) ist möglich. Der umgekehrte Weg von N26 weg ist in der Praxis allerdings noch schwierig. Behalte das im Hinterkopf, bevor du größere Bestände aufbaust.
Häufige Fragen (FAQ)
Depotführung und Sparplan-Ausführung sind weiterhin für alle Tarife kostenlos. Bei Einzelorders fällt aber wieder eine Gebühr von 0,90 € pro Trade an: Standard und Smart ohne Freikontingent, Go mit 3 und Metal mit 10 Gratis-Trades pro Monat. N26 kommuniziert die Gebühr bereits jetzt auf der Produktseite, für Bestandskunden greift sie spätestens ab dem 2. September 2026. Versteckte Kosten können außerdem durch den Spread (Kursaufschlag am Handelsplatz Tradegate) und die TER deiner ETFs entstehen.
Nein. Die Web-App von N26 zeigt dein Portfolio nur im Read-only-Modus an. Kaufen, verkaufen und Sparpläne verwalten geht ausschließlich über die Smartphone-App. Wer Web-Trading braucht, ist bei Trade Republic oder Scalable Capital besser aufgehoben.
Nein. N26 unterstützt aktuell nur Marktorders. Das bedeutet: Dein Kauf oder Verkauf wird zum nächsten verfügbaren Kurs ausgeführt, ohne dass du einen Höchst- oder Mindestpreis festlegen kannst. Stop-Loss-Orders zum Absichern gegen Kursverluste gibt es ebenfalls nicht.
Rund 2.300 Aktien und 1.700 ETFs, insgesamt über 4.000 Wertpapiere inklusive ETCs. Bei über 800 davon sind Fractional Shares ab 1 € möglich. Zum Vergleich: Trade Republic bietet etwa 9.500 Aktien und 2.500 ETFs.
Zwingend nötig ist er nicht, den Zugang zum Depot hast du bei jedem Tarif. Bei den Ordergebühren lohnen sich Go und Metal aber: Go bringt 3, Metal 10 Gratis-Trades pro Monat, bei Standard und Smart zahlst du dagegen 0,90 € pro Order. Dazu kommen bei den Premium-Tarifen höhere Zinsen auf Kontoguthaben und weitere Konto-Extras.
In Deutschland ja. N26 führt die Abgeltungssteuer automatisch ab und stellt eine Steuerbescheinigung bereit. Den Freistellungsauftrag richtest du direkt in der App ein. In Österreich ist das Depot allerdings nicht steuereinfach, dort musst du Kapitalerträge selbst in der Steuererklärung angeben.
Quellen
- N26: Aktien und ETFs, offizielle Produktseite
- N26 Support: Wie Aktien und ETFs bei N26 funktionieren
- extraETF: N26 ETF Depot Test
- Finanzfluss: N26 Erfahrungen
- Upvest: How N26 launched stocks and ETFs trading
Mehr zu N26 findest du auch in unseren Ratgebern zur N26 Kreditkarte, zum N26 Kredit und zum N26 Webportal. Wie du kostenlos Bargeld abhebst, erfährst du unter N26 Geld abheben und einzahlen.
Den vollständigen N26 Test mit Score und Praxisbewertung findest du in unserem N26 Testbericht.
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