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Frau prüft ihren Schufa-Score in der Schufa-App auf dem Smartphone – grünes Score-Diagramm zeigt Klasse Hervorragend
Hintergründe

Neuer Schufa-Score 2026: Die 12 Faktoren und die Skala 100 bis 999 erklärt

· Tobias Rehermann · 17 Min. Lesezeit
Frau prüft ihren Schufa-Score in der Schufa-App auf dem Smartphone – grünes Score-Diagramm zeigt Klasse Hervorragend

Seit dem 17. März 2026 berechnet die Schufa deinen Bonitäts-Score anders. Statt über 250 verborgener Merkmale wirken jetzt nur noch 12 klar benannte Kriterien, und der Score läuft auf einer einheitlichen Skala von 100 bis 999. Für Verbraucher ist das die größte Reform der Schufa-Geschichte: Erstmals siehst du denselben Score, den auch Banken, Vermieter und Online-Shops sehen. Was gut klingt, hat einen Haken. Manche Menschen mit vorher ausgezeichnetem Score rutschen in die Klasse „akzeptabel“ ab, einfach weil Kriterien wie Wohndauer oder Alter der ältesten Kreditkarte jetzt offen bewertet werden.

Was sich konkret geändert hat, welche 12 Faktoren deinen Score bestimmen, wie du die neuen Score-Klassen einordnest und was die Reform für Nutzer von N26, Revolut oder bunq bedeutet: das erfährst du hier.

Das Wichtigste in Kürze

  • Seit 17. März 2026 gilt der reformierte Schufa-Score (intern „NextGen Score 1.0“).
  • 12 offen kommunizierte Kriterien ersetzen das alte System mit über 250 Merkmalen.
  • Skala: 100 bis 999 Punkte, 5 Klassen, dieselbe Bewertung für Banken, Vermieter und Online-Händler.
  • Zahlungsverzögerungen werden nach 18 statt 36 Monaten gelöscht, wenn sie innerhalb von 100 Tagen ausgeglichen sind.
  • Ein neuer Score-Simulator auf schufa.de zeigt dir vorab, wie sich Aktionen auswirken.
  • Für 83 % der Verbraucher bleibt die Score-Klasse gleich, 9 % verbessern sich, 8 % verschlechtern sich.

Was sich zum 17. März 2026 geändert hat

Die Schufa hat ihren Scoring-Algorithmus nicht nur überarbeitet, sondern offengelegt. Der alte Score war eine Blackbox: Prozentwerte von 0 bis 100, sechs unterschiedliche Branchen-Scores für Banken, Sparkassen, Telekommunikation oder Handel, und keine klaren Gewichtungen. Wer einen Kredit beantragte, wusste nicht, warum er abgelehnt wurde. Wer einen Handyvertrag abschloss, erlebte manchmal das Gegenteil seiner Bank-Erfahrung.

Mit der Reform ist das Thema Blackbox weitgehend vorbei. Die Schufa nennt öffentlich die 12 Kriterien, die in den Score einfließen, und gibt pro Kriterium eine maximale Punktzahl an. Die Gesamtsumme ergibt mit einem Basiswert von 100 Punkten den neuen Score von 100 bis 999. Unternehmen sehen denselben Wert wie du selbst. Und deine Score-Klasse richtet sich nicht mehr nach der Branche, die anfragt, sondern ist einheitlich.

Ausgelöst hat die Reform der Europäische Gerichtshof. Im Dezember 2023 entschied er im Verfahren C-634/21 (Schufa Holding AG gegen Datenschutzbeauftragter Hessen), dass vollautomatisches Scoring gegen die DSGVO verstößt, sobald Unternehmen dem Score eine maßgebliche Rolle beimessen. Der Gesetzgeber reagierte mit einer Änderung des Bundesdatenschutzgesetzes, und die Schufa musste ihr Modell überarbeiten.

Wichtig: Der neue Score wird schrittweise ausgerollt. Stand April 2026 nutzen laut Schufa etwa 25 % der anfragenden Unternehmen den neuen Score, bis Ende 2026 sollen es rund 50 % werden, bis Ende 2028 alle. In der Übergangszeit kann es passieren, dass zwei Banken dir denselben Bonitätsstatus mit unterschiedlichen Zahlen nennen.

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Die 12 Faktoren des neuen Schufa-Scores

Jedes Kriterium hat eine maximale Punktzahl. Die Summe der Maxima ergibt 899, plus 100 Basispunkte macht das theoretische Maximum von 999. In der Praxis erreicht kaum jemand die volle Punktzahl, weil sich einige Kriterien gegenseitig ausschließen (wer gerade einen Kredit aufnimmt, verliert Punkte in Kategorie 7, bekommt aber möglicherweise Punkte in Kategorie 9 beim Immobilienkredit).

Die 12 Kriterien und ihre maximale Punktzahl

1. Zahlungsstörungen (negative Einträge)
Max. Punkte 264
Anteil am Score 26,4 %
2. Anfragen für Girokonten/Kreditkarten (12 Monate)
Max. Punkte 117
Anteil am Score 11,7 %
3. Anfragen außerhalb Bankenbereich (12 Monate)
Max. Punkte 99
Anteil am Score 9,9 %
4. Alter deiner aktuellen Adresse
Max. Punkte 94
Anteil am Score 9,4 %
5. Alter deiner ältesten Kreditkarte
Max. Punkte 81
Anteil am Score 8,1 %
6. Alter deines ältesten Bankvertrags
Max. Punkte 69
Anteil am Score 6,9 %
7. Aufgenommene Ratenkredite (12 Monate)
Max. Punkte 66
Anteil am Score 6,6 %
8. Längste Restlaufzeit deiner Ratenkredite
Max. Punkte 61
Anteil am Score 6,1 %
9. Immobilienkredit oder Bürgschaft vorhanden
Max. Punkte 55
Anteil am Score 5,5 %
10. Identitätsprüfung bei der Schufa durchgeführt
Max. Punkte 38
Anteil am Score 3,8 %
11. Alter deines jüngsten Rahmenkredits
Max. Punkte 36
Anteil am Score 3,6 %
12. Kreditstatus (laufend oder zurückgezahlt)
Max. Punkte 19
Anteil am Score 1,9 %

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Das wichtigste Kriterium: Zahlungsstörungen (264 Punkte)

Über ein Viertel des Scores hängt an einem einzigen Kriterium. Wer in den letzten drei Jahren keine Zahlungsstörung hatte, bekommt die vollen 264 Punkte. Eine erledigte Zahlungsstörung reduziert diese Punktzahl abhängig davon, wie lange sie her ist. Ein offener Negativeintrag führt dazu, dass gar kein Score berechnet wird.

Anfragen und die 28-Tage-Regel (117 + 99 Punkte)

Zwei Kriterien bewerten deine Kreditanfragen: eines für Banken, eines für andere Branchen wie Telekommunikation oder Online-Handel. Zusammen sind das bis zu 216 Punkte. Wichtig ist die 28-Tage-Bündelungsregel: Wenn du innerhalb von 28 Tagen mehrere Kredite vergleichst, zählt das als eine einzige Anfrage. Wer also ein Girokonto wechseln oder einen Kredit vergleichen möchte, sollte das konzentriert in kurzer Zeit machen, nicht über Monate verteilt.

Mehrere Anfragen für dasselbe Produkt verteilen sich in den meisten Vergleichsportalen automatisch über Wochen. Wer beim Kreditvergleich auf „Jetzt vergleichen“ klickt, löst eine Kette von Anfragen aus. Achte darauf, ob die Anbieter als Kondition- (weich, schufaneutral) oder als Kreditanfrage (hart, schufarelevant) melden. Seriöse Vergleichsportale wie Check24 oder Verivox verwenden Konditionsanfragen.

Adressen- und Kontenalter (244 Punkte zusammen)

Drei Kriterien messen, wie lange du irgendwo „sesshaft“ bist: deine aktuelle Adresse (94 Punkte), deine älteste Kreditkarte (81 Punkte) und dein ältester Bankvertrag (69 Punkte). Maximum gibt es jeweils nach 15 bis 20 Jahren. Wer unter sechs Monaten an einer Adresse wohnt, bekommt null Punkte in Kategorie 4. Ein Schulabgänger startet also mit einem strukturellen Nachteil von bis zu 244 Punkten, ohne irgendetwas falsch gemacht zu haben.

Laufende Kredite (137 Punkte zusammen)

Die Kategorien 7 und 8 bewerten Ratenkredite: wie viele neue Kredite du in den letzten 12 Monaten aufgenommen hast (66 Punkte maximal ohne neuen Kredit) und wie lange die Restlaufzeit deines längsten Kredits ist (61 Punkte maximal bei Restlaufzeit unter drei Jahren oder wenn du gar keinen Kredit hast). Klingt widersprüchlich zu Kategorie 9, wo ein Immobilienkredit positiv wirkt. Ist es auch: Die Schufa bewertet Ratenkredite in der laufenden Phase negativ, aber das Vorhandensein einer abgeschlossenen oder laufenden Baufinanzierung als Vertrauenssignal.

Identität und Rahmenkredit (93 Punkte zusammen)

Kategorie 10 vergibt 38 Punkte, wenn du deine Identität im Schufa-Account verifiziert hast. Das geht per Online-Ausweisfunktion (eID) oder per PIN-Brief. Kategorie 11 bewertet das Alter deines Dispos oder Kreditrahmens mit maximal 36 Punkten. Kategorie 12 vergibt 19 Punkte, wenn du einen Kredit vollständig zurückgezahlt hast, und null Punkte während eines laufenden Kredits.

Die Score-Skala 100 bis 999 verstehen

Die neue Skala hat fünf Klassen. Anders als im alten Prozent-System sind die Klassen klar an Score-Bereiche gebunden.

Die 5 Score-Klassen und was sie bedeuten

776 bis 999
Klasse Hervorragend
Anteil Bevölkerung ca. 62 %
Kreditchancen Sehr gute Konditionen, breite Auswahl
709 bis 775
Klasse Gut
Anteil Bevölkerung ca. 20 %
Kreditchancen Gute Konditionen, die meisten Kredite machbar
642 bis 708
Klasse Akzeptabel
Anteil Bevölkerung ca. 8 bis 10 %
Kreditchancen Höhere Zinsen, eingeschränkte Auswahl
100 bis 641
Klasse Erhöhtes Risiko
Anteil Bevölkerung ca. 2 bis 8 %
Kreditchancen Viele Ablehnungen, nur Sonderprodukte
Kein Score
Klasse Ungenügend
Anteil Bevölkerung ca. 8 %
Kreditchancen Offene Negativeinträge, Kredit praktisch ausgeschlossen

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Rund 82 % der Verbraucher liegen in den beiden oberen Klassen. Das entspricht grob dem, was früher als Prozentwert von 95 % oder besser galt. Eine offizielle Umrechnungstabelle vom alten zum neuen Score gibt es nicht, weil es sich um einen neuen Algorithmus handelt und keine direkte Konvertierung.

Grobe Annäherung: Alter zu neuem Score

über 97,5 %
Neue Klasse (Annäherung) Hervorragend (776 bis 999)
95 bis 97,5 %
Neue Klasse (Annäherung) Gut (709 bis 775)
90 bis 95 %
Neue Klasse (Annäherung) Akzeptabel (642 bis 708)
unter 90 %
Neue Klasse (Annäherung) Erhöhtes Risiko (100 bis 641)
kein Score (Negativeintrag)
Neue Klasse (Annäherung) Kein Score

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Die Tabelle ist eine Annäherung. In Einzelfällen kann jemand mit vormals sehr gutem Prozentwert durch die neuen Kriterien (Adressenalter, Kreditkartenalter) deutlich nach unten rutschen. Das Portal inside-digital.de hat einen Fall dokumentiert, in dem ein Kunde mit 98,94 % alter Bewertung nach der Umstellung in die Klasse „akzeptabel“ (642 bis 708) fiel.

Neue Löschfristen: 18 statt 36 Monate

Parallel zur Score-Reform hat die Schufa die Löschfristen verkürzt. Die wichtigste Änderung: Ausgeglichene Zahlungsverzögerungen werden bereits nach 18 Monaten gelöscht, nicht erst nach 36 Monaten. Streng genommen gilt diese 18-Monats-Regel schon seit dem 1. Januar 2025 und ist keine Neuerung der März-Reform, wird aber in der öffentlichen Wahrnehmung mit der neuen Score-Reform verbunden.

Voraussetzung: Du musst die Zahlungsstörung innerhalb von 100 Tagen nach der Schufa-Meldung ausgleichen, und es dürfen keine weiteren Negativeinträge bis zum Ablauf der 18 Monate hinzukommen. Die Löschung erfolgt automatisch, du musst nichts beantragen.

Wichtige Löschfristen im Überblick

Ausgeglichene Zahlungsverzögerung
Alte Frist 36 Monate
Neue Frist 18 Monate
Restschuldbefreiung nach Privatinsolvenz
Alte Frist 3 Jahre
Neue Frist 6 Monate
Erledigter Kredit
Alte Frist 3 Jahre
Neue Frist 3 Jahre (unverändert)
Kreditanfrage (harte Anfrage)
Alte Frist 12 Monate
Neue Frist 12 Monate (unverändert)
Konditionsanfrage (weich)
Alte Frist 12 Monate (nur intern)
Neue Frist 12 Monate (nur intern, unverändert)
Laufender Kredit
Alte Frist bis Rückzahlung
Neue Frist bis Rückzahlung (unverändert)

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Ein weiterer Punkt, der selten thematisiert wird: Ein BGH-Urteil vom 18. Dezember 2025 hat entschieden, dass pauschale Speicherfristen unzulässig sind und im Einzelfall abgewogen werden muss. Für Forderungen unter 1.000 Euro kann daraus eine Löschung nach nur 6 Wochen resultieren. Das muss aber individuell eingefordert werden und ist nicht automatisch. Wer einen entsprechenden Negativeintrag hat, sollte bei der Schufa aktiv eine Löschung beantragen und notfalls rechtlich vorgehen.

Der neue Score-Simulator

Neu und bisher kaum diskutiert: Die Schufa hat einen kostenlosen Score-Simulator eingeführt. Er ist unter schufa.de/scorechecktools/scoresimulator erreichbar und in den kostenlosen Schufa-Account integriert.

Der Score-Simulator ist kein abstrakter Rechner, sondern arbeitet mit deinen echten Schufa-Daten. Du siehst deinen aktuellen Score und simulierst dann, wie sich konkrete Aktionen auswirken würden. Beispiele: Was passiert mit meinem Score, wenn ich umziehe? Wenn ich einen Ratenkredit über 15.000 Euro aufnehme? Wenn ich meine älteste Kreditkarte kündige?

Um den Simulator zu nutzen, brauchst du einen Schufa-Account. Die Registrierung ist kostenlos und läuft entweder über die Online-Ausweisfunktion (eID) in Verbindung mit der App „AusweisApp“ oder über einen PIN-Brief, der einige Tage per Post kommt. Nach der Identitätsprüfung hast du Zugriff auf:

  • Deinen aktuellen Score mit Erklärung, welche Kriterien abziehen
  • Deine vollständigen Schufa-Daten inklusive aller gemeldeten Verträge
  • Den Score-Simulator mit verschiedenen Szenarien
  • Die Möglichkeit, fehlerhafte Einträge zu melden

Alternativ bietet die Schufa-Tochter bonify eine App an, die einen kostenlosen Basis-Zugang zum eigenen Score und Grundfunktionen bietet. Premium-Features (detaillierte Analysen, Score-Verbesserung) kosten laut Angaben auf der bonify-Website ab 4,95 Euro monatlich.

Ein Score für alle: Das Ende der Branchen-Scores

Vor der Reform berechnete die Schufa sechs verschiedene Branchen-Scores: einen für Banken, einen für Sparkassen, einen für Genossenschaftsbanken, einen für Telekommunikationsanbieter, einen für den Handel und einen für den Versandhandel. Das erklärt, warum manche Kunden bei der Bank problemlos einen Kredit bekamen, aber bei der Beantragung eines Handyvertrags abgelehnt wurden.

Ab März 2026 gilt ein einheitlicher Score. Alle Unternehmen, die bei der Schufa anfragen, erhalten denselben Wert. Und erstmals in der Schufa-Geschichte siehst du als Verbraucher exakt den Score, den auch die Bank oder der Vermieter sieht. Das ist transparent, hat aber einen Nebeneffekt: Wer bei manchen Branchen-Scores gut dastand und bei anderen schlechter, bekommt jetzt einen Durchschnittswert. In die eine Richtung ein Gewinn, in die andere ein Verlust.

Bis der neue Score flächendeckend ausgerollt ist, dauert es noch bis Ende 2028. In der Übergangszeit kann es vorkommen, dass dein Handyanbieter noch den alten Telekommunikations-Score nutzt, während deine Bank bereits den neuen Einheits-Score abfragt. Die Schufa zeigt dir im Account beide Werte parallel: den neuen Einheits-Score und die alten Branchen-Scores.

Was der neue Score für Neobank-Kunden bedeutet

Kein anderer Ratgeber zum neuen Schufa-Score behandelt diesen Aspekt im Detail. Nutzer von N26, Revolut, bunq oder Vivid müssen die Reform unter einem ganz anderen Blickwinkel betrachten.

Welche Neobanken machen eine Schufa-Anfrage?

Nicht alle Neobanken prüfen deine Schufa. Manche stellen eine weiche Konditionsanfrage, andere eine harte Kreditanfrage, wieder andere gar keine. Der Unterschied ist entscheidend: Eine harte Anfrage wirkt sich auf deinen Score aus, eine weiche Anfrage nicht.

Schufa-Verhalten bei Neobanken

N26
Schufa-Anfrage ja
Typ weich (Konditionsanfrage)
Folgen Bei schlechtem Score: Angebot für N26 Flex (6 Euro/Monat, kein Dispo)
C24 Bank
Schufa-Anfrage ja
Typ hart (Kreditanfrage)
Folgen Ablehnung bei schlechter Bonität möglich
Tomorrow
Schufa-Anfrage ja
Typ über Solarisbank, weich
Folgen Einzelfallentscheidung
Revolut
Schufa-Anfrage nein
Typ keine
Folgen Guthabenprinzip, keine Bonitätsprüfung
bunq
Schufa-Anfrage nein
Typ keine
Folgen Vollständig Guthabenbasis
Vivid Money
Schufa-Anfrage nein
Typ keine
Folgen Guthabenprinzip
Trade Republic
Schufa-Anfrage nein
Typ keine
Folgen Keine Bonitätsprüfung

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Details zu jedem Anbieter findest du in unserem Artikel zu den Schufa-Regeln bei N26, Revolut und Co. Wenn du gezielt nach einem Konto ohne Schufa-Abfrage suchst, lohnt der Blick in den Ratgeber Girokonto ohne Schufa.

Die unterschätzte Falle: Wer nur schufa-frei bankt, verschenkt bis zu 150 Punkte

Das spricht kaum jemand offen aus. Wer ausschließlich bei schufa-freien Neobanken bankt (Revolut, bunq, Vivid, Trade Republic), baut keine klassische Schufa-Kreditgeschichte auf. Im neuen Score hat das spürbare Konsequenzen.

Zwei der 12 Schufa-Kriterien belohnen lange Kundenbeziehungen: „Alter des ältesten Bankvertrags“ (bis zu 69 Punkte) und „Alter der ältesten Kreditkarte“ (bis zu 81 Punkte). Zusammen sind das 150 Punkte. Wer nur bei Revolut, bunq oder Vivid bankt und nie einen klassischen Banken-Vertrag hatte, bekommt in diesen Kategorien automatisch null Punkte.

Für jüngere Menschen, die digital-first aufwachsen und ihr erstes Konto direkt bei einer Neobank eröffnen, bedeutet das im schlimmsten Fall einen dauerhaften Score-Nachteil. Nicht weil sie etwas falsch machen, sondern weil die Schufa langfristige Kundenbeziehungen bei registrierten Banken honoriert. Eine Neobank ohne Schufa-Meldung ist aus Sicht der Schufa kein Bankvertrag.

Die pragmatische Empfehlung: Ein Girokonto bei einer Bank mit Schufa-Meldung behalten (auch als reines Zweitkonto), zusätzlich zur Neobank. N26 ist hier eine Option, weil das Konto mit weicher Konditionsanfrage eröffnet wird und trotzdem Schufa-Meldungen zum ältesten Bankvertrag beiträgt.

Konditionsanfragen und dein Score

Konditionsanfragen (wie bei N26 oder Tomorrow) sind schufaneutral. Sie werden zwar im Schufa-System gespeichert, sind aber für Dritte nicht sichtbar und fließen nicht in den Score ein. Wer mehrere Girokonten vergleicht und auf Anbieter mit Konditionsanfrage achtet, muss keine Score-Verluste fürchten.

Bei harten Anfragen sieht es anders aus: Eine C24-Kontoeröffnung zählt als Anfrage in Kategorie 2 (maximal 117 Punkte Verlust bei drei Anfragen in 12 Monaten). Eine einzige harte Anfrage kostet dich also einen Teil der 117 Punkte, aber nicht alles.

Warum gute Entscheidungen manchmal zu schlechteren Scores führen

Die Reform legt etwas Unbequemes offen: Manche Dinge, die finanziell klug sind, wirken sich negativ auf den Score aus. Das gilt in beide Richtungen.

Bankwechsel zu besseren Konditionen: Score-negativ

Wer sein altes Girokonto bei der Hausbank kündigt und zu einer günstigeren Neobank wechselt, handelt wirtschaftlich richtig. Im neuen Score verliert er aber Punkte in Kategorie 6 (Alter des ältesten Bankvertrags). Der Kündigungs-Tag setzt die Zählung auf null zurück. Es kann Jahrzehnte dauern, bis der neue Vertrag dieselben 69 Punkte einbringt wie der alte.

Alte Kreditkarten behalten: Score-positiv

Eine seit 10 Jahren genutzte Kreditkarte ist in Kategorie 5 fast vollwertig (81 Punkte Maximum bei 15+ Jahren). Wer eine alte Karte kündigt, um Jahresgebühren zu sparen, verliert Punkte. Die wirtschaftlich günstigere Option (kündigen) ist die Score-schlechtere. Empfehlung der Schufa sinngemäß: Alte Karten ruhend stellen, nicht kündigen.

Immobilienkredit: Score-positiv

Kategorie 9 bewertet Immobilienkredite und Bürgschaften als Positivsignal mit bis zu 55 Punkten. Wer bereits einen Baukredit laufen hat, profitiert. Ein Kreditnehmer mit 200.000 Euro Baufinanzierung steht im Score besser da als eine schuldenfreie Person ohne Kreditgeschichte.

Ratenkredit während der Laufzeit: Score-negativ

Kategorien 7 und 8 bestrafen laufende Ratenkredite (66 und 61 Punkte Maximum gehen verloren). Wer gerade einen Auto- oder Konsumkredit zurückzahlt, hat hier weniger Punkte als jemand ohne Kredit. Nach vollständiger Rückzahlung gibt es 19 Punkte in Kategorie 12 als Bonus.

Wie du deinen Score konkret verbesserst

Durch die offengelegten Kriterien weißt du jetzt genau, wo du ansetzen kannst. Nicht alle Stellschrauben sind kurzfristig drehbar (Adressenalter lässt sich nicht beschleunigen), aber einige Maßnahmen bringen messbar Punkte.

Score verbessern in 6 Schritten

1

Schufa-Account einrichten und Daten prüfen

Registriere dich kostenlos unter meineschufa.de und prüfe deine gemeldeten Daten. Fehlerhafte Einträge kannst du direkt melden lassen. Das bringt 38 Punkte in Kategorie 10 und deckt gleichzeitig Fehler auf.
2

Alte Bankkonten und Kreditkarten nicht vorschnell kündigen

Jahrzehntelange Vertragsdauern sind bares Geld wert im Score. Wenn du zu einer Neobank wechselst, lass das alte Konto als Zweitkonto bestehen, auch wenn es Gebühren kostet.
3

Kreditanfragen innerhalb von 28 Tagen bündeln

Die 28-Tage-Regel bündelt mehrere Anfragen zu einer. Wer Kredite vergleichen will, sollte das konzentriert tun, nicht über Monate streuen.
4

Zahlungsstörungen innerhalb von 100 Tagen ausgleichen

Eine binnen 100 Tagen ausgeglichene Forderung verschwindet nach 18 Monaten statt 36 Monaten. Bei offenen Forderungen: zahlen, dann ruhig bleiben.
5

Bei negativen Einträgen Widerspruch einlegen

Das BGH-Urteil vom Dezember 2025 erlaubt Einzelfallabwägung. Bei Forderungen unter 1.000 Euro lohnt ein formeller Antrag auf vorzeitige Löschung.
6

Score-Simulator vor großen Entscheidungen nutzen

Vor einem Umzug, Kartenkündigen oder Kreditabschluss: Simulator aufrufen, Szenario testen, erst dann entscheiden.

Wer Zeit hat, profitiert automatisch: Jedes weitere Jahr an derselben Adresse, mit derselben Kreditkarte und mit derselben Bank bringt Punkte. Score-Pflege ist zu großen Teilen Geduld.

Was Kritiker sagen

Die Reform ist nicht ohne Widerspruch geblieben. Verbraucherzentralen und die Anwaltskanzlei WBS Legal kritisieren, dass die neue Score-Struktur strukturelle Benachteiligungen verfestigt. Wer jung ist, gerade umgezogen ist oder in seinem Leben noch keinen Kredit aufgenommen hat, startet mit einem erheblichen Punkte-Nachteil, selbst wenn er finanziell vollkommen solide lebt. Studenten, Berufseinsteiger und Menschen mit migrationsbedingter kürzerer Wohndauer in Deutschland sind strukturell im Nachteil.

Ein weiterer Kritikpunkt: Die genaue mathematische Formel, wie aus den 12 Kriterien der Endscore entsteht, bleibt Geschäftsgeheimnis der Schufa. Zwar kennst du die Kriterien, aber die gewichtete Verrechnung der Punkte ist nicht vollständig offengelegt. Das neue System ist also transparenter als das alte, aber keine vollständige Blackbox-Abschaltung.

Schließlich: Art. 22 DSGVO verbietet vollautomatisierte Ablehnungsentscheidungen. Banken dürfen einen Kreditantrag nicht allein auf Basis des Schufa-Scores ablehnen, sondern müssen eine manuelle Prüfung durchführen, wenn der Antragsteller widerspricht. In der Praxis passiert das selten, aber es ist ein Recht, das Verbraucher aktiv einfordern können.

Häufige Fragen zum neuen Schufa-Score

Der neue Score wurde am 17. März 2026 eingeführt. Nicht alle Unternehmen haben bereits umgestellt: Laut Schufa nutzen im April 2026 etwa 25 Prozent der anfragenden Unternehmen den neuen Score, bis Ende 2026 sollen es rund 50 Prozent sein. Die vollständige Umstellung ist bis Ende 2028 geplant.

Nein. Der Schufa-Account ist seit der Reform kostenlos und umfasst den aktuellen Score, alle gemeldeten Daten, ein Erklär-Tool und den Score-Simulator. Einmal pro Jahr hast du zusätzlich Anspruch auf eine kostenlose Datenkopie nach Artikel 15 DSGVO. Die bonify-App bietet ebenfalls einen kostenlosen Basis-Zugang.

Nein. Der Selbstabruf deines eigenen Scores wird nicht als Anfrage gewertet und hat keinen Einfluss auf die Bewertung. Du kannst dich so oft einloggen und deinen Score prüfen, wie du möchtest.

Das hängt vom Anbieter ab. N26, Tomorrow und C24 machen eine Schufa-Anfrage, N26 und Tomorrow sind schufaneutral, C24 wirkt sich als harte Anfrage auf Kategorie 2 aus. Revolut, bunq, Vivid und Trade Republic machen gar keine Anfrage und melden auch keine Kontodaten an die Schufa. Details findest du im Artikel zu den Schufa-Regeln bei Neobanken.

Der alte Score existiert in der Übergangszeit bis Ende 2028 parallel zum neuen Score. Unternehmen, die noch nicht umgestellt haben, erhalten den alten Branchen-Score. Im Schufa-Account werden dir in dieser Zeit sowohl der neue Einheits-Score als auch die Branchen-Scores angezeigt.

Die Schufa aktualisiert Scores quartalsweise, also viermal im Jahr. Änderungen (zum Beispiel eine neue Kreditanfrage) wirken sich nicht sofort aus, sondern mit der nächsten Score-Berechnung.

Nur durch Zeit. Die Kategorie „Alter der aktuellen Adresse“ setzt sich mit jedem Umzug zurück. Der Wert steigt erst mit der Dauer des Wohnens an der neuen Adresse. Kurzfristig lässt sich dieser Verlust nicht kompensieren, aber über andere Kategorien (Identitätsprüfung, Zahlungsstörungen vermeiden) ausgleichen.

Fazit: Mehr Klarheit, neue Fragen

Die 12 Kriterien machen sichtbar, was vorher verborgen war, und der Score-Simulator gibt Verbrauchern erstmals die Möglichkeit, Entscheidungen vor dem Klick durchzuspielen. Für 83 % der Menschen ändert sich an der eigenen Score-Klasse wenig. Die 8 % mit Verschlechterungen sind vor allem Menschen mit kurzer Wohndauer oder ohne klassische Bankgeschichte.

Für Neobank-Nutzer lohnt der zweite Blick. Wer digital-first bankt, verzichtet ungewollt auf Punkte aus den Kategorien „ältester Bankvertrag“ und „älteste Kreditkarte“. Die Kombination aus einer klassischen Bank mit Schufa-Meldung und einer Neobank für den Alltag bleibt der Score-robusteste Weg. Den eigenen Score jetzt im kostenlosen Schufa-Account einsehen, fehlerhafte Einträge melden, den Simulator vor größeren Entscheidungen nutzen.

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