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Sparkassen starten S-Neo: Kann die App mit Trade Republic & Co. mithalten?
Hintergründe

Sparkassen starten S-Neo: Kann die App mit Trade Republic & Co. mithalten?

· Tobias Rehermann · 7 Min. Lesezeit
Sparkassen starten S-Neo: Kann die App mit Trade Republic & Co. mithalten?

Das Wichtigste in Kürze

  • – 5 Sparkassen sind seit April 2026 als Pilot-Institute mit S-Neo live: Berlin, Oldenburg, Ulm, Freudenstadt und Mülheim an der Ruhr
  • – Preisspanne pro Trade: 0,99 € bis 2,00 €. Mülheim an der Ruhr startet bis 30.06. mit 1 € als Einführungsaktion, danach 2 €
  • – ETF-Sparpläne sind nur in Berlin und Mülheim kostenlos. Oldenburg verlangt 0,50 €, Ulm und Freudenstadt 1,00 € pro Ausführung
  • – Depotgebühr entfällt bis 25.000 € (Berlin, Oldenburg) bzw. bis 100.000 € (Mülheim). Freudenstadt berechnet ab 1 € eine pauschale Gebühr
  • – Breitenrollout auf alle 338 Sparkassen ist für Sommer 2026 geplant, konkrete Termine stehen pro Haus noch nicht fest
  • – Krypto-Handel (Bitcoin, Ethereum) soll ebenfalls im Sommer 2026 folgen

Die Sparkassen haben im Wertpapiergeschäft ein Problem, und das heißt Trade Republic. Vor 20 Jahren hielten die Sparkassen 26 Prozent Marktanteil bei Wertpapier-Depots. Heute sind es noch 21 Prozent. Private Banken, angetrieben durch Neobroker, haben ihren Anteil im gleichen Zeitraum von 35 auf 59 Prozent gesteigert.

Seit April 2026 können Sparkassen-Kunden über die neue Funktion „S-Neo“ ETFs direkt in der Sparkassen-App kaufen und verkaufen. Das Depot lässt sich mit wenigen Klicks eröffnen, ohne separate Anmeldung und ohne Drittanbieter-App. Gestartet ist der Launch in fünf Pilot-Instituten. Alle anderen Sparkassen sollen im Sommer nachziehen.

Was genau ist S-Neo?

S-Neo ist kein eigenständiger Broker wie Trade Republic oder Scalable Capital. Es ist eine Erweiterung der bestehenden Sparkassen-App für „digitale Selbstentscheider“, also Kunden, die ohne Beratung handeln wollen.

Die wichtigsten Eckdaten:

Depoteröffnung direkt in der App, kein separater Login
Fokus auf ETFs. Einzelne Aktien sind zum Start nicht vorgesehen
Handelsplatz: Tradegate
Krypto-Handel (Bitcoin, Ethereum) geplant ab Sommer 2026
App-only, kein Desktop-Zugang

Technisch basiert S-Neo je nach Sparkasse auf einem Depot der DWP Bank oder der Deka. Größere Institute tendieren zur DWP-Variante, kleinere zur Deka-Lösung. Sparkassen-Präsidentin Liane Buchholz hat diese Parallelstruktur selbst als „nicht sehr effizient“ bezeichnet.

Eine häufige Verwechslung gleich vorweg: S-Neo ist nicht das gleiche wie der klassische S Broker (sBroker) der DekaBank. Den Unterschied zwischen beiden Sparkassen-Welten klären wir in S-Neo vs sBroker: Was ist der Unterschied 2026?.

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Trade Republic

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85 · Sehr gut

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Scalable Capital

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Smartbroker+

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81 · Sehr gut

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finanzen.net zero

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74 · Gut

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Die fünf Pilot-Sparkassen im Gebühren-Vergleich (Stand April 2026)

Das strukturelle Problem von S-Neo zeigt sich direkt beim Launch: Jede Sparkasse bestimmt ihre eigenen Konditionen. Die fünf Pilot-Institute liegen bei den Ordergebühren zwischen 0,99 € und 2,00 €, beim Sparplan zwischen kostenlos und 1,00 € pro Ausführung. Wer seine Sparkasse nicht wählen kann, zahlt mitunter das Doppelte des günstigsten Instituts.

S-Neo Pilot-Sparkassen im direkten Vergleich (April 2026)

Berliner Sparkasse
Pro Trade 0,99 €
ETF-Sparplan Kostenlos
Depot kostenlos bis 25.000 €
Depot darüber 0,25 % p.a.
Kreissparkasse Freudenstadt
Pro Trade 0,99 €
ETF-Sparplan 1,00 €
Depot kostenlos bis ab 1 € (0,0375 %)
Depot darüber 0,05 % p.a.
Sparkasse Ulm
Pro Trade 1,00 €
ETF-Sparplan 1,00 €
Depot kostenlos bis 50.000 €
Depot darüber 0,15 % p.a.
Sparkasse Mülheim an der Ruhr
Pro Trade 1,00 € (bis 30.06., dann 2,00 €)
ETF-Sparplan Kostenlos
Depot kostenlos bis 100.000 €
Depot darüber 0,2 % p.a.
Landessparkasse zu Oldenburg
Pro Trade 1,75 €
ETF-Sparplan 0,50 €
Depot kostenlos bis 25.000 €
Depot darüber 0,3 % p.a.

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Was auffällt:

  • Berlin ist zum Launch das beste Paket. 0,99 € pro Trade, kostenlose Sparpläne und Depot bis 25.000 € gratis. Damit liegt die Berliner Sparkasse auf Trade-Republic-Niveau.
  • Mülheim lockt, sticht aber zu. Bis 30. Juni 2026 zahlst du 1 € pro Trade. Danach steigt der Preis auf 2 €, und du hast im schlimmsten Fall dein Depot bereits aufgebaut.
  • Oldenburg ist für aktive Trader unattraktiv. 1,75 € pro Trade ist fast das Doppelte von Trade Republic, dazu 0,3 % Depotgebühr ab 25.000 €.
  • Freudenstadt fällt aus dem Raster. Die Kreissparkasse Freudenstadt berechnet ab dem ersten Euro Depotwert eine pauschale Gebühr von 0,0375 %. Wer dort 10.000 € im Depot hat, zahlt 3,75 € pro Jahr.

Das Kleingedruckte: Je nach Standort zahlst du unterschiedlich

S-Neo ist kein bundesweit einheitliches Produkt. Die 338 Sparkassen legen ihre Preise selbst fest. Kunden der Sparkasse Köln-Bonn zum Beispiel können derzeit noch nicht auf S-Neo zugreifen und nutzen stattdessen das klassische Flexdepot mit höheren Gebühren. Der breitflächige Rollout ist für den Sommer 2026 angekündigt.

Vergleich mit Neobrokern

Wer nicht bereits Sparkassen-Kunde ist, stellt schnell fest: Die Gebühren sind zwar konkurrenzfähig, die Produktauswahl aber deutlich schmaler. Einzelaktien, kostenlose Sparpläne in der Breite, verzinste Verrechnungskonten und Desktop-Zugang gibt es bei S-Neo nicht.

S-Neo vs. Neobroker (Kern-Unterschiede)

S-Neo (Pilot-Schnitt)
Kosten pro Trade 0,99–2,00 €
Sparpläne 0–1 €
Produkte ETFs (Aktien folgen)
Zinsen Cash Keine
Desktop Nein
Trade Republic
Kosten pro Trade 1 €
Sparpläne Kostenlos
Produkte Aktien, ETFs, Krypto, Derivate
Zinsen Cash 2,00 %
Desktop Web + App
Scalable Capital (Free)
Kosten pro Trade 0,99 €
Sparpläne Kostenlos
Produkte Aktien, ETFs, Krypto
Zinsen Cash 2,50 %
Desktop Web + App
finanzen.net zero
Kosten pro Trade 0 € (ab 500 €)
Sparpläne Kostenlos
Produkte Aktien, ETFs, Derivate
Zinsen Cash 0,5 %
Desktop Web + App
Smartbroker+
Kosten pro Trade 0 € (ab 500 €)
Sparpläne Kostenlos
Produkte Aktien, ETFs, Fonds, Anleihen
Zinsen Cash 1,5 %
Desktop Web + App

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Den Direktvergleich nur zwischen S-Neo und dem Branchenführer findest du in unserem ausführlichen Spoke-Artikel S-Neo vs Trade Republic 2026: Wer für wen besser?. Mit drei konkreten Persona-Rechnungen (Sparplan-Sparer, aktiver Trader, ETF-Vermögensaufbauer mit 50.000 € Depot) zeigen wir, ab welchem Depotwert sich der Wechsel lohnt.

Du willst nicht nur einen Broker im Direktvergleich, sondern alle wichtigen Alternativen auf einen Blick? Unser Listicle S-Neo Alternativen 2026: Diese 5 Broker sind oft die bessere Wahl gruppiert Trade Republic, Scalable Capital, finanzen.net zero, ING und Smartbroker+ nach Anlegertyp und sagt dir, was zu wem passt. Für den Cash-Zinsen-Showdown gegen Scalable Capital mit konkreten Rechenbeispielen lohnt sich S-Neo vs Scalable Capital 2026: Bei 25.000 € Cash-Polster sind das 625 € pro Jahr Differenz.

Der strategische Zeitpunkt

S-Neo startet nicht zufällig im April 2026. Ab dem 30. Juni greift das EU-weite Verbot von Payment for Order Flow (PFOF). Das ist das Geschäftsmodell, das Neobrokern bisher Handel für 0 bis 1 Euro ermöglicht hat.

Neobroker haben vorgebaut: Trade Republic wird zum eigenen Market Maker und hat seit Januar 2026 eine BaFin-Lizenz für ein eigenes multilaterales Handelssystem (MTF). Scalable Capital betreibt mit der European Investor Exchange (EIX) seit Dezember 2024 eine eigene Retailbörse. Ob die Gebühren für Neobroker-Kunden trotzdem steigen, ist noch offen.

Gleichzeitig hat die BaFin 2025 rund 35 Prozent mehr Beschwerden verzeichnet. Über die Hälfte davon betreffen Neobroker: monatelange Depotüberträge, fehlende Einstandsdaten und Fehler bei Steuerabzügen. Trade Republic hat im April 2026 als Reaktion einen neuen Telefon-Support mit Rückrufservice eingeführt. Die Sparkassen könnten beim Service zumindest konzeptionell punkten, praktisch hängt das von der jeweiligen Filiale ab.

Mehr zum Thema: PFOF-Verbot ab Juli 2026: Was sich für Neobroker-Kunden ändert

Was bedeutet das für dich?

Wenn du bei einer der fünf Pilot-Sparkassen bist: Prüfe die konkreten Konditionen deiner Sparkasse in der Tabelle oben. Für Berliner ist S-Neo aktuell eine echte Alternative zu Trade Republic. Oldenburger oder Freudenstädter mit aktivem Handel fahren mit einem Neobroker günstiger. Wenn du loslegen willst, hilft unsere Schritt-für-Schritt-Anleitung zur S-Neo-Depoteröffnung mit Voraussetzungen, App-Flow und typischen Stolperfallen.

Wenn deine Sparkasse noch nicht dabei ist: Wir pflegen einen Rollout-Tracker mit dem aktuellen Stand aller Sparkassen, den wir monatlich aktualisieren. Abwarten lohnt sich selten. Der Sommer-Rollout bringt voraussichtlich ähnlich breite Preisspannen wie bei den Pilot-Instituten. Wer heute einen kostenlosen Sparplan starten will, ist bei Trade Republic oder Scalable Capital besser aufgehoben.

Wenn du schon bei einem Neobroker bist: Ein Wechsel lohnt sich wahrscheinlich nicht. Die Produktauswahl bei Trade Republic oder Scalable Capital ist breiter, die Kosten mindestens gleich niedrig. Kostenlose Sparpläne, Zinsen aufs Verrechnungskonto und Desktop-Zugang fehlen bei S-Neo zum Start.

Unser Tipp

Die tatsächlichen Preise deiner Sparkasse erfährst du am schnellsten in der Sparkassen-App oder auf der Webseite deines Instituts. Eine zentrale Übersicht für alle 338 Sparkassen gibt es bewusst nicht. Einen Überblick über alle Alternativen findest du in unserem Online-Broker-Vergleich.

Weiterlesen: Banken kopieren Neobroker: Warum S-Neo, Pure Depot & Co. nicht reichen werden

Quellen

  1. finanz-szene.de: „So sieht das Pricing des Sparkassenbrokers S-Neo aus“, April 2026. finanz-szene.de
  2. Handelsblatt: „ETF-Handel: Sparkassen starten im April mit S-Neo“. handelsblatt.com
  3. Brokervergleich.de: „Sparkassen vs. die Welt: S-Neo startet im April“. brokervergleich.de
  4. t3n: „Sparkassen: 20 Millionen App-Nutzer zu Anlegern machen“. t3n.de

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