Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
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Die DKB wechselt ihren Wertpapier-Dienstleister: Statt DWP Bank übernimmt das Berliner Fintech Upvest die technische Abwicklung
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Neukunden handeln ab 2026 über die neue Plattform, Bestandskunden werden ab 2027 migriert
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Die Neukundenaktion mit 1,90 EUR pro Order ist am 30.09.2026 ausgelaufen. Bis 31.12.2026 laufen noch zwei Aktionen: über 500 ETF-Sparpläne ohne Ausführungsentgelt und über 200 ETFs ohne Orderentgelt beim außerbörslichen Kauf ab 500 EUR
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Im Hintergrund steckt ein 35-Milliarden-Euro-Deal und der Versuch, Trade Republic und Scalable Capital Kunden abzujagen
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Für DKB-Bestandskunden ändert sich vorerst nichts, der Übergang erfolgt automatisch
Update 5. Oktober 2026: Die Neukundenaktion ist vorbei. Auf dkb.de gelten wieder die regulären Preise: 10 EUR pro Order bis 5.000 EUR und 1,50 EUR pro Sparplan-Ausführung. Nur bei den ETFs aus den beiden laufenden Aktionen gilt das nicht. Wir haben den Beitrag entsprechend angepasst.
Die DKB hat ein Problem. Trade Republic nimmt 1 Euro pro Order, Scalable Capital im Prime-Abo gar nichts. Die DKB? Bis zu 30 Euro pro Trade. Das ist nicht mehr zeitgemäß, und die DKB weiß das.
Die Reaktion: Die DKB trennt sich von ihrem langjährigen Wertpapier-Partner DWP Bank und setzt künftig auf die Infrastruktur des Berliner Fintechs Upvest. Dieselbe Technologie, die auch N26, Revolut und Vivid für ihr Brokerage nutzen.
Was bedeutet das für dich als Anleger? Und wird die DKB damit tatsächlich zur Neobroker-Alternative?
Was steckt hinter dem Upvest-Deal?
Kundenvermögen wandert von DWP Bank zu Upvest
Quelle: FinanceFWD, 2025
Bisher wickelte die DWP Bank (ein Joint Venture von DZ Bank und Sparkassen) sämtliche Wertpapiergeschäfte der DKB ab. Die Kosten pro Transaktion waren so hoch, dass die DKB-Muttergesellschaft BayernLB öffentlich kritisierte, man zahle „bei jeder Wertpapiertransaktion drauf“.
Upvest ist ein Berliner Fintech, das sich auf Wertpapier-Infrastruktur spezialisiert hat. Die API-basierte Plattform ermöglicht schnellere Produktentwicklung und niedrigere Stückkosten. Die DKB kann damit Bruchstücke-Handel und günstigere Orders deutlich schneller umsetzen als mit der alten DWP-Infrastruktur.
Die technische Kette: Upvest übernimmt die Abwicklung, BNP Paribas und Clearstream stellen die Depotinfrastruktur. Deine Einlagen bleiben rechtlich bei der DKB. Upvest ist reiner Technologie-Dienstleister.
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DKB
78 · Gut
Trade Republic
85 · Sehr gut
Scalable Capital
84 · Sehr gut
Timeline: Was passiert wann?
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DKB-Upvest-Migration im Zeitplan
März bis September 2026: Neukundenaktion
Ab 2026: Neukunden auf Upvest
Ab 2027: Bestandskunden-Migration
DKB-Gebühren: Vorher vs. jetzt vs. Neobroker
Die Gebührenstruktur der DKB war bisher der größte Schwachpunkt. Hier der direkte Vergleich:
Ordergebühren im Vergleich (Stand Oktober 2026)
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Seit Ende der Neukundenaktion kostet eine normale Order bei der DKB wieder 10 Euro, das Zehnfache von Trade Republic, und an Xetra sowie den Parkettbörsen kommen 2,50 Euro Ausführungsentgelt dazu. Günstig bleibt die DKB nur bei den Aktions-ETFs von Amundi, SPDR und Xtrackers: Bei über 500 davon sparst du dir das Ausführungsentgelt für den Sparplan, bei mehr als 200 entfällt ab 500 Euro das Orderentgelt im außerbörslichen Kauf. Beide Aktionen laufen bis 31.12.2026. Ob die Upvest-Plattform danach dauerhaft günstigere Preise bringt, hat die DKB bisher nicht gesagt.
Achtung: Girokonto-Pflicht
Ein DKB-Depot setzt ein DKB-Girokonto voraus. Ohne mindestens 700 EUR monatlichen Geldeingang zahlst du 4,50 EUR/Monat Kontoführung. Trade Republic und Scalable haben keine solche Hürde.
Warum macht die DKB das jetzt?
Drei Gründe treiben den Strategiewechsel:
1. Kundenverluste an Neobroker
DKB-Vorstand Stefan Unterlandstättner hat das Problem klar benannt: „Die Herausforderung für die DKB liegt darin, Trade Republic und Revolut zu kontern. Wir sehen, dass ein Teil der Kunden Sparpläne lieber woanders anlegt.“ Wenn deine eigenen Kunden für ETF-Sparpläne zu Trade Republic wechseln, verlierst du nicht nur die Handelsgebühren. Du verlierst die Kundenbeziehung.
2. PFOF-Verbot schafft ein Zeitfenster
Das PFOF-Verbot ab Juli 2026 zwingt Neobroker, ihre Geschäftsmodelle anzupassen. Wenn Trade Republic und Scalable ihre Gebühren erhöhen müssen, wird der Preisabstand zur DKB kleiner. Mit der neuen Upvest-Infrastruktur kann die DKB diesen Moment nutzen.
3. Die Technologie war veraltet
Die DWP-Bank-Infrastruktur stammt aus einer Zeit, in der Wertpapierhandel per Telefon und Fax abgewickelt wurde. Bruchstücke-Handel, Echtzeit-Kurse, eine brauchbare App: mit der alten Plattform kaum umsetzbar. Upvest ist eine API-first-Plattform, die genau dafür gebaut wurde.
DKB vs. Neobroker: Die ehrliche Einschätzung
Vorteile
- Vollbank mit Girokonto, Kreditkarte und Kredit in einem Paket
- Einlagensicherung: DKB ist BaFin-reguliert, Teil der gesetzlichen Einlagensicherung + Einlagensicherungsfonds des Bundesverbands Öffentlicher Banken (VÖB)
- Kein PFOF: DKB handelt über reguläre Börsenplätze (Xetra, Tradegate, gettex)
- Mehr Handelsplätze als Neobroker: Xetra, Tradegate, gettex, Regionalbörsen, Auslandsbörsen
- Über 500 ETF-Sparpläne bis 31.12.2026 ohne Ausführungsentgelt
Nachteile
- Reguläre Ordergebühren (10-30 EUR) weit über Neobroker-Niveau
- Girokonto-Pflicht mit 700 EUR Mindestgeldeingang
- ETF-Sparplan regulär 1,50 EUR (Trade Republic und Scalable: 0 EUR)
- App und UX liegen deutlich hinter Trade Republic und Scalable
- Seit Ende der Neukundenaktion keine günstige Flat-Fee mehr für Aktien-Orders
Die DKB wird durch den Upvest-Wechsel nicht über Nacht zum Neobroker. Die Stärke liegt woanders: Wer sowieso ein DKB-Girokonto hat und gelegentlich handelt, bekommt mit den ETF-Aktionen brauchbare Konditionen, ohne ein separates Broker-Konto eröffnen zu müssen.
Für aktive Anleger, die häufig handeln oder hohe Sparplan-Raten fahren, bleiben Trade Republic und Scalable Capital die bessere Wahl. Die Neukundenaktion ist vorbei, der Kostenunterschied bei einzelnen Orders bleibt zu groß.
Was bedeutet der DKB-Move für den Markt?
Der Upvest-Deal ist Teil eines größeren Trends: Traditionelle Banken kopieren Neobroker. Die Sparkassen haben S-Neo gestartet, Comdirect senkt aggressiv die Preise, und jetzt zieht die DKB nach.
Für Neobroker hat das zwei Seiten. Wenn Deutschlands zweitgrößte Direktbank ihre komplette Infrastruktur wechselt, um mithalten zu können, haben Trade Republic und Scalable offensichtlich etwas richtig gemacht. Gleichzeitig wird der Markt enger.
Die DKB bringt einen Vorteil mit, den kein Neobroker hat: 5,9 Millionen Bestandskunden mit Girokonto und knapp 900.000 bestehende Depots. Das Ziel bis 2030: 2 Millionen Depots. Dafür investiert die DKB 500 Millionen Euro in Digitalisierung und neue Produkte. Wenn die Rechnung aufgeht, verschiebt das Marktanteile.
Was solltest du jetzt tun?
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Trade Republic
85 · Sehr gut
Du bist DKB-Kunde ohne Depot? Die 1,90-EUR-Aktion hast du verpasst, sie lief am 30.09.2026 aus. Das Depot lohnt sich trotzdem, wenn du einen ETF-Sparplan auf einen der über 500 Aktions-ETFs anlegen willst, der läuft bis 31.12.2026 kostenlos. Depot eröffnen kostet nichts, und du musst nirgendwo wechseln.
Du bist DKB-Kunde mit bestehendem Depot? Abwarten. Die Migration auf Upvest startet 2027 und läuft automatisch. Ob sich die regulären Gebühren danach ändern, ist noch offen.
Du bist bei Trade Republic oder Scalable? Kein Handlungsbedarf. Die Neobroker sind bei reinen Depot-Kosten weiterhin günstiger. Nur wenn du sowieso ein DKB-Girokonto brauchst und wenig handelst, könnte das DKB-Depot als Zweitdepot Sinn machen.
Du suchst noch den richtigen Broker? Unser Online-Broker-Vergleich hilft dir bei der Entscheidung. Dort findest du alle Konditionen im direkten Vergleich.
Fazit
Mit dem Upvest-Wechsel legt die DKB die technische Grundlage, um bei den Gebühren mitzuhalten. Die Neukundenaktion mit 1,90 EUR pro Order ist seit dem 30.09.2026 vorbei, bis Jahresende bleiben nur die ETF-Aktionen. Ob die DKB danach dauerhaft günstige Konditionen anbietet, ist offen. Die regulären 10 bis 30 Euro pro Order sind jedenfalls kein Argument gegen Trade Republic oder Scalable Capital.
Aber: Das PFOF-Verbot ab Juli 2026 könnte die Karten neu mischen. Wenn Neobroker ihre Gebühren erhöhen müssen, schrumpft der Preisabstand. Und dann wird das Gesamtpaket der DKB (Girokonto + Kreditkarte + Depot) plötzlich interessanter. Das ist die Wette, die hinter dem Upvest-Deal steckt.
Quellen
- DKB Pressemitteilung: DKB kooperiert mit Wertpapier-Plattform Upvest
- DKB: Depot-Konditionen und ETF-Sparplan-Aktion (abgerufen am 05.10.2026)
- FinanceFWD: Direktbank DKB setzt auf Fintech Upvest als Wertpapier-Partner
- Finanz-Szene: DKB paktiert mit Upvest und trennt sich von DWP Bank
- DAS INVESTMENT: Wie Comdirect und DKB den Neobroker-Boom stoppen wollen
- stock3: Harter Konkurrenzkampf: Jetzt will auch noch die DKB die Neobroker angreifen
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