Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
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Die gesetzliche Einlagensicherung schützt bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank – das gilt auch bei Neobanken mit EU-Banklizenz
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N26 und Trade Republic haben eine deutsche Vollbanklizenz mit Anbindung an die deutsche Einlagensicherung
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Revolut nutzt seit dem Brexit eine litauische Banklizenz – die EU-Einlagensicherung greift trotzdem
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Bei Partnerbank-Modellen (z.B. Vivid über Solaris) gilt die Einlagensicherung der Partnerbank
Wenn du dein Gehalt auf ein Neobank-Konto überweist, willst du wissen: Was passiert mit meinem Geld, wenn die Bank pleitegeht? Die Antwort hängt davon ab, welche Lizenz deine Bank hat und in welchem Land die Einlagensicherung greift.
Dieser Ratgeber erklärt, wie die Einlagensicherung bei Neobanken funktioniert, wo die Unterschiede zu klassischen Banken liegen und worauf du bei der Kontowahl achten solltest.
Wie die gesetzliche Einlagensicherung funktioniert
In der EU ist jedes Kreditinstitut mit Banklizenz verpflichtet, einem Einlagensicherungssystem anzugehören. Die Regeln sind einheitlich:
Schutzgrenze: Bis zu 100.000 € pro Kunde und Bank sind gesetzlich geschützt. Bei Gemeinschaftskonten gilt die Grenze pro Person – ein Ehepaar hat also bis zu 200.000 € Schutz.
Auszahlungsfrist: Im Entschädigungsfall muss die Einlagensicherung innerhalb von sieben Arbeitstagen auszahlen. In der Praxis dauert es oft nur wenige Tage.
Automatischer Schutz: Du musst nichts beantragen. Sobald du ein Konto bei einer Bank mit EU-Lizenz eröffnest, bist du automatisch geschützt.
gesetzlicher Einlagenschutz pro Kunde und Bank in der EU
Quelle: EU-Einlagensicherungsrichtlinie 2014/49/EU
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Trade Republic
83 · Sehr gut
N26
83 · Sehr gut
Vivid Money
74 · Gut
Tomorrow
63 · Befriedigend
bunq
72 · Gut
Einlagensicherung nach Lizenztyp
Nicht jede Neobank hat den gleichen Lizenztyp. Das macht einen großen Unterschied beim Schutz deiner Einlagen.
Vollbanklizenz
Banken mit Vollbanklizenz unterliegen der vollen Bankenregulierung und der gesetzlichen Einlagensicherung. Dein Geld ist bis 100.000 € geschützt.
E-Geld-Lizenz
E-Geld-Institute dürfen Geld entgegennehmen und Zahlungen abwickeln, gelten aber nicht als Banken. Die klassische Einlagensicherung greift hier nicht. Stattdessen müssen E-Geld-Institute Kundengelder auf separaten Treuhandkonten bei regulären Banken verwahren. Im Insolvenzfall sind die Gelder dadurch geschützt – aber der Prozess ist komplizierter als bei der Einlagensicherung.
Partnerbank-Modell
Einige Fintechs nutzen die Banklizenz eines Partners. Das Geld liegt dann bei der Partnerbank und ist über deren Einlagensicherung geschützt.
Einlagensicherung der Neobanken 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
N26: Voller Schutz durch deutsche Banklizenz
N26 hat eine Vollbanklizenz der EZB mit Sitz in Deutschland. Dein Geld ist über die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB) geschützt – genau wie bei der Sparkasse oder Deutschen Bank. Im Fall einer Insolvenz würdest du innerhalb von sieben Arbeitstagen entschädigt.
Der Vorteil: Die deutsche Einlagensicherung gilt als eine der solidesten in der EU. Deutschland hat die finanziellen Reserven, um die Garantie im Ernstfall auch zu bedienen.
Trade Republic: Banklizenz seit 2023
Trade Republic hat seine Banklizenz 2023 erhalten und operiert seitdem als voll regulierte Bank. Das Guthaben auf dem Verrechnungskonto (inklusive der verzinsten Einlagen) ist über die EdB geschützt. Alle Details zur Sicherheitsarchitektur findest du in unserem Ratgeber zu Trade Republic Sicherheit.
Wichtig für Anleger: Die Einlagensicherung schützt nur Bankguthaben (Girokonto, Tagesgeld). Wertpapiere im Depot sind Sondervermögen und gehören dir – sie fallen nicht in die Insolvenzmasse und brauchen keinen extra Schutz. Wie Trade Republic Einlagen und Sondervermögen im Detail schützt, erklären wir hier.
Revolut: Litauische Einlagensicherung
Revolut hat nach dem Brexit sein EU-Geschäft nach Litauen verlagert. Dort besitzt das Unternehmen eine Vollbanklizenz und ist Mitglied der litauischen Einlagensicherung (VĮ Indėlių ir investicijų draudimas).
Die litauische Einlagensicherung bietet den gleichen gesetzlichen Schutz wie die deutsche: 100.000 € pro Kunde. Allerdings ist Litauens Wirtschaftskraft kleiner als die Deutschlands. In einem systemischen Krisenfall könnte die Auszahlung theoretisch komplizierter werden – bei einer Einzelinsolvenz von Revolut wäre die Sicherung aber ausreichend.
Partnerbank-Modelle: Vivid und Tomorrow
Vivid Money und Tomorrow haben keine eigene Banklizenz, sondern nutzen die Infrastruktur der Solaris SE (ehemals Solarisbank) in Berlin. Dein Geld liegt technisch bei Solaris und ist über deren deutsche Einlagensicherung geschützt.
Achtung beim Partnerbank-Modell: Hast du ein Konto bei Vivid UND ein anderes Produkt, das über Solaris läuft? Dann wird die 100.000-€-Grenze nicht pro Produkt, sondern pro Bank berechnet. Alle deine Guthaben bei Solaris zusammen dürfen maximal 100.000 € betragen, um voll geschützt zu sein.
Was passiert im Ernstfall? Der Ablauf einer Entschädigung
Schritt-für-Schritt Anleitung
BaFin stellt Entschädigungsfall fest
Einlagensicherung kontaktiert dich
Auszahlung innerhalb von 7 Arbeitstagen
Checkliste: So schützt du deine Einlagen
Vorteile
- Prüfe die Banklizenz deiner Neobank im Impressum oder den AGB
- Halte maximal 100.000 € pro Bank (inkl. aller Konten bei derselben Lizenz)
- Nutze für größere Beträge mehrere Banken mit verschiedenen Lizenzen
- Bevorzuge Neobanken mit deutscher oder niederländischer Vollbanklizenz
Nachteile
- Vermeide es, mehr als 100.000 € bei einer einzelnen Bank zu parken
- Verlasse dich nicht auf freiwillige Einlagensicherung als alleinigen Schutz
- Verwechsle Wertpapiere im Depot nicht mit Bankguthaben – unterschiedliche Schutzregeln
Fazit
Die Einlagensicherung bei Neobanken funktioniert nach den gleichen EU-Regeln wie bei klassischen Banken. N26 und Trade Republic bieten mit ihrer deutschen Vollbanklizenz den stärksten Schutz. Revolut und bunq sind über die litauische bzw. niederländische Einlagensicherung geschützt – gleiche Summe, anderes Land.
Für die allermeisten Nutzer ist der Unterschied in der Praxis irrelevant: 100.000 € sind 100.000 €, egal ob die Sicherung aus Deutschland, Litauen oder den Niederlanden kommt. Nur wer mehr als diesen Betrag bei einer Bank liegen hat, sollte über eine Verteilung auf mehrere Anbieter nachdenken.
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