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Smartphone auf einem Holztisch zeigt eine Banking-App mit der Zeile Zinsgutschrift plus 12,40 Euro und einem aufsteigenden grünen Graphen, Kaffeetasse und Buch im warmen Morgenlicht
Ratgeber

Girokonto mit Zinsen 2026: Welche Bank zahlt aufs Guthaben?

· Christian Jansen · 8 Min. Lesezeit
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Smartphone auf einem Holztisch zeigt eine Banking-App mit der Zeile Zinsgutschrift plus 12,40 Euro und einem aufsteigenden grünen Graphen, Kaffeetasse und Buch im warmen Morgenlicht

Geld auf dem Girokonto parken und dafür Zinsen kassieren. Das war lange ein Wunschtraum, der seit der Zinswende 2022 wieder Realität ist. C24 Bank zahlt 0,5 Prozent direkt aufs Girokonto, Openbank bietet 1,5 Prozent ohne Limit und Trade Republic lockt mit 2,0 Prozent. Aber nicht alles, was nach Girokonto-Zinsen aussieht, ist auch eins.

Wer zahlt echte Zinsen aufs Girokonto, wer nutzt Tagesgeld oder Geldmarktfonds als Umweg, und wann lohnt sich ein separates Tagesgeldkonto mehr? Das schauen wir uns an.

Das Wichtigste in Kürze

Das Wichtigste auf einen Blick:

  • C24 Bank zahlt 0,5% p.a. direkt aufs Girokonto-Guthaben (bis 50.000 Euro). Einfachste Lösung, weil kein separates Konto nötig ist.
  • Openbank bietet 1,5% p.a. ohne Limit. Volles Girokonto mit DE-IBAN, Tochter der Santander Bank.
  • Trade Republic zahlt 2,0% p.a. (bis 50.000 Euro), ist aber ein Neobroker, kein echtes Girokonto. Eingeschränkte Banking-Funktionen.
  • Revolut bietet ca. 2,0 bis 2,5% über Flexible Accounts (Geldmarktfonds). Kein fester Zinssatz, keine Einlagensicherung auf Fondsanteile.
  • Für Beträge über 5.000 Euro ist ein separates Tagesgeldkonto fast immer besser als Girokonto-Zinsen.

Zinsen aufs Girokonto: Was ist 2026 noch drin?

Die Europäische Zentralbank hat den Leitzins seit Ende 2023 schrittweise gesenkt, und die Zinsen auf Girokonten sind mitgezogen. Trotzdem gibt es im April 2026 noch Angebote, bei denen dein Girokonto-Guthaben für dich arbeitet.

Wichtig ist die Unterscheidung: Echte Girokonto-Zinsen bekommst du direkt auf dein laufendes Konto, ohne dass du Geld auf ein separates Produkt verschieben musst. Daneben gibt es Anbieter, die Zinsen über ein angebundenes Tagesgeldkonto oder über Geldmarktfonds zahlen. Das funktioniert auch, ist aber ein anderes Produkt mit anderen Regeln.

Und dann gibt es noch die Aktionszinsen. „4 Prozent für 3 Monate“ klingt verlockend, ist aber ein zeitlich begrenztes Angebot für Neukunden. Danach fällt der Zinssatz auf den regulären Wert. In unserer Übersicht listen wir nur die regulären Zinssätze.

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Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.

C24 Bank

C24 Bank

79 · Gut

79
Trade Republic

Trade Republic

85 · Sehr gut

85

Diese Neobanken zahlen Guthabenzinsen auf das Girokonto

Neobanken mit Guthabenzinsen im Vergleich

Trade Republic
Zinssatz 2,00% p.a.
Limit 50.000 Euro
Bedingungen Keine
Produkttyp Verrechnungskonto (Neobroker)
Openbank
Zinssatz 1,50% p.a.
Limit Unbegrenzt
Bedingungen Keine
Produkttyp Echtes Girokonto (DE-IBAN)
Revolut
Zinssatz ~2,0-2,5% p.a.
Limit Variabel
Bedingungen Flexible Accounts (Geldmarktfonds)
Produkttyp Girokonto + Fonds
C24 Bank
Zinssatz 0,50% p.a.
Limit 50.000 Euro
Bedingungen Keine
Produkttyp Echtes Girokonto (DE-IBAN)
N26
Zinssatz 0%
Limit
Bedingungen
Produkttyp Girokonto ohne Zinsen
bunq
Zinssatz Variabel
Limit Variabel
Bedingungen Savingskonten im Konto
Produkttyp Girokonto + Sparkonto

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

C24 Bank: 0,5% direkt aufs Girokonto

C24 Bank ist die einzige Neobank, die Zinsen direkt auf dein Girokonto-Guthaben zahlt, ohne dass du etwas tun musst. 0,5 Prozent p.a. auf bis zu 50.000 Euro, auch auf die Pockets (bis 5.000 Euro pro Pocket). Das Konto ist kostenlos, die Zinsen werden monatlich gutgeschrieben.

0,5 Prozent klingt wenig, ist es auch. Aber der Vorteil: Du musst kein separates Tagesgeldkonto eröffnen und kein Geld hin- und herschieben. Für die 2.000 bis 5.000 Euro, die typischerweise auf dem Girokonto liegen, sind das 10 bis 25 Euro im Jahr. Nicht viel, aber besser als null.

Openbank: 1,5% ohne Limit

Openbank ist eine Tochter der Santander Bank und bietet ein kostenloses Girokonto mit 1,5 Prozent Zinsen auf unbegrenztes Guthaben. Deutsche IBAN, Schufa-Prüfung bei der Eröffnung (Vollbanklizenz), vollständige Einlagensicherung bis 100.000 Euro.

Wer größere Beträge auf dem Girokonto parkt und nicht extra ein Tagesgeldkonto eröffnen will, findet hier aktuell eines der besseren Angebote. Openbank ist in Deutschland noch relativ neu (stark gewachsen seit 2024/2025), bietet aber ein vollwertiges Bankkonto mit allen Standardfunktionen.

Trade Republic: 2,0% auf dem Verrechnungskonto

Trade Republic zahlt 2,0 Prozent p.a. auf nicht investiertes Guthaben bis 50.000 Euro. Die Zinsen werden monatlich ausgezahlt. Klingt wie das beste Angebot in der Liste.

Der Haken: Trade Republic ist ein Neobroker, kein klassisches Girokonto. Das Konto ist ein Verrechnungskonto, das primär für den Wertpapierhandel gedacht ist. Du kannst Überweisungen empfangen und senden, aber es gibt keinen Dispositionskredit, keine Girocard und die Banking-Funktionen sind eingeschränkt. Als Hauptkonto für den Alltag taugt Trade Republic daher nur bedingt. Als Parkplatz für Geld, das du irgendwann investieren willst, ist es gut.

Revolut: ca. 2,0 bis 2,5% über Flexible Accounts

Revolut bietet keine klassischen Girokonto-Zinsen, sondern Flexible Accounts. Das sind Geldmarktfonds, die tägliche Renditen ausschütten. Im Standard-Tarif liegt die Rendite bei etwa 2,0 Prozent, im Ultra-Tarif bei bis zu 2,5 Prozent.

Achtung: Revolut Flexible Accounts investieren dein Geld in Geldmarktfonds. Der Zinssatz schwankt täglich und ist nicht garantiert. Außerdem gilt die gesetzliche Einlagensicherung (100.000 Euro) nicht für Fondsanteile. Dein reguläres Revolut-Guthaben ist durch die litauische Einlagensicherung geschützt, das Geld in Flexible Accounts nicht. Für den Notgroschen ist das ein wichtiger Unterschied.

Bedingungen und Limits: Bis zu welchem Betrag gibt es Zinsen?

Die Zinsen gelten nicht immer auf den gesamten Kontostand. Hier die Limits im Überblick:

C24 Bank zahlt 0,5% auf bis zu 50.000 Euro Girokonto-Guthaben plus bis zu 5.000 Euro pro Pocket (4 Pockets). Theoretisch also auf bis zu 70.000 Euro insgesamt.

Trade Republic verzinst 2,0% auf bis zu 50.000 Euro. Alles darüber wird nicht verzinst.

Openbank zahlt 1,5% ohne Limit. Die Zinsen gelten auf den gesamten Kontostand, egal wie hoch.

Revolut bietet eine variable Rendite ohne festes Limit. Je mehr Geld du in Flexible Accounts parkst, desto mehr Risiko übernimmst du, weil auf Fondsanteile keine Einlagensicherung greift.

Steuerlich werden alle Zinsen gleich behandelt: Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag). Mit dem Sparerpauschbetrag (1.000 Euro pro Person, 2.000 Euro bei Zusammenveranlagung) bleiben kleine Zinsbeträge steuerfrei. Richte bei jedem Anbieter einen Freistellungsauftrag ein, sonst wird die Steuer automatisch abgezogen.

Girokonto-Zinsen vs. Tagesgeld: Der ehrliche Vergleich

Girokontozinsen sind bequem. Tagesgeld ist profitabler. So einfach ist die Rechnung meistens.

Ein Rechenbeispiel: Lisa hat 10.000 Euro, die sie nicht kurzfristig braucht. Auf dem C24-Girokonto bekommt sie 0,5 Prozent, also 50 Euro im Jahr. Auf einem guten Tagesgeldkonto (Stand April 2026: 2,5 bis 3 Prozent) wären es 250 bis 300 Euro. Die Differenz: 200 bis 250 Euro pro Jahr.

Für 2.000 Euro auf dem Girokonto sieht die Rechnung anders aus. 10 Euro (C24 Girokonto) vs. 50 bis 60 Euro (Tagesgeld). Der Aufwand, ein separates Tagesgeldkonto zu eröffnen und das Geld zu verschieben, lohnt sich für viele erst ab 3.000 bis 5.000 Euro.

Am sinnvollsten für die meisten: Girokonto mit Zinsen (C24 oder Openbank) als Alltagskonto nutzen und das Ersparte ab einer gewissen Summe auf ein separates Tagesgeldkonto umschichten. So verdienst du auf den Puffer im Girokonto ein paar Euro und auf den Notgroschen deutlich mehr.

Tipp: Wer mehr als ein paar hundert Euro auf dem Konto parkt, sollte einen Blick auf den Tagesgeld-Vergleich bei Neobanken werfen. Die Zinssätze sind dort deutlich höher als bei den meisten Girokonten. Ein kombiniertes Modell (Girokonto für den Alltag, Tagesgeld für Rücklagen) holt das Maximum raus.

Girokonto mit Zinsen eröffnen: So geht’s

Die Kontoeröffnung funktioniert bei allen Anbietern digital und dauert selten länger als 15 Minuten.

C24 Bank: App herunterladen, Smart-Konto eröffnen (kostenlos), Video-Ident. Die Zinsen laufen automatisch ab dem ersten Euro auf dem Konto. Kein separates Produkt, kein Extra-Antrag.

Openbank: Online oder per App registrieren, Schufa-Prüfung (Santander-Tochter), Video-Ident. Deutsche IBAN, Karte per Post. Zinsen laufen sofort.

Trade Republic: App herunterladen, Depot mit Verrechnungskonto eröffnen, Video-Ident. Zinsen auf nicht investiertes Guthaben starten automatisch. Beachte: Du eröffnest ein Wertpapierdepot, kein klassisches Girokonto.

Revolut: App herunterladen, Standard-Konto eröffnen (kostenlos, keine Schufa). Flexible Accounts separat in der App aktivieren und Geld vom Revolut-Guthaben dorthin verschieben. Die Rendite wird täglich gutgeschrieben.

Richte bei jedem Anbieter einen Freistellungsauftrag ein, damit du den Sparerpauschbetrag nutzt und keine unnötige Steuer zahlst.

Häufige Fragen zu Girokonten mit Zinsen

Trade Republic zahlt 2,0 Prozent p.a. (bis 50.000 Euro), ist aber ein Neobroker, kein echtes Girokonto. Unter den echten Girokonten bietet Openbank mit 1,5 Prozent den höchsten Zinssatz, gefolgt von C24 Bank mit 0,5 Prozent.

Ja. Alle Zinsen unterliegen der Abgeltungssteuer (25 Prozent plus Solidaritätszuschlag, insgesamt ca. 26,4 Prozent). Mit dem Freistellungsauftrag bleiben bis zu 1.000 Euro Zinsen pro Person steuerfrei (2.000 Euro bei Zusammenveranlagung). Richte den Freistellungsauftrag direkt bei der Kontoeröffnung ein.

Für den alltäglichen Puffer (1.000 bis 3.000 Euro) auf dem Girokonto: ja, nimm die Zinsen mit. Für größere Beträge ab 5.000 Euro lohnt sich ein separates Tagesgeldkonto, weil die Zinssätze dort deutlich höher sind (2,5 bis 3 Prozent vs. 0,5 Prozent auf dem Girokonto).

Girokonto-Zinsen bekommst du direkt auf dein laufendes Konto, ohne Geld umzuschichten. Tagesgeld ist ein separates Konto, auf das du Geld überweist und dort verzinst bekommst. Tagesgeld zahlt in der Regel höhere Zinsen, erfordert aber den Extra-Schritt der Überweisung.

Bedingt. Flexible Accounts investieren in Geldmarktfonds, deren Rendite schwankt und nicht garantiert ist. Außerdem greift die Einlagensicherung (100.000 Euro) nicht für Fondsanteile. Dein reguläres Revolut-Guthaben ist geschützt, das Geld in Flexible Accounts nicht. Für den Notgroschen eher ungeeignet.

Ja. Du kannst beliebig viele Konten mit Zinsen führen. Achte aber darauf, den Freistellungsauftrag aufzuteilen (insgesamt 1.000 Euro pro Person). Wenn du bei C24 Bank 50 Euro Zinsen erwartest und bei Trade Republic 500 Euro, verteile den Freibetrag entsprechend.

Quellen

  1. C24 Bank: Kontomodelle und Zinssätze
  2. Biallo: Openbank verzinstes Girokonto
  3. neuebanken.de: Trade Republic Girokonto 2026

Den vollständigen Vergleich aller Neobank-Girokonten findest du in unserem Girokonto Vergleich 2026.

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C24 Bank

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Gut
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Trade Republic

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