Für Kinder anlegen war lange entweder teuer oder kompliziert. Entweder du zahltest einem Robo-Advisor eine saftige Verwaltungsgebühr, oder du kämpftest dich allein durch die ETF-Auswahl. Scalable Capital versucht, beides aufzulösen: ein Kinderdepot, das den Komfort eines Robos mit den Kosten eines Selbstläufers verbindet. Zu einem Preis, der beim ersten Lesen nach einem Tippfehler aussieht, weil er tatsächlich fast null ist.
Wir haben uns angeschaut, wie das Scalable Kinderkonto funktioniert, wo der Haken liegt und für wen es sich wirklich lohnt.
Das Wichtigste in Kürze
- ETF-Sparplan ab 1 Euro, 0 Euro pro Ausführung. Über „Scalable Taschengeld“ werden die Fondskosten des Kinder-ETFs zurück ins Depot reinvestiert, womit die laufenden Kosten praktisch bei null landen.
- 2,5 Prozent Zinsen auf das Guthaben, monatlich ausgezahlt. Geld, das gerade nicht investiert ist, liegt nicht tot herum.
- Familie und Freunde können ohne Mindestbetrag mitsparen. Das Depot läuft auf den Namen des Kindes, mit allen Steuervorteilen.
Ehrliche Nachteile:
- Beide sorgeberechtigten Elternteile brauchen selbst ein Scalable-Konto, bevor das Kinderkonto eröffnet werden kann.
- Du wählst den Kinder-ETF selbst aus. Geführt, aber eben nicht die fertige Fünf-Strategien-Logik eines reinen Robos wie Oskar.
Perfekt für dich, wenn du die niedrigsten Kosten willst und dich nicht scheust, einen Welt-ETF in der App auszuwählen.
Nicht ideal, wenn du gar keine eigene Entscheidung treffen und nur eine Risikostufe anklicken willst. Dann passt ein klassischer Robo besser.
Unser Urteil in einem Satz: Das Scalable Kinderkonto ist aktuell das günstigste Rundum-Paket fürs Kind, fast kostenlos und trotzdem komfortabel.
Was ist das Scalable Kinderkonto?
Das Scalable Kinderkonto ist ein Wertpapierdepot auf den Namen deines Kindes, kombiniert mit einem verzinsten Guthabenkonto. Anbieter ist die Scalable Capital Bank GmbH, die unter der Aufsicht der BaFin steht. Du kannst zwei Wege nutzen: den Broker für selbst gewählte ETFs und Aktien oder die Vermögensverwaltung Scalable Wealth, bei der ein Algorithmus das Portfolio steuert.
Der entscheidende Punkt: Im Kinderkonto erlässt Scalable die Verwaltungsgebühr für Wealth und reinvestiert die Fondskosten des Kinder-ETFs zurück ins Depot. Damit fällt genau der Kostenblock weg, der Kinderdepots sonst teuer macht.
Scalable nimmt sich beim Kinderkonto bewusst die Gebühr, mit der andere Anbieter ihr Geld verdienen. Das ist die eigentliche Nachricht.
Wie funktioniert die Eröffnung?
Die Eröffnung läuft komplett digital in der App, allerdings in einer festen Reihenfolge. Zuerst brauchen alle Sorgeberechtigten ein eigenes Scalable-Konto. Erst danach lässt sich das Kinderkonto anlegen. Das ist etwas umständlicher als bei Anbietern, wo nur ein Elternteil aktiv werden muss, hat aber einen rechtlichen Grund: Beide Eltern verwalten das Vermögen gemeinsam treuhänderisch für das Kind.
Ist das Konto eingerichtet, richtest du einen ETF-Sparplan ein, zum Beispiel mit dem monatlichen Kindergeld. Familie und Freunde lassen sich einladen, um ohne Mindestbetrag mitzusparen, per Einzahlung oder Dauerauftrag.
Was kostet das Scalable Kinderkonto?
Für den Kern-Anwendungsfall fast nichts. Hier die Übersicht.
Scalable Kinderkonto Kosten Scalable Kinderkonto im Test 2026: Fast kostenlos fürs Kind anlegen
Stand: Juni 2026
Kostenlos
Alle Broker-Modelle
Pro Sparplan
Scalable Taschengeld
Im Kinderkonto erlassen
Variabel, monatlich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Im Vergleich zu einem klassischen Robo-Advisor mit 0,7 bis 1,0 Prozent Jahresgebühr ist das ein gewaltiger Unterschied. Über 18 Jahre und bei 250 Euro Sparrate im Monat reden wir schnell über einen mittleren vierstelligen Betrag, der im Depot bleibt statt an den Anbieter zu gehen.
Scalable Taschengeld: der Gratis-Trick erklärt
Der etwas verspielte Name verdeckt, was dahintersteckt. Jeder ETF hat eine laufende Fondskostenquote, die TER, von typisch 0,2 Prozent pro Jahr. Diese Kosten zahlst du sonst immer, auch beim günstigsten Selbstläufer-Depot. Scalable zahlt sie dir beim Kinder-ETF zurück, indem der Betrag monatlich wieder in dein Depot investiert wird, bis zum 18. Geburtstag des Kindes.
Unterm Strich heißt das: Während andere Depots dich rund 0,2 Prozent Fondskosten im Jahr kosten, landest du beim Scalable Kinderkonto effektiv bei null. Das ist derzeit konkurrenzlos.
Wichtig zur Einordnung: Der Trick gilt für den dafür vorgesehenen Kinder-ETF, nicht automatisch für jedes beliebige Wertpapier. Wer breit gestreut in einen Welt-ETF spart, fährt damit aber genau richtig.
2,5 Prozent Zinsen aufs Guthaben
Geld, das du eingezahlt, aber noch nicht investiert hast, liegt auf dem Verrechnungskonto und wird mit 2,5 Prozent pro Jahr verzinst, monatlich ausgezahlt. Das ist praktisch, wenn du gelegentlich Einmalbeträge parkst oder Geschenke von Verwandten zwischenlagerst. Der Zinssatz ist allerdings variabel und hängt vom Marktzins ab, ein dauerhaftes Versprechen ist das nicht.
Scalable Kinderkonto oder Oskar: Was ist besser?
Beide zielen auf unterschiedliche Eltern.
Scalable Kinderkonto vs. Oskar
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Die Frage ist einfach: Willst du gar keine Anlageentscheidung treffen? Dann zahlst du bei Oskar dafür, dass das der Algorithmus übernimmt. Bei Scalable triffst du eine einzige Wahl, welchen ETF du besparst, und sparst dafür die Gebühr. Für die meisten Eltern ist das keine große Hürde, besonders mit einem breit gestreuten Welt-ETF.
Steuervorteile beim Kinderdepot
Wie bei jedem Depot auf den Namen des Kindes greifen die persönlichen Freibeträge des Kindes.
Freibeträge und NV-Bescheinigung
Dein Kind hat 2026 einen Grundfreibetrag von 12.348 Euro plus 1.000 Euro Sparerpauschbetrag, zusammen bleiben rund 13.300 Euro Kapitalerträge pro Jahr steuerfrei. Damit der Anbieter nicht automatisch Abgeltungssteuer abzieht, beantragst du eine NV-Bescheinigung beim Finanzamt oder richtest einen Freistellungsauftrag ein. Bei normalen Sparraten wirst du die Freibeträge ohnehin nie ausschöpfen.
Für wen ist das Scalable Kinderkonto gemacht?
Kommt darauf an, wie viel du selbst entscheiden willst.
Du willst die niedrigsten laufenden Kosten und traust dir zu, in der App einen Welt-ETF auszuwählen? Dann ist Scalable aktuell schwer zu schlagen. Du legst los, sparst die Robo-Gebühr und bekommst die Fondskosten obendrauf erstattet.
Oma und Opa wollen mitsparen? Über die Einlade-Funktion können Verwandte ohne Mindestbetrag beitragen, das Geld läuft direkt aufs Depot des Kindes.
Du willst dagegen wirklich keine einzige Anlageentscheidung treffen? Dann ist ein reiner Robo mit fertigen Strategien wie Oskar die ehrlichere Empfehlung, auch wenn er mehr kostet.
Nachteile und Kritik
So günstig das Paket ist, ein paar Punkte solltest du kennen.
Beide Elternteile brauchen ein eigenes Scalable-Konto. Wer das nicht will oder bei dem ein Elternteil partout kein Konto eröffnen mag, kommt nicht weiter.
Die Bedienung läuft vor allem über die App. Wer Filialberatung oder Telefon-Hotlines gewohnt ist, muss umdenken.
Die 2,5 Prozent Zinsen sind variabel. Sinken die Marktzinsen, sinkt auch dieser Satz. Als Renditebaustein taugt das Guthaben ohnehin nicht, dafür ist der ETF-Sparplan da.
Unser Fazit
Häufige Fragen zum Scalable Kinderkonto
Für den Kern-Anwendungsfall ja. Die Depotführung kostet 0 Euro, der ETF-Sparplan kostet 0 Euro pro Ausführung in allen Broker-Modellen, und die Fondskosten des Kinder-ETFs werden über das Modell Scalable Taschengeld zurück ins Depot reinvestiert. Damit liegen die effektiven laufenden Kosten praktisch bei null. Gebühren können nur bei Sonderfällen wie Einzelaktien außerhalb des Programms anfallen.
Ja. Bevor das Kinderkonto eröffnet werden kann, müssen alle sorgeberechtigten Elternteile ein eigenes Scalable-Konto haben. Das hat einen rechtlichen Hintergrund, weil beide Eltern das Vermögen gemeinsam treuhänderisch für das Kind verwalten.
Scalable Taschengeld bezeichnet die Rückerstattung der Fondskosten. Jeder ETF hat eine laufende Kostenquote von typisch 0,2 Prozent pro Jahr. Beim Kinder-ETF zahlt Scalable diesen Betrag monatlich zurück ins Depot, bis das Kind 18 wird. Effektiv sinken die Fondskosten damit auf null.
Ja. Über die Einlade-Funktion können Familie und Freunde ohne Mindestbetrag mitsparen, per Einzahlung oder Dauerauftrag. Das Geld fließt direkt auf das Depot des Kindes, das auf dessen Namen läuft.
Scalable ist deutlich günstiger. Während Oskar 0,7 bis 1,0 Prozent Verwaltungsgebühr plus Fondskosten berechnet, liegt Scalable durch die reinvestierten Fondskosten praktisch bei null. Der Unterschied: Bei Oskar wählst du gar keinen ETF aus, bei Scalable triffst du diese eine Entscheidung selbst. Wer sich das zutraut, spart die Gebühr. Mehr dazu im Oskar Test und im Kinderdepot Vergleich.
Quellen
- Scalable Capital, Kinderkonten
- Scalable Capital, Preise und Konditionen
- BaFin, Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht
Den vollständigen Überblick über alle Anbieter findest du im Kinderdepot Vergleich 2026.
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