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Was ist Finom? Der Überblick
Du suchst ein Geschäftskonto, das mehr kann als nur Überweisungen. Rechnungen schreiben, Belege zuordnen, DATEV-Export, Cashback auf Kartenzahlungen. Am besten alles in einer App, ohne drei verschiedene Tools zusammenzukleben. Genau das verspricht Finom.
Finom ist eine niederländische Neobank (Finom B.V., Sitz Amsterdam), die sich auf Selbstständige, Freelancer und KMUs spezialisiert hat. Bankpartner ist die Solaris SE in Deutschland, du bekommst eine deutsche IBAN (DE) und deine Einlagen sind bis 100.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.
Das Konto lässt sich komplett online eröffnen, Verifizierung per Video-Ident. Finom akzeptiert alle Rechtsformen: Einzelunternehmen, Freiberufler, GmbH, UG, GbR, OHG, KG, PartG und AG. Damit gehört Finom zu den wenigen Neobanken, bei denen auch eine Partnerschaftsgesellschaft ein Konto eröffnen kann.
Das Wichtigste in Kürze
- Fünf Tarife seit September 2025: Solo (0 Euro), Basic (8,99 Euro), Smart (23,99 Euro), Pro (119 Euro), Grow (249 Euro). Alle Preise netto pro Monat.
- Cashback auf Kartenzahlungen: 0 % (Solo), 1 % bis max. 15 Euro (Basic), 3 % bis max. 30 Euro (Smart). Pro und Grow individuell.
- Rechnungserstellung in allen Tarifen integriert. Kein separates Rechnungstool nötig.
- DATEV-Anbindung über FinAPI in allen Tarifen. Kein RZ-Bankinfo (kein Push-Export direkt ins Rechenzentrum).
- Visa Debit, deutsche IBAN, Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Volumenbasierte Gebühren ab 25.000 Euro Eingang pro Monat (0,03 %).
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FINOM
74 · Gut
Finom Tarife im Vergleich: Solo bis Grow
Seit September 2025 hat Finom die Tarifstruktur komplett überarbeitet. Statt der alten vier Tarife gibt es jetzt fünf Stufen. Die größte Änderung: Der kostenlose Solo-Tarif ist deutlich eingeschränkter als vorher, dafür ist mit Basic eine günstige Zwischenstufe dazugekommen.
Finom Tarife im Vergleich Finom Geschäftskonto Test 2026: Lohnt sich Finom für Selbstständige?
Stand: April 2026
Basic
8,99 Euro
30
0,20 Euro
1
3
2
1 % (max. 15 Euro)
Ja
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Alle Preise sind netto. Für Kleinunternehmer ohne Vorsteuerabzug kommen 19 % MwSt. dazu: Solo bleibt kostenlos, Basic kostet dann 10,70 Euro brutto, Smart 28,55 Euro brutto.
Welcher Tarif passt zu dir?
Solo reicht, wenn du gerade erst startest und weniger als drei Überweisungen pro Monat brauchst. Klingt wenig, und das ist es auch. Sobald du regelmäßig Rechnungen bezahlst, Miete überweist oder Lieferanten hast, wird es eng. Ab der vierten Überweisung zahlst du 0,30 Euro pro Buchung.
Basic ist für die meisten Freelancer mit aktivem Geschäft der sinnvolle Einstieg: 30 Überweisungen, zwei Wallets mit eigener IBAN (praktisch für Steuerrücklagen oder Projektkonten), und 1 % Cashback auf Kartenzahlungen bis maximal 15 Euro pro Monat.
Smart lohnt sich für Selbstständige mit Team oder mehreren Projekten. Du bekommst bis zu 10 virtuelle Karten, 5 Wallets und 3 % Cashback (gedeckelt bei 30 Euro). Pro und Grow sind für KMUs mit mehreren Mitarbeitern und hohem Transaktionsvolumen gedacht.
Features: Rechnungen, Buchhaltung, Multi-Banking
Was Finom von reinen Geschäftskonten unterscheidet: Die Rechnungserstellung ist in allen Tarifen integriert. Du schreibst Rechnungen direkt in der App, verschickst sie per E-Mail und siehst sofort, welche bezahlt wurden. Für Solo-Selbstständige, die bisher ein separates Tool wie lexoffice oder sevDesk nur für Rechnungen genutzt haben, kann das ein Tool weniger im Stack bedeuten.
Belege lassen sich per Foto erfassen und den Transaktionen zuordnen. Das funktioniert solide, auch wenn es nicht ganz an spezialisierte Buchhaltungssoftware herankommt. Für die Vorbereitung der Steuererklärung reicht es.
Die Wallets sind eine der nützlichsten Funktionen: Jedes Wallet hat eine eigene IBAN. Du kannst sie als Unterkonten nutzen, zum Beispiel eins für Steuerrücklagen und eins für ein bestimmtes Projekt. Kunden können direkt auf das Projekt-Wallet überweisen, das Geld landet sauber getrennt.
Finom Karten: Visa Debit
Finom arbeitet mit Visa Debit. Jeder Tarif enthält mindestens eine physische und eine virtuelle Karte. Im Smart-Tarif bekommst du bis zu 3 physische und 10 virtuelle Karten, was für ein kleines Team reicht.
Virtuelle Karten lassen sich sofort erstellen und einzeln mit Limits versehen. Praktisch, wenn du einer VA oder einem Freelancer Zugang zu einem bestimmten Budget geben willst, ohne deine Hauptkarte zu teilen.
Apple Pay und Google Pay werden unterstützt. Kontaktloses Zahlen funktioniert wie bei jeder anderen Debitkarte. Geldautomaten-Abhebungen kosten pauschal 2 Euro, ab dem Smart-Tarif sind einzelne Freiabhebungen enthalten.
DATEV-Integration und Steuerberater-Zugang
Finom bietet DATEV-Integration über FinAPI. Wichtig zu wissen: Das ist kein DATEV RZ-Bankinfo (der direkte Push ins DATEV-Rechenzentrum), sondern ein Pull-Export. Dein Steuerberater holt die Daten über den FinAPI-Zugang ab, statt sie automatisch gepusht zu bekommen.
Für die meisten Steuerberater funktioniert das. Wenn dein Steuerberater aber explizit RZ-Bankinfo verlangt (automatischer Bankdaten-Push ohne manuellen Abruf), ist Qonto die bessere Wahl. Qonto ist vierfach DATEV-zertifiziert, inklusive RZ-Bankinfo.
Die Integration ist in allen Tarifen verfügbar, also auch im kostenlosen Solo-Tarif. Das ist ein klarer Vorteil gegenüber Kontist, wo DATEV erst ab dem teuersten Plus-Tarif (25 Euro netto) freigeschaltet wird.
Welche Rechtsformen akzeptiert Finom?
Finom akzeptiert alle gängigen Rechtsformen: Einzelunternehmen, Freiberufler, GmbH, UG (haftungsbeschränkt), GbR, OHG, KG, PartG und AG. Damit gehört Finom zu den wenigen Geschäftskonto-Anbietern, die auch Partnerschaftsgesellschaften (z.B. Anwaltskanzleien, Arztpraxen) bedienen.
Cashback: Bis zu 3 % zurück
Cashback auf dem Geschäftskonto klingt nach Gimmick, kann sich aber lohnen. Im Basic-Tarif bekommst du 1 % auf alle Kartenzahlungen zurück, gedeckelt bei 15 Euro pro Monat. Im Smart-Tarif sind es 3 %, maximal 30 Euro.
Ein Rechenbeispiel: Du zahlst monatlich 1.500 Euro per Karte (Hosting, Software-Abos, Bürobedarf). Im Basic-Tarif bekommst du 15 Euro zurück. Der Tarif kostet 8,99 Euro netto. Effektiv zahlst du also rund 0 Euro für dein Geschäftskonto, wenn du genug Kartenumsatz hast. Im Smart-Tarif (23,99 Euro) brauchst du deutlich mehr Kartenumsatz, um in die Nähe der Kostendeckung zu kommen.
Wichtig: Der Cashback wird auf das Hauptkonto gutgeschrieben, nicht auf ein separates Wallet. Die Auszahlung erfolgt monatlich. Bargeldabhebungen und Überweisungen zählen nicht als Kartenumsatz.
Volumenbasierte Gebühren: Worauf du achten musst
Ein Detail, das in den meisten Finom-Tests untergeht: Auf eingehende Zahlungen über 25.000 Euro pro Monat berechnet Finom 0,03 % Gebühr auf den übersteigenden Betrag. Bei 50.000 Euro Eingang wären das 7,50 Euro extra.
Für die meisten Freelancer und kleinen Teams ist das irrelevant. Wenn du aber als Agentur oder Berater regelmäßig fünfstellige Rechnungen stellst, solltest du das einkalkulieren. Finom ist damit günstiger als Holvi (0,5 % auf alle Eingänge über dem Freibetrag), aber teurer als Qonto, das keine volumenbasierten Gebühren berechnet.
Vorteile und Nachteile
Häufige Fragen
Ja, der Solo-Tarif kostet 0 Euro pro Monat. Allerdings sind nur 3 SEPA-Überweisungen, 1 physische Karte und 1 Wallet inklusive. Jede weitere Überweisung kostet 0,30 Euro. Für Gründer in der Startphase mit wenigen Buchungen reicht das. Sobald du regelmäßig Rechnungen bezahlst, ist der Basic-Tarif (8,99 Euro netto) die sinnvollere Wahl.
Finom bietet DATEV-Integration über FinAPI. Dein Steuerberater kann Kontodaten und Belege aus Finom abrufen und in DATEV importieren. Das funktioniert in allen Tarifen, auch im kostenlosen Solo. Es ist allerdings kein DATEV RZ-Bankinfo (automatischer Push). Der Steuerberater muss die Daten aktiv abrufen. Für die meisten Kanzleien ist das kein Problem, aber wenn dein Steuerberater Push-Export verlangt, ist Qonto die bessere Alternative.
Smart lohnt sich ab dem Punkt, wo du mehr als 30 Überweisungen brauchst, mehrere Team-Mitglieder mit eigenen Karten ausstatten willst oder den höheren Cashback (3 % statt 1 %) nutzen möchtest. Außerdem bekommst du 5 Wallets mit eigener IBAN statt 2. Für Solo-Freelancer reicht Basic, für kleine Teams mit 2 bis 3 Leuten ist Smart der Sweet Spot.
Ja. Finom stellt eine deutsche IBAN (DE) über den Bankpartner Solaris SE bereit. Deine Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Die Kontoeröffnung erfolgt online per Video-Ident.
Wallets sind Unterkonten mit eigener IBAN. Du kannst sie für verschiedene Zwecke nutzen: Steuerrücklagen, Projektbudgets oder Abteilungskonten. Kunden oder Partner können direkt auf ein bestimmtes Wallet überweisen. Im Solo-Tarif ist 1 Wallet enthalten, im Basic 2, im Smart 5. Anders als bei Kontist gibt es keine automatische Steuerberechnung. Die Zuordnung machst du manuell.
Finom punktet bei Rechnungserstellung (in allen Tarifen integriert) und Cashback (bis 3 %). Qonto hat die stärkere DATEV-Integration (vierfach zertifiziert, inkl. RZ-Bankinfo) und bessere Team-Features für wachsende Unternehmen. Für Solo-Freelancer ist Finom oft die bessere Wahl, für Teams ab 3 Personen Qonto. Einen ausführlichen Vergleich findest du in unserem Finom vs. Qonto Vergleich.
Quellen
- Finom Preise und Tarife (Stand: April 2026, neue Tarifstruktur seit September 2025)
- Finom Bewertungen auf Trustpilot (4,6/5)
Den vollständigen Finom Test mit Score und Praxisbewertung findest du in unserem Finom Testbericht.
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