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Nachdenkliche Selbstständige am Laptop mit geöffneten Rechnungen und Belegen — typische Steuer-Situation, die Kontist mit automatischer Rücklage löst
Ratgeber

Kontist Test 2026: Das Geschäftskonto mit automatischer Steuerrücklage

· Christian Jansen · 8 Min. Lesezeit
zu Kontist
Nachdenkliche Selbstständige am Laptop mit geöffneten Rechnungen und Belegen — typische Steuer-Situation, die Kontist mit automatischer Rücklage löst

Was ist Kontist und für wen ist es gemacht?

Du bist selbstständig und hattest schon mal diesen Moment: Steuerbescheid kommt, Betrag ist höher als erwartet, und das Geld ist irgendwo im Geschäftskonto versickert. Genau dieses Problem will Kontist lösen.

Kontist ist ein Geschäftskonto, das speziell für Selbstständige und Freelancer entwickelt wurde. Seit 2025 firmiert der Anbieter als „Kontist by Shine“ und gehört zur Société Générale-Gruppe. Bankpartner ist Solaris SE, deine Einlagen sind mit deutscher IBAN (DE) und bis zu 100.000 Euro über die gesetzliche Einlagensicherung geschützt.

Das Besondere: Kontist denkt vom Steuer-Problem her. Statt dir einfach ein Konto mit Karte zu geben, berechnet die App bei jedem Zahlungseingang automatisch, wie viel davon ans Finanzamt geht. Dieses Geld wird auf ein separates Unterkonto gelegt. Du siehst also immer, was dir wirklich gehört.

Das Wichtigste in Kürze

Top 3 Vorteile:

  • Automatische Steuerrücklage bei jedem Zahlungseingang, kein anderes Geschäftskonto macht das so konsequent
  • Individuell anpassbare Steuersätze über den Taxator, Kleinunternehmer können USt-Rücklage deaktivieren
  • Deutsche IBAN und Einlagensicherung bis 100.000 Euro über Solaris SE

Ehrliche Nachteile:

  • DATEV nur im Plus-Tarif (25 Euro netto/Monat), kein optionales Add-on
  • Free-Tarif kostet 2 Euro bei unter 300 Euro Monatsumsatz
  • Kein Dispo, kein Kontokorrentkredit, kein telefonischer Support

Perfekt für dich, wenn du als Freelancer oder Soloselbstständiger Steuernachzahlungen vermeiden willst und eine automatische Rücklagenbildung suchst.
Nicht ideal, wenn du eine bilanzierende GmbH führst oder zwingend DATEV brauchst, aber nicht 25 Euro netto pro Monat ausgeben willst.
Unser Urteil in einem Satz: Kontist ist das Geschäftskonto mit dem stärksten Steuer-Feature, für EÜR-Selbstständige gibt es kaum eine bessere Lösung.

Anbieter in diesem Artikel

Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.

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Das Killer-Feature: Automatische Steuerrücklagen

Die automatische Steuerrücklage ist der Grund, warum Kontist existiert. Sie funktioniert so: Sobald Geld auf deinem Konto eingeht, berechnet Kontist in Echtzeit, wie viel davon für Einkommensteuer (standardmäßig 26 %) und Umsatzsteuer (19 %) zurückgelegt werden muss. Dieses Geld wandert automatisch auf ein separates Unterkonto.

Klingt simpel. Ist es auch. Aber genau das macht den Unterschied. Wer als Freelancer schon mal mit 15.000 Euro Steuernachzahlung überrascht wurde, weiß: Das Problem ist nicht die Steuer selbst, sondern dass das Geld längst ausgegeben war.

Ein Rechenbeispiel: Du bekommst eine Zahlung über 5.000 Euro netto. Kontist legt sofort rund 1.300 Euro für ESt und 950 Euro für USt zur Seite. Auf deinem Hauptkonto siehst du die 2.750 Euro, die dir tatsächlich bleiben. Das ist dein Budget, mit dem du wirtschaften kannst.

Feintuning für deine Situation

Die Standardsätze passen nicht für jeden. Deshalb bietet Kontist den sogenannten Taxator: Damit kannst du deinen individuellen Steuersatz hinterlegen, basierend auf deinem voraussichtlichen Jahreseinkommen. Bist du Kleinunternehmer nach Paragraph 19 UStG, lässt sich die Umsatzsteuer-Rücklage komplett deaktivieren. Auch das Intervall der Rücklage ist wählbar.

Andere Geschäftskonten wie Qonto oder Finom bieten zwar Unterkonten, aber keine automatische Steuerberechnung bei Zahlungseingang. Das musst du dort alles manuell machen oder per Dauerauftrag schätzen. Kontist macht das in Echtzeit, bei jeder einzelnen Buchung.

Tarife: Free, Start, Plus

Kontist bietet drei Tarife. Der Unterschied liegt vor allem in den inkludierten Transaktionen und den Integrationen.

Kontist Tarife im Überblick Kontist Test 2026: Das Geschäftskonto mit automatischer Steuerrücklage

Stand: April 2026
Merkmal Free

Start

Grundpreis 0 Euro/Monat

11 Euro netto/Monat

Inkl. SEPA-Transaktionen 5

30

Zusätzliche Transaktion 0,40 Euro

0,25 Euro

Bargeldabhebung 2,00 Euro

2,00 Euro

Fremdwährung 1,5–2 %

1,5–2 %

Steuerrücklage Ja

Ja

Buchhaltungstools Keine

lexoffice, sevDesk, FastBill, Billomat

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Beim Free-Tarif gibt es eine Falle, die viele übersehen: Wenn du weniger als 300 Euro Monatsumsatz auf dem Konto hast, berechnet Kontist 2 Euro Gebühr. Das ist ungewöhnlich und trifft vor allem Gründer in der Anfangsphase oder Nebenberufler mit wenig Umsatz.

Wann lohnt sich welcher Tarif?

Die Rechnung ist relativ einfach. Im Free-Tarif zahlst du ab der sechsten Transaktion 0,40 Euro pro Buchung. Bei 28 Transaktionen im Monat bist du bei 9,20 Euro Zusatzkosten. Ab diesem Punkt ist der Start-Tarif für 11 Euro günstiger, weil dort 30 Transaktionen inklusive sind.

Der Plus-Tarif für 25 Euro lohnt sich, wenn du entweder viele Transaktionen brauchst (über 30 pro Monat) oder zwingend DATEV-Anbindung für deinen Steuerberater benötigst. DATEV ist exklusiv im Plus-Tarif enthalten.

Integration mit Steuerberater und Buchhaltungstools

Im Start-Tarif sind lexoffice, sevDesk, FastBill und Billomat angebunden. Deine Kontobewegungen werden automatisch synchronisiert, Belege lassen sich zuordnen, und die Buchhaltung bleibt halbwegs aktuell, ohne dass du jeden Abend Kontoauszüge sortierst.

Für die DATEV-Anbindung brauchst du den Plus-Tarif. Das ist der Preis-Knackpunkt: Wenn dein Steuerberater auf DATEV besteht (und die meisten tun das), zahlst du 25 Euro netto im Monat. Dieses Feature lässt sich nicht einzeln dazubuchen.

Im Alltag läuft das so: Du machst eine Zahlung, Kontist kategorisiert sie, legt die Steuer zurück und schiebt die Buchung an dein Buchhaltungstool. Dein Steuerberater sieht im DATEV-Export saubere Daten. Das spart vor allem Abstimmungszeit am Quartalsende.

Einschränkungen: Wer kann Kontist nutzen?

Hier hat sich einiges geändert. Vor der Shine-Übernahme war Kontist ausschließlich für Freiberufler und Einzelunternehmer zugänglich. Seit 2025 akzeptiert Kontist alle Rechtsformen: GmbH, UG, GbR, OHG, KG, sogar AG.

Update 2026: Alle Rechtsformen möglich

  • Seit der Übernahme durch Shine (Société Générale-Gruppe) akzeptiert Kontist nicht mehr nur Freiberufler, sondern alle Rechtsformen. Die Steuer-Features sind aber weiterhin auf Solo-Selbstständige mit EÜR optimiert. Wer bilanziert (GmbH, AG), profitiert weniger von der automatischen Rücklage.

Das klingt gut, hat aber einen Haken: Die Steuerrücklage berechnet Einkommensteuer und Umsatzsteuer auf Basis einer Einnahmenüberschussrechnung (EÜR). Für eine GmbH, die bilanziert und Körperschaftsteuer zahlt, passt das Modell nicht direkt. Du kannst das Konto nutzen, aber das Killer-Feature verliert seinen Wert.

Was du außerdem wissen solltest:

  • Keine Bareinzahlung möglich
  • Kein Dispo oder Kontokorrentkredit
  • Kein Gemeinschaftskonto (z.B. für GbR mit zwei Gesellschaftern als Mitinhaber)
  • Fremdwährungsgebühren von 1,5 bis 2 % bei Zahlungen außerhalb der Euro-Zone
  • Bargeldabhebungen kosten pauschal 2 Euro pro Vorgang

Vorteile und Nachteile




Beim Thema Kontoschließungen taucht auf Trustpilot ein Muster auf, das Kontist mit anderen Solaris-basierten Anbietern teilt: Gelegentlich werden Konten ohne Vorwarnung eingeschränkt oder geschlossen. Das liegt an den Compliance-Prozessen von Solaris, nicht an Kontist direkt. Trotzdem solltest du das kennen, bevor du dein einziges Geschäftskonto dort eröffnest.

Häufige Fragen

Der Free-Tarif kostet 0 Euro pro Monat, allerdings mit zwei Einschränkungen: Nur 5 SEPA-Transaktionen sind inklusive (danach 0,40 Euro pro Buchung), und bei unter 300 Euro Monatsumsatz fallen 2 Euro Gebühr an. Für Selbstständige mit regelmäßigem Umsatz und wenigen Buchungen funktioniert das, für alle anderen ist der Start-Tarif (11 Euro) die bessere Wahl.

Bei jedem Zahlungseingang berechnet Kontist automatisch Einkommensteuer (Standard 26 %) und Umsatzsteuer (19 %) und legt den Betrag auf ein separates Unterkonto. Der Steuersatz lässt sich individuell anpassen. Kleinunternehmer können die USt-Rücklage deaktivieren. Du siehst auf deinem Hauptkonto immer nur das Geld, das dir nach Steuern tatsächlich bleibt.

Ja, seit der Übernahme durch Shine akzeptiert Kontist alle Rechtsformen: Einzelunternehmen, Freiberufler, GmbH, UG, GbR, OHG, KG und AG. Die automatische Steuerrücklage ist allerdings auf EÜR-Logik ausgelegt. Für bilanzierende Unternehmen (GmbH, AG) ist das Feature weniger relevant.

Der Plus-Tarif lohnt sich vor allem, wenn du DATEV-Integration brauchst. Diese ist exklusiv im Plus-Tarif enthalten. Dazu bekommst du 100 inkludierte SEPA-Transaktionen statt 30 (Start). Wenn dein Steuerberater nicht auf DATEV besteht und du unter 30 Transaktionen bleibst, reicht der Start-Tarif.

Kontist arbeitet mit Solaris SE als Bankpartner. Deine Einlagen sind über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro geschützt. Du bekommst eine deutsche IBAN (DE). Kontist selbst gehört seit 2025 zur Société Générale-Gruppe (über Shine Germany GmbH).

Im Start-Tarif (11 Euro) sind lexoffice, sevDesk, FastBill und Billomat integriert. Die DATEV-Anbindung für den Steuerberater gibt es ausschließlich im Plus-Tarif (25 Euro). Im Free-Tarif sind keine Buchhaltungsintegrationen enthalten.

Quellen

Den vollständigen Kontist Test mit Score und Praxisbewertung findest du in unserem Kontist Testbericht.

Anbieter in diesem Artikel

Lies den ausführlichen Testbericht oder schau dir den Anbieter direkt an.

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