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Du bist selbstständig, hast gerade gegründet oder überlegst, dein Geschäftskonto von der Sparkasse zu einer Neobank zu verlegen. Gute Idee. Die meisten Vergleiche im Netz listen Volksbank, Commerzbank und Sparkasse neben Finom und Qonto auf. Wir machen das anders: Hier geht es ausschließlich um digitale Geschäftskonten, die für Selbstständige, Freelancer und kleine Teams gebaut wurden.
Warum der Neobank-Fokus? Weil 83 % der rund 3,6 Millionen Selbstständigen in Deutschland Einzelunternehmer sind. Die brauchen kein Filialnetz, sondern eine App, die mit ihrer Buchhaltung spricht. Genau das können Neobanken besser als jede Filialbank.
Das Wichtigste in Kürze
- Finom, Qonto und Vivid Business bieten die breiteste Rechtsformen-Abdeckung (inkl. GmbH, UG, GbR, AG)
- Kostenloses Geschäftskonto mit deutscher IBAN: Finom Solo, Qonto Starter, FYRST Base, N26 Business, Vivid Standard
- Stärkste DATEV-Integration: Qonto (RZ-Bankinfo, Push-Funktion). Finom und Vivid haben DATEV in allen Tarifen gratis
- Nur für Freiberufler: N26 Business akzeptiert keine juristischen Personen (GmbH, UG, GbR)
- Steuerrücklage als Alleinstellungsmerkmal: Kontist berechnet automatisch USt und Einkommensteuer und legt sie beiseite
- Cashback-Spitzenreiter: Vivid Business (bis 2 % auf Einkäufe, bis 10 % auf Werbeausgaben)
Geschäftskonto bei einer Neobank: Warum es sich lohnt
Noch vor fünf Jahren war ein Geschäftskonto bei einer Neobank ein Experiment. 2026 ist es für viele Selbstständige der Standard. Drei Gründe, warum:
Buchhaltung läuft automatisch. Finom, Qonto und Vivid synchronisieren deine Buchungen direkt mit DATEV, Lexoffice oder sevDesk. Du fotografierst den Beleg, ordnest ihn zu, fertig. Bei der Sparkasse exportierst du CSV-Dateien und schickst sie deinem Steuerberater per E-Mail. Kein Witz, das machen 2026 noch Millionen Selbstständige so.
Du zahlst weniger. Die meisten Neobanken bieten kostenlose Einstiegstarife mit deutscher IBAN. Bei der Sparkasse oder Volksbank zahlst du als Selbstständiger schnell 10 bis 15 Euro im Monat, bevor du eine einzige Überweisung getätigt hast. Dazu kommen Kartengebühren, Buchungsposten und Kontoauszüge.
Alles geht schneller. Kontoeröffnung in 15 Minuten, Echtzeit-Überweisungen, Push-Benachrichtigungen bei jedem Geldeingang. Wenn ein Kunde zahlt, weißt du es sofort. Bei der Filialbank erfährst du es am nächsten Werktag, vielleicht.
Wer von der Sparkasse wechseln will, findet in unserem Wechsel-Guide für Freelancer eine Schritt-für-Schritt-Anleitung.
Anbieter in diesem Artikel
Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.
FINOM
74 · Gut
Qonto
77 · Gut
FYRST
72 · Gut
Die besten Geschäftskonten im Vergleich
Sieben Anbieter, die wichtigsten Kriterien, ein Überblick. Die Preise sind netto (für Geschäftskunden der relevante Wert).
Geschäftskonto Vergleich 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Ein paar Anmerkungen zur Tabelle:
Finom ist der Allrounder für Soloselbstständige. Konto, Rechnungsstellung und DATEV aus einer Hand, im Solo-Tarif komplett kostenlos. Der Haken: Nur 3 SEPA-Überweisungen pro Monat sind inklusive. Wer mehr braucht, steigt auf Basic (8,99 Euro) oder Smart (23,99 Euro) um. Ausführlicher Test folgt im Finom Geschäftskonto Test.
Qonto hat seit April 2026 einen kostenlosen Starter-Tarif (5 Transaktionen inklusive). Besondere Stärke: die DATEV-Anbindung über RZ-Bankinfo mit vierfacher Zertifizierung. Buchungen werden automatisch an deinen Steuerberater gepusht. Für Teams ab 3 Personen ist Qonto die stärkste Wahl dank Ausgabenmanagement und Firmenkartensteuerung. Mehr dazu im Qonto Geschäftskonto Test.
Kontist hat ein echtes Alleinstellungsmerkmal: die automatische Steuerrücklage. Das Konto berechnet bei jedem Geldeingang die voraussichtliche Umsatzsteuer und Einkommensteuer und legt sie auf ein separates Unterkonto. Für Freelancer, die jedes Jahr von der Nachzahlung überrascht werden, ist das ein Gamechanger. Achtung: Der Free-Tarif kostet 2 Euro im Monat, wenn dein Umsatz unter 300 Euro liegt. Details im Kontist Test.
FYRST ist die Deutsche-Bank-Tochter für Gründer. Der Base-Tarif ist kostenlos und bringt 50 SEPA-Überweisungen mit, das ist großzügiger als bei Finom oder Qonto. Besonderer Vorteil: Du bekommst eine Girocard und eine Mastercard Debit. Die Girocard ist für Geschäftskunden in Deutschland nach wie vor relevant (Kassensysteme, Handwerker, lokale Dienstleister). Mehr im FYRST Geschäftskonto Test.
N26 Business ist die einfachste Option: 0 Euro, unbegrenzte SEPA-Überweisungen, 0,1 % Cashback auf Kartenumsätze. Dafür keine DATEV-Integration und nur für Freiberufler. Wer eine GmbH oder UG hat, schaut in die Röhre.
Vivid Business ist der Geheimtipp mit dem stärksten Cashback-Programm: bis 2 % auf Einkäufe und bis 10 % auf Werbeausgaben (Google Ads, Meta Ads). Dazu DATEV in allen Tarifen gratis und bis 4 % Zinsen auf das Guthaben. Alle Rechtsformen werden akzeptiert, inklusive AG.
Den direkten Zweikampf der beiden beliebtesten Anbieter findest du in unserem Vergleich Finom vs. Qonto.
Kostenloses Geschäftskonto: Was steckt wirklich dahinter?
Sechs der sieben Anbieter in unserem Vergleich bieten einen Tarif ohne monatliche Grundgebühr. Aber „kostenlos“ bedeutet nicht überall dasselbe.
Kostenlose Geschäftskonto-Tarife im Vergleich Geschäftskonto Vergleich 2026: Die besten Neobank-Konten für Selbstständige
Stand: Mai 2026
SEPA inkl.
3/Monat
5/Monat
50/Monat
Unbegrenzt
Tarif-abhängig
Unbegrenzt
0,25 €/Buchung
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Die ehrliche Einordnung: Für Freelancer mit wenigen Buchungen pro Monat (unter 20) reichen die kostenlosen Tarife von Finom, Qonto oder FYRST völlig aus. Sobald du regelmäßig 30 oder mehr Überweisungen machst, wird es bei Finom Solo und Qonto Starter eng. FYRST Base mit 50 inklusiven Überweisungen und N26 Business mit unbegrenzten SEPA-Transaktionen sind dann die bessere Wahl.
FYRST Base: Kostenlos-Falle für GmbH und UG
FYRST Base ist für Freiberufler und Einzelunternehmer dauerhaft kostenlos. Für juristische Personen (GmbH, UG, GbR) gilt die Kostenfreiheit nur in den ersten 6 Monaten. Danach fallen 6 Euro pro Monat an. Wenn du eine GmbH gründest und langfristig kostenlos bleiben willst, ist Vivid Standard oder N26 Business (nur Freiberufler) die bessere Option.
Einen tieferen Vergleich aller Gratis-Tarife mit Rechenbeispielen findest du im Ratgeber Geschäftskonto kostenlos.
Geschäftskonto nach Rechtsform: Wer darf wohin?
Die Rechtsform entscheidet, welche Anbieter überhaupt in Frage kommen. Das ist der größte Frustrations-Punkt bei der Kontoeröffnung: Du informierst dich ausführlich über N26 Business, willst das Konto eröffnen, und dann steht da „nur für Freiberufler“. Damit dir das nicht passiert, hier die vollständige Matrix.
Rechtsformen-Matrix: Welcher Anbieter akzeptiert was?
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Die wichtigsten Erkenntnisse aus dieser Tabelle:
Finom, FYRST und Vivid akzeptieren fast jede Rechtsform. Ob du als Freelancer startest oder eine AG gründest, hier bist du abgedeckt.
N26 Business ist auf natürliche Personen beschränkt. Wenn du eine GmbH oder UG gründen willst, kannst du N26 direkt von der Liste streichen.
Kontist hat seinen Fokus nach der Shine-Übernahme erweitert und akzeptiert jetzt alle gängigen Rechtsformen. Vorher war das Konto auf Freiberufler beschränkt.
Welches Konto für welche Situation? Als Freelancer hast du die freie Wahl. Für eine GmbH-Gründung sind Finom, Qonto und FYRST die besten Optionen. Details zur GmbH-Kontoeröffnung (Stammkapital, Notaranderkonto, Handelsregister) findest du im Ratgeber Geschäftskonto für GmbH.
Buchhaltung und DATEV: Welche Bank integriert was?
Für die meisten Selbstständigen ist die Buchhaltungs-Integration das entscheidende Kriterium. Nicht die Grundgebühr, nicht das Cashback. Sondern die Frage: Wie viel Zeit spare ich jeden Monat beim Belege sortieren?
Qonto: Die stärkste DATEV-Anbindung
Qonto ist in Deutschland vierfach DATEV-zertifiziert, inklusive RZ-Bankinfo. Das bedeutet: Deine Buchungen werden automatisch an deinen Steuerberater gepusht, ohne manuellen Export, ohne CSV-Datei. Dein Steuerberater sieht die Umsätze in Echtzeit in seiner DATEV-Software. Dazu kommen direkte Integrationen mit Lexoffice, sevDesk und über 100 weiteren Tools.
Finom und Vivid: DATEV in allen Tarifen gratis
Finom und Vivid bieten die DATEV-Anbindung ohne Aufpreis in jedem Tarif. Das ist bemerkenswert, weil andere Anbieter dafür extra kassieren. Bei Finom läuft die Anbindung über FinAPI/PSD2, bei Vivid direkt. Beide bieten außerdem Lexoffice- und sevDesk-Integrationen.
FYRST: DATEV kostet extra
FYRST bietet DATEV-Export für 5 Euro pro Monat als Zusatzoption. Das ist fair, aber bei Finom und Vivid bekommst du dasselbe gratis.
N26 Business: Keine DATEV
N26 bietet keine DATEV-Integration. Wenn dein Steuerberater mit DATEV arbeitet (und das tun über 80 % der deutschen Steuerberater), ist N26 Business als alleiniges Geschäftskonto problematisch.
Kontist: DATEV nur im Plus-Tarif
Die DATEV-Anbindung gibt es bei Kontist erst ab dem Plus-Tarif (25 Euro/Monat). Im Free- und Start-Tarif exportierst du manuell.
Einen ausführlichen Vergleich aller Buchhaltungstools findest du in unserem Ratgeber Buchhaltung für Selbstständige.
Geschäftskonto eröffnen: Darauf musst du achten
Die Kontoeröffnung bei einer Neobank dauert zwischen 10 und 30 Minuten. Alles läuft digital, kein Gang zur Filiale nötig. Trotzdem gibt es ein paar Punkte, die du vorher klären solltest.
Was du brauchst:
Als Freiberufler oder Einzelunternehmer: Personalausweis oder Reisepass, Steuernummer, ggf. Gewerbeanmeldung.
Als GmbH oder UG: Zusätzlich den Handelsregisterauszug, den Gesellschaftsvertrag und den Nachweis über die Geschäftsführer. Bei FYRST geht die GmbH-Eröffnung besonders schnell, weil die Deutsche-Bank-Infrastruktur im Hintergrund arbeitet.
Legitimation:
Alle sieben Anbieter akzeptieren Video-Ident. Bei Finom und Qonto geht es am schnellsten: App öffnen, Ausweis scannen, Selfie machen, fertig. Bei FYRST wird die Deutsche-Bank-eigene Identifikation genutzt, die ist etwas gründlicher, dafür auch mal 1 bis 2 Tage langsamer.
Wie lange dauert es?
Finom, Qonto, Vivid und N26: Das Konto ist meist innerhalb von 24 Stunden nutzbar. Virtuelle Karte sofort, physische Karte in 3 bis 7 Werktagen.
FYRST und Kontist: 1 bis 3 Werktage bis zur vollen Freischaltung.
Holvi: 2 bis 5 Werktage, abhängig von der Rechtsform.
Geschäftskonto-Pflicht?
Freiberufler und Einzelunternehmer sind nicht gesetzlich verpflichtet, ein separates Geschäftskonto zu führen. Für GmbH und UG ist ein Geschäftskonto Pflicht (Stammkapital-Einzahlung, Buchführungspflicht). Aber auch als Freelancer lohnt sich die Trennung: Dein Steuerberater dankt es dir, das Finanzamt auch. Mehr dazu im Ratgeber Geschäftskonto für Freelancer.
Firmenkreditkarten für dein Team
Wenn du Mitarbeiter hast, die geschäftliche Ausgaben tätigen, sind Firmenkreditkarten ein wichtiges Thema. Qonto und Finom bieten integrierte Firmenkarten mit individuellen Limits pro Mitarbeiter. Unser Ratgeber Firmenkreditkarten für Mitarbeiter vergleicht die Optionen im Detail.
Häufige Fragen
Das hängt von deiner Situation ab. Für Soloselbstständige mit wenigen Buchungen ist Finom Solo (kostenlos, mit Rechnungserstellung und DATEV) die stärkste Option. Für Teams ab 3 Personen ist Qonto dank Ausgabenmanagement und Firmenkartensteuerung die beste Wahl. Wer Wert auf eine klassische Girocard legt, greift zu FYRST.
Ja, aber mit Einschränkungen. N26 Business und Vivid Standard bieten unbegrenzte SEPA-Überweisungen ohne Grundgebühr. Finom Solo und Qonto Starter sind ebenfalls kostenlos, limitieren aber die Anzahl der inklusiven Transaktionen (3 bzw. 5 pro Monat). FYRST Base bietet 50 kostenlose Überweisungen, ist aber für GmbH und UG nur 6 Monate kostenlos.
Qonto hat die technisch stärkste DATEV-Anbindung: vierfach zertifiziert mit RZ-Bankinfo und automatischem Push an den Steuerberater. Finom und Vivid bieten DATEV in allen Tarifen gratis, die Anbindung läuft aber über PSD2/FinAPI. FYRST verlangt 5 Euro extra pro Monat. N26 hat gar keine DATEV-Integration.
Gesetzlich nicht. Freiberufler und Einzelunternehmer dürfen ihr Privatkonto auch geschäftlich nutzen. In der Praxis ist die Trennung aber dringend empfohlen: Dein Steuerberater spart Zeit (und du Geld), das Finanzamt sieht saubere Kontoauszüge, und du behältst den Überblick über deine Geschäftsausgaben. Da es kostenlose Geschäftskonten gibt, spricht nichts dagegen.
Bei Finom, Qonto und FYRST ist das möglich. Du eröffnest das Geschäftskonto, zahlst die 25.000 Euro (GmbH) oder 1 Euro (UG) Stammkapital ein und bekommst eine Bestätigung für den Notar. Bei N26 geht das nicht, weil N26 Business keine juristischen Personen akzeptiert.
Vivid Business bietet das stärkste Cashback: bis zu 2 % auf Einkäufe und bis zu 10 % auf Werbeausgaben bei Google Ads, Meta Ads und anderen Plattformen. Finom liegt mit bis zu 3 % Cashback (im Smart-Tarif) beim allgemeinen Cashback vorn, hat aber keine speziellen Werbe-Deals. N26 Business bietet 0,1 % auf alle Kartenumsätze. Qonto, FYRST und Kontist haben kein Cashback.
Quellen
- Finom Geschäftskonto Tarife und Preise, finom.co, Stand April 2026
- Qonto Geschäftskonto Tarife, qonto.com, Stand April 2026
- Kontist Tarife und Features, kontist.com, Stand April 2026
- FYRST Geschäftskonto Konditionen, fyrst.de, Stand April 2026
- Statistisches Bundesamt: Selbstständige in Deutschland 2025, destatis.de
Alle Geschäftskonto-Tests im Detail
Du willst dich zu einem bestimmten Anbieter oder Thema tiefer einlesen? Hier sind unsere spezialisierten Artikel aus dem Geschäftskonto-Cluster:
- Finom Geschäftskonto Test 2026 — Tarife, Cashback und DATEV im Detail
- Qonto Geschäftskonto Test 2026 — Die Business-Bank aus Frankreich im Check
- Kontist Test 2026 — Das Konto mit automatischer Steuerrücklage
- FYRST Geschäftskonto Test 2026 — Die Deutsche-Bank-Tochter für Gründer
- Geschäftskonto für Freelancer — Pflicht oder Kür? Die besten Optionen
- Geschäftskonto für GmbH und UG — Die besten Neobank-Konten
- Geschäftskonto kostenlos — Diese Neobanken kosten wirklich nichts
- Finom vs. Qonto — Welches Geschäftskonto ist besser?
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