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Finom und Qonto sind die zwei meistgenutzten Geschäftskonten für Selbstständige und Startups in Deutschland. Beide liefern eine deutsche IBAN, eine moderne App und eingebaute Buchhaltungstools. Wo sie sich unterscheiden, hängt stark davon ab, ob du alleine arbeitest oder ein Team führst.
Die kurze Version: Finom ist die bessere Wahl, wenn du als Freelancer oder Soloselbstständiger ein günstiges Konto mit Cashback suchst. Qonto lohnt sich, sobald dein Team wächst und du ein professionelles Ausgabenmanagement brauchst.
Das Wichtigste in Kürze
- Kostenloser Solo-Tarif mit deutscher IBAN und integrierter Rechnungsstellung
- Bis zu 3 % Cashback auf Kartenzahlungen (Smart-Tarif)
- Alle Rechtsformen unterstützt, auch PartG
Top 3 Vorteile Qonto:
- Stärkstes Team-Management: 5 Rollen, Freigabe-Workflows und Budgetlimits
- Vollautomatische DATEV-Anbindung via RZ-Bankinfo (Push-Verfahren)
- Über 53.000 Trustpilot-Bewertungen mit 4,8/5 Sternen
Ehrliche Nachteile:
- Finom: DATEV nur als Pull-Verfahren, regelmäßige Neuautorisierung nötig
- Qonto: Kein Cashback, kostenloser Starter-Tarif auf 5 Transaktionen begrenzt
Perfekt für dich, wenn du als Freelancer ein kostenloses Konto mit Cashback brauchst: Finom. Für Teams mit Rollenmanagement und DATEV: Qonto.
Nicht ideal, wenn du als Soloselbstständiger regelmäßig mehr als 5 Transaktionen pro Monat hast und den kostenlosen Qonto-Starter nutzen willst.
Unser Urteil in einem Satz: Finom gewinnt beim Preis-Leistungs-Verhältnis für Einzelkämpfer, Qonto bei Teamstrukturen und DATEV-Integration.
Finom vs. Qonto auf einen Blick
Hier die wichtigsten Eckdaten im direkten Vergleich.
Finom vs. Qonto: Die wichtigsten Unterschiede
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Ein wichtiger Unterschied, der in der Tabelle nicht sofort auffällt: Qontos kostenloser Starter-Tarif enthält nur 5 Transaktionen pro Monat. Für die meisten Selbstständigen ist das zu wenig. Finoms Solo-Tarif hat diese Einschränkung nicht.
Anbieter in diesem Artikel
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FINOM
74 · Gut
Qonto
77 · Gut
Preise und Tarife im Vergleich
Beide Anbieter setzen auf ein gestaffeltes Tarifmodell. Die Preise unterscheiden sich je nach Zielgruppe deutlich.
Finom-Tarife (Stand 2026)
Finom hat fünf Tarife. Der Solo-Tarif ist dauerhaft kostenlos und richtet sich an Freelancer ohne Team. Wer mehr braucht, zahlt ab 8,99 € pro Monat (Basic, Jahresabo). Der Smart-Tarif für 23,99 € ist der Sweetspot für Soloselbstständige mit höherem Umsatz: Hier sind 3 % Cashback auf Kartenzahlungen drin, gedeckelt auf 30 € pro Monat.
Bei Finom gilt außerdem: Buchungen bis 25.000 € pro Monat sind kostenlos. Darüber fallen 0,03 % Gebühren an. Für die meisten Freelancer spielt das keine Rolle, bei größeren Firmen kann es relevant werden.
Qonto-Tarife (Stand 2026)
Qonto trennt zwischen Solo-Tarifen und Team-Tarifen. Für Einzelpersonen starten die Preise bei 0 € (Starter), 9 € (Basic), 19 € (Smart) und 49 € (Premium). Für Teams gibt es Essential (49 €), Business (99 €) und Enterprise (199 €).
Jede Transaktion über das Kontingent kostet 0,20 €. Bei Qonto zahlst du also nicht nach Volumen, sondern nach Anzahl der Buchungen.
Kosten im Alltag
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Für Freelancer mit 50 bis 100 Buchungen pro Monat ist Finom fast immer günstiger, weil die Buchungskosten volumenbasiert statt stückbasiert sind. Für Teams mit vielen Mitarbeitern, die eigene Karten brauchen, kann Qonto trotz höherer Grundgebühr sinnvoller sein.
Features: Rechnungen, Buchhaltung, Karten
Bis 2024 war Rechnungserstellung ein klarer Vorteil von Finom. Das hat sich geändert. Qonto hat 2025 eine eigene Rechnungsfunktion integriert, die ab dem Smart-Tarif verfügbar ist. Finom bietet Rechnungserstellung in allen Tarifen, auch im kostenlosen Solo.
Bei den Karten setzt Finom auf Visa Debit, Qonto auf Mastercard Debit. Im deutschen Alltag macht das kaum einen Unterschied. Beide werden fast überall akzeptiert.
Der größte Unterschied liegt beim Cashback. Finom zahlt bis zu 3 % auf Kartenzahlungen zurück (Smart-Tarif, max. 30 € pro Monat). Im Basic-Tarif sind es 1 % (max. 15 €). Qonto bietet kein Cashback. Wer regelmäßig mit Karte zahlt, kommt bei Finom über ein Jahr auf bis zu 360 € zurück.
Beim automatischen Belegabgleich und der Kategorisierung liegen beide auf ähnlichem Stand. Die Buchhaltungsfunktionen sind vergleichbar.
Multi-User und Team-Funktionen
Hier wird der Unterschied zwischen den beiden Ausrichtungen deutlich.
Finom erlaubt im Solo-Tarif nur einen Nutzer. Ab Basic sind es zwei, ab Smart fünf, ab Pro zehn. Zusätzliche Nutzer kosten 15 € pro Person. Die Rollenvergabe ist einfach gehalten.
Qonto geht deutlich weiter. Es gibt fünf verschiedene Rollen: Owner, Admin, Manager, Employee und Accountant. Dazu kommen Freigabe-Workflows, individuelle Budgetlimits pro Mitarbeiter und ein Ausgabenmanagement, das Belege automatisch den richtigen Transaktionen zuordnet.
Für ein Drei-Personen-Team mit klaren Verantwortlichkeiten ist Qonto die strukturiertere Lösung. Finom funktioniert gut für kleine Teams, bei denen alle ähnliche Berechtigungen brauchen.
DATEV-Integration
Für Unternehmen mit Steuerberater ist die DATEV-Anbindung oft das wichtigste Kriterium.
Qonto bietet vier verschiedene DATEV-Schnittstellen, darunter RZ-Bankinfo. Das ist die Premium-Variante: Transaktionsdaten werden automatisch (Push) an die DATEV-Umgebung deines Steuerberaters übertragen. Kein manueller Export, kein CSV-Upload.
Finom nutzt die Anbindung über FinAPI bzw. PSD2. Das funktioniert, ist aber ein Pull-Verfahren. Dein Steuerberater muss die Daten aktiv abrufen, und die Verbindung muss regelmäßig neu autorisiert werden.
Was bedeutet das in der Praxis?
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Wenn dein Steuerberater mit DATEV arbeitet und du den Buchungsaufwand minimieren willst, ist Qontos RZ-Bankinfo die komfortablere Lösung. Bei Finom funktioniert die DATEV-Anbindung zuverlässig, erfordert aber mehr manuelle Schritte.
Für wen eignet sich welcher Anbieter?
Letztendlich hängt die Entscheidung weniger von einzelnen Features ab als von deiner Situation.
Finom passt zu dir, wenn du:
- Als Freelancer oder Soloselbstständiger ein kostenloses Geschäftskonto brauchst
- Von Cashback auf Kartenzahlungen profitieren willst
- Rechnungen direkt aus dem Konto heraus schreiben möchtest
- Kein großes Team verwalten musst
- Eine PartG betreibst (bei Qonto nicht möglich)
Qonto passt zu dir, wenn du:
- Ein Team ab 3 Mitarbeitern hast, das eigene Karten und Budgets braucht
- Freigabe-Workflows und klare Rollenverteilung im Banking brauchst
- Wert auf eine vollautomatische DATEV-Anbindung legst
- Ein GmbH oder UG führst und professionelles Ausgabenmanagement willst
Häufige Fragen
Finom ist für Freelancer fast immer günstiger. Der Solo-Tarif ist dauerhaft kostenlos und enthält eine deutsche IBAN plus Rechnungserstellung. Qontos Starter-Tarif ist zwar auch kostenlos, aber auf 5 Transaktionen pro Monat begrenzt. In der Praxis brauchst du bei Qonto mindestens den Basic-Tarif für 9 € pro Monat.
Qonto hat die bessere DATEV-Integration. Mit RZ-Bankinfo werden Transaktionsdaten automatisch an deinen Steuerberater gepusht. Finom nutzt PSD2 über FinAPI, was funktioniert, aber regelmäßige Neuautorisierung erfordert und ein Pull-Verfahren ist.
Ja. Finom bietet Rechnungserstellung in allen Tarifen, auch im kostenlosen Solo. Qonto hat die Funktion 2025 integriert, sie ist ab dem Smart-Tarif (19 €/Monat) verfügbar. Für Freelancer, die hauptsächlich Rechnungen brauchen, ist Finom daher die günstigere Option.
Ja, beide bieten eine deutsche IBAN. Das ist wichtig für Geschäftskunden in Deutschland, weil einige Auftraggeber und Behörden ausländische IBANs nicht akzeptieren oder Probleme bei Lastschriften auftreten können.
Für GmbHs mit mehreren Gesellschaftern oder Mitarbeitern ist Qonto die stärkere Wahl. Das 5-Rollen-Konzept, Freigabe-Workflows und die automatische DATEV-Anbindung sind auf wachsende Unternehmen ausgelegt. Finom funktioniert für kleine GmbHs mit 1 bis 2 Personen ebenfalls gut, besonders wenn Cashback und niedrige Kosten Priorität haben.
Quellen
- Finom Preise und Tarife (finom.co, abgerufen April 2026)
- Qonto Preise und Tarife (qonto.com, abgerufen April 2026)
- Qonto DATEV-Integration (qonto.com, abgerufen April 2026)
Den vollständigen Finom Test mit Score und Praxisbewertung findest du in unserem Finom Testbericht. Den Qonto Testbericht haben wir ebenfalls ausführlich aufbereitet: Qonto Test und Erfahrungen.
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