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Gehalt kommt rein, Miete geht raus, am Ende des Monats weißt du nicht, wo der Rest geblieben ist. Unterkonten lösen dieses Problem. Du legst für Miete, Lebensmittel, Urlaub und Notgroschen jeweils ein eigenes Konto an und siehst auf einen Blick, was wohin fließt.
Das Konzept ist nicht neu. Neobanken haben es aber erst richtig alltagstauglich gemacht. N26 nennt sie Spaces, Revolut sagt Vaults, C24 Bank hat Pockets und bunq bietet vollwertige Sub-Konten. Die Unterschiede sind größer, als die Namen vermuten lassen.
Das Wichtigste in Kürze
- C24 Bank bietet das beste Preis-Leistungs-Verhältnis: 4 Pockets mit eigener IBAN und 0,5% Zinsen, komplett kostenlos im Smart-Konto.
- bunq hat das flexibelste System: 3 bis 25 Sub-Konten (je nach Tarif), jedes mit eigener IBAN. Ideal für Freelancer und WGs.
- Vivid Money bietet 3 Pockets mit eigener IBAN im kostenlosen Standard-Konto.
- N26 Spaces gibt es erst ab dem Smart-Tarif (4,90 Euro/Monat). Im kostenlosen Standard-Konto sind keine Unterkonten enthalten.
- Revolut Vaults sind unbegrenzt und kostenlos, haben aber keine eigene IBAN. Daueraufträge oder Lastschriften auf ein Vault sind nicht möglich.
Was sind Unterkonten beim Girokonto?
Unterkonten sind separate Konten innerhalb deines Girokontos. Jedes Unterkonto hat einen eigenen Saldo, den du mit einem Namen versehen kannst: „Miete“, „Notgroschen“, „Urlaub 2026“. Geld verschiebst du per Fingertipp zwischen Hauptkonto und Unterkonto.
Der entscheidende Unterschied zwischen den Anbietern: Hat das Unterkonto eine eigene IBAN oder nicht?
Mit eigener IBAN kannst du Daueraufträge und Lastschriften direkt auf das Unterkonto laufen lassen. Dein Arbeitgeber überweist das Gehalt aufs Hauptkonto, und eine automatische Regel verteilt es auf die Unterkonten. Oder du richtest für die Miete einen Dauerauftrag direkt vom Miete-Pocket ein.
Ohne eigene IBAN ist das Unterkonto nur ein interner Spartopf. Geld rein, Geld raus, aber kein Zahlungsverkehr nach außen. Das reicht für einfache Sparziele, aber nicht für eine vollständige Budgetierung.
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C24 Bank
79 · Gut
bunq
72 · Gut
Die Unterkonten im Vergleich: Wer bietet was?
Unterkonten bei Neobanken im Vergleich
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
C24 Bank Pockets: Das beste kostenlose Angebot
C24 Bank bietet vier Pockets mit eigener IBAN im kostenlosen Smart-Konto. Kein anderer kostenloser Tarif kommt da aktuell ran.
Jeder Pocket hat eine eigene DE-IBAN. Du kannst Daueraufträge direkt von einem Pocket aus einrichten, Lastschriften darauf laufen lassen und Überweisungen empfangen. Dazu kommen 0,5 Prozent Zinsen auf das Guthaben in jedem Pocket (bis 5.000 Euro pro Pocket).
Konkret sieht das so aus: Du erstellst vier Pockets für Miete, Nebenkosten, Versicherungen und Rücklagen. Dein Gehalt kommt aufs Hauptkonto. Per automatischer Sparregel fließen am Monatsanfang feste Beträge in die Pockets. Miete und Nebenkosten werden direkt vom jeweiligen Pocket per Lastschrift abgebucht. Was auf dem Hauptkonto übrig bleibt, ist dein frei verfügbares Budget.
bunq Sub-Konten: Das flexibelste System
bunq geht weiter als alle anderen. Im Free-Tarif (kostenlos) bekommst du drei Sub-Konten mit eigener IBAN. Im Core-Tarif (3,99 Euro/Monat) sind es fünf, im Pro-Tarif (9,99 Euro/Monat) bis zu 25.
Jedes Sub-Konto ist ein vollwertiges Bankkonto mit eigener IBAN, eigenem Saldo und eigenem Zahlungsverkehr. Du kannst sogar eigene Karten für einzelne Sub-Konten bestellen. Für Freelancer, die private und geschäftliche Ausgaben trennen wollen, ist das besonders praktisch. WGs, die separate Konten für Miete, Strom und Internet brauchen, profitieren genauso.
Sub-Konten bei bunq lassen sich außerdem mit anderen bunq-Nutzern teilen. Bis zu fünf Personen können ein Sub-Konto gemeinsam verwalten. Das kommt dem Gemeinschaftskonto-Gedanken sehr nahe. Mehr dazu findest du in unserem Artikel zum Gemeinschaftskonto bei Neobanken.
Vivid Money Pockets: Solide Basis im Gratis-Konto
Vivid Money bietet drei Pockets mit eigener IBAN im kostenlosen Standard-Konto. Weniger als bei C24 (vier) und mit weniger Features als bunq, aber für eine einfache Budgetierung ausreichend.
Zinsen gibt es auf die Pockets nicht. Automatische Sparregeln fehlen ebenfalls. Du musst Geld manuell zwischen Hauptkonto und Pockets verschieben. Für den Urlaubs-Spartopf ist das okay, für ein durchdachtes Budget-System fehlen die Automatisierungen.
Wichtig: Vivid berechnet eine Inaktivitätsgebühr von 3,90 Euro pro Monat, wenn du weder eine Kartenzahlung tätigst noch 1.000 Euro auf dem Konto hast. Das Konto muss also aktiv genutzt werden.
N26 Spaces: Erst ab dem Bezahl-Tarif
N26 hat mit den Spaces eines der bekanntesten Unterkonten-Systeme. Der Haken: Im kostenlosen Standard-Konto gibt es keine Spaces. Erst ab dem Smart-Tarif (4,90 Euro/Monat) bekommst du zwei Spaces, ab dem You-Tarif (9,90 Euro/Monat) unbegrenzt viele.
N26 Spaces haben eine eigene IBAN. Daueraufträge und Lastschriften funktionieren. Dazu kommt eine Rundungsregel: Jede Kartenzahlung wird auf den nächsten Euro aufgerundet und die Differenz automatisch in einen Space deiner Wahl verschoben. Wer für 3,40 Euro einen Kaffee kauft, spart 0,60 Euro in den Urlaubstopf.
Trotzdem: 4,90 Euro pro Monat nur für Unterkonten zu zahlen, ist schwer zu rechtfertigen, wenn C24 Bank dasselbe kostenlos bietet.
Revolut Vaults: Gut zum Sparen, nicht für Budgets
Revolut Vaults sind unbegrenzt verfügbar und kostenlos. Klingt erst mal besser als alles andere. Der Nachteil: Vaults haben keine eigene IBAN.
Du kannst kein Geld von außen direkt auf einen Vault überweisen. Keine Lastschriften, keine Daueraufträge. Vaults sind interne Spartöpfe. Geld rein, Geld raus, per Fingertipp in der App. Für Sparziele („Urlaub“, „Neues Handy“) funktioniert das gut. Für ein Budget-System mit automatisierten Fixkosten nicht.
Revolut bietet Round-up (Aufrundung bei Kartenzahlungen) und Recurring Transfers (automatische monatliche Einzahlung in einen Vault). Außerdem lassen sich Vaults mit anderen Revolut-Nutzern teilen (Shared Vaults).
Wer Zinsen auf geparktes Geld will, sollte sich die Flexible Accounts anschauen. Das sind Geldmarktfonds (ca. 2 bis 2,5 Prozent p.a.), aber keine klassischen Sparkonten. Die Einlagensicherung gilt für Flexible Accounts nicht. Mehr dazu in unserem Artikel zum Girokonto mit Zinsen.
Unterkonten nutzen: Bewährte Setups für die Praxis
Unterkonten funktionieren am besten, wenn du ihnen klare Rollen zuweist. Drei Setups, die in der Praxis gut funktionieren:
Paar mit gemeinsamen Fixkosten (C24 Bank): Pocket 1 für die Miete mit Dauerauftrag an den Vermieter, Pocket 2 für Nebenkosten wie Strom, Internet und Versicherungen per Lastschrift, Pocket 3 für Lebensmittel mit wöchentlichem Budget, Pocket 4 für Rücklagen, etwa für Urlaub oder Reparaturen. Das Gehalt kommt aufs Hauptkonto, Sparregeln verteilen es automatisch.
Freelancer (bunq): Sub-Konto 1 mit eigener IBAN für Geschäftseingänge und Rechnungen, Sub-Konto 2 für Steuern (30 Prozent von jedem Eingang werden automatisch weitergeleitet), Sub-Konto 3 für private Ausgaben. So vermischt sich nichts, und die Steuererklärung wird einfacher.
Sparer (Revolut): Vault 1 für den Notgroschen (6 Monatsgehälter), Vault 2 für Urlaub 2026, Vault 3 für das neue Smartphone. Per Round-up sammelst du bei jeder Kartenzahlung ein paar Cent. Und weil Vaults keine IBAN haben, kommst du nicht in Versuchung, das Geld für Alltagsausgaben zu nutzen.
Unterkonten vs. separates Tagesgeldkonto: Was ist sinnvoller?
Unterkonten bei Neobanken zahlen maximal 0,5 Prozent Zinsen (C24 Bank). Tagesgeldkonten bieten im April 2026 zwischen 2 und 3,5 Prozent. Für deinen Notgroschen oder größere Sparziele ab 3.000 Euro ist ein separates Tagesgeldkonto fast immer die bessere Wahl.
Unterkonten eignen sich für kurzfristige Budgets und kleine Spartöpfe (Urlaub, neues Handy, Weihnachtsgeschenke). Für den Notgroschen oder größere Summen, die länger liegen, bietet ein Tagesgeldkonto deutlich bessere Zinsen. Die Kombination aus beiden ist meistens die klügste Lösung. Mehr dazu in unserem Tagesgeld-Vergleich.
Häufige Fragen zu Unterkonten
Revolut bietet unbegrenzt viele Vaults kostenlos, allerdings ohne eigene IBAN. Mit eigener IBAN: C24 Bank (4 Pockets kostenlos), bunq Free (3 Sub-Konten kostenlos), Vivid Money (3 Pockets kostenlos). N26 bietet im kostenlosen Tarif keine Unterkonten.
Nur wenn das Unterkonto eine eigene IBAN hat. Das ist bei C24 Bank Pockets, bunq Sub-Konten, Vivid Money Pockets und N26 Spaces (ab Smart) der Fall. Revolut Vaults und Tomorrow Pockets haben keine eigene IBAN und können nur als interne Spartöpfe genutzt werden.
C24 Bank zahlt 0,5 Prozent p.a. auf alle Pockets (bis 5.000 Euro pro Pocket). bunq bietet variable Zinsen auf Savings-Konten innerhalb des Kontos. Alle anderen (N26, Revolut, Vivid, Tomorrow) zahlen keine Zinsen auf Unterkonten.
Ja. Unterkonten sind Teil deines Girokontos und fallen unter dieselbe Einlagensicherung. Bei C24 Bank und N26 greift die deutsche Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Bei bunq die niederländische und bei Revolut die litauische, ebenfalls bis 100.000 Euro. Das Limit gilt für alle Konten bei derselben Bank zusammen, nicht pro Unterkonto.
Für die meisten reichen drei bis vier Unterkonten: Fixkosten, Variables Budget, Rücklagen und ein optionaler Spartopf. Mehr Konten bedeuten mehr Verwaltungsaufwand. Starte mit wenigen und erweitere, wenn du merkst, dass dir eine Kategorie fehlt.
Quellen
- N26: N26 Spaces, Funktionen und Tarife
- C24 Bank: Kontomodelle und Pocket-Funktionen
- Reisetopia: Girokonto mit Unterkonten Vergleich 2026
Den vollständigen Vergleich aller Neobank-Girokonten findest du in unserem Girokonto Vergleich 2026.
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