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Hand hält ein Smartphone mit grünem Aufwärts-Chart, im Hintergrund startet eine Rakete im Sonnenaufgang
Hintergründe

SpaceX zeichnen: Broker-Vergleich für Privatanleger

· Tobias Rehermann · 10 Min. Lesezeit
Hand hält ein Smartphone mit grünem Aufwärts-Chart, im Hintergrund startet eine Rakete im Sonnenaufgang

Der größte Börsengang der Geschichte läuft, und eine Frage erreicht uns gerade am häufigsten: Über welchen Anbieter kommt man als Privatanleger in Deutschland an die SpaceX-Aktie? Die Antwort hängt davon ab, wann du diesen Text liest. Noch bis heute Abend, 11. Juni, läuft die Zeichnung zum Festpreis von 135 US-Dollar. Ab dem 12. Juni ist SpaceX schlicht eine Aktie an der Nasdaq und an Xetra, die du wie jede andere kaufst. Beides läuft technisch völlig anders, und genau hier entstehen gerade die meisten Missverständnisse.

Wir haben uns die vier Anbieter angesehen, die deutschen Privatkunden tatsächlich eine direkte Zeichnung ermöglichen, und abgegrenzt, welche Broker das nicht tun. Die Daten stammen aus dem BaFin-gebilligten EU-Prospekt vom 5. Juni, den Konditionsseiten der Anbieter und unserem Preflight am 11. Juni. Erfundene Zuteilungsquoten oder Eröffnungskurse findest du hier nicht. Die gibt es schlicht noch nicht.

Das Wichtigste in Kürze

  • Vier Anbieter lassen deutsche Privatkunden direkt zeichnen: Trade Republic (1 € pauschal bei Zuteilung), ING (4,90 € + 0,25 %), comdirect (4,90 € + 0,25 %) und Revolut (Zugang ja, Gebühren nicht genannt).
  • Das Zeichnungsfenster schließt HEUTE, 11. Juni (ING ca. 13 Uhr, comdirect ca. 18 Uhr). Wer noch zeichnen will, muss jetzt handeln.
  • Ab dem 12. Juni kaufst du SPCX (ISIN US84615Q1031) ganz normal über jeden US-fähigen Broker plus Xetra und Frankfurt, zum Marktpreis statt zum Festpreis.
  • Keine Zeichnung bieten Scalable Capital, Smartbroker+, Bitpanda und DEGIRO. Dort geht nur der Sekundärhandel ab dem 12. Juni.
  • Es handelt sich um die echte Class-A-Aktie, kein Token und kein Tracking-Produkt. Wegen aktiver Betrugsmaschen: nur über regulierte Broker.

Worum es bei der Zeichnung überhaupt geht

SpaceX geht am 12. Juni an die Börse, mit echten Class-A-Stammaktien des Mutterkonzerns Space Exploration Technologies Corp. Das ist relevant, weil im Umfeld solcher Hype-IPOs gern alles Mögliche als „SpaceX-Beteiligung“ verkauft wird. Was du über die hier genannten Broker bekommst, basiert auf der SEC-Registrierung (S-1/A) und einem von der BaFin gebilligten EU-Prospekt vom 5. Juni. Der Ticker lautet SPCX, die ISIN US84615Q1031, die WKN A42D4F.

Bei der Zeichnung gibst du vor dem ersten Handelstag eine Order zum Festpreis von 135 US-Dollar ab. Bei einer Zuteilung gehört dir die Aktie zu genau diesem Preis, unabhängig davon, wie der Kurs am 12. Juni eröffnet. Der Haken: Der Deal ist nach Marktangaben rund drei- bis vierfach überzeichnet, und die EU-Tranche umfasst nur etwa zehn Prozent des Volumens. Eine Vollzuteilung ist damit unwahrscheinlich, die Zuteilungsmitteilung kommt erst am Freitagvormittag (12. Juni). Wer auf einen bestimmten Zuteilungsbetrag zählt, kann das nicht sicher einkalkulieren.

Anbieter in diesem Artikel

Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.

Trade Republic

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Der Broker-Vergleich: Wer lässt zeichnen, zu welchem Preis?

Vier Anbieter ermöglichen deutschen Privatkunden eine direkte Zeichnung. Die Unterschiede liegen bei den Kosten und beim Zugang. Trade Republic ist mit Abstand am günstigsten, ING bringt als EU-Konsortialbank einen strukturellen Vorteil mit.

SpaceX zeichnen: Konditionen der vier Anbieter (Stand 11.06.2026)

Trade Republic
Zeichnung möglich Ja
Kosten 1 € Pauschale, nur bei Zuteilung (pro rata)
Besonderheit Günstigste Option, komplett in der App
ING
Zeichnung möglich Ja
Kosten 4,90 € + 0,25 % vom Kurswert (max. 69,90 €) + 0,25 % FX
Besonderheit EU-Konsortialbank, bevorzugter Zugang; Frist heute ca. 13 Uhr
comdirect
Zeichnung möglich Ja
Kosten 4,90 € + 0,25 % vom Kurswert (max. 69,90 €)
Besonderheit Teilnahme über Commerzbank-Konsortium; Frist heute ca. 18 Uhr
Revolut
Zeichnung möglich Ja
Kosten Gebühren nicht genannt
Besonderheit Zugang in der App bestätigt, Gebühren unklar

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Trade Republic verlangt eine Pauschale von einem Euro, und zwar nur dann, wenn dir tatsächlich Aktien zugeteilt werden. Die Abrechnung läuft pro rata über die App, einen Mindestanlagebetrag nennt der Anbieter nicht. Für Kleinbeträge ist das konkurrenzlos günstig. Mehr zum Ablauf findest du in unserem Ratgeber zur SpaceX-Zeichnung bei Trade Republic und im Selbstversuch mit 500 Euro.

ING kostet 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert, gedeckelt bei 69,90 Euro, dazu 0,25 Prozent für die Währungsumrechnung. Auch hier fallen Gebühren nur bei Zuteilung an, gezeichnet wird ab einer Aktie. Der eigentliche Vorteil ist struktureller Natur: ING ist im Prospekt als EU-Konsortialbank (Co-Manager) gelistet, was einen bevorzugten Zugang zur Tranche bedeutet. Wer über mehrere Wege parallel zeichnet, hat hier tendenziell die besseren Karten.

comdirect liegt mit 4,90 Euro plus 0,25 Prozent (max. 69,90 Euro) weitgehend gleichauf mit der ING. Die Teilnahme läuft über das Commerzbank-Konsortium. Die Frist heute liegt später am Tag als bei der ING.

Zeitkritisch: Zeichnungsfenster schließt HEUTE. Bei der ING schließt das Zeichnungsfenster bereits heute Mittag (ca. 13 Uhr), bei comdirect am Abend (ca. 18 Uhr). Die genaue Uhrzeit am besten direkt beim Broker prüfen. Trade Republic hat den exakten Zeitpunkt bewusst nicht veröffentlicht (vor der Pricing-Nacht). Im Zweifel: lieber jetzt als zu spät. Ab dem 12. Juni ist dieses Fenster geschlossen.

Revolut ist der Sonderfall. Der Zugang zur Zeichnung ist in der App bestätigt, die genauen Gebühren und die Frist hat das Unternehmen aber nicht mitgeteilt. Wir tragen hier keine Zahlen nach, die sich nicht belegen lassen. Wenn du Revolut nutzt, ist ein Blick in die App die einzige verlässliche Quelle. Den Anbieter selbst beleuchten wir auf unserer Revolut-Übersicht.

Diese Broker bieten keine Zeichnung an

Hier kursieren online besonders viele Fehlinformationen. Mehrere große Anbieter bieten keine Zeichnung an. Das ist kein Datenloch, sondern positiv belegt.

Nur Sekundärhandel ab 12.06., keine Zeichnung:

  • Scalable Capital bietet keine Vorab-Zeichnung. Der Handel von SPCX ist erst ab dem 12. Juni über Nasdaq und Xetra zum Marktpreis möglich.
  • Smartbroker+ ebenfalls keine Zeichnung, nur Sekundärhandel ab dem 12. Juni.
  • Bitpanda ermöglicht keine IPO-Zeichnung zum Ausgabepreis, sondern nur den Handel nach der Erstnotiz.
  • DEGIRO schließt das laut eigenem Helpdesk ausdrücklich aus: Die Teilnahme an einem IPO eines US-Unternehmens kann der Broker nicht ermöglichen. Manche Vergleichsseiten listen DEGIRO trotzdem als Zeichnungs-Broker. Das verwechselt die spätere Handelbarkeit mit der Zeichnung. Die Primärquelle ist eindeutig: nein.

Wer also bei Scalable Capital oder DEGIRO auf eine Zeichnungs-Order wartet, sucht vergeblich. Das ist keine technische Panne, sondern eine bewusste Entscheidung dieser Anbieter. Den Neobroker selbst behandeln wir auf unserer Scalable-Capital-Übersicht.

Ab dem 12. Juni: SpaceX wird eine ganz normale Aktie

Für alle, die das nach Fristende lesen werden: Die Zeichnung ist der Weg vor dem Handelsstart. Ab morgen, dem 12. Juni, wird SPCX an der Nasdaq notiert und parallel über Xetra und Frankfurt handelbar sein. Du brauchst dann keinen der vier Zeichnungs-Broker mehr. Über jeden US-fähigen Broker, der Nasdaq-Werte führt, sowie über jeden deutschen Broker mit Xetra-Anbindung kommst du an die Aktie.

Der wesentliche Unterschied: Du kaufst dann nicht mehr zum Festpreis von 135 US-Dollar, sondern zum aktuellen Marktpreis. Der kann darüber oder darunter liegen. Damit fällt auch der Zuteilungs-Mechanismus weg, du bekommst so viele Aktien, wie du zum Marktkurs orderst. Für alle, die heute die Frist verpassen, ist das der einzige Weg ab morgen: kein Wettrennen gegen eine Frist, keine Unsicherheit über die Zuteilung, dafür der Preis, den der Markt dann aufruft.

Echte Aktie, kein Token: Über die hier genannten regulierten Broker bekommst du die echte SpaceX-Class-A-Aktie (ISIN US84615Q1031). Davon abzugrenzen sind tokenisierte Konstrukte wie das SPCXx von Kraken oder Pre-IPO-Perpetuals einzelner Krypto-Börsen. Das sind eigene Produkte mit eigenem Risikoprofil und nicht dasselbe wie die Nasdaq-Aktie.

Vorsicht vor Betrugsmaschen

Rund um diesen IPO laufen aktive Scam-Maschen, und die BaFin hat ausdrücklich gewarnt. Ein Anbieter namens ImperionFinance (London) hat Ende Mai Opfer angesprochen, die zuvor angebliche „Starlink-Aktien“ gekauft hatten, und ihnen einen „Tausch“ in SpaceX-Aktien gegen Gebühr angeboten. Ohne Erlaubnis, ohne gebilligten Prospekt. Die Masche nutzt gezielt die Verwechslung zwischen Starlink und SpaceX aus.

SpaceX kaufst du nur über einen regulierten, dir bekannten Broker, niemals über unaufgefordert eingehende Angebote, dubiose „Tausch“-Aktionen oder Telefonanrufe. Ein echter Börsengang läuft über deine bestehende Depot-App, nicht über eine fremde Plattform, die dich kontaktiert.

Das Risiko nicht ausblenden

Ob du zeichnest oder ab morgen am Markt kaufst: Dieser IPO bringt ein erhöhtes Risiko mit. Der Free Float liegt unter fünf Prozent, weil Elon Musk über Class-B-Aktien rund 85 Prozent der Stimmrechte hält. Wenig frei handelbares Material plus hohe Nachfrage sorgt für starke Kursausschläge. Franco Granda von PitchBook rechnet in den ersten Handelstagen mit einer Volatilität von 20 bis 30 Prozent.

Auch bei der Bewertung gehen die Meinungen auseinander. Nicolas Owens von Morningstar taxiert den fairen Wert auf rund 780 Milliarden US-Dollar, also auf weniger als die Hälfte des IPO-Ziels. Als warnendes Beispiel taugt der Börsengang von Deliveroo 2021: Auch dort gab es eine große Retail-Tranche, und am ersten Handelstag stand die Aktie rund 30 Prozent im Minus. Bei SpaceX muss das nicht so laufen, aber ein gefeierter Name ist kein Garant für einen guten Einstieg.

Wenn du tiefer in die Mechanik der neuen IPO-Funktion einsteigen willst, lohnt unser Feature dazu, warum Trade Republic jetzt Neuemissionen für alle öffnet.

Häufige Fragen

Trade Republic, mit deutlichem Abstand. Dort fällt nur eine Pauschale von einem Euro an, und zwar ausschließlich bei einer Zuteilung. ING und comdirect verlangen jeweils 4,90 Euro plus 0,25 Prozent vom Kurswert (maximal 69,90 Euro), bei ING zusätzlich 0,25 Prozent für die Währungsumrechnung. Für kleine Zeichnungsbeträge ist Trade Republic damit die mit Abstand sparsamste Variante. Bei größeren Ordern relativiert sich der Unterschied durch die Deckelung bei ING und comdirect etwas.

Ja, und für alle, die heute die Zeichnungsfrist verpassen, wird das der einzige Weg sein. Ab dem 12. Juni ist SPCX (ISIN US84615Q1031) an der Nasdaq notiert und über Xetra sowie Frankfurt handelbar. Du brauchst dafür keinen der vier Zeichnungs-Broker, jeder Broker mit Zugang zu US-Aktien oder Xetra reicht aus. Der einzige Unterschied: Du kaufst zum aktuellen Marktpreis, nicht mehr zum Festpreis von 135 US-Dollar. Eine Zuteilung gibt es dann nicht mehr, du bekommst so viele Aktien, wie du orderst.

Nein, beide nicht. Scalable Capital, Smartbroker+ und Bitpanda bieten keine Vorab-Zeichnung, sondern nur den Sekundärhandel ab dem 12. Juni. DEGIRO schließt die Teilnahme an einem US-IPO laut eigenem Helpdesk ausdrücklich aus. Einige Vergleichsseiten listen DEGIRO trotzdem als Zeichnungs-Broker, das verwechselt aber die spätere Handelbarkeit der Aktie mit der Zeichnung. Wer dort zeichnen will, hat keine Möglichkeit dazu.

Es ist die echte Class-A-Stammaktie der Space Exploration Technologies Corp., belegt durch die SEC-Registrierung und einen von der BaFin gebilligten EU-Prospekt vom 5. Juni. Kein Token, kein SPV, kein Tracking-Stock. Davon zu trennen sind tokenisierte Produkte wie das SPCXx von Kraken oder Krypto-Perpetuals, die separat laufen und nicht dasselbe sind wie die Nasdaq-Aktie. Bei den vier hier genannten regulierten Brokern erhältst du das Original.

Hinweis: Dieser Beitrag ist eine redaktionelle Einordnung und keine Anlageberatung oder Kaufempfehlung. Ein Börsengang mit hoher Überzeichnung und geringem Free Float ist besonders schwankungsanfällig. Triff deine Entscheidung auf Basis deiner eigenen Situation und ziehe im Zweifel unabhängigen Rat hinzu. Alle Konditionen und Fristen geben den Stand vom 11. Juni 2026 wieder und können sich geändert haben.

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