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Smartphone mit Börsenchart und Neuemissions-Symbol vor unscharfem Handelsraum-Hintergrund, Trade Republic öffnet den Primärmarkt für Privatanleger
Hintergründe

Trade Republic öffnet IPOs für alle: Wie die Zeichnung funktioniert und warum jetzt

· Tobias Rehermann · 15 Min. Lesezeit
Smartphone mit Börsenchart und Neuemissions-Symbol vor unscharfem Handelsraum-Hintergrund, Trade Republic öffnet den Primärmarkt für Privatanleger

Jahrelang war Trade Republic vor allem eines: ein günstiger Sekundärmarkt-Broker. Du konntest Aktien und ETFs kaufen, die längst an der Börse gehandelt wurden, für einen Euro pro Order. An den eigentlichen Börsengang, also den Moment, in dem ein Unternehmen seine Aktien zum ersten Mal an Anleger verkauft, kamst du als Privatkunde dort nicht heran. Genau das ändert sich jetzt. Seit dem 6. Juni 2026 öffnet Trade Republic ausgewählte Neuemissionen direkt für Privatanleger in Europa. Du kannst Aktien also bereits vor dem ersten Handelstag zeichnen, zum offiziellen Zuteilungspreis, direkt in der App.

Das klingt nach einem kleinen Feature-Update, ist aber ein bemerkenswerter Schritt. Normale Kleinanleger bekommen über eine Broker-App erstmals Zugang zu einem Markt, der früher institutionellen Investoren und Bankkunden mit dickem Depot vorbehalten war. In diesem Artikel geht es darum, was sich konkret geändert hat und wie eine IPO-Zeichnung funktioniert. Dazu gibt es einen Blick auf andere Broker mit IPO-Zugang und auf den Zeitpunkt, der kein Zufall sein dürfte.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trade Republic öffnet ab dem 6. Juni 2026 ausgewählte Börsengänge direkt für Privatanleger in der App.
  • Zeichnung ist vor dem ersten Handelstag zum offiziellen Zuteilungspreis möglich.
  • Kosten: 1 Euro Abwicklungspauschale pro Order, keine zusätzlichen IPO-Gebühren.
  • Zuteilung erfolgt pro rata: Bei Überzeichnung erhältst du nur einen Bruchteil oder im Extremfall gar nichts.
  • Die volle gezeichnete Summe muss als Liquidität auf dem Konto vorgehalten werden, unabhängig davon, wie viel du am Ende zugeteilt bekommst.

Den ausführlichen Stand zu den Börsengängen von OpenAI und Anthropic pflegen wir laufend im OpenAI & Anthropic Börsengang-Tracker.

Was Trade Republic konkret geändert hat

Bisher war Trade Republic im Kern ein reiner Sekundärmarkt-Broker. Du handelst dort Wertpapiere, die andere Marktteilnehmer bereits halten und verkaufen wollen. Der Primärmarkt, also die Erstausgabe neuer Aktien durch das Unternehmen selbst, lief an dir vorbei. Mit der Öffnung der Neuemissionen ändert sich das: Trade Republic vermittelt jetzt den direkten Zugang zu ausgewählten Börsengängen, zu denselben Konditionen, die bisher vor allem größeren Investoren offenstanden.

Die wichtigsten Punkte:

  • Zeichnung vor dem ersten Handelstag. Du kaufst die Aktie nicht am Markt, sondern zeichnest sie zum offiziellen Zuteilungspreis, bevor der erste Kurs an der Börse überhaupt zustande kommt.
  • Kosten: 1 Euro pro Order. Trade Republic verlangt die bekannte Abwicklungskostenpauschale von einem Euro pro Order. Eigene, IPO-spezifische Gebühren werden nicht genannt.
  • Zuteilung pro rata. Die Aktien werden proportional zum gezeichneten Volumen verteilt. Wer mehr zeichnet, bekommt im Verhältnis mehr, eine garantierte Stückzahl gibt es aber nicht.

Teilnehmen können europäische Privatanleger mit einem Trade-Republic-Konto, die Zeichnung läuft komplett über die App. Ein Mindestvermögen, eine Erfahrungsschwelle oder eine besondere Eignungsprüfung werden nicht verlangt. Weitere Emissionen sind bereits angekündigt, die Öffnung ist also kein einmaliges Event, sondern ein dauerhaftes Angebot. Wenn du dir den Anbieter selbst noch genauer ansehen willst, findest du die Details in unserem Trade-Republic-Überblick.

Anbieter in diesem Artikel

Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.

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Wie eine IPO-Zeichnung überhaupt funktioniert

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IPO steht für Initial Public Offering, also den Börsengang eines Unternehmens. Bei einer Neuemission verkauft das Unternehmen (oder verkaufen bestehende Eigentümer) erstmals Aktien an die Öffentlichkeit. Bevor diese Aktien frei handelbar sind, gibt es eine Zeichnungsphase. In dieser Phase kannst du angeben, für welche Summe du Aktien haben möchtest. Das nennt man zeichnen. Wichtig: Zeichnen ist eine Absichtserklärung mit Mittelbindung, kein garantierter Kauf.

Schritt-für-Schritt Anleitung

1

Zeichnungsfrist beachten

Die Zeichnung ist nur in einem festen Zeitfenster vor dem ersten Handelstag möglich. Danach ist Schluss, nachträglich geht nichts mehr. In der Trade-Republic-App wird die aktuell offene Emission direkt angezeigt.
2

Volumen zeichnen und Liquidität bereithalten

Du gibst an, für welche Gesamtsumme du Aktien zeichnen möchtest. Diese volle Summe muss auf deinem Trade-Republic-Konto verfügbar sein und wird für die Dauer der Zeichnungsphase gebunden.
3

Zuteilung pro rata abwarten

Nach Ende der Zeichnungsphase wird ermittelt, ob die Emission überzeichnet war. Bei Überzeichnung erhältst du nur einen proportionalen Bruchteil deiner gezeichneten Summe. Im Extremfall kann die Zuteilung auch null sein.
4

Erster Handelstag

Die zugeteilten Aktien landen zum Zuteilungspreis in deinem Depot. Ab dem ersten offiziellen Handelstag wird die Aktie an der Börse gehandelt. Der Kurs kann von Anfang an über oder unter dem Zuteilungspreis liegen.

Einige Begriffe, die du dabei kennen solltest:

  • Zeichnungsfrist: Das Zeitfenster, in dem du zeichnen kannst. Danach ist Schluss, nachträglich geht nichts mehr.
  • Zuteilungspreis: Der Preis, zu dem die Aktien im Rahmen des Börsengangs ausgegeben werden. Du zahlst diesen Preis, nicht den späteren Börsenkurs.
  • Überzeichnung: Wenn deutlich mehr Geld geboten wird, als Aktien vorhanden sind. Bei gefragten Börsengängen ist das eher der Normalfall.
  • Pro-rata-Zuteilung: Reichen die Aktien nicht für alle, wird proportional verteilt. Du bekommst dann nur einen Bruchteil deiner gezeichneten Summe oder im Extremfall gar nichts.

Der unangenehme Teil daran ist die Liquiditätsbindung. Du musst die volle gezeichnete Summe auf dem Konto vorhalten, obwohl offen ist, wie viel du am Ende tatsächlich bekommst. Und hier lauert eine Falle, die viele unterschätzen: Wer taktisch hoch zeichnet, um trotz Überzeichnung eine ordentliche Stückzahl zu ergattern, riskiert eine ungewollte Vollzuteilung. Wenn die Nachfrage am Ende doch nicht so groß ist, kann es passieren, dass du zum Beispiel 10.000 Euro gezeichnet hast und dann tatsächlich voll in eine einzige Aktie investiert bist. Eine durchdachte Depot-Aufteilung sieht anders aus.

Hohe Zeichnung ist kein cleverer Trick

Wer taktisch mehr zeichnet als eigentlich geplant, um bei Überzeichnung trotzdem eine ordentliche Stückzahl zu ergattern, spielt mit dem Feuer: Die gesamte Zeichnungssumme muss als Liquidität vorgehalten werden, und bei schwacher Nachfrage droht eine ungewollte Vollzuteilung. Das Ergebnis wäre ein Klumpenrisiko in einem einzigen Wert, was selten zu einer durchdachten Depot-Aufteilung passt. Nur so viel zeichnen, wie du auch bei einer Vollzuteilung bewusst einsetzen möchtest.

Warum jetzt? Eine Einordnung zum PFOF-Hintergrund

Der Zeitpunkt ist bemerkenswert. Zum 1. Juli 2026 läuft das Payment for Order Flow EU-weit aus, kurz PFOF. Dabei handelt es sich um Rückvergütungen, die Broker bisher von Handelsplätzen dafür bekommen haben, dass sie ihnen Orders zuleiten. Diese Einnahmequelle hat das günstige Trading überhaupt erst möglich gemacht, und sie betrifft auch Trade Republic.

Eine etablierte Erlösquelle fällt also weg, gleichzeitig wird ein neues, attraktives Angebot ausgerollt. Die IPO-Öffnung könnte ein Baustein sein, um die Einnahmen breiter aufzustellen und weniger abhängig von einem einzelnen Modell zu werden. Trade Republic hat sich bereits eine eigene Handelsplatz-Lizenz gesichert, um nach dem PFOF-Aus handlungsfähig zu bleiben.

Redaktionelle Einordnung, kein belegter Zusammenhang

Der Zusammenhang zwischen IPO-Öffnung und PFOF-Aus ist eine plausible Einordnung der Redaktion, keine belegte Tatsache. Trade Republic selbst nennt diesen Zusammenhang nicht und begründet die Öffnung der Neuemissionen nicht mit dem nahenden PFOF-Verbot. Was du hier liest, ist eine redaktionelle These, keine Unternehmensaussage.

Keine der vorliegenden Quellen stellt diesen Zusammenhang her, und Trade Republic selbst begründet die IPO-Öffnung nicht mit dem nahenden PFOF-Verbot. Was das Verbot für dich als Anleger konkret bedeutet und ob Trading dadurch teurer wird, haben wir ausführlich im Artikel PFOF-Verbot 2026: Wird Trading für Neobroker-Kunden teurer? aufgeschrieben. Der Wandel im Erlösmodell ist der eigentliche Kontext hinter vielen Neuerungen, die du gerade bei den Neobrokern siehst.

Welche Broker bieten Privatanlegern IPO-Zugang?

Trade Republic ist nicht der einzige Anbieter, über den Privatanleger an Neuemissionen kommen, aber der Zugang ist im Markt insgesamt eher die Ausnahme als die Regel und je nach Broker unterschiedlich ausgeprägt. Manche Häuser vermitteln nur einzelne, ausgewählte Emissionen, andere bieten den Zugang regelmäßiger an. Wichtig für den aktuellen SpaceX-Fall: Wer die echte Aktie zum Festpreis zeichnen will, kann das nur über die wenigen Häuser, die tatsächlich am Konsortium oder am Zeichnungsangebot teilnehmen. Viele bekannte Neobroker bieten erst ab dem ersten Handelstag den normalen Kauf am Markt an. Die folgende Übersicht ordnet das für SpaceX qualitativ ein, ohne erfundene Gebühren zu behaupten.

IPO-/Neuemissions-Zugang für Privatanleger im Vergleich (SpaceX, Stand 12. Juni 2026)

Trade Republic
SpaceX-Zeichnung zum Festpreis ja, direkt in der App
Hinweis 1 Euro Abwicklungspauschale pro Order, Zuteilung pro rata
ING
SpaceX-Zeichnung zum Festpreis ja, Zeichnung möglich
Hinweis 4,90 Euro + 0,25 % (max 69,90 Euro), zusätzlich EU-Konsortialbank
comdirect
SpaceX-Zeichnung zum Festpreis ja, Zeichnung möglich
Hinweis 4,90 Euro + 0,25 % (max 69,90 Euro)
Revolut
SpaceX-Zeichnung zum Festpreis Zugang ja
Hinweis Konditionen nicht publiziert
Scalable Capital
SpaceX-Zeichnung zum Festpreis keine SpaceX-Zeichnung
Hinweis nur Sekundärhandel ab dem 12. Juni 2026
Interactive Brokers
SpaceX-Zeichnung zum Festpreis IPO-Zugang über das Brokerage-Angebot möglich
Hinweis richtet sich eher an erfahrene Anleger

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Wichtig zur Abgrenzung: Scalable Capital, Smartbroker+, Bitpanda und DEGIRO bieten für SpaceX keine Zeichnung zum Festpreis an, dort kommst du erst ab dem ersten Handelstag über den normalen Marktkauf an die Aktie. Der reine Zugang sagt ohnehin noch nichts über die Qualität oder die Bedingungen einer konkreten Zeichnung aus. Welche Emissionen ein Broker anbietet, schwankt von Fall zu Fall, und die Zuteilungslogik ist überall ähnlich unsicher. Trade Republics Beitrag ist vor allem, den Vorgang zu vereinfachen und in die App zu holen, dieselbe App, in der du ohnehin schon dein Depot führst. Wenn dich der direkte Vergleich der beiden bekanntesten Neobroker interessiert, hilft dir unser Vergleich Trade Republic gegen Scalable Capital weiter, und Details zum Wettbewerber findest du im Scalable-Capital-Überblick. Wer wissen will, welche Broker speziell den SpaceX-Börsengang zeichnen lassen und zu welchen Kosten, findet das im SpaceX-Broker-Vergleich.

Für wen ist der IPO-Zugang sinnvoll, für wen nicht?

So niedrigschwellig der Zugang jetzt ist, so wichtig bleibt die nüchterne Einordnung. Eine Neuemission ist kein Gratis-Gewinn und keine sichere Sache. Sie ist eine Aktien-Investition mit ein paar zusätzlichen Eigenheiten, die du vorher verstehen solltest. Das gilt gerade beim SpaceX-Fall: Nicolas Owens von Morningstar beziffert den fairen Wert auf rund 780 Milliarden US-Dollar und damit klar unter dem IPO-Ziel, der Free Float liegt nach Einschätzung von Prof. Meziane Lasfer (Bayes Business School) bei unter 5 Prozent, und Franco Granda von PitchBook rechnet in den ersten Handelstagen mit einer Volatilität von 20 bis 30 Prozent. Das Folgende ist keine Anlageberatung und keine Kaufempfehlung, sondern eine Abwägung der Punkte, die du auf dem Schirm haben solltest.


Vorteile

  • Direkter Zugang zum Zuteilungspreis statt erst am volatilen ersten Handelstag zu kaufen
  • Sehr einfache Abwicklung in der bekannten App
  • Nur 1 Euro Pauschale pro Order
  • Kein Mindestvermögen nötig
  • Teilnahme an Emissionen, die früher Privatanlegern verschlossen waren

Nachteile

  • Zuteilung unsicher (pro rata, bei Überzeichnung nur Bruchteil oder nichts)
  • Volle gezeichnete Summe muss als Liquidität vorgehalten werden
  • Gefahr ungewollter Vollzuteilung und Klumpenrisiko in einem Einzelwert
  • Börsenkurs kann am ersten Handelstag sofort unter den Zuteilungspreis fallen
  • Einzelaktien sind grundsätzlich riskanter als breit gestreute Anlagen

Wer ohnehin in Einzelaktien investiert, sich mit dem konkreten Unternehmen auseinandersetzt und das Geld langfristig nicht braucht, für den kann der Zugang eine interessante Erweiterung sein. Problematisch wird es, wenn die Zeichnung aus reiner Begeisterung über einen prominenten Namen passiert, wenn dein Depot dadurch in einem einzigen Wert klumpt oder wenn du dir die Liquiditätsbindung gar nicht leisten kannst. Eine breite Streuung über viele Werte, wie sie ein ETF liefert, ersetzt eine einzelne Neuemission nicht. Wer sich grundsätzlich fragt, wie tragfähig die Geschäftsmodelle hinter den Neobanken und ihren eigenen Börsengängen sind, findet eine breitere Perspektive in unserem Artikel zu Investitionen in mobile Banken.

Welche IPOs kannst du bei Trade Republic zeichnen?

SpaceX ist der erste Börsengang, den du über Trade Republic zeichnen konntest, aber nicht der letzte. Trade Republic plant, den Zugang zum Primärmarkt weiter auszubauen. Mit OpenAI und Anthropic haben inzwischen zwei prominente Kandidaten ihre Registrierungsunterlagen vertraulich bei der SEC eingereicht: Anthropic am 1. Juni 2026, OpenAI am 8. Juni 2026. Einen festen Termin, Preis oder garantierten Zugang gibt es für beide noch nicht. Wir halten den Stand hier fest und aktualisieren ihn, sobald Trade Republic konkrete Termine nennt.

IPOs bei Trade Republic im Überblick (Stand 12. Juni 2026)

SpaceX
Status gehandelt seit 12.06., Erstkurs rund 140 € (+20 %)
Zeitfenster Handelsstart 12. Juni 2026
Bei Trade Republic zeichenbar Zeichnung beendet
OpenAI
Status S-1 vertraulich eingereicht (08.06.2026), Termin offen
Zeitfenster noch offen
Bei Trade Republic zeichenbar angekündigt
Anthropic
Status S-1 vertraulich eingereicht (01.06.2026), Termin offen
Zeitfenster noch offen
Bei Trade Republic zeichenbar angekündigt
Weitere Neuemissionen
Status Primärmarkt wird laufend ausgebaut
Zeitfenster laufend
Bei Trade Republic zeichenbar je nach Emission

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Die SpaceX-Zeichnung ist abgeschlossen, fest zeichenbar ist bei Trade Republic aktuell keine weitere Emission. OpenAI und Anthropic haben mit der vertraulichen S-1-Einreichung zwar einen ersten formalen Schritt getan, aber ohne festen Termin, Preis oder garantierten Zugang. Sieh sie als Ausblick, nicht als Zusage. Was die SpaceX-Zeichnung konkret bedeutet, also Ablauf, Zuteilung und Risiken, findest du in unserem Beitrag SpaceX-IPO bei Trade Republic zeichnen.

Der erste konkrete Fall: SpaceX

Der erste prominent beworbene Börsengang über die neue Funktion ist der von SpaceX, und er ist inzwischen gepreist: Der Handel startet heute, am 12. Juni 2026. Die Aktie wurde am 11. Juni zum Festpreis von 135 US-Dollar je Aktie zugeteilt, der Preis blieb trotz hoher Nachfrage unverändert. Das ist ein untypisches Festpreis-Verfahren, es gibt also keine klassische Preisspanne, sondern einen vorab fixierten Ausgabepreis. Mit rund 555,6 Millionen ausgegebenen Class-A-Aktien ergibt das ein Emissionsvolumen von etwa 75 Milliarden US-Dollar und eine Unternehmensbewertung von rund 1,77 Billionen US-Dollar. Damit ist es der größte Börsengang der Geschichte und schiebt sich vor Saudi Aramco aus dem Jahr 2019. Wichtig fürs Erwartungsmanagement: Die für Europa reservierte Tranche umfasst nur rund 10 Prozent der Emission, nicht die globale Retail-Quote von bis zu 30 Prozent.

Gehandelt wird unter dem Ticker SPCX am Nasdaq Global Select Market sowie an der Nasdaq Texas, das Settlement ist für den 15. Juni vorgesehen. Wann der erste tatsächliche Kurs zustande kommt, ist offen: Die reguläre Nasdaq-Session beginnt um 15:30 Uhr MESZ, der erste Börsenkurs (Opening Cross) fällt bei einem so großen Debüt aber regelmäßig später und ist nicht fix terminiert. Als Trade-Republic-Kunde handelst du die Aktie ohnehin nicht direkt an der Nasdaq, sondern über die LS Exchange (Lang & Schwarz). Laut Trade-Republic-App soll der Handel dort voraussichtlich gegen 22:00 Uhr (MESZ) starten, die App zeigt dazu einen Countdown mit dem Hinweis, dass das Trading voraussichtlich bald beginnt. Das ist eine Anzeige der App und kein fixer Börsentermin, der Start kann sich verschieben.

Auch die Zuteilung läuft noch: Trade Republic hat die Zeichnungsphase am 11. Juni um 12:00 Uhr geschlossen, das individuelle Zuteilungsergebnis wird laut App voraussichtlich am heutigen Vormittag eingebucht. Es ist also noch nicht klar, wie viele Aktien tatsächlich in deinem Depot landen. Berichten von CNBC zufolge (unter Berufung auf eine anonyme, nicht finale Quelle) wurde der Retail-Topf auf Deal-Ebene auf einen niedrigen 20-Prozent-Bereich gekürzt. Das beschreibt die Größe des für Privatanleger reservierten Topfes, nicht deine persönliche Zuteilungsquote.

Ein wichtiger Hinweis zur Quellenlage: Anders als zum Start der Funktion ist der SpaceX-Börsengang durch Primärquellen belegt. Es handelt sich um die echte Class-A-Mutteraktie von SpaceX (ISIN US84615Q1031), dokumentiert in der bei der SEC eingereichten S-1/A (CIK 1181412, Space Exploration Technologies Corp.) und in einem von der BaFin am 5. Juni 2026 gebilligten EU-Wertpapierprospekt. Es ist also kein Starlink-Börsengang, kein Zweckvehikel und kein tokenisiertes Ersatzprodukt. Zur Abgrenzung: Der separat über Kraken gehandelte SPCXx-Token ist ein tokenisiertes Abbild und nicht das, was du bei Trade Republic zeichnest. Die genauen Bedingungen, die Termine und die spezifischen Risiken dieses konkreten Falls behandeln wir separat. Alle Details dazu findest du im Artikel SpaceX-IPO bei Trade Republic zeichnen.

Wie sich die Zeichnung in der Praxis anfühlt, kannst du in unserem SpaceX-Selbstversuch mit 500 Euro mitverfolgen.

Fazit: Mehr Zugang, gleiche alte Regeln

Die Öffnung der Neuemissionen ist ein echter Schritt hin zu mehr Zugänglichkeit. Ein Markt, der früher hinter verschlossenen Türen lag, ist jetzt mit wenigen Taps in der App erreichbar, für einen Euro pro Order. Das ist ein niedrigschwelliges Angebot, und es passt zu dem, wofür Trade Republic seit Jahren steht.

Was sich nicht geändert hat, sind die Spielregeln des Börsengangs. Die Zuteilung bleibt unsicher, die Liquiditätsbindung bleibt unbequem, und der erste Handelstag kann in beide Richtungen ausschlagen. Der einfache Zugang ändert nichts daran, dass eine Neuemission eine Einzelaktien-Wette mit besonderen Tücken ist. Ob die Öffnung auch eine Reaktion auf das nahende PFOF-Aus ist, bleibt eine plausible Vermutung, die das Unternehmen selbst nicht bestätigt. Verstehen, was du zeichnest, und nur so viel einsetzen, wie in dein Gesamtdepot passt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Trade Republic öffnet ab dem 6. Juni 2026 ausgewählte IPOs für Privatanleger, Zeichnung direkt in der App zum Zuteilungspreis.
  • Kosten: 1 Euro Abwicklungspauschale pro Order, Zuteilung erfolgt pro rata.
  • Die volle Zeichnungssumme muss als Liquidität vorgehalten werden; Risiko einer ungewollten Vollzuteilung einkalkulieren.
  • Der Zusammenhang zwischen IPO-Öffnung und PFOF-Aus ist eine redaktionelle These, von Trade Republic nicht bestätigt.
  • Erster konkreter Fall: SpaceX, gepreist zum Festpreis von 135 US-Dollar, Handelsstart heute am 12. Juni 2026; mit rund 75 Milliarden US-Dollar Volumen und etwa 1,77 Billionen US-Dollar Bewertung der größte Börsengang der Geschichte, belegt durch SEC-S-1/A und BaFin-gebilligten EU-Prospekt.
  • Dies ist keine Anlageberatung. Klumpenrisiko und Zuteilungsunsicherheit vor jeder Zeichnung abwägen.
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