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Einen Tag nach dem PFOF-Aus macht Trade Republic ernst. Am 2. Juli 2026 hat der Broker eine neue Handelstechnologie vorgestellt, die verändert, wie deine Orders ausgeführt werden. Dahinter stecken drei Dinge: eine automatische Bestpreis-Ausführung über alle relevanten Börsen, ein neuer Ordertyp namens Direktpreis mit Zugang zu 30 Handelsplätzen, und ein Web Terminal mit Profi-Werkzeugen, das den Broker erstmals aus der App heraus auf den Desktop bringt. Klingt nach viel. Wir schauen, was davon deinen Alltag als Anleger tatsächlich verändert und wo Trade Republic mehr ankündigt als liefert.
Das Wichtigste in Kürze
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Trade Republic führt seit dem 2. Juli 2026 eine automatische Bestpreis-Ausführung ein. Der Broker vergleicht dafür Echtzeitkurse über alle relevanten Börsen und führt deine Order zum besten verfügbaren Kurs aus. Die Abwicklungspauschale bleibt bei 1 Euro pro Trade.
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Neu ist der Ordertyp Direktpreis: Für 2 Euro pro Trade wählst du deinen Handelsplatz aus 30 Börsen selbst, darunter Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq.
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Das neue Web Terminal bringt professionelles Charting, Screener und Live-Marktdaten kostenlos auf den Desktop. Trade Republic war bisher eine reine App.
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Der Zeitpunkt ist kein Zufall: Das EU-weite PFOF-Verbot gilt seit dem 1. Juli. Trade Republic übernimmt die Order-Ausführung jetzt selbst, statt sie wie bisher über Lang und Schwarz laufen zu lassen.
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Für Sparplan-Anleger ändert sich am Preis nichts. Für aktive Trader ist es ein echtes Upgrade.
Was Trade Republic geändert hat: die drei Bausteine
Die Ankündigung hat drei Teile. Zwei davon betreffen die Ausführung deiner Orders, der dritte ist ein völlig neues Produkt.
Bestpreis. Deine Order wird ab sofort automatisch zum besten verfügbaren Kurs ausgeführt. Trade Republic legt dafür ein aggregiertes Orderbuch an, das die Kurse aller relevanten liquiden Börsen zusammenführt, und ermittelt daraus den günstigsten Kauf- und den besten Verkaufskurs. Das gilt für jede Ordergröße. Der Preis dafür bleibt gleich: 1 Euro Abwicklungspauschale pro Trade, zuzüglich möglicher Fremdkosten und Spreads.
Direktpreis. Wer seinen Handelsplatz lieber selbst bestimmt, kann das jetzt tun. Über den neuen Ordertyp Direktpreis wählst du gezielt aus 30 Börsen, unter anderem Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Das funktioniert für Market-, Limit- und Stop-Orders und kostet 2 Euro pro Trade, unabhängig von der Ordergröße.
Web Terminal. Der dritte Baustein ist ein neues Geschäftsfeld. Trade Republic startet ein selbstgebautes Web Terminal für aktive Anleger, mit professionellem Charting, anpassbaren Workspaces, Aktien- und Derivate-Screenern, Portfolio-Analysen und Live-Marktdaten. Extra zahlen musst du dafür nichts.
Mit über 10 Millionen Kunden können wir Menschen Zugang zu Tools und Marktinfrastruktur geben, die bislang institutionellen Investoren, Banken und Hedgefonds vorbehalten waren. Das ist für uns der Kern der Demokratisierung des Investierens.Christian Hecker Mitgründer von Trade Republic, Pressemitteilung 2. Juli 2026
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Trade Republic
85 · Sehr gut
Bestpreis-Ausführung: was da genau passiert
Hier lohnt der genaue Blick, denn die Formulierung von Trade Republic hat einen Haken, den man leicht überliest. In der Mitteilung steht: Orders werden zum Bestpreis unter allen relevanten Börsen gegen Trade Republic ausgeführt.
Das bedeutet: Trade Republic tritt selbst als deine Gegenpartei auf. Deine Kauforder trifft nicht direkt auf einen Verkäufer an der Börse, sondern der Broker stellt dir den Kurs und wickelt den Handel intern ab. Das System vergleicht dabei handelbare Echtzeitkurse über alle relevanten Börsen und verspricht, dir den besten davon zu geben.
Bisher lief dieser Part über die LS Exchange von Lang und Schwarz. Genau diese Rolle übernimmt Trade Republic jetzt selbst. Das ist der eigentliche Umbau, technisch wie wirtschaftlich.
Trade Republic wird zur eigenen Gegenpartei. Das ist der eigentliche Umbau, nicht das schickere Web Terminal.
Für dich als Anleger hat das zwei Seiten. Ein aggregiertes Orderbuch über viele Börsen kann engere Kurse liefern als ein einzelner Handelsplatz, gerade bei internationalen Aktien. Gleichzeitig bleibt der Interessenkonflikt, der immer entsteht, wenn ein Broker gegen die eigenen Kunden handelt. Ob der versprochene Bestpreis wirklich der beste am Markt ist, lässt sich als Privatanleger schwer nachprüfen. Immerhin schafft Trade Republic mit dem kostenlosen globalen Orderbuch mehr Transparenz als zuvor: Du siehst Geld- und Briefkurse über alle Börsen hinweg und kannst sie in der App direkt gegen einzelne Handelsplätze halten.
Direktpreis: freie Börsenwahl für 2 Euro
Der Direktpreis ist die Antwort auf einen alten Kritikpunkt. Trade-Republic-Kunden konnten bisher nicht frei entscheiden, an welcher Börse sie handeln. Wer eine US-Aktie gezielt an der Nasdaq statt über einen deutschen Handelsplatz kaufen wollte, hatte Pech.
Das ist jetzt anders. Für 2 Euro pro Trade legst du den Handelsplatz selbst fest, aus 30 Börsen weltweit. Die App zeigt dir dazu die Live-Orderbücher der einzelnen Börsen kostenlos an, sodass du vor der Order vergleichen kannst. Für Market-, Limit- und Stop-Orders funktioniert das gleichermaßen.
Kurz gesagt: Für den durchschnittlichen ETF-Sparer ist das irrelevant. Wer aber gezielt an bestimmten Börsen handelt, etwa wegen Handelszeiten, Liquidität oder Währung, bekommt hier eine Freiheit, die es bei Trade Republic vorher schlicht nicht gab.
Das Web Terminal: Profi-Werkzeuge ohne Aufpreis
Trade Republic war immer eine reine Smartphone-App. Kein Web-Login zum Handeln, kein Desktop, nichts. Für viele war das ein Ausschlusskriterium, gerade für aktive Trader, die auf großen Bildschirmen mit mehreren Charts arbeiten.
Mit dem Web Terminal fällt diese Grenze. Es bringt professionelles Charting, individuell anpassbare Workspaces, Screener für Aktien und Derivate, Portfolio-Analysen und Live-Marktdaten für die wichtigsten Börsen. Und anders als bei vielen Konkurrenten kostet das nichts extra, kein Aufpreis, kein Mindestumsatz.
Wer stur den ETF-Sparplan bespart, merkt vom großen Umbau am wenigsten. Für aktive Trader ist es ein echtes Upgrade.
Die Erwartungen sollte man trotzdem etwas dämpfen. Ein Web Terminal am Starttag ist selten so ausgereift wie eine Plattform, die seit Jahren am Markt ist. Wie gut Screener, Charting und Datenqualität im Alltag wirklich sind, zeigt sich erst mit ein paar Wochen Nutzung. Wir schauen uns das genauer an, sobald das Terminal breit ausgerollt ist.
Der PFOF-Zusammenhang: warum ausgerechnet jetzt?
Das Timing ist kaum zufällig. Seit dem 1. Juli 2026 ist Payment for Order Flow in der EU verboten. Broker dürfen keine Rückvergütungen mehr dafür kassieren, dass sie Kundenorders an einen bestimmten Market Maker weiterleiten. Einen Tag später stellt Trade Republic seine Ausführung auf ein eigenes Modell um.
Interessant ist, was Trade Republic nicht sagt: In der offiziellen Mitteilung fällt das Wort PFOF kein einziges Mal. Der Broker verkauft den Umbau als Innovation und Demokratisierung, nicht als Reaktion auf ein Verbot. Beides kann gleichzeitig stimmen. Fakt ist, dass das alte Modell über Lang und Schwarz ohne die Rückvergütungen wirtschaftlich weniger attraktiv war. Indem Trade Republic die Ausführung selbst übernimmt, macht sich der Broker von diesem Erlösmodell unabhängig.
Die Reaktion am Markt kam prompt. Die Aktie von Lang und Schwarz gab am Tag der Ankündigung deutlich nach, weil dem Handelshaus mit der Internalisierung durch Trade Republic ein großer Order-Strom und damit Provisionen wegbrechen.
Was das PFOF-Verbot generell für Neobroker und ihre Kunden bedeutet, und wie Scalable Capital und justTRADE damit umgehen, haben wir im Detail aufgeschrieben: PFOF-Verbot ab Juli 2026: Was sich für Neobroker-Kunden ändert.
Was ändert sich für dich als Anleger?
Das hängt davon ab, wie du investierst.
Du besparst einen ETF-Sparplan oder handelst selten? Für dich ändert sich am wenigsten. Sparpläne bleiben bei Trade Republic kostenlos, die 1-Euro-Pauschale für Einzelkäufe bleibt. Im besten Fall bekommst du durch die neue Bestpreis-Logik minimal bessere Kurse, spüren wirst du das im Cent-Bereich kaum.
Du handelst aktiv, mit größeren Beträgen oder an internationalen Börsen? Für dich ist das ein echtes Upgrade. Das Web Terminal, die freie Börsenwahl per Direktpreis und die transparenten Live-Orderbücher sind Werkzeuge, die vorher gefehlt haben.
Bestpreis oder Direktpreis: was passt zu dir?
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Beim Gebührenvergleich lohnt der genaue Blick. Wie sich Trade Republic bei den Gesamtkosten gegen die Konkurrenz schlägt, liest du in unserem Überblick zu den Trade-Republic-Gebühren. Und wie der Broker insgesamt im Vergleich zu Scalable Capital dasteht, klärt unser Broker-Duell Trade Republic gegen Scalable Capital.
Häufige Fragen zur neuen Trade-Republic-Technologie
Für die Standard-Ausführung nicht. Die Abwicklungspauschale bleibt bei 1 Euro pro Trade, zuzüglich möglicher Fremdkosten und Spreads. Sparpläne bleiben kostenlos. Nur der neue, freiwillige Direktpreis kostet mit 2 Euro pro Trade mehr, dafür wählst du die Börse selbst.
Es bedeutet, dass Trade Republic bei der automatischen Bestpreis-Ausführung selbst als deine Gegenpartei auftritt, statt die Order an eine externe Börse weiterzuleiten. Der Broker vergleicht dafür Echtzeitkurse über alle relevanten Börsen und führt zum besten davon aus. Diese Rolle lag vorher bei Lang und Schwarz.
Trade Republic nennt 30 globale Handelsplätze, darunter ausdrücklich Xetra, Euronext, NYSE und Nasdaq. Die freie Wahl gilt für Market-, Limit- und Stop-Orders und kostet 2 Euro pro Trade.
Nein. Das Web Terminal ist ohne zusätzliche Kosten nutzbar. Es bietet Charting, Screener für Aktien und Derivate, Portfolio-Analysen und Live-Marktdaten. Gedacht ist es vor allem für aktive Anleger, die lieber am Desktop als in der App arbeiten.
Trade Republic stellt in der Mitteilung keinen direkten Bezug her und nennt PFOF nicht. Das Timing einen Tag nach dem EU-weiten Verbot und die Umstellung auf ein eigenes Ausführungsmodell legen den Zusammenhang aber nahe. Der Broker macht sich damit unabhängiger von Rückvergütungen, die es künftig nicht mehr geben darf.
Quellen
- Trade Republic: Pressemitteilung zur neuen Handelstechnologie (2. Juli 2026, via EQS-News)
- Trade Republic: Offizielle Website
- extraETF: Trade Republic baut den Broker um
- Startbase: Trade Republic reagiert auf das PFOF-Aus
Den vollständigen Test mit Score, Konditionen und Praxiserfahrungen findest du in unserem Trade Republic Testbericht. Dort halten wir die Bewertung aktuell, sobald sich zeigt, wie sich Bestpreis, Direktpreis und Web Terminal im Alltag schlagen.
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