Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
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Wero ist das neue europäische Bezahlsystem, das PayPal, Giropay und Apple Pay Konkurrenz machen soll
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N26 integriert Wero ab Mitte 2026 – zunächst für Peer-to-Peer-Zahlungen, später für Online- und Ladenzahlungen
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Wero funktioniert über die bestehende SEPA-Infrastruktur: Instant Payments in Sekunden, ohne Zwischenhändler
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Mit 46 Millionen Nutzern in Europa nach 16 Monaten wächst Wero schnell – aber die Akzeptanz im Handel ist noch begrenzt
Ein europäisches Bezahlsystem, das ohne Visa, Mastercard oder PayPal auskommt – das ist Wero. Seit Juli 2024 ist die App der European Payments Initiative (EPI) in mehreren EU-Ländern aktiv. Und jetzt steigt N26 ein: Ab Mitte 2026 können N26-Kunden in Deutschland, Frankreich und den Niederlanden Wero direkt in der Banking-App nutzen.
Was bedeutet das für dich? Dieser Ratgeber erklärt, was Wero kann, wie es funktioniert und ob es PayPal und Apple Pay ersetzen wird.
Was ist Wero?
Wero ist ein digitales Bezahlsystem, entwickelt von der European Payments Initiative (EPI) – einem Konsortium aus 16 europäischen Banken und Zahlungsdienstleistern. Das Ziel: Ein einheitliches europäisches Bezahlen, unabhängig von amerikanischen Kreditkartennetzen.
Die Idee: Statt Visa, Mastercard oder PayPal als Mittelsmann zu brauchen, laufen Zahlungen direkt über die europäische SEPA-Infrastruktur – von Bank zu Bank, in Echtzeit, ohne Umweg.
Der Name: Wero ersetzt bestehende nationale Systeme: Giropay in Deutschland, Paylib in Frankreich, iDEAL in den Niederlanden und Payconiq in Belgien/Luxemburg.
Wero-Nutzer in Europa nach 16 Monaten (Stand Dezember 2025)
Quelle: EPI Company
Was kann Wero?
Wero wird schrittweise ausgebaut. Der aktuelle Stand:
Bereits verfügbar (seit 2024)
Peer-to-Peer-Zahlungen: Geld an Freunde und Familie senden – in Echtzeit, per Handynummer oder QR-Code. Vergleichbar mit PayPal-Überweisungen, aber direkt zwischen Bankkonten.
In Einführung (2025-2026)
Online-Zahlungen: Im Onlineshop mit Wero bezahlen, statt Kreditkartendaten einzugeben. Der Händler bekommt das Geld sofort.
Zahlungen im Laden: Per NFC am Terminal bezahlen – wie Apple Pay oder Google Pay, aber über Wero.
Wero vs. bestehende Bezahlsysteme
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
N26 und Wero: Was ändert sich?
Im Dezember 2025 hat N26 die Partnerschaft mit EPI bekannt gegeben. Ab der zweiten Jahreshälfte 2026 wird Wero direkt in die N26-App integriert:
Phase 1 (Mitte 2026): Peer-to-Peer-Zahlungen. Du kannst Geld an andere Wero-Nutzer senden – egal ob sie N26, Sparkasse oder eine andere Partnerbank nutzen. Per Handynummer oder QR-Code.
Phase 2 (später 2026): Online-Zahlungen. Im Onlineshop mit Wero bezahlen, wenn der Händler es akzeptiert.
Phase 3 (2027?): NFC-Zahlungen im Laden. Mit dem Smartphone an der Kasse bezahlen, über Wero statt Apple Pay.
Wichtig: Wero ersetzt nicht deine N26-Karte. Du kannst weiterhin mit deiner Mastercard Debit bezahlen. Wero ist eine zusätzliche Option – besonders nützlich für Peer-to-Peer-Überweisungen und perspektivisch für Online-Zahlungen.
Welche Banken unterstützen Wero?
Wero wird von einem breiten Bankenkonsortium getragen. In Deutschland sind unter anderem dabei:
Sparkassen (über den Deutschen Sparkassen- und Giroverband)
Volksbanken und Raiffeisenbanken (über die DZ Bank)
Deutsche Bank und Postbank
ING
N26 (ab Mitte 2026)
Noch nicht dabei: Revolut, Trade Republic, bunq und Vivid Money haben sich Wero bisher nicht angeschlossen. Ob und wann diese Neobanken folgen, ist unklar.
Was bedeutet Wero für den Alltag?
Geld an Freunde senden
Statt „Überweise mir das Geld“ oder „Schick mir per PayPal“ heißt es künftig: „Schick mir per Wero.“ Die Zahlung kommt in Sekunden an – direkt auf dem Bankkonto, ohne Umweg über eine separate Plattform.
Im Onlineshop bezahlen
Ab 2026 soll Wero als Zahlungsoption in Onlineshops erscheinen. Der Vorteil gegenüber PayPal: Kein separates Konto nötig, keine Kreditkartendaten eingeben. Du bestätigst die Zahlung in deiner Banking-App.
An der Ladenkasse
Mit NFC-Unterstützung (geplant ab 2026) könnte Wero Apple Pay und Google Pay ergänzen – oder für Nutzer, die nicht im Apple/Google-Ökosystem sind, eine Alternative bieten.
Wird Wero PayPal ersetzen?
Vorteile
- Europäische Datenhoheit: Deine Zahlungsdaten bleiben in Europa, nicht bei US-Unternehmen
- Günstigere Händlergebühren: Wero soll für Händler günstiger sein als PayPal und Kreditkarten
- Direkte Bank-zu-Bank-Zahlung: Kein Zwischenhändler, der Gebühren berechnet
- Keine separate App nötig: Wero wird in deine Banking-App integriert
Nachteile
- Noch geringe Akzeptanz im Handel: Nur wenige Onlineshops akzeptieren Wero bisher
- Kein Käuferschutz: PayPal bietet Käuferschutz bei Streitigkeiten – Wero nicht
- Nicht alle Neobanken dabei: Revolut, Trade Republic und bunq fehlen noch
- Kalter Start-Problem: Wero wird nur relevant, wenn genug Nutzer UND Händler mitmachen
Fazit
Wero hat das Potenzial, die Art zu verändern, wie Europa bezahlt. Ein einheitliches, bankenübergreifendes Bezahlsystem ohne amerikanische Zwischenhändler – das ist die Vision. Mit dem Einstieg von N26 ab Mitte 2026 wird Wero erstmals für eine große Neobank-Kundschaft zugänglich.
Kurzfristig bleibt Wero vor allem für Peer-to-Peer-Zahlungen interessant: Geld an Freunde senden, ohne PayPal oder Umwege. Die echte Revolution – Onlineshop-Zahlungen und NFC an der Kasse – steht noch bevor. Ob Wero PayPal ernsthaft Konkurrenz machen kann, hängt davon ab, wie schnell Händler und weitere Neobanken einsteigen.
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