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Du willst bei OpenAI oder Anthropic dabei sein, am liebsten sofort und mit einem Klick im Depot. Diese Seite ist die ehrliche Antwort darauf. Eine Aktie von OpenAI oder Anthropic kannst du heute nicht kaufen, weil keine an der Börse notiert ist. Es gibt seriöse indirekte Wege, und die funktionieren über ganz normale, börsennotierte Unternehmen, die du über deinen Broker handeln kannst.
Vorweg eine Einordnung, damit du den Rest richtig liest. Jeder dieser Wege ist ein Stellvertreter, kein direkter Anteil. Wer das verschweigt, führt dich in die Irre. Wir gehen alle drei Routen durch und sagen bei jeder offen, wo der Haken liegt.
Das Wichtigste in Kürze
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Eine direkte OpenAI- oder Anthropic-Aktie gibt es heute nicht. Beide stehen erst im Stadium der vertraulichen S-1-Einreichung, ohne Preis und ohne Ticker.
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Weg 1 sind die börsennotierten Backer: Microsoft (OpenAI), Amazon und Alphabet (Anthropic). Du kaufst damit aber den ganzen Konzern, nicht den KI-Anteil.
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Weg 2 ist die Picks-and-Shovels-Idee rund um Nvidia und die Chip-Lieferanten. Eine saubere Kurs-Korrelation zu den KI-Laboren gibt es nicht.
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Weg 3 sind breit gestreute KI-ETFs. Sie halten keine direkten Anteile an OpenAI oder Anthropic, senken aber das Klumpenrisiko.
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Gekauft wird jeder dieser Wege ganz normal über einen Neobroker, als Einzelaktie, ETF oder Sparplan.
Direkt geht es noch nicht
Beginnen wir bei der Frage, die dich wahrscheinlich hergebracht hat. Kann ich jetzt eine OpenAI- oder Anthropic-Aktie kaufen? Nein. Beide Unternehmen haben Anfang Juni 2026 lediglich einen vertraulichen S-1-Entwurf bei der US-Börsenaufsicht SEC eingereicht, Anthropic am 1. Juni, OpenAI am 8. Juni. Das ist der erste formale Schritt Richtung Börse, aber eben nur der erste.
Vertraulich heißt: Die Unterlagen liegen zunächst nur der Aufsicht vor. Es gibt zum heutigen Stand keinen Ausgabepreis, kein Ticker-Symbol und kein verbindliches Börsendatum. Solange das so bleibt, kann dir niemand seriös eine konkrete Aktie zu einem konkreten Preis verkaufen. Wer es trotzdem versucht, etwa mit tokenisierten Anteilen oder angeblichen Vorzugszuteilungen, sollte deine Alarmglocken läuten lassen. Die Hintergründe zum Stand beider Börsengänge findest du im OpenAI & Anthropic Börsengang, dem zentralen Wegweiser zu diesem Thema.
Was bleibt, sind die indirekten Wege. Und die sind für die meisten Privatanleger ohnehin der vernünftigere Zugang. Hier sind alle drei.
Die drei Wege im Überblick
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
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Trade Republic
85 · Sehr gut
Scalable Capital
84 · Sehr gut
Weg 1: über die börsennotierten Backer
Der direkteste indirekte Weg führt über die großen Tech-Konzerne, die schon heute Milliarden in OpenAI und Anthropic gesteckt haben. Diese Konzerne sind an der Börse handelbar. Kaufst du ihre Aktie, hältst du indirekt ein Stück an ihren KI-Beteiligungen, aber eben nur ein Stück. Jetzt zu den Zahlen und zu dem Punkt, den die meisten Werbeartikel weglassen.
Microsoft ist der wichtigste Backer von OpenAI und hält laut Quartalsbericht zum 31. März 2026 rund 27 Prozent. Das klingt nach viel, und genau hier musst du genau hinsehen. Diese 27 Prozent sind die nominelle Eigenkapitalquote auf as-converted-Basis. Der tatsächliche wirtschaftliche Wert hängt vom sogenannten Liquidations-Wasserfall ab, also davon, wer im Ernstfall in welcher Reihenfolge bedient wird. Microsoft selbst verbucht die Beteiligung deshalb nach einer Hilfsmethode, die genau diese Abweichung zwischen Quote und echtem Anspruch abbildet. Die 27 Prozent sind ausdrücklich nicht gleichbedeutend mit 27 Prozent eines möglichen IPO-Erlöses.
Ein zweiter Punkt macht Microsoft als Proxy zusätzlich unscharf. Der Konzern ist bei OpenAI nicht nur Investor, sondern gleichzeitig wichtigster Cloud-Partner. OpenAI zahlt also einen Teil des eingesammelten Geldes für Rechenkapazität wieder an Microsoft zurück. Der größte Buchgewinn, den Microsoft zuletzt aus dem Engagement meldete, stammte zudem überwiegend aus der OpenAI-Rekapitalisierung im Oktober 2025, nicht aus laufenden Erträgen. Für dich heißt das: Was am Ende beim Microsoft-Aktionär ankommt, ist eine Mischrechnung aus vielen Faktoren, von denen die reine Beteiligungsquote nur einer ist.
Bei Anthropic sind es zwei Konzerne. Amazon hat insgesamt rund 13 Milliarden US-Dollar investiert, mit der Option auf weitere Tranchen bei Meilensteinen. Alphabet, der Google-Mutterkonzern, kündigte im April 2026 eine mögliche Investition von bis zu 40 Milliarden US-Dollar an, davon 10 Milliarden sofort und 30 Milliarden an Meilensteine geknüpft. Wie hoch die genaue Beteiligungsquote von Amazon oder Alphabet ist, ist nicht öffentlich. Es kursieren Schätzungen im mittleren bis hohen Zehnerbereich, doch belastbare Prozentwerte gibt es erst mit der öffentlichen S-1-Einreichung. Jede Aussage nach dem Muster „X Prozent gehören Y“ ist bis dahin mit Vorsicht zu lesen.
Und das ist der Haken, der für alle drei Konzerne gilt.
Der Proxy ist stark verwässert. Microsoft, Amazon und Alphabet sind gigantische Konzerne mit einer Marktkapitalisierung im Billionenbereich. Ihre KI-Beteiligung ist nur ein kleiner Teil des Ganzen. Wenn du eine dieser Aktien kaufst, kaufst du Windows und Azure, das Amazon-Handelsgeschäft samt AWS oder die Google-Suche samt Werbegeschäft. Der OpenAI- oder Anthropic-Anteil ist davon nur ein Bruchteil und bewegt den Aktienkurs entsprechend wenig. Selbst ein spektakulärer KI-Börsengang schlägt nicht eins zu eins auf den Kurs durch. Du wettest auf den ganzen Konzern, nicht auf das KI-Labor allein.
Eine Microsoft-Aktie ist keine OpenAI-Aktie im Kleinformat. Sie ist eine Microsoft-Aktie, in der ein bisschen OpenAI steckt.
Das ist kein Argument gegen diesen Weg. Wer ohnehin breit in große Tech-Konzerne investieren will, bekommt das KI-Exposure quasi gratis dazu und trägt dabei das Risiko eines einzelnen, noch unprofitablen Labors nur in homöopathischer Dosis. Du solltest nur wissen, was du da kaufst, und es nicht mit einem direkten Einstieg verwechseln.
Weg 2: Picks-and-Shovels rund um Nvidia
Beim Goldrausch verdienten oft nicht die Goldgräber das Geld, sondern die, die Schaufeln und Spitzhacken verkauften. Auf den KI-Boom übertragen heißt das: Statt auf ein einzelnes Labor zu setzen, investierst du in die Infrastruktur, die alle Labore brauchen. Und die wichtigste Schaufel der KI-Welle sind die Rechenchips.
Der Name, der hier fällt, ist Nvidia. Das Unternehmen ist Hauptlieferant der KI-Beschleuniger, auf denen praktisch alle großen Modelle trainiert und betrieben werden. Nvidia selbst ist direkt beteiligt: Rund 30 Milliarden US-Dollar stecken in OpenAI, rund 10 Milliarden in Anthropic. CEO Jensen Huang signalisierte allerdings im März 2026, die Anthropic-Beteiligung werde wahrscheinlich die letzte sein. Sein Argument: Die bevorstehenden Börsengänge schließen das Fenster für private Beteiligungen. Aus dem direkten Investor wird also tendenziell wieder das, was Nvidia ohnehin macht: Lieferant.
Ein wichtiger Punkt zur Kurskorrelation. Es gibt keinen seriös belegbaren Zusammenhang zwischen dem Nvidia-Kurs und dem Börsenerfolg eines einzelnen KI-Labors. Wer dir eine feste Korrelation vorrechnet, erfindet sie. Nvidia profitiert strukturell vom gesamten KI-Ausbau, nicht von einem bestimmten IPO. Das ist eine Wette auf den anhaltenden Hunger nach Rechenleistung, mit allen Risiken eines zyklischen Einzelwerts. Wenn die Investitionen der Tech-Konzerne in Rechenzentren irgendwann abflachen, trifft das die Schaufelverkäufer zuerst.
Weg 3: breit gestreute KI-ETFs
Wenn dich das Thema KI als Ganzes reizt und dir das Risiko eines einzelnen Wertes zu hoch ist, sind ETFs der logische Weg. Ein ETF bündelt viele Aktien in einem Korb: Statt auf ein Unternehmen setzt du auf eine ganze Branche, was das Klumpenrisiko deutlich senkt. Geht eine Firma im Korb unter, fangen die anderen es zum Teil auf.
Es gibt mehrere etablierte ETFs mit Fokus auf künstliche Intelligenz. Die folgenden drei nennen wir ausdrücklich als Beispiele für diese Kategorie, nicht als Empfehlung. Welcher zu dir passt, hängt von Kosten, Zusammensetzung und deiner Strategie ab, und das musst du selbst prüfen.
- L&G Artificial Intelligence UCITS ETF, ISIN IE00BK5BCD43, Anbieter Legal & General, laufende Kosten rund 0,49 Prozent pro Jahr.
- iShares AI Infrastructure UCITS ETF, ISIN IE000X59ZHE2, Anbieter BlackRock, laufende Kosten rund 0,35 Prozent pro Jahr.
- Xtrackers Artificial Intelligence & Big Data UCITS ETF, ISIN IE00BGV5VN51, Anbieter DWS, laufende Kosten rund 0,35 Prozent pro Jahr.
So bequem das klingt, ein Punkt ist nicht verhandelbar und gilt für jeden dieser Fonds.
KI-ETFs halten keine direkten Anteile an OpenAI oder Anthropic. Beide Unternehmen sind nicht börsennotiert, also können sie in keinem ETF stecken. Diese Fonds investieren ausschließlich in bereits gelistete Firmen aus dem KI-Umfeld, etwa Chiphersteller, Cloud-Anbieter und Softwarekonzerne. Du setzt damit auf das Thema KI, nicht auf einen dieser beiden Börsengänge. Einen Kausalzusammenhang zwischen einem KI-IPO und der Wertentwicklung eines solchen ETFs gibt es nicht.
Dafür bekommst du etwas, das die ersten beiden Wege nicht bieten: echte Streuung. Du bist nicht von einem Konzern und nicht von einem einzelnen Börsengang abhängig, sondern von der Branche insgesamt.
So kaufst du das konkret
Egal, welcher der drei Wege dich überzeugt, der praktische Teil ist unkompliziert. Du brauchst ein Wertpapierdepot bei einem Broker, der Einzelaktien und ETFs handelbar macht. Bei Neobrokern wie Trade Republic oder Scalable Capital eröffnest du das Depot per App, und der Kauf läuft in wenigen Schritten. Bevor du dich entscheidest, lohnt ein Blick in unseren Trade-Republic-Test und unseren Scalable-Capital-Test, damit du weißt, wo du handelst und was der Anbieter kostet.
Für eine Einzelaktie wie Microsoft, Amazon, Alphabet oder Nvidia suchst du das Papier über den Namen oder die ISIN, gibst den Betrag ein und kaufst. Bei einem ETF funktioniert es genauso, nur suchst du hier nach der ISIN aus der Liste oben. Praktisch ist die Sparplan-Option: Du legst einen festen monatlichen Betrag fest, der automatisch in den gewählten ETF oder die Aktie fließt. So kaufst du regelmäßig und musst nicht den perfekten Einstiegszeitpunkt treffen, den ohnehin niemand kennt.
Ein Hinweis zu den US-Konzernen: Microsoft, Amazon, Alphabet und Nvidia sind an US-Börsen notiert. Seriöse deutsche Neobroker machen diese Werte über deutsche Handelsplätze handelbar, sodass du sie ganz normal in Euro kaufen kannst. Du musst dafür kein US-Depot eröffnen und auch nicht auf einen Anbieter ausweichen, der dir vermeintlich exklusiven Vorab-Zugang verspricht. Genau solche Versprechen sind das Warnsignal, von dem im gesamten Cluster die Rede ist.
Welcher Broker für deine Situation der passende ist, hängt von Ordergebühren, Sparplan-Angebot und handelbaren Börsenplätzen ab. Die konkrete Anbieter-Übersicht findest du gleich im Anschluss.
Risiko-Einordnung
Bevor du loslegst, ein paar nüchterne Hinweise. Das hier ist keine Anlageberatung, sondern eine Einordnung, die dir helfen soll, die Wege realistisch zu bewerten.
Vorteile
- Alle drei Wege sind über ein normales Depot zugänglich, kein Pre-IPO-Konstrukt, kein Graumarkt.
- Backer-Aktien tragen das Risiko eines einzelnen KI-Labors nur verdünnt, weil das Geschäft breit aufgestellt ist.
- ETFs streuen über viele Firmen und senken so das Klumpenrisiko deutlich.
- Sparpläne erlauben den Einstieg in kleinen, regelmäßigen Schritten statt auf einen Schlag.
Nachteile
- Kein Weg ist direktes Exposure. Du hältst nie einen echten Anteil an OpenAI oder Anthropic.
- Bei den Backern ist die KI-Beteiligung nur ein Bruchteil des Konzerns und bewegt den Kurs kaum.
- Einzelaktien wie Nvidia schwanken stark und hängen am Investitionszyklus der ganzen Branche.
- Aktien können fallen. Auch ein heißes Thema schützt nicht vor Verlusten.
Der wichtigste Fehler in dieser Phase ist FOMO, also die Angst, etwas zu verpassen. Es gibt keinen Grund zur Eile und keine Zuteilung, die du heute sichern müsstest. Beide Börsengänge stehen erst am Anfang. Wer aus Angst überstürzt in ein dubioses Pre-IPO-Angebot springt, riskiert deutlich mehr als jemand, der in Ruhe einen der seriösen indirekten Wege wählt.
Der ruhige Weg über ein normales Depot schlägt jede angebliche Abkürzung, die dir jemand heute andrehen will.
Fazit
Direkt eine OpenAI- oder Anthropic-Aktie kaufen geht heute nicht, das ist der ehrliche Ausgangspunkt. Aber du bist deshalb nicht außen vor. Über die börsennotierten Backer, über die Picks-and-Shovels-Idee rund um Nvidia oder über breit gestreute KI-ETFs gibt es seriöse Wege, am Thema teilzuhaben. Wichtig ist nur, dass du bei jedem Weg weißt, dass es ein Stellvertreter ist und kein direkter Anteil.
Wenn du den größeren Zusammenhang noch einmal nachlesen willst, wie weit beide Börsengänge wirklich sind und was die Bewertungen bedeuten, findest du alles im OpenAI & Anthropic Börsengang. Und bevor du irgendwo Geld in die Hand nimmst, lies unbedingt, welche Maschen gerade kursieren und woran du sie erkennst, unter OpenAI-Aktie kaufen, Vorsicht vor Fallen.
Dieser Beitrag ist eine journalistische Einordnung und keine Anlageberatung. Er enthält keine Kursprognose und keine Kauf- oder Verkaufsempfehlung. Genannte ETFs sind Beispiele für eine Kategorie, keine Empfehlung.
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