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Radar-Grafik in Navy und Emerald: Zwei stille Umbauten und ein Countdown, Wochenrückblick vom 2. August 2026
Tobis Finanzradar

Zwei stille Umbauten und ein Countdown: meine Funde der Woche

· Tobias Rehermann · 3 Min. Lesezeit
Radar-Grafik in Navy und Emerald: Zwei stille Umbauten und ein Countdown, Wochenrückblick vom 2. August 2026

Diese Woche gab es keine einzige laute Schlagzeile aus der Neobanken-Welt. Und genau das ist die Geschichte: Die zwei wichtigsten Änderungen der Woche standen in keiner Pressemitteilung. Ich habe sie gefunden, weil ich turnusmäßig die Preisverzeichnisse und Impressen der Anbieter gegenprüfe.

Deshalb geht es heute um das Stille: zwei Umbauten, die dich Geld kosten können, wenn du sie verpasst, und einen Countdown, der in vier Wochen abläuft.

Was mir diese Woche aufgefallen ist:

1. Aus Santander wird Openbank, und die alte Openbank macht leise die Tür zu. 👀
Das klingt verwirrender, als es ist, darum der Reihe nach: Die Openbank, die spanische Santander-Tochter mit dem verzinsten Girokonto, nimmt seit Mitte Juli keine Neukunden mehr an. Bestandskunden behalten ihr Konto, es läuft nur über ein neues Portal weiter. Gleichzeitig hat die Santander Consumer Bank AG sich in „Openbank Deutschland AG“ umbenannt. Gleicher Name, aber eine völlig andere Bank: eine Filialbank mit anderem Angebot, deren Tagesgeld nach vier Aktionsmonaten mit 2,75 % auf magere 0,30 % fällt. Wer also demnächst „Openbank“ googelt, landet bei einem anderen Produkt als dem, das hier lange im Test stand. Was aus der alten Openbank geworden ist, habe ich dir im Testbericht notiert, und wer Zinsen sucht, findet die aktuellen Top-Angebote hier.

2. justTRADE hat die Preise umgebaut, es aber nicht laut gesagt.
Seit dem PFOF-Verbot zum 1. Juli müssen Neobroker ihr Geld anders verdienen. justTRADE galt lange als der Broker ohne Antwort darauf. Die Antwort stand dann still im Preisverzeichnis: Die Orderprovision beträgt jetzt 2,90 Euro, nur an zwei Handelsplätzen (LS Exchange und Tradegate BSX) gleicht eine Ausgleichszahlung das aus, dort zahlst du weiterhin den gewohnten einen Euro. Wer über Quotrix handelt, zahlt fast das Dreifache von früher. Die Werbeseiten erzählen derweil weiter von drei gleichberechtigten Börsen. Mein Rat, wenn du dort handelst: Schau vor jeder Order auf den Handelsplatz. Die ganze PFOF-Geschichte samt justTRADE-Update und der aktuelle Stand im Testbericht.

3. Der September-Countdown läuft: noch vier Wochen zu alten Preisen.
Zwei angekündigte Erhöhungen werden zum 1. und 2. September real. Bei Scalable Capital kosten Orders über Xetra und gettex dann pauschal 1,99 Euro, und zwar auch mit dem bezahlten PRIME+-Abo; die Gratis-Regel ab 250 Euro Ordervolumen überlebt nur auf der hauseigenen Börse EIX. Bei N26 endet der kostenlose Aktienhandel, ab dem 2. September kostet jeder Trade 0,90 Euro. Wenn du ohnehin geplante Käufe oder Umschichtungen vor dir herschiebst: Der August ist der günstigere Monat dafür. Details bei Scalable und zur N26-Ordergebühr.

Zwei Randnotizen noch: Die US-Notenbank hat am Mittwoch zum fünften Mal pausiert, diesmal aber mit drei Stimmen für eine Erhöhung. Für deine Tagesgeldzinsen ändert das nichts, die Spitze liegt weiter bei 4,00 % für Neukunden, und die EZB entscheidet erst am 10. September wieder. Und Scalable Capital hat sich in eine Aktiengesellschaft umgewandelt. Das ist ein Verwaltungsschritt, der einen späteren Börsengang möglich macht, mehr aber noch nicht: Es gibt weder einen Termin noch eine Ankündigung.

Nichts davon brennt heute Abend. Aber die Woche zeigt, warum es sich lohnt, regelmäßig nachzuschauen: Die teuersten Änderungen sind oft die, die keiner ankündigt.

Schönen Sonntagabend noch,
Tobi

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