Sonntagmittag, Kaffee in der Hand. ☕️ Diese Woche war im ersten Moment unspektakulär: kein Krypto-Allzeithoch, kein Börsengang zum Mitfiebern, keine laute Schlagzeile. Und trotzdem hat sich etwas verschoben, wenn man genauer hinschaut.
Denn diesmal haben nicht die schnellen Neobroker die Nachrichten gemacht, sondern die langsamen Institutionen dahinter: die Banken hinter Wero, die BaFin, die Volksbanken. Ich finde das ehrlich gesagt spannender als jeden Kurssprung, weil hier gerade die Spielregeln für die nächsten Jahre geschrieben werden.
Was mir diese Woche aufgefallen ist:
1. Wero kommt endlich im Alltag an. 👀
Wero ist der Bezahldienst der europäischen Banken, der es irgendwann mit PayPal aufnehmen soll. Das größte Problem war bisher: Man konnte damit fast nirgends bezahlen. Genau das ändert sich gerade. Seit letzter Woche kannst du im Decathlon-Onlineshop mit Wero zahlen, Deutschland ist dabei der erste Markt weltweit, und Lidl macht als erster großer Lebensmittelhändler mit. Klingt klein, ist aber der Moment, in dem so ein Bezahldienst von der Ankündigung zur echten Option wird. Was Wero ist und wo es jetzt funktioniert.
2. Die BaFin wird beim neuen Broker-Verbot konkret.
Seit dem 1. Juli dürfen Neobroker kein Geld mehr dafür nehmen, deine Orders an bestimmte Börsen zu leiten. Das nennt sich PFOF, und Trade Republic wie Scalable sind darauf auf eigene Handelsplätze ausgewichen. Am 22. Juli hat die BaFin dazu klare Ansagen gemacht, was erlaubt ist und was als Umgehung gilt. Für dich heißt das vor allem: Die Aufsicht schaut jetzt genau hin, ob gebührenfrei auch wirklich fair für dich ausgeht. Was das Verbot für deine Orderkosten bedeutet.
3. Nach den Sparkassen ziehen jetzt die Volksbanken nach.
Vor ein paar Wochen haben die Sparkassen ihr Wertpapier-Angebot S-Neo bundesweit ausgerollt. Jetzt planen offenbar auch die Volksbanken einen eigenen Neobroker, gedacht für Neukunden, mit verzinstem Verrechnungskonto und Karte. Noch ist es nur ein Projekt und nichts final entschieden. Aber die Richtung ist klar: Die Filialbanken wollen ihre Kundschaft nicht kampflos an Trade Republic und Co. verlieren. Was hinter Projekt Zuwachs steckt, habe ich dir im Detail aufgeschrieben, und wie es die Sparkassen mit S-Neo machen, gibt schon einen guten Vorgeschmack.
Und einer noch zum Praktischen: Beim Tagesgeld bröckelt die Spitze. Der bisherige Spitzenreiter hat seinen Aktionszins deutlich gesenkt, vorne liegen jetzt Angebote um die 4,00 % für Neukunden. Wichtig bleibt: Das sind Aktionszinsen für ein paar Monate, keine Trendwende. Der EZB-Einlagensatz liegt unverändert bei 2,25 %, ein weiterer Anstieg ist also erstmal nicht in Sicht. Wer sich noch einen guten Satz sichern will, schaut jetzt hin. Die aktuellen Top-Angebote.
Nichts davon musst du heute sofort umkrempeln. Aber es lohnt sich, einmal kurz zu schauen, wo dein Geld liegt und was es dort tut.
Schönen Sonntag noch,
Tobi
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