Zum Hauptinhalt springen
Grün leuchtender Radar-Bildschirm erfasst ein sich auflösendes Prozentzeichen, ein Smartphone mit Euro-Schein und ein Sparschwein, daneben dampft ein Morgenkaffee: der Finanzradar-Wochenrückblick (KI-generiertes Bild)
Tobis Finanzradar

Die 4 Prozent gehen leise, Wero kommt an: meine Funde der Woche

· 6 Min. Lesezeit
Grün leuchtender Radar-Bildschirm erfasst ein sich auflösendes Prozentzeichen, ein Smartphone mit Euro-Schein und ein Sparschwein, daneben dampft ein Morgenkaffee: der Finanzradar-Wochenrückblick (KI-generiertes Bild)

Sonntagmorgen, kurz nach acht. Das Haus schläft noch, der erste Kaffee dampft neben der Tastatur, und draußen kündigt sich einer dieser warmen Augusttage an, die man nicht am Schreibtisch verbringen sollte. Genau deshalb schreibe ich den Radar heute ausnahmsweise vor dem Frühstück: Wenn du das hier liest, ist er für mich abgehakt, und der Rest des Tages gehört der Familie.

Leicht war die Woche trotzdem nicht, denn spektakulär war hier wenig. Dafür erzählen meine drei Funde alle dieselbe Geschichte: Die große Zahl in der Schlagzeile ist selten die Zahl, die für dein Geld zählt.

Das Wichtigste in Kürze

  • Die norisbank beerdigt ihre 4-Prozent-Neukundenaktion und zahlt stattdessen dauerhaft 2,25 Prozent. Das klingt schlechter, ist für viele aber ehrlicher.
  • Consorsbank kontert gegen den Markttrend mit 3,60 Prozent Aktionszins für fünf Monate.
  • Geld per Handynummer statt IBAN: Wero funktioniert jetzt auch bei N26.
  • Frühstart-Rente: Die 10 Euro vom Staat nimmst du mit. Dein eigenes Geld gehört bei typischen Sparraten eher ins flexible Kinderdepot.

Fund 1: Die 4 Prozent verschwinden, und das ist ehrlicher, als es klingt

Die norisbank hat ihre auffälligste Zahl abgeschafft. 4,00 Prozent aufs Tagesgeld für Neukunden, das war monatelang eine der lautesten Zahlen am deutschen Zinsmarkt. Seit Anfang August gibt es stattdessen 2,25 Prozent, dafür ohne Ablaufdatum, solange das Girokonto dort besteht.

Der erste Reflex sagt: Verschlechterung. Die Rechnung sagt etwas anderes. Die 4 Prozent galten nur sechs Monate. Bei 10.000 Euro waren das rund 200 Euro Zinsen, danach war Schluss mit der Aktion. Die neuen 2,25 Prozent bringen auf dieselbe Summe 225 Euro pro Jahr, ohne dass du dir einen Wecker für das Aktionsende stellen musst. Wer sein Geld länger liegen lässt, fährt mit der unspektakulären Zahl oft besser. Wer nur Zins-Hopping betreibt, für den war die alte Aktion attraktiver. Das gehört zur Ehrlichkeit dazu.

Spannender wird es im Vergleich: Während die Vergleichsportale für den Gesamtmarkt zum ersten Mal seit fast einem Jahr Stillstand beim Durchschnittszins melden, legt die Consorsbank in die andere Richtung nach. Seit Mitte der Woche gibt es dort 3,60 Prozent für Neukunden, garantiert für fünf Monate, vorher waren es 3,40. Auch das ist ein Aktionszins mit eingebautem Verfallsdatum, kein Versprechen für die Ewigkeit.

Für dein Geld heißt das: Bei Tagesgeld-Angeboten stehen die zwei wichtigsten Informationen fast nie in der Schlagzeile: Wie lange gilt der Zins, und was kommt danach. Beide Fragen beantworten wir laufend im Tagesgeld-Vergleich.

Fund 2: Wero ist bei N26 angekommen, und damit endgültig im Alltag

Tobis Finanz-Radar Kostenlos 📡
Tobis Finanz-Radar

Hab dein Geld auf dem Schirm.

Ich schick dir die wichtigsten Zinsen, Aktionen und Konto-News auf WhatsApp. Bevor die anderen sie checken.

2 bis 4x pro Woche · kostenlos · jederzeit abbestellen

Anonym: Ich sehe nicht, wer abonniert. Jederzeit still wieder weg.

Per WhatsApp abonnieren

N26 hat diese Woche Wero freigeschaltet. Du schickst Geld an eine Handynummer oder E-Mail-Adresse, ganz ohne IBAN. Laut N26 ist es in unter zehn Sekunden da, zunächst in Deutschland und Frankreich. Ein paar Tage vorher war schon die norisbank gestartet, als drittes Haus der Deutsche-Bank-Gruppe.

Warum mich das mehr freut als manche Zinsmeldung: Es ist eine dieser Änderungen, die man nicht bemerkt, bis man sie zum ersten Mal benutzt. Die geteilte Rechnung im Biergarten, das Geld für das Geschenk der Kollegin, der Anteil an der Ferienwohnung. Bisher hieß das: IBAN diktieren, vertippen, nochmal diktieren. Mit Wero heißt es: Handynummer auswählen, fertig. Wer bei Sparkasse, Volksbank, ING, Deutscher Bank, Postbank, Revolut oder eben jetzt N26 ist, hat die Funktion bereits in der Banking-App und muss sie nur einmal aktivieren.

Die Lücken benenne ich ehrlich: Die DKB ist weiterhin nicht dabei und hat sich nach eigener Auskunft schlicht noch nicht entschieden. Trade Republic fehlt ebenfalls. Wer mitmacht und wie die Einrichtung geht, halte ich im Wero-Überblick aktuell.

Fund 3: Die Frühstart-Rechnung, die kaum jemand aufmacht

Über die Frühstart-Rente wurde diese Woche viel geschrieben: 10 Euro vom Staat, jeden Monat, für jedes Kind ab dem sechsten Geburtstag, geplant ab 2027. Die Frage, die mich dabei mehr beschäftigt hat als das Staatsgeld selbst: Was machst du mit deinem eigenen Geld, wenn das Programm startet?

Ich habe es durchgerechnet, mit offenen Annahmen. Bei einer typischen Sparrate von 50 Euro im Monat kommen über zwölf Jahre je nach Marktlage grob 2.000 bis 3.300 Euro an Erträgen zusammen. Dein Kind hat aber einen eigenen Sparerpauschbetrag von 1.000 Euro pro Jahr: Auf Erträge in dieser Größenordnung zahlt es im Regelfall keinen Cent Steuern. Der steuerfreie Mantel des Frühstart-Vertrags spart dir also fast nichts. Was er sicher kostet: Das Geld ist bis zur Rente deines Kindes gebunden. Nicht bis zum Führerschein, nicht bis zur Ausbildung, bis zur Rente.

Für dein Geld heißt das: Das Staatsgeld ab 2027 nimmst du mit. Das kostet dich nichts. Die eigene Sparrate wandert bei den meisten Familien besser in ein flexibles Kinderdepot. Die komplette Rechnung mit allen Annahmen steht im Frühstart-Beitrag.

Die Masche der Woche: Festgeld per E-Mail

Die BaFin warnt gerade in auffälliger Dichte vor Festgeld-Angeboten, die per E-Mail kommen und aussehen, als kämen sie von bekannten Zinsportalen. Die Absender-Adressen imitieren echte Marken, zuletzt etwa angebliche Raisin- und CHECK24-Domains. Dahinter stecken Identitätsdiebe, die es auf deine Daten und dein Geld abgesehen haben. Die Regel ist einfach: Festgeld schließt du nie über einen Link aus einer E-Mail ab. Tippe die Adresse der Bank oder des Portals immer selbst ein.

Zwei Termine, unverändert im Kalender

Beide standen schon letzte Woche an dieser Stelle, beide rücken näher. Am 2. September wird bei N26 die Ordergebühr von 0,90 Euro je Einzelorder für alle wirksam, Sparpläne bleiben kostenlos. Am 10. September entscheidet die EZB über die Zinsen. Eine Prognose bekommst du von mir weiterhin nicht, eine Einordnung danach schon.

Warum ausgerechnet diese drei

Weil alle drei denselben blinden Fleck treffen: Die Schlagzeilen-Zahl ist nicht die Zahl, die zählt. Bei der norisbank sieht die kleinere Zahl nach Rückschritt aus und ist für viele die bessere. Bei Wero steht überhaupt keine Zahl im Raum, dabei spart es dir ab sofort bei jeder geteilten Rechnung das IBAN-Getippe. Und bei der Frühstart-Rente reden alle über die 10 Euro vom Staat, während die eigentliche Entscheidung leise daneben fällt, nämlich beim eigenen Geld.

Nichts davon musst du heute erledigen. Es ist Sonntag, und zwar ein sommerlicher. Falls du unter der Woche ohnehin in deine Banking-App schaust: Prüf einmal, ob dein Tagesgeld noch einen Zins mit Ablaufdatum trägt. Das dauert eine Minute und ist genau die Sorte Blick, die sich auszahlt.

Ich klappe den Laptop jetzt zu, der Kaffee ist leer und am Frühstückstisch wird es langsam laut. Schönen Sonntag dir,
Tobi

Quellen

norisbank Tagesgeld-Umstellung: biallo.de. Consorsbank-Aktionszins: mobiflip.de. N26 startet Wero: it-finanzmagazin.de. BaFin-Warnungen: bafin.de. Alle weiteren Angaben stammen aus unseren eigenen, im Text verlinkten Artikeln.

Stand: 16. August 2026, 8:20 Uhr

Tobis Finanz-Radar Kostenlos 📡
Tobis Finanz-Radar

Hab dein Geld auf dem Schirm.

Ich schick dir die wichtigsten Zinsen, Aktionen und Konto-News auf WhatsApp. Bevor die anderen sie checken.

2 bis 4x pro Woche · kostenlos · jederzeit abbestellen

Anonym: Ich sehe nicht, wer abonniert. Jederzeit still wieder weg.

Per WhatsApp abonnieren

Transparenz-Hinweis: neuebanken.de finanziert sich über Affiliate-Links. Wenn du über unsere Links ein Konto eröffnest, erhalten wir eventuell eine Vergütung. Am Preis ändert sich für dich nichts. Unsere Bewertungsmethodik findest du unter So bewerten wir.