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Goldener Bitcoin vor einem regulatorischen Tor als Symbol für den MiCA-Krypto-Stichtag am 1. Juli 2026
Hintergründe

Krypto-Stichtag 1. Juli 2026: Diese Börsen dürfen dich bald nicht mehr bedienen (und was die Sparkasse damit zu tun hat)

· Christian Jansen · 11 Min. Lesezeit
Goldener Bitcoin vor einem regulatorischen Tor als Symbol für den MiCA-Krypto-Stichtag am 1. Juli 2026

Das Wichtigste in Kürze

  • Zum 1. Juli 2026 ist die Übergangsfrist der EU-Krypto-Verordnung MiCA endgültig ausgelaufen. Börsen ohne EU-Lizenz müssen deutsche Kunden jetzt abweisen oder ihr Geschäft abwickeln.
  • Wer Bitcoin über N26, Revolut oder Trade Republic kauft, ist nicht betroffen. Diese Anbieter stehen unter BaFin-Aufsicht und dürfen weiterarbeiten.
  • Betroffen sind vor allem Nutzer ausländischer oder unregulierter Börsen. Ob deine Plattform eine Lizenz hat, prüfst du in zwei Minuten im ESMA-Register.
  • Sparkassen und Volksbanken öffnen 2026 den Krypto-Handel direkt in ihren Banking-Apps. Reguliertes Krypto wird damit zum ganz normalen Bankprodukt.

Seit dem 1. Juli 2026 ist geregelt, wer in der EU überhaupt noch Kryptowährungen anbieten darf. Die Übergangsfrist der EU-Krypto-Verordnung MiCA ist ausgelaufen, und zwar endgültig: ohne Verlängerung, ohne Schonfrist. Krypto-Börsen ohne europäische Lizenz müssen deutsche Kunden jetzt abweisen oder ihr Geschäft geordnet abwickeln.

Für die meisten Leser ist das eine gute Nachricht. Wer Bitcoin über seine Banking-App kauft, merkt von dem Stichtag wenig. Wer dagegen bei einer ausländischen Börse liegt, sollte jetzt einmal genau hinschauen. Und mitten in all dem steigt ausgerechnet die konservativste Bankengruppe des Landes ins Krypto-Geschäft ein: die Sparkasse.

Was am 1. Juli 2026 wirklich passiert

MiCA steht für „Markets in Crypto-Assets“, die einheitliche EU-Verordnung für den Krypto-Markt. Seit Ende 2024 gilt: Wer in der EU gewerblich Kryptowährungen anbietet, also tauscht, verwahrt oder vermittelt, braucht dafür eine offizielle Lizenz als Krypto-Dienstleister. Für Anbieter, die schon vorher am Markt waren, gab es eine Übergangsfrist. Genau diese Frist endet jetzt.

Der 1. Juli 2026 ist der harte EU-weite Schlusspunkt. Ab diesem Tag gibt es kein Grandfathering mehr. Ein Anbieter braucht eine gültige MiCA-Lizenz, muss seinen EU-Betrieb abwickeln oder handelt schlicht rechtswidrig. Ein eingereichter, aber noch nicht genehmigter Antrag reicht dabei nicht aus. Wer am Stichtag nur „in Prüfung“ steht, darf nicht einfach weitermachen.

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in der EU zugelassene Krypto-Dienstleister im ESMA-Register (Stand Juni 2026)

Quelle: ESMA MiCA-Register

Für Deutschland gibt es eine Besonderheit, die viele übersehen: Die BaFin hat die nationale Übergangsfrist schon Ende Dezember 2025 auslaufen lassen. Ein rein deutscher Anbieter brauchte seine Lizenz also bereits ein halbes Jahr früher. Der 1. Juli betrifft damit vor allem Plattformen aus dem Ausland, die sich bisher auf die längere EU-Frist eines anderen Mitgliedsstaats berufen haben.

Am 1. Juli endet nicht das Krypto-Investment. Es endet die Zeit, in der jede beliebige Börse aus dem Netz dich bedienen durfte.
Ende 2025 Deutschland (BaFin) 1. Juli 2026 EU-weit, endgültig

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Bevor du nervös wirst: Die wenigsten Leser dieser Seite sind direkt betroffen. Alles hängt davon ab, wo deine Coins liegen.

Du bist auf der sicheren Seite, wenn du über deine Bank kaufst. N26, Revolut und Trade Republic sind als Bank oder Wertpapierinstitut von der BaFin beaufsichtigt. Diese Anbieter dürfen weiterarbeiten, an deinem Krypto-Bestand ändert sich nichts. Auch große, in der EU lizenzierte Börsen laufen normal weiter.

Du solltest prüfen, wenn deine Coins auf einer ausländischen Krypto-Börse liegen, die du irgendwann über das Internet eröffnet hast. Ob diese Plattform eine MiCA-Lizenz besitzt, findest du in wenigen Minuten heraus.

So prüfst du den Lizenzstatus deiner Börse:

  • ESMA-Register: Die europäische Wertpapieraufsicht führt eine offizielle Liste aller zugelassenen Krypto-Dienstleister. Etwas technisch, aber die maßgebliche Quelle.
  • casptracker.eu: Unabhängige, nutzerfreundliche Übersicht, die das ESMA-Register wöchentlich aufbereitet. Such einfach den Namen deiner Börse.
  • BaFin-Datenbank: Für in Deutschland beaufsichtigte Krypto-Institute.

Welche Börsen weiterlaufen, welche nicht

Eine EU-Lizenz aus einem einzigen Mitgliedsstaat gilt über das sogenannte Passporting automatisch in allen 27 EU-Ländern. Eine Börse mit Lizenz aus Österreich oder den Niederlanden darf also auch deutsche Kunden bedienen. Diese großen Anbieter haben ihre Zulassung nach unserem Recherchestand bereits in der Tasche:

MiCA-Lizenzstatus bekannter Krypto-Börsen (Stand Anfang Juli 2026)

Coinbase
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht EU-Zulassung (seit 2025)
Kraken
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht Irland / Luxemburg
Bitpanda
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht Österreich (FMA)
Bitvavo
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht Niederlande (AFM)
OKX
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht Malta (MFSA)
Crypto.com
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht Malta (MFSA)
Bybit (EU)
Lizenz-Status Lizenziert
Aufsicht Österreich (FMA)
KuCoin
Lizenz-Status Lizenziert, EU-Umzug
Aufsicht Österreich (FMA)
Binance
Lizenz-Status Antrag zurückgezogen, keine EU-Lizenz
Aufsicht Rückzug, Neuantrag geplant
MEXC, Phemex, Bitfinex
Lizenz-Status Keine Lizenz / unklar
Aufsicht Risiko

Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.

Zwei Dinge solltest du einordnen. Selbst lizenzierte Börsen krempeln teils ihr Setup um: KuCoin etwa zieht Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum auf eine eigene EU-Einheit um und schränkt Neuanmeldungen auf der globalen Plattform ein. Es kann also sein, dass du dein Konto migrieren oder neu verifizieren musst, obwohl der Anbieter weiter erlaubt ist.

Ein eigener Fall ist Binance, die größte Krypto-Börse der Welt. Sie hat ihren MiCA-Lizenzantrag in Griechenland zurückgezogen und geht damit zum Stichtag ohne EU-Lizenz in den Juli. Nach eigenen Angaben schränkt Binance regulierte Services in mehreren EU-Ländern ein, genannt werden unter anderem Frankreich, Italien, Polen und Spanien. Die Guthaben der Kunden sollen laut Binance sicher und weiter zugänglich bleiben, einen neuen Lizenzantrag will das Unternehmen in einem anderen Mitgliedsstaat stellen, voraussichtlich in Frankreich. Wer dort ein Konto hat, sollte den eigenen Kontostatus und die offiziellen Mitteilungen jetzt genau im Blick behalten.

Diese Liste ist eine Momentaufnahme. Lizenzen kommen wöchentlich dazu, einzelne Anbieter ändern ihr EU-Setup. Verlass dich vor einer Entscheidung nicht allein auf diese Tabelle, sondern prüfe den aktuellen Eintrag deiner Börse im ESMA-Register oder bei casptracker.eu.

Was du jetzt tun solltest, falls deine Börse keine Lizenz hat

Wenn dein Anbieter nach dem Check ohne Lizenz dasteht, gilt: nicht hektisch, aber auch nicht abwarten. Ein typisches Abwicklungsfenster für Bestandskunden liegt bei 30 bis 90 Tagen, in denen meist noch Auszahlungen möglich sind. Neue Käufe und Einzahlungen werden dagegen oft sofort gesperrt.

Schritt-für-Schritt Anleitung

1

Lizenz prüfen

Schau im ESMA-Register oder bei casptracker.eu nach, ob deine Börse zugelassen ist. Nur wenn nicht, sind die folgenden Schritte für dich relevant.
2

Bestand aufnehmen

Verschaff dir einen Überblick: Welche Coins liegen wo, und hast du offene Hebel- oder Margin-Positionen?
3

Offene Positionen schließen

Schließe offene Futures- oder Margin-Positionen. Das größte Risiko bei einer Kontosperrung ist eine Zwangsliquidierung zur Unzeit.
4

Auszahlung testen

Zieh zuerst einen kleinen Betrag ab, um sicherzugehen, dass die Auszahlung funktioniert.
5

Guthaben umziehen

Übertrag größere Bestände zu einer lizenzierten Plattform oder in deine eigene Hardware-Wallet.
6

Jetzt nicht mehr aufschieben

Da der Stichtag erreicht ist, werden die Support-Warteschlangen bei betroffenen Börsen voller. Wer zügig handelt, vermeidet Stress.

Löst der Wechsel der Börse Steuern aus?

Diese Frage beantwortet kaum ein anderer Ratgeber sauber, dabei ist sie für viele die wichtigste. Die gute Nachricht: Ein reiner Transfer deiner Coins von Börse A zu Börse B oder in deine eigene Wallet ist kein Verkauf. Es entsteht kein steuerlicher Gewinn, also auch keine Steuer. Du verschiebst nur den Aufbewahrungsort.

Steuerlich relevant wird es erst, wenn du tatsächlich verkaufst, also Coins in Euro oder eine andere Kryptowährung tauschst. Dann greift die übliche Regel: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind Gewinne steuerfrei, darunter gilt eine Freigrenze. Wer also nur umzieht, statt zu verkaufen, behält auch seine bisherige Haltefrist. Die Details dazu haben wir in unserem Ratgeber zu Steuern bei Krypto und Wertpapieren aufgeschrieben. Ob diese steuerfreie Haltefrist bald fällt, liest du in unserem Beitrag zur geplanten Abschaffung der Krypto-Haltefrist. Neu ist seit 2026 außerdem, dass Krypto-Börsen deine Daten automatisch ans Finanzamt melden. Was die neue Krypto-Meldepflicht konkret bedeutet, liest du in unserem separaten Ratgeber.

Hinweis: Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Steuerberatung. Bei größeren Beständen oder unklarer Anschaffungshistorie lohnt der Blick zum Steuerberater.

Was wird aus USDT und anderen Stablecoins?

Ein Sonderfall sind Stablecoins, also an den Dollar oder Euro gekoppelte Krypto-Token. Der mit Abstand größte, Tether (USDT), erfüllt die MiCA-Anforderungen nicht und hat sich bewusst gegen eine Lizenz entschieden. EU-regulierte Börsen, die nicht zugelassene Stablecoins weiter aktiv handeln, riskieren ihre eigene Lizenz. Die Folge: An vielen EU-Plattformen wird der aktive Handel von USDT-Paaren eingeschränkt oder eingestellt. Bereits gehaltene Token kannst du je nach Anbieter meist weiter verwahren oder verkaufen.

Als MiCA-konforme Alternative gilt USDC vom Anbieter Circle, der über eine entsprechende E-Geld-Lizenz verfügt. Wer Stablecoins als Parkposition nutzt, sollte in den nächsten Monaten genau auf die Hinweise seiner Börse achten.

Und Sparkasse und Volksbank? Krypto wird zum Bankprodukt

Während unregulierte Börsen vom Markt gedrängt werden, passiert anderswo das Gegenteil. Die konservativsten Bankengruppen des Landes bringen 2026 Krypto in ihre Banking-Apps. Sparkassen und Volksbanken öffnen den Handel mit Bitcoin und Ether direkt im gewohnten Online-Banking, über das Jahr gestaffelt rollend. Reguliertes Krypto erreicht damit die breite Mitte der deutschen Bankkunden.

Bei den Sparkassen übernimmt die DekaBank die Abwicklung, die Verwahrung läuft über die Börse Stuttgart Digital. Angeboten werden Bitcoin und Ethereum, direkt in der Sparkassen-App. Der Rollout ist regional gestaffelt: Jede der rund 370 Sparkassen entscheidet selbst, ob und wann sie das Angebot freischaltet.

Bei den Volksbanken und Raiffeisenbanken heißt das Angebot meinKrypto, technisch umgesetzt von Atruvia und der DZ Bank, die dafür Ende 2025 die MiCA-Zulassung der BaFin erhalten hat. Den Anfang machte die VR-Bank Würzburg im Mai 2026, seitdem ziehen weitere Institute nach. meinKrypto läuft in der VR Banking App und bietet mit Bitcoin, Ethereum, Litecoin und Cardano etwas mehr Auswahl. Verwahrt wird ebenfalls über die Börse Stuttgart Digital, gehandelt über die EUWAX.

Wenn Sparkasse und Volksbank Bitcoin verkaufen, ist die Frage nach der Seriosität geklärt. Offen bleibt die Frage nach dem Preis.

Beide Angebote sind ausdrücklich beratungsfrei und richten sich an Selbstentscheider: Kein Berater empfiehlt dir Bitcoin, in der App stehen klare Totalverlust-Warnungen. Zusammen erreichen Sparkassen und Genossenschaftsbanken bis zu 80 Millionen Kundenbeziehungen.

Ein Punkt verdient dabei besondere Aufmerksamkeit: der Preis. Kostenlos ist der Handel in keinem Fall, beide Gruppen berechnen eine Provision plus Spread. Die konkreten Zahlen stehen allerdings erst im Preis- und Leistungsverzeichnis der jeweiligen Hausbank. Genau da liegt der Haken gegenüber spezialisierten Anbietern: Bei Trade Republic (rund 1 Euro plus Spread) oder einer Krypto-Börse siehst du die Kosten vorab. Was Hausbank-Krypto wirklich kostet und wann sich der bequeme Weg lohnt, ordnen wir im Detail in unserem Ratgeber zu Krypto bei Sparkasse und Volksbank ein.

Der Schritt reiht sich in eine breitere Bewegung ein: Erst kam mit S-Neo der eigene Neobroker für Aktien und ETFs, jetzt folgt Krypto.

Was heißt das alles für dich?

Der 1. Juli 2026 ist kein Untergang, sondern eine Aufräumaktion. Reguliertes Krypto wird zur Normalität, unregulierte Anbieter verlieren den Zugang zum europäischen Markt. Für die meisten Leser dieser Seite, die ihre Coins ohnehin über die Bank-App oder eine große lizenzierte Börse kaufen, ändert sich vor allem eines: Es wird mehr seriöse Auswahl geben, heute schon bis hin zu Sparkasse und Volksbank.

Wer dagegen noch bei einer ausländischen Plattform ohne Lizenz liegt, hat jetzt einen guten Anlass, das zu ändern. Prüf den Status, zieh dein Guthaben rechtzeitig um, und wähl einen Anbieter, der auch nach dem Stichtag noch für dich da ist. Wie der Krypto-Kauf über die eigene Bank konkret funktioniert und was er kostet, zeigt unser Ratgeber zu Krypto bei Neobanken.

Nein. Solange deine Coins auf einer lizenzierten Plattform oder in deiner eigenen Wallet liegen, musst du nichts verkaufen. Betroffen sind nur Anbieter ohne EU-Lizenz, und auch dort geht es ums Umziehen, nicht ums Verkaufen.

Nein. Diese Anbieter stehen als Bank oder Wertpapierinstitut unter europäischer Finanzaufsicht, bei Trade Republic und N26 unter der deutschen BaFin. Sie dürfen Krypto weiter anbieten, dein Bestand bleibt unberührt.

Am einfachsten über das offizielle ESMA-Register der zugelassenen Krypto-Dienstleister oder über die unabhängige Übersicht casptracker.eu, die das Register nutzerfreundlich aufbereitet. Such dort einfach den Namen deiner Börse.

Kostenlos ist er nicht: Es fällt eine Provision plus Spread an. Die genaue Höhe steht im Preis- und Leistungsverzeichnis deiner jeweiligen Sparkasse. Dasselbe gilt für die Volksbanken. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Krypto bei Sparkasse und Volksbank.

An EU-regulierten Börsen wird der aktive Handel von USDT-Paaren zunehmend eingeschränkt, weil Tether die MiCA-Vorgaben nicht erfüllt. Bereits gehaltene Token lassen sich je nach Anbieter meist weiter verwahren oder verkaufen. Als konforme Alternative gilt USDC.


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