Inhaltsverzeichnis

Das Wichtigste in Kürze
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Am 1. Juli 2026 endet die Übergangsfrist der EU-Krypto-Verordnung MiCA endgültig. Börsen ohne EU-Lizenz müssen deutsche Kunden danach abweisen oder ihr Geschäft abwickeln.
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Wer Bitcoin über N26, Revolut oder Trade Republic kauft, ist nicht betroffen. Diese Anbieter stehen unter BaFin-Aufsicht und dürfen weiterarbeiten.
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Betroffen sind vor allem Nutzer ausländischer oder unregulierter Börsen. Ob deine Plattform eine Lizenz hat, prüfst du in zwei Minuten im ESMA-Register.
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Parallel öffnet die Sparkasse ab Sommer 2026 den Krypto-Handel für ihre Kunden. Reguliertes Krypto wird damit zum Bankprodukt von der Stange.
Am 1. Juli 2026 ändert sich, wer in der EU überhaupt noch Kryptowährungen anbieten darf. An diesem Tag läuft die Übergangsfrist der EU-Krypto-Verordnung MiCA aus, und zwar endgültig: ohne Verlängerung, ohne Schonfrist. Krypto-Börsen ohne europäische Lizenz müssen deutsche Kunden danach abweisen oder ihr Geschäft geordnet abwickeln.
Für die meisten Leser ist das eine gute Nachricht. Wer Bitcoin über seine Banking-App kauft, merkt von dem Stichtag wenig. Wer dagegen bei einer ausländischen Börse liegt, sollte jetzt einmal genau hinschauen. Und mitten in all dem steigt ausgerechnet die konservativste Bankengruppe des Landes ins Krypto-Geschäft ein: die Sparkasse.
Was am 1. Juli 2026 wirklich passiert
MiCA steht für „Markets in Crypto-Assets“, die einheitliche EU-Verordnung für den Krypto-Markt. Seit Ende 2024 gilt: Wer in der EU gewerblich Kryptowährungen anbietet, also tauscht, verwahrt oder vermittelt, braucht dafür eine offizielle Lizenz als Krypto-Dienstleister. Für Anbieter, die schon vorher am Markt waren, gab es eine Übergangsfrist. Genau diese Frist endet jetzt.
Der 1. Juli 2026 ist der harte EU-weite Schlusspunkt. Ab diesem Tag gibt es kein Grandfathering mehr. Ein Anbieter braucht eine gültige MiCA-Lizenz, muss seinen EU-Betrieb abwickeln oder handelt schlicht rechtswidrig. Ein eingereichter, aber noch nicht genehmigter Antrag reicht dabei nicht aus. Wer am Stichtag nur „in Prüfung“ steht, darf nicht einfach weitermachen.
in der EU zugelassene Krypto-Dienstleister im ESMA-Register (Stand Juni 2026)
Quelle: ESMA MiCA-Register
Für Deutschland gibt es eine Besonderheit, die viele übersehen: Die BaFin hat die nationale Übergangsfrist schon Ende Dezember 2025 auslaufen lassen. Ein rein deutscher Anbieter brauchte seine Lizenz also bereits ein halbes Jahr früher. Der 1. Juli betrifft damit vor allem Plattformen aus dem Ausland, die sich bisher auf die längere EU-Frist eines anderen Mitgliedsstaats berufen haben.
Am 1. Juli endet nicht das Krypto-Investment. Es endet die Zeit, in der jede beliebige Börse aus dem Netz dich bedienen durfte.
Anbieter in diesem Artikel
Lies die ausführlichen Testberichte oder schau dir die Anbieter direkt an.
Trade Republic
85 · Sehr gut
Revolut
81 · Sehr gut
justTRADE
72 · Gut
Bist du überhaupt betroffen? Der schnelle Check
Bevor du nervös wirst: Die wenigsten Leser dieser Seite sind direkt betroffen. Alles hängt davon ab, wo deine Coins liegen.
Du bist auf der sicheren Seite, wenn du über deine Bank kaufst. N26, Revolut und Trade Republic sind als Bank oder Wertpapierinstitut von der BaFin beaufsichtigt. Diese Anbieter dürfen weiterarbeiten, an deinem Krypto-Bestand ändert sich nichts. Auch große, in der EU lizenzierte Börsen laufen normal weiter.
Du solltest prüfen, wenn deine Coins auf einer ausländischen Krypto-Börse liegen, die du irgendwann über das Internet eröffnet hast. Ob diese Plattform eine MiCA-Lizenz besitzt, findest du in wenigen Minuten heraus.
So prüfst du den Lizenzstatus deiner Börse:
- ESMA-Register: Die europäische Wertpapieraufsicht führt eine offizielle Liste aller zugelassenen Krypto-Dienstleister. Etwas technisch, aber die maßgebliche Quelle.
- casptracker.eu: Unabhängige, nutzerfreundliche Übersicht, die das ESMA-Register wöchentlich aufbereitet. Such einfach den Namen deiner Börse.
- BaFin-Datenbank: Für in Deutschland beaufsichtigte Krypto-Institute.
Welche Börsen weiterlaufen, welche nicht
Eine EU-Lizenz aus einem einzigen Mitgliedsstaat gilt über das sogenannte Passporting automatisch in allen 27 EU-Ländern. Eine Börse mit Lizenz aus Österreich oder den Niederlanden darf also auch deutsche Kunden bedienen. Diese großen Anbieter haben ihre Zulassung nach unserem Recherchestand bereits in der Tasche:
MiCA-Lizenzstatus bekannter Krypto-Börsen (Stand Juni 2026)
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Zwei Dinge solltest du einordnen. Selbst lizenzierte Börsen krempeln teils ihr Setup um: KuCoin etwa zieht Kunden aus dem Europäischen Wirtschaftsraum auf eine eigene EU-Einheit um und schränkt Neuanmeldungen auf der globalen Plattform ein. Es kann also sein, dass du dein Konto migrieren oder neu verifizieren musst, obwohl der Anbieter weiter erlaubt ist.
Außerdem war der Status von Binance zu unserem Recherchestand uneinheitlich. Ein Antrag in Griechenland lief, eine behördliche Bestätigung der vollständigen Lizenz lag noch nicht vor. Wer dort liegt, sollte den eigenen Kontostatus und die offiziellen Mitteilungen besonders aufmerksam verfolgen.
Diese Liste ist eine Momentaufnahme. Lizenzen kommen wöchentlich dazu, einzelne Anbieter ändern ihr EU-Setup. Verlass dich vor einer Entscheidung nicht allein auf diese Tabelle, sondern prüfe den aktuellen Eintrag deiner Börse im ESMA-Register oder bei casptracker.eu.
Was du jetzt tun solltest, falls deine Börse keine Lizenz hat
Wenn dein Anbieter nach dem Check ohne Lizenz dasteht, gilt: nicht hektisch, aber auch nicht abwarten. Ein typisches Abwicklungsfenster für Bestandskunden liegt bei 30 bis 90 Tagen, in denen meist noch Auszahlungen möglich sind. Neue Käufe und Einzahlungen werden dagegen oft sofort gesperrt.
Schritt-für-Schritt Anleitung
Lizenz prüfen
Bestand aufnehmen
Offene Positionen schließen
Auszahlung testen
Guthaben umziehen
Nicht bis zum Stichtag warten
Löst der Wechsel der Börse Steuern aus?
Diese Frage beantwortet kaum ein anderer Ratgeber sauber, dabei ist sie für viele die wichtigste. Die gute Nachricht: Ein reiner Transfer deiner Coins von Börse A zu Börse B oder in deine eigene Wallet ist kein Verkauf. Es entsteht kein steuerlicher Gewinn, also auch keine Steuer. Du verschiebst nur den Aufbewahrungsort.
Steuerlich relevant wird es erst, wenn du tatsächlich verkaufst, also Coins in Euro oder eine andere Kryptowährung tauschst. Dann greift die übliche Regel: Nach mehr als einem Jahr Haltedauer sind Gewinne steuerfrei, darunter gilt eine Freigrenze. Wer also nur umzieht, statt zu verkaufen, behält auch seine bisherige Haltefrist. Die Details dazu haben wir in unserem Ratgeber zu Steuern bei Krypto und Wertpapieren aufgeschrieben.
Hinweis: Das ist eine allgemeine Einordnung, keine Steuerberatung. Bei größeren Beständen oder unklarer Anschaffungshistorie lohnt der Blick zum Steuerberater.
Was wird aus USDT und anderen Stablecoins?
Ein Sonderfall sind Stablecoins, also an den Dollar oder Euro gekoppelte Krypto-Token. Der mit Abstand größte, Tether (USDT), erfüllt die MiCA-Anforderungen nicht und hat sich bewusst gegen eine Lizenz entschieden. EU-regulierte Börsen, die nicht zugelassene Stablecoins weiter aktiv handeln, riskieren ihre eigene Lizenz. Die Folge: An vielen EU-Plattformen wird der aktive Handel von USDT-Paaren eingeschränkt oder eingestellt. Bereits gehaltene Token kannst du je nach Anbieter meist weiter verwahren oder verkaufen.
Als MiCA-konforme Alternative gilt USDC vom Anbieter Circle, der über eine entsprechende E-Geld-Lizenz verfügt. Wer Stablecoins als Parkposition nutzt, sollte in den nächsten Monaten genau auf die Hinweise seiner Börse achten.
Und die Sparkasse? Krypto wird zum Bankprodukt
Während unregulierte Börsen vom Markt gedrängt werden, läuft auf der anderen Seite genau das Gegenteil. Ab Sommer 2026 will die Sparkassen-Finanzgruppe ihren Kunden den Handel mit Kryptowährungen anbieten, direkt im gewohnten Online-Banking. Reguliertes Krypto erreicht damit die breite Mitte der deutschen Bankkunden.
Die technische Abwicklung übernimmt die DekaBank, eine Tochter der Sparkassen, zusammen mit der Börse Stuttgart Digital für Handel und Verwahrung. Konzipiert ist das Angebot ausdrücklich als beratungsfreies Produkt für Selbstentscheider: Die Sparkassenberater werden nicht zu Bitcoin beraten, in der App stehen klare Risikohinweise. Aus Sicht der Sparkasse bleibt Krypto eine hochspekulative Anlageklasse.
Wenn die Sparkasse Bitcoin verkauft, ist die Frage nach der Seriosität endgültig geklärt. Es bleibt die Frage nach dem Preis.
Zwei Punkte verdienen dabei Aufmerksamkeit. Bestätigt ist bisher nur Bitcoin. Welche weiteren Coins dazukommen, ist offiziell noch nicht kommuniziert. Und was die Kosten angeht: Kostenlos wird der Handel nicht. An den Handelsgebühren will die Sparkasse mitverdienen, wie hoch sie ausfallen, entscheidet sich aber erst bis zum Start im Sommer 2026. Dazu kommt, dass jede regionale Sparkasse selbst entscheidet, ob und wann sie das Angebot freischaltet. Der Start wird je nach Haus zu unterschiedlichen Zeitpunkten kommen.
Der Schritt reiht sich in eine breitere Bewegung ein: Erst kam mit S-Neo der eigene Neobroker für Aktien und ETFs, jetzt folgt Krypto. Wer sich für die Kostenfrage interessiert, sollte den Vergleich nicht scheuen. Eine Pauschale von rund einem Euro pro Order, wie sie etwa Trade Republic für Krypto verlangt, ist ein hoher Maßstab.
Was heißt das alles für dich?
Der 1. Juli 2026 ist kein Untergang, sondern eine Aufräumaktion. Reguliertes Krypto wird zur Normalität, unregulierte Anbieter verlieren den Zugang zum europäischen Markt. Für die meisten Leser dieser Seite, die ihre Coins ohnehin über die Bank-App oder eine große lizenzierte Börse kaufen, ändert sich vor allem eines: Es wird mehr seriöse Auswahl geben, bald bis zur Sparkasse.
Wer dagegen noch bei einer ausländischen Plattform ohne Lizenz liegt, hat jetzt einen guten Anlass, das zu ändern. Prüf den Status, zieh dein Guthaben rechtzeitig um, und wähl einen Anbieter, der auch nach dem Stichtag noch für dich da ist. Wie der Krypto-Kauf über die eigene Bank konkret funktioniert und was er kostet, zeigt unser Ratgeber zu Krypto bei Neobanken.
Nein. Solange deine Coins auf einer lizenzierten Plattform oder in deiner eigenen Wallet liegen, musst du nichts verkaufen. Betroffen sind nur Anbieter ohne EU-Lizenz, und auch dort geht es ums Umziehen, nicht ums Verkaufen.
Nein. Diese Anbieter stehen als Bank oder Wertpapierinstitut unter europäischer Finanzaufsicht, bei Trade Republic und N26 unter der deutschen BaFin. Sie dürfen Krypto weiter anbieten, dein Bestand bleibt unberührt.
Am einfachsten über das offizielle ESMA-Register der zugelassenen Krypto-Dienstleister oder über die unabhängige Übersicht casptracker.eu, die das Register nutzerfreundlich aufbereitet. Such dort einfach den Namen deiner Börse.
Das steht noch nicht fest und entscheidet sich erst bis zum Start im Sommer 2026. Klar ist nur, dass der Handel nicht kostenlos sein wird, die Sparkasse will an den Gebühren mitverdienen.
An EU-regulierten Börsen wird der aktive Handel von USDT-Paaren zunehmend eingeschränkt, weil Tether die MiCA-Vorgaben nicht erfüllt. Bereits gehaltene Token lassen sich je nach Anbieter meist weiter verwahren oder verkaufen. Als konforme Alternative gilt USDC.
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