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Trade Republic Firmendepot: Was Trade Republic für GmbHs gestartet hat
Auf dem Firmenkonto liegen 60.000 Euro. Rücklage für die Steuernachzahlung, Puffer für ein ruhiges Quartal, Geld, das du nicht sofort brauchst. Bei den meisten Geschäftskonten bringt dieses Geld null Zinsen. Und das seit Monaten.
Seit dem 22. September 2026 gibt es dafür eine neue Adresse: Trade Republic hat mit der Private Holding ein Depot gestartet, das auf den Namen deiner GmbH oder UG läuft. Keine Kontogebühr, 1 Euro pro Order, 2,5 Prozent auf nicht investiertes Cash.
In fast jeder Meldung dazu stand am selben Tag derselbe Satz: nur rund 1,5 Prozent Steuern auf Kapitalerträge. Die Zahl stimmt. Sie gilt nur für einen einzigen Fall, und der ist wahrscheinlich nicht deiner.
Das Wichtigste in Kürze
- Die Private Holding ist ein Depot auf den Namen deiner GmbH oder UG. Keine Depotgebühr, 1 Euro pro Order, Sparplanausführung kostenlos.
- Die 2,5 Prozent auf Cash gelten ohne Obergrenze, anders als bei vielen Tagesgeldangeboten für Geschäftskunden.
- Bei Kursgewinnen aus Einzelaktien greift die Freistellung nach Paragraf 8b KStG, die die beworbenen 1,5 Prozent erklärt.
Ehrliche Nachteile:
- Eröffnen darf nur, wer alleiniger Gesellschafter und zugleich Geschäftsführer ist. Zwei Gesellschafter, angestellter Fremdgeschäftsführer oder eine Holding als Gesellschafterin: draußen.
- Die 2,5 Prozent auf Cash sind kein Bankzins. Das Geld liegt in Liquiditätsfonds, also nicht unter der gesetzlichen Einlagensicherung.
Perfekt für dich, wenn du als Alleingesellschafter-Geschäftsführer Firmenliquidität hast, die sonst unverzinst auf dem Geschäftskonto liegt.
Nicht ideal, wenn du zu zweit Gesellschafter bist, ETFs statt Einzelaktien halten willst oder ein Zahlungsverkehrskonto suchst.
Unser Urteil in einem Satz: Die Konditionen sind attraktiv, aber die Zugangsbeschränkung und die schmale Reichweite der 1,5-Prozent-Zahl bleiben in den meisten Meldungen dazu unerwähnt.
Das Depot läuft auf die Gesellschaft, nicht auf dich, und ist von deinem privaten Trade-Republic-Konto getrennt. Bedient wird es über die App und ein Web Terminal am Rechner.
Das Anlageuniversum ist dasselbe wie im Privatkonto. Aktien, ETFs, Zinsprodukte, Private Markets und Crypto, dazu DATEV-Berichte und Support rund um die Uhr. Mitgründer Christian Hecker begründet den Start damit, dass in deutschen Holdings Kapital in Milliardenhöhe brachliegt. Wer seine GmbH-Gewinne thesauriert, statt sie auszuschütten, sitzt irgendwann auf einem Betrag, für den das Firmenkonto der falsche Ort ist.
Wer das Konto eröffnen darf, und wer nicht
Hier lohnt sich das Weiterlesen nur für einen Teil der Leser, und das ist der wichtigste Satz des ganzen Beitrags.
Trade Republic nimmt ausschließlich deutsche GmbHs und UGs (haftungsbeschränkt) mit einem einzelnen natürlichen Eigentümer, der zugleich Geschäftsführer ist. Eine Person, die alles hält und alles führt. Sonst nichts.
„Schon zwei Gesellschafter reichen, und die Tür ist zu.“
Wer ausgeschlossen ist
- GmbHs mit zwei oder mehr Gesellschaftern, auch wenn einer 99 Prozent hält
- Gesellschaften mit angestelltem Fremdgeschäftsführer
- Holding-Strukturen, bei denen eine juristische Person Gesellschafterin ist
- Personengesellschaften, also GbR, OHG, KG und GmbH & Co. KG
- Freiberufler und Einzelunternehmer ohne Kapitalgesellschaft
Dazu kommen zwei technische Voraussetzungen. Du brauchst ein bereits verifiziertes persönliches Trade-Republic-Konto, und du musst ein Referenzkonto des Unternehmens verknüpfen. Ohne Firmenkonto kein Firmendepot.
Die Fintech-Szene hat die Hürde sofort registriert, in den ersten Reaktionen auf den Start taucht sie mit einem hörbaren „leider“ auf. In vielen Nachrichtenmeldungen vom 22. September fehlt sie dagegen ganz.
Die Konditionen: 1 Euro pro Order, 2,5 Prozent auf Cash
Preislich bleibt Trade Republic sich treu. Es gibt keine Depotgebühr, und die Ordergebühr ist eine Pauschale statt eines Prozentsatzes.
Trade Republic Private Holding: Kosten im Überblick Trade Republic Firmendepot: Was die Private Holding für deine GmbH kann
Stand: September 2026
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Die 2,5 Prozent sind der eigentliche Aufhänger für Firmengeld. Sie gelten ohne Deckel, anders als bei vielen Tagesgeldangeboten für Geschäftskunden, die ab einer bestimmten Summe abriegeln.
Ein Rechenbeispiel: Du parkst 60.000 Euro Rücklage. Bei 2,5 Prozent sind das 1.500 Euro im Jahr, bevor das Finanzamt etwas davon sieht. Auf dem klassischen Geschäftskonto wären es null. Wie viel davon übrig bleibt, klärt der Steuerteil weiter unten, und die Antwort ist unangenehmer als die Werbezahl vermuten lässt.
Der aktuelle Zinssatz hängt am EZB-Einlagensatz und ist variabel. Den jeweils gültigen Stand halten wir in unserem Beitrag zu den Trade Republic Zinsen nach, die Ordergebühren im Detail stehen bei den Trade Republic Kosten.
Wo das Cash wirklich liegt, und was das für die Sicherheit heißt
Jetzt der Teil, den du leicht überliest. Trade Republic beschreibt die Verzinsung so: „Dein Cash wird in Liquiditätsfonds investiert, und die erzielte Rendite wird dir direkt auf dein Konto ausgeschüttet.“ Dazu der eigene Disclaimer, dass Bargeldguthaben in liquiden Fonds gehalten werden, die einem Marktrisiko unterliegen.
Kurz gesagt: Dein Firmengeld liegt nicht als Einlage bei einer Bank, sondern in Fondsanteilen. Das ist rechtlich etwas völlig anderes.
Eine Bankeinlage ist über die gesetzliche Einlagensicherung bis 100.000 Euro je Kunde und Institut geschützt. Fondsanteile sind das nicht. Sie sind Sondervermögen, und das heißt: Geht der Anbieter pleite, fällt dieses Geld nicht in die Insolvenzmasse. Der Schutz greift also, nur über einen anderen Mechanismus.
Der Punkt: Was bei Fondsanteilen bleibt, ist das Marktrisiko. Liquiditätsfonds sind kurzlaufend und schwanken wenig. Wenig ist aber nicht null, und für eine Steuerrücklage, die im Mai auf den Cent genau da sein muss, ist das eine andere Abwägung als für privates Tagesgeld.
„Für eine Steuerrücklage, die im Mai auf den Cent stimmen muss, ist ein Fonds etwas anderes als ein Konto.“
Keine Panik also, aber eine bewusste Entscheidung. Wie Trade Republic Guthaben und Wertpapiere generell absichert, haben wir in der Trade Republic Sicherheit ausführlich aufgeschrieben.
Die 1,5 Prozent Steuern: wofür sie gelten und wofür nicht
Das ist der Satz, der die Schlagzeilen gemacht hat, und der Grund, warum dieser Beitrag existiert. Er ist nicht falsch. Er ist nur sehr viel schmaler, als er klingt.
Woher die 1,5 Prozent kommen
Die Grundlage ist Paragraf 8b des Körperschaftsteuergesetzes. Absatz 2 sagt: Gewinne aus dem Verkauf von Anteilen an einer Körperschaft, also der Verkauf von Aktien, bleiben bei der Ermittlung des Einkommens außer Ansatz. Dafür braucht es keine Mindestbeteiligung. Auch zehn Aktien eines Dax-Konzerns fallen darunter.
Absatz 3 Satz 1 zieht die Bremse ein: 5 Prozent dieses Gewinns gelten als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe. Nur auf diese 5 Prozent fällt Steuer an. Im Fachjargon heißt das Schachtelstrafe.
Rechne es einmal durch: Nimmst du nur Körperschaftsteuer und Solidaritätszuschlag, also zusammen 15,825 Prozent, landest du bei rund 0,8 Prozent effektiver Belastung. Rechnest du mit einer runden Gesamtquote von 30 Prozent auf diese 5 Prozent, kommst du auf die beworbenen 1,5 Prozent. Die Werbezahl ist also eher die obere Kante als eine Beschönigung.
Gewerbesteuer fällt auf diese Veräußerungsgewinne nicht an. Anders als bei Dividenden gibt es dafür keine Hinzurechnungsvorschrift. Der Hebesatz am Sitz deiner GmbH spielt hier ausnahmsweise keine Rolle.
Die Kehrseite, die in keiner Überschrift steht
Absatz 3 Satz 3 desselben Paragrafen dreht die Sache um: Gewinnminderungen aus solchen Anteilen bleiben bei der Einkommensermittlung unberücksichtigt. Im Klartext: Aktienverluste in der GmbH sind steuerlich wirkungslos.
Ein Beispiel macht das greifbar. Du verkaufst zwei Positionen: eine mit 10.000 Euro Gewinn, eine mit 10.000 Euro Verlust. Unterm Strich hast du keinen Cent verdient.
In der GmbH sieht das Finanzamt trotzdem 500 Euro steuerpflichtigen Gewinn, nämlich die 5 Prozent aus der Gewinnposition. Der Verlust zählt gar nicht. Privat hättest du beides im Aktienverlusttopf gegeneinander verrechnet und wärst bei null gelandet.
Diese Symmetrie ist kein Trick von Trade Republic, sondern geltendes Recht seit Jahren. Auffällig ist nur, dass sie in keinem der Texte auftaucht, die mit den 1,5 Prozent werben.
ETFs laufen nach ganz anderen Regeln
Viele Selbstständige wollen ihre Firmenliquidität nicht in Einzelaktien stecken, sondern breit gestreut in einen ETF. Genau dort greift Paragraf 8b KStG nicht mehr, sondern das Investmentsteuergesetz.
Paragraf 20 InvStG gewährt für Aktienfonds eine Teilfreistellung von 80 Prozent für körperschaftsteuerpflichtige Anleger, nicht 95 Prozent wie bei direkt gehaltenen Aktien. Und Absatz 5 setzt noch einen drauf: Bei der Gewerbesteuer zählt diese Freistellung nur zur Hälfte, gewerbesteuerlich bleiben also 60 Prozent der Erträge steuerpflichtig.
Unser Überschlag dazu, ausdrücklich als Näherung zu lesen: Auf der Körperschaftsteuerebene sind 20 Prozent steuerpflichtig, mal 15,825 Prozent ergibt rund 3,2 Prozent. Auf der Gewerbesteuerebene sind 60 Prozent steuerpflichtig, mal einem üblichen Hebesatzergebnis von 14 bis 17 Prozent ergibt rund 8,4 bis 10,2 Prozent. Zusammen also grob 11,5 bis 13,5 Prozent.
Wer in der GmbH ETFs statt Einzelaktien hält, liegt nach diesem Überschlag grob beim Zehnfachen der beworbenen 1,5 Prozent.
Diese Rechnung ist unsere eigene, abgeleitet aus dem Gesetzestext, und sie hängt am Hebesatz deiner Gemeinde. Sie ist kein Steuerbescheid und keine Zusage. Die Verbraucherseite Biallo fasst denselben Befund kürzer zusammen: Bei ETFs und Fonds gelten andere Steuerregeln und höhere Steuersätze.
Dividenden und Zinsen: gar keine Entlastung
Bei Dividenden hört der Vorteil komplett auf, sobald die Beteiligung klein ist. Paragraf 8b Absatz 4 KStG nimmt Streubesitz unter 10 Prozent von der Freistellung aus. Bei Börsenaktien ist das der Normalfall, niemand hält 10 Prozent an SAP.
Gewerbesteuerlich wird es nicht besser: Das Schachtelprivileg nach Paragraf 9 Nummer 2a GewStG greift erst ab 15 Prozent Beteiligung. Was auf der Körperschaftsteuerebene steuerfrei gestellt wäre, rechnet Paragraf 8 Nummer 5 GewStG dem Gewerbeertrag wieder hinzu. Unterm Strich landen Streubesitzdividenden bei der vollen Belastung, also grob 28 bis 33 Prozent.
Und Zinsen? Auch voll steuerpflichtig. Das trifft ausgerechnet die beworbenen 2,5 Prozent auf das Cash.
Faustregel: Von 2,5 Prozent bleiben nach GmbH-Steuern überschlägig etwa 1,7 bis 1,8 Prozent übrig. Auch das ist eine Näherung von uns, keine Zusage.
Steuerliche Behandlung nach Ertragsart in der GmbH Trade Republic Firmendepot: Was die Private Holding für deine GmbH kann
Stand: September 2026
rund 0,8 bis 1,5 %
steuerlich wirkungslos
rund 28 bis 33 %
eigener Überschlag: rund 11,5 bis 13,5 %
rund 28 bis 33 %
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Eine Lücke bleibt, und sie ist ärgerlich: Wie Trade Republic die Kapitalertragsteuer bei einer GmbH handhabt, ist öffentlich nicht dokumentiert. Bei Privatkonten zieht Trade Republic automatisch ab und stellt eine Jahressteuerbescheinigung aus. Eine GmbH wird aber veranlagt und kennt keine Abgeltungswirkung. Was das praktisch für Abzug und Bescheinigung heißt, steht weder auf der Produktseite noch in den Meldungen. Das ist eine offene Frage, kein Detail.
Kein Steuerrat, und Trade Republic sagt das selbst
Auf der eigenen Produktseite steht der Satz: „Trade Republic bietet keine Steuerberatung an.“ Dem ist nichts hinzuzufügen. Dieser Beitrag ordnet die Rechtslage ein, er ersetzt keine Beratung. Ob sich die Struktur für dich rechnet, hängt an deinem Hebesatz, deiner Gewinnverwendung und deiner Anlagestrategie. Diese Rechnung gehört auf den Tisch deines Steuerberaters, bevor du Firmengeld verschiebst.
Kein Geschäftskonto: was du trotzdem noch brauchst
Die Private Holding ist ein Depot, kein Konto. Geld kommt über das verknüpfte Referenzkonto deiner Firma rein und geht dort auch wieder raus.
Das heißt konkret: keine Lastschriften für deine Softwareabos, keine Firmenkarte für den Tankstopp, kein Gehalt an dich selbst, keine Rechnungen an Kunden. Alles das bleibt beim Geschäftskonto.
Wenn du ohnehin gerade prüfst, wo dein Firmenkonto am besten liegt: Die Einstiegstarife der Anbieter sehen so aus.
Geschäftskonto-Einstiegstarife im Vergleich Trade Republic Firmendepot: Was die Private Holding für deine GmbH kann
Stand: September 2026
Basic 7 € im Monat bei Jahreszahlung, 8 € bei monatlicher Abrechnung
Lite 9 € im Monat (Listenpreis)
Start 11 € im Monat zzgl. USt.
Solo Basic 9 € im Monat zzgl. USt.
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Ein Hinweis, der in Vergleichstabellen gern untergeht: Die Null-Euro-Tarife zielen überwiegend auf Freiberufler und Einzelunternehmer. Als GmbH landest du in der Regel im ersten Bezahltarif. Bei Qonto und Kontist kommt auf den genannten Preis noch die Mehrwertsteuer obendrauf, die du als vorsteuerabzugsberechtigte GmbH allerdings zurückholst.
Welches Konto zu einer Ein-Personen-GmbH passt, haben wir im Themen-Hub Geschäftskonto für die GmbH aufgeschlüsselt. Wenn du breiter schauen willst, hilft der Geschäftskonto-Vergleich. Zu den beiden meistgenannten Anbietern gibt es eigene Beiträge: Qonto Geschäftskonto und Finom Geschäftskonto.
Firmendepot im Vergleich: Trade Republic, comdirect, Consorsbank und Co.
Ein Firmendepot ist in Deutschland kein Selbstläufer. Die meisten Broker richten sich an Privatkunden, und bei juristischen Personen wird es schnell umständlich.
Firmendepot für die GmbH: Wer nimmt dich überhaupt?
Alle Angaben ohne Gewähr. Preise können sich jederzeit ändern.
Scalable Capital ist raus, und zwar ausdrücklich. In der eigenen Hilfe steht der Satz, dass ein Geschäftskonto bei Scalable Capital derzeit nicht eingerichtet werden kann. Der Anbieter nimmt keine juristischen Personen an.
Bei flatex geht es, kostet aber Geduld. Keine Online-Eröffnung, stattdessen Papier: Handelsregisterauszug, Satzung, Jahresabschluss, dazu eine LEI-Nummer. flatex schreibt die Einrichtungsgebühr von 250 Euro als Handelsguthaben gut, sie ist also eher ein Vorschuss als eine verlorene Gebühr.
Bei comdirect mussten wir passen. Die Konditionsseite hat bei jedem Abrufversuch mit HTTP 401 geantwortet, also Bot-Sperre. Eine Zahl behaupten wir deshalb nicht. Was Fachportale berichten: Firmendepots laufen dort nicht als Standardprodukt, sondern über eine Einzelfallprüfung auf Anfrage. Das ist eine Sekundärquelle, keine Auskunft der Bank.
Die Consorsbank spricht auf der geprüften Produktseite ausschließlich von volljährigen Privatkunden, ein Firmendepot wird dort nicht beworben. Interactive Brokers ist dagegen unter Trading-GmbHs verbreitet, weil der Kontotyp für Unternehmen direkt im Eröffnungsprozess wählbar ist. Die Gebührenseite ließ sich nur eingeschränkt auslesen, die Größenordnungen stammen aus Sekundärquellen.
Der Punkt: Trade Republic ist nicht deshalb attraktiv, weil die Konditionen konkurrenzlos wären, sondern weil die Eröffnung in der App stattfindet statt per Post. Dafür handelst du dir die härteste Zugangsbeschränkung im Feld ein.
Für wen sich das lohnt, für wen nicht
Die entscheidende Frage ist nicht, ob das Depot günstig ist. Sie lautet: Trägt die Struktur, in der es steckt?
Eine GmbH kostet unabhängig vom Broker Geld. Buchführung, Jahresabschluss, Steuerberater und IHK summieren sich laut Fachportalen auf grob 3.000 bis 5.000 Euro im Jahr. Für reinen Aktienhandel mit vollständiger Thesaurierung liegt der Break-even gegenüber dem privaten Depot bei etwa 16.000 Euro Jahresgewinn.
„Die 0 Euro Depotgebühr ändern nichts daran, dass eine GmbH im Jahr mehrere tausend Euro Fixkosten hat.“
Die saubere Trennung lautet deshalb: Hast du die GmbH ohnehin, ist die Private Holding eine ernsthafte Option für Liquidität, die sonst unverzinst herumliegt. Denkst du über eine GmbH nach, weil du das Depot willst, ist das eine Rechnung für den Steuerberater und keine, die ein Vergleichsportal für dich entscheidet.
Vorteile
- Keine Depotgebühr, 1 Euro Ordergebühr, Sparplanausführung kostenlos
- 2,5 Prozent auf nicht investiertes Cash, ohne Obergrenze
- Eröffnung digital statt per Post, anders als bei den etablierten Anbietern
- Bei Kursgewinnen aus Einzelaktien greift die Freistellung nach Paragraf 8b KStG
- Web Terminal, DATEV-Berichte und Support rund um die Uhr
Nachteile
- Nur für Alleingesellschafter, die zugleich Geschäftsführer sind
- Cash liegt in Liquiditätsfonds statt als gesicherte Einlage
- Die beworbenen 1,5 Prozent gelten weder für ETFs noch für Dividenden oder Zinsen
- Aktienverluste sind in der GmbH steuerlich wirkungslos
- Kein Geschäftskonto, ein Firmenkonto bleibt Pflicht
- Kapitalertragsteuer-Mechanik und Jahressteuerbescheinigung öffentlich nicht dokumentiert
Trade Republic Firmendepot: Die Kernpunkte
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Prüfe zuerst die Gesellschafterstruktur. Bist du nicht alleiniger Gesellschafter und Geschäftsführer, erübrigt sich der Rest.
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Die 1,5 Prozent Steuern sind eine Zahl für Kursgewinne aus Einzelaktien. Wer ETFs kauft, rechnet nach unserem Überschlag mit grob 11,5 bis 13,5 Prozent.
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Die 2,5 Prozent auf Cash sind Fondsrendite, keine gesicherte Bankeinlage, und nach Steuern bleiben überschlägig 1,7 bis 1,8 Prozent.
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Das Depot ersetzt kein Geschäftskonto. Das Referenzkonto der Firma bleibt Voraussetzung.
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Rechne die Struktur mit deinem Steuerberater durch, bevor du Firmengeld verschiebst. Trade Republic selbst bietet dazu keine Beratung an.
Häufige Fragen zum Trade Republic Firmendepot
Nein. Trade Republic verlangt einen einzelnen natürlichen Eigentümer, der zugleich Geschäftsführer ist. Zwei Gesellschafter schließen die Eröffnung aus, auch bei einer sehr ungleichen Beteiligung. Ebenfalls ausgeschlossen sind angestellte Fremdgeschäftsführer, Holdings mit einer juristischen Person als Gesellschafterin und alle Personengesellschaften.
Nein. Trade Republic schreibt selbst, dass das Cash in Liquiditätsfonds investiert wird und diese Fonds einem Marktrisiko unterliegen. Damit handelt es sich um Fondsanteile, also Sondervermögen, und nicht um eine Bankeinlage unter der gesetzlichen Einlagensicherung bis 100.000 Euro. Bei einer Insolvenz des Anbieters fällt Sondervermögen nicht in die Insolvenzmasse, das Marktrisiko bleibt aber bestehen.
Nein. Für Fonds und ETFs gilt nicht Paragraf 8b KStG, sondern Paragraf 20 InvStG mit einer Teilfreistellung von 80 Prozent für Körperschaften, gewerbesteuerlich nur zur Hälfte davon. Nach unserer eigenen Überschlagsrechnung landet die effektive Belastung grob bei 11,5 bis 13,5 Prozent, abhängig vom Hebesatz am Sitz deiner GmbH. Das ist eine Näherung, keine verbindliche Zahl.
Das ist offen. Für Privatkonten führt Trade Republic die Kapitalertragsteuer automatisch ab und stellt eine Jahressteuerbescheinigung aus. Für die Private Holding ist weder auf der Produktseite noch in den Startmeldungen dokumentiert, wie Abzug und Bescheinigung funktionieren. Eine GmbH wird veranlagt und kennt keine Abgeltungswirkung, der Unterschied ist also strukturell. Kläre das vor der Eröffnung direkt mit Trade Republic und deinem Steuerberater.
Ja. Die Private Holding ist ein Depot und kein Zahlungsverkehrskonto. Bei der Eröffnung musst du ein Referenzkonto deines Unternehmens verknüpfen, über das Geld ein- und ausgeht. Lastschriften, Firmenkarte, Gehaltszahlungen und Kundenrechnungen laufen weiterhin über dein Geschäftskonto.
Das lässt sich nicht seriös beziffern. Die comdirect-Konditionsseite war für uns nicht abrufbar, sie antwortete mit HTTP 401. Die Consorsbank nennt auf der geprüften Produktseite nur volljährige Privatkunden und kein Firmendepot. Wer dort ein Depot für eine GmbH will, muss den Anbieter direkt anfragen. Zahlen aus Vergleichsportalen zu diesen beiden Häusern solltest du als Sekundärinformation behandeln.
Quellen
- Trade Republic: Private Holding (Produktseite inklusive FAQ und Disclaimer, abgerufen am 23.09.2026)
- Trade Republic: Zinsen auf dein Cash (abgerufen am 23.09.2026)
- Trade Republic: Pressemitteilung zur Private Holding (PDF)
- Bundesministerium der Justiz: Paragraf 8b KStG (Beteiligungen an anderen Körperschaften)
- Bundesministerium der Justiz: Paragraf 20 InvStG (Teilfreistellung)
- Bundesministerium der Justiz: Paragraf 8 GewStG und Paragraf 9 GewStG (Hinzurechnungen und Kürzungen)
- Consorsbank: Wertpapierdepot (Zielgruppenangabe, abgerufen am 23.09.2026)
- Branchenreaktion zur Zugangsbeschränkung: Beitrag von Matthias Schmitt
- Ohne Verlinkung ausgewertet, weil nur als Sekundärquelle genutzt: Scalable Capital Hilfebereich (Ausschluss juristischer Personen), biallo.de (Einordnung ETF-Besteuerung und Verlustverrechnung), extraetf.com (Besteuerung von Zinserträgen), kagels-trading.de (Break-even und GmbH-Fixkosten), depotstudent.de (comdirect-Firmendepot)
Alle Steuerangaben in diesem Beitrag geben die Rechtslage wieder, keine Empfehlung für deinen Einzelfall. Trade Republic schreibt selbst: „Trade Republic bietet keine Steuerberatung an.“ Wir auch nicht.
Wie Trade Republic insgesamt abschneidet, mit Konditionen, Sicherheit und unserer Bewertung, liest du im Trade Republic Erfahrungsbericht. Und wenn zuerst das Firmenkonto dran ist, führt dich der Hub Geschäftskonto für die GmbH weiter. Wie die Besteuerung bei einem privaten Depot läuft, steht in unserem Beitrag zu Trade Republic Steuern.
Trade Republic Firmendepot: Was die Private Holding für deine GmbH kann jetzt testen
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